Goldener Felsen Kyaiktiyo, Kyaiktiyo Pagoda

Goldener Felsen Kyaiktiyo: Schweben zwischen Glaube und Abgrund

07.06.2026 - 10:54:06 | ad-hoc-news.de

Der Goldene Felsen Kyaiktiyo bei Kyaikto in Myanmar, die legendäre Kyaiktiyo Pagoda, scheint jeden Moment in die Tiefe zu stürzen – und hält doch seit Jahrhunderten. Was steckt hinter dieser heiligen Ikone Südostasiens?

Goldener Felsen Kyaiktiyo, Kyaiktiyo Pagoda, Myanmar Reise
Goldener Felsen Kyaiktiyo, Kyaiktiyo Pagoda, Myanmar Reise

In der Abenddämmerung beginnt der Goldene Felsen Kyaiktiyo zu glühen: Die Kyaiktiyo Pagoda, ein winziger, vergoldeter Stupa auf einem riesigen Granitblock, schwebt scheinbar über dem Abgrund – gehalten, so erzählen Pilger, nur von einer einzelnen Haarreliquie des Buddha. Wer von Kyaikto in Myanmar hierher aufsteigt, spürt schnell, dass dieser Ort mehr ist als eine Sehenswürdigkeit: Er ist Wallfahrtsstätte, Naturwunder und Mythos in einem.

Goldener Felsen Kyaiktiyo: Das ikonische Wahrzeichen von Kyaikto

Der Goldene Felsen Kyaiktiyo gehört zu den eindrucksvollsten buddhistischen Heiligtümern Südostasiens und ist zugleich eines der bekanntesten Wahrzeichen Myanmars. Hoch oben in den Bergen des Mon-Staates, etwa 160 km nordöstlich der Metropole Yangon, thront der vergoldete Felsblock auf einer Bergkante und scheint die Schwerkraft zu verhöhnen. Rund um den Felsen hat sich ein ganzer Pilgerort entwickelt – mit Schreinen, Gebetshallen, Unterkünften und Plätzen, von denen aus sich der Sonnenuntergang in spektakulären Farben über den umliegenden Hügeln verfolgen lässt.

Für viele buddhistische Gläubige aus Myanmar, Thailand oder auch Sri Lanka gehört eine Reise zum Goldenen Felsen zu den wichtigsten spirituellen Unternehmungen im Leben. Familien, Mönche, junge Paare und ältere Pilger verbringen hier oft die ganze Nacht, meditieren, bringen Opfergaben dar und kleben hauchdünne Goldblättchen auf den Fels (dies ist Männern vorbehalten, Frauen dürfen sich dem Felsen nur bis zu einer markierten Linie nähern). Für Reisende aus Deutschland ist Kyaiktiyo ein seltener Einblick in einen lebendigen Pilgerort, an dem religiöse Praxis nicht museal inszeniert, sondern Teil des Alltags ist.

Die Atmosphäre ist besonders in den frühen Morgenstunden und am Abend magisch: Nebelschwaden ziehen durch die Berge, Räucherstäbchen duften, Gebete werden gemurmelt, und das Gold des Felsens reflektiert das wechselnde Licht. Gleichzeitig wirkt der Ort robust und bodenständig – mit einfachen Garküchen, Schlaflagern und Marktständen, die an vielen asiatischen Pilgerstätten zu finden sind. So entsteht eine einzigartige Mischung aus Spiritualität und sehr weltlichem Alltag, die gerade für Besucherinnen und Besucher aus Europa faszinierend ist.

Geschichte und Bedeutung von Kyaiktiyo Pagoda

Die Kyaiktiyo Pagoda (wörtlich etwa „Stupa von Kyaiktiyo“) ist eng mit der buddhistischen Tradition Myanmars verbunden, in der Reliquienstätten eine zentrale Rolle spielen. Über die genaue Entstehungszeit des Heiligtums gibt es unterschiedliche Überlieferungen. Legenden datieren den Ursprung der Verehrung des Felsens weit in die Vergangenheit, während Historiker eher davon ausgehen, dass die heutige Gestalt der Anlage in der Zeit der birmanischen Königreiche im zweiten Jahrtausend nach Christus konsolidiert wurde. Verlässliche schriftliche Quellen sind selten, weshalb exakte Jahreszahlen schwer zu belegen sind und meist nur als Annäherungen gelten.

Die bekannteste Legende erzählt von einem Einsiedler, der vom Buddha eine Haarreliquie erhielt, mit dem Wunsch, sie an einem Ort zu bewahren, der nur durch diese Haarsträhne vor dem Absturz bewahrt würde. Ein mythischer König soll daraufhin den Felsen gefunden und ihn mithilfe übernatürlicher Kräfte auf dem Berggrat platziert haben. Die kleine Pagode auf der Spitze soll die Haarreliquie beherbergen. Solche Reliquienlegenden sind in der Theravada-Tradition Myanmars weit verbreitet und finden sich ähnlich auch an anderen Stätten wie der Shwedagon-Pagode in Yangon.

Historisch betrachtet entwickelte sich Kyaiktiyo über die Jahrhunderte zu einem regional bedeutenden Pilgerort der Volksgruppe der Mon. Später wurde er zunehmend von Burmesen aus anderen Landesteilen besucht. Im 20. Jahrhundert wuchs die Bekanntheit des Goldenen Felsens darüber hinaus: Internationale Reiseführer wie etwa die deutschsprachigen Reihen von Marco Polo und Lonely Planet (in ihren jeweiligen Editionen) verweisen seit Jahren auf Kyaiktiyo als eine der eindrucksvollsten heiligen Stätten des Landes. Offizielle Tourismusinformationen Myanmars betonen den Goldenen Felsen regelmäßig als zentrales Symbol für den Glauben und die kulturelle Identität des Landes.

Die religiöse Bedeutung des Ortes wird besonders in der Zeit der kühleren Monate deutlich, wenn während der wichtigsten buddhistischen Feste tausende Pilger auf den Berg strömen. Sie entzünden Kerzen, bringen Blumen und Reis dar und rezitieren Pali-Texte. Für viele gilt der Besuch als verdienstvolle Tat, die positives Karma bringt und Schutz für die Familie sichert. Aus westlicher Perspektive lässt sich die Stellung des Goldenen Felsens in etwa mit Marienwallfahrtsorten wie Altötting oder Lourdes vergleichen – mit dem Unterschied, dass hier nicht eine Figur, sondern ein Naturphänomen mit religiöser Bedeutung im Zentrum steht.

Im politischen Kontext Myanmars blieb Kyaiktiyo größtenteils ein religiöser Zufluchtsort, fern der großen Städte. Dennoch spiegelt der Ort die Entwicklungen des Landes wider: Phasen verstärkter Öffnung gegenüber internationalen Reisenden gingen mit Verbesserungen der Infrastruktur einher, während politische und sicherheitsrelevante Spannungen zu zeitweisen Rückgängen bei Besucherzahlen führen konnten. Für Reisende aus Deutschland ist es wichtig, die Hinweise des Auswärtigen Amtes zur Lage im Land zu beachten und Reiseentscheidungen entsprechend sorgfältig abzuwägen.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist der Goldene Felsen Kyaiktiyo auf den ersten Blick erstaunlich schlicht – und genau darin liegt seine Wirkung. Der zentrale Blickfang ist der etwa hausgroße Granitblock, dessen Oberfläche vollständig mit Gold überzogen ist. Obenauf sitzt eine kleine Pagode in klassischem birmanischem Stil: ein gestufter, spitz zulaufender Stupa mit mehreren Ringen und einer Krone (Hti), wie sie auch an größeren Pagoden im Land zu finden ist. Die Proportionen wirken fragil, aber zugleich harmonisch, als wären Fels und Pagode seit jeher eine Einheit.

Für Kunsthistoriker ist Kyaiktiyo weniger wegen kunstvoller Reliefs oder Malereien interessant, sondern wegen der Gesamtsituation: der Kontrast zwischen dem schroffen Fels, dem feinen Goldüberzug und der exponierten Lage. Der Fels scheint nur an einem kleinen Punkt mit dem Untergrund verbunden zu sein; ein Teil ragt sichtbar über den Abgrund hinaus. Geologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass natürliche Erosion und Bewegung im Gestein diese Form hervorgebracht haben. Die religiöse Tradition verweist hingegen auf die eingangs erwähnte Haarreliquie des Buddha als „Fixpunkt“.

Rund um den zentralen Felsen finden sich zahlreiche kleinere Stupas, Gebetshallen (oft im birmanisch-traditionellen Stil mit geschnitzten Holz- und Metallornamenten) und Sitzplätze, von denen aus Gläubige den Felsen betrachten. Die Architektur der Nebengebäude variiert: Einige sind schlicht und funktional, andere mit farbenfrohen Glasmosaiken, vergoldeten Ornamenten und geschnitzten Holzdecken verziert, wie sie auch in anderen bedeutenden Pagoden Myanmars zu sehen sind.

Besonders eindrucksvoll ist die nächtliche Inszenierung. Sobald die Sonne untergeht, wird der Goldene Felsen von zahlreichen Scheinwerfern angestrahlt. Das Gold reflektiert das Licht, während die Umgebung langsam in Dunkelheit versinkt. Kerzen und Öllampen von Pilgern sorgen für zusätzliche Lichtpunkte – ein Bild, das viele Besucherinnen und Besucher als mystisch und kontemplativ beschreiben. Fotografisch lässt sich der Felsen zu unterschiedlichen Tageszeiten immer wieder neu inszenieren: im Nebel, gegen das Licht der aufgehenden Sonne, im klaren Mittagslicht oder vor einem tiefroten Sonnenuntergang.

Ein weiterer architektonischer Aspekt ist die Gestaltung der Zugangswege. Terrassen, Stufen und Plattformen sind so angelegt, dass sich der Felsen aus verschiedenen Perspektiven erleben lässt – von nah an der Sicherheitslinie bis zu weiter entfernten Aussichtspunkten, von denen sich die gesamte Berglandschaft überblicken lässt. Für Menschen, die mit Monumenten wie dem Kölner Dom vertraut sind, ist die Dimension von Kyaiktiyo überraschend klein – die Wirkung entsteht nicht aus Größe, sondern aus Lage und Symbolik.

Kulturell ist auch der Umgang mit dem Gold bemerkenswert. In Myanmar ist das Bekleben religiöser Stätten mit Goldblättchen eine verbreitete Form der Verehrung. Am Goldenen Felsen dürfen ausschließlich Männer diese Blättchen direkt am Felsen anbringen. Frauen beten aus etwas größerer Distanz, bringen Blumen, Kerzen oder Geldspenden dar. Diese Geschlechtertrennung ist Teil der lokalen religiösen Praxis und sollte von Besucherinnen und Besuchern respektiert werden, auch wenn sie aus europäischer Perspektive ungewohnt wirken mag.

Goldener Felsen Kyaiktiyo besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Der Goldene Felsen Kyaiktiyo liegt im Mon-Staat im Süden Myanmars, in der Nähe der Kleinstadt Kyaikto. Der nächstgrößere Verkehrsknoten ist Yangon, die frühere Hauptstadt des Landes. Von Deutschland (z. B. Frankfurt, München oder Berlin) ist Myanmar in der Regel nur mit mindestens einem Umstieg über internationale Drehkreuze in Asien oder im Nahen Osten erreichbar. Die Flugzeit inklusive Umsteigen liegt je nach Verbindung meist bei deutlich über 12 Stunden. Von Yangon aus erreichen Reisende Kyaikto per Straße; es verkehren regionale Busse, zudem werden von lokalen Anbietern Transfers organisiert. Die letzten Kilometer vom Basisort Kinpun zum Felsen führen steil bergauf. Ein Großteil dieser Strecke wird traditionell mit offenen Lastwagen zurückgelegt, die als Sammeltransport für Pilger dienen. Von der oberen Station führt ein Fußweg mit Stufen zum Heiligtum. Aufgrund sich ändernder Infrastruktur und Sicherheitslage sollten aktuelle Verkehrsverbindungen jeweils vor Reiseantritt geprüft werden.
  • Öffnungszeiten und Zugang
    Die Kyaiktiyo Pagoda ist traditionell ein rund um die Uhr zugänglicher Pilgerort, wobei bestimmte Bereiche nur zu festgelegten Zeiten geöffnet sein können. Da sich Regelungen etwa aufgrund von Renovierungen, Wetterbedingungen oder politischen Vorgaben ändern können, sollten Besucherinnen und Besucher die jeweils aktuellen Hinweise direkt bei den zuständigen lokalen Stellen oder offiziellen Tourismusinformationen prüfen. Generell gilt: In den Abend- und frühen Morgenstunden ist die Atmosphäre besonders eindrucksvoll, gleichzeitig kann es zu diesen Zeiten am vollsten sein.
  • Eintritt und Gebühren
    Für internationale Besucher können am Zugang zum Pilgerareal Gebühren anfallen, etwa in Form eines Tickets oder einer „Foreign Visitor Fee“. Die konkrete Höhe und Struktur dieser Abgaben ändern sich immer wieder. Daher empfiehlt es sich, vorab bei offiziellen Quellen oder direkt vor Ort aktuelle Informationen einzuholen. Zahlungen erfolgen in der Regel in der lokalen Währung Kyat, teils werden in touristisch geprägten Bereichen auch US-Dollar akzeptiert. Es ist sinnvoll, kleinere Scheine bereitzuhalten.
  • Beste Reisezeit und Wetter
    Myanmar liegt im Einflussbereich des Monsunklimas mit einer ausgeprägten Regenzeit. Als vergleichsweise angenehme Reisezeit für den Goldenen Felsen gelten im Allgemeinen die trockeneren, etwas kühleren Monate grob zwischen November und Februar, wenn die Temperaturen im Berggebiet erträglicher sind und der Himmel häufiger klar bleibt. Während der Regenzeit können Wege rutschig sein, und es ist mit mehr Nebel und eingeschränkter Sicht zu rechnen. Gleichzeitig ist die Landschaft dann besonders grün. Grundsätzlich sollten Reisende auf schnell wechselnde Wetterbedingungen vorbereitet sein: Warme Kleidung für die Abend- und frühen Morgenstunden, ein leichter Regenschutz sowie rutschfestes Schuhwerk sind empfehlenswert.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleiderordnung
    In Myanmar ist Burmesisch (Myanmar) Amtssprache, im Mon-Staat wird zudem Mon gesprochen. Englischkenntnisse sind insbesondere in ländlichen Regionen wie rund um Kyaiktiyo weniger ausgeprägt als in touristischen Zentren anderer Länder Südostasiens, aber in der Regel finden sich im Pilgergebiet immer wieder junge Menschen, Mönche oder Mitarbeitende, die Grundkenntnisse in Englisch haben. Deutsch wird nur sehr selten gesprochen. Im Alltag wird überwiegend bar bezahlt, die lokale Währung ist der Kyat. Internationale Kreditkarten werden außerhalb größerer Städte nur eingeschränkt akzeptiert, Geldautomaten können vereinzelt vorhanden sein, ihre Zuverlässigkeit unterliegt jedoch Schwankungen. Es empfiehlt sich deshalb, ausreichend Bargeld mitzuführen, zugleich aber die eigenen Sicherheitsvorkehrungen im Blick zu behalten. Trinkgeld ist in Myanmar nicht so stark institutionalisiert wie in manchen westlichen Ländern, kleine Aufschläge für gute Dienstleistungen – etwa für Gepäckträger, Fahrer oder in Restaurants – werden jedoch geschätzt, sofern sie in einem angemessenen Rahmen bleiben. Bei der Kleiderordnung gelten an Pagoden ähnliche Regeln wie in buddhistischen Tempeln anderer Länder: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, zu enge oder sehr freizügige Kleidung ist unpassend. Schuhe und Socken müssen beim Betreten des heiligen Bereichs ausgezogen werden – es empfiehlt sich daher, einfaches Schuhwerk zu tragen, das sich schnell an- und ausziehen lässt. Fotografieren ist meist erlaubt, allerdings sollten Hinweise vor Ort beachtet werden; das Fotografieren von betenden Personen sollte stets respektvoll und nie aufdringlich erfolgen.
  • Zeitzone und Gesundheit
    Myanmar liegt in einer eigenen Zeitzone, die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) um mehrere Stunden voraus ist. Dadurch kommt es zu deutlichen Zeitverschiebungen, die etwa bei der Planung von Flügen und Rückmeldungen nach Deutschland berücksichtigt werden sollten. Für Reisende aus Deutschland ist eine sorgfältige gesundheitliche Vorbereitung wichtig: Eine Auslandsreiseversicherung mit Rücktransportoption ist außerhalb der Europäischen Union grundsätzlich zu empfehlen, ebenso Beratung durch eine reisemedizinische Stelle in Bezug auf Impfungen und Malariarisiko in den jeweiligen Regionen Myanmars. Wasser sollte nur aus sicheren Quellen (abgefüllte Flaschen) getrunken werden, und auch bei Speisen ist ein bewusster Umgang mit Hygiene ratsam.
  • Einreisebestimmungen und Sicherheit
    Für deutsche Staatsbürger können sich Einreisebestimmungen für Myanmar ändern – etwa in Bezug auf Visa, Gültigkeit von Reisedokumenten und mögliche Einschränkungen bestimmter Regionen. Es ist unerlässlich, vor Buchung und Antritt einer Reise die aktuellen Einreise- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de zu prüfen. Dort finden sich auch Informationen zur politischen Lage, zu möglichen Reisewarnungen und zu praktischen Fragen wie Erreichbarkeit von Botschaften oder Konsulaten. Gerade angesichts der wechselhaften innenpolitischen Situation Myanmars ist eine sorgfältige Informationslage die Grundlage jeder Reiseplanung.

Warum Kyaiktiyo Pagoda auf jede Kyaikto-Reise gehört

Wer Myanmar mit seinen Tempeln, Pagoden und Klöstern kennenlernen möchte, wird in Yangon oder Bagan beeindruckende Architektur und historische Kunst finden. Der Goldene Felsen Kyaiktiyo ergänzt diese „klassische“ Route um eine Dimension, die stärker auf Erfahrung als auf reine Betrachtung ausgerichtet ist. Der Besuch ist anstrengender als eine Taxi-Fahrt zur Shwedagon-Pagode, aber gerade diese Anstrengung – das Warten auf die Lastwagen, das Stehen in dicht gedrängten Reihen, der Treppenaufstieg, der Wind auf dem Berggrat – macht den Ort für viele Reisende zu einem der eindrucksvollsten Erlebnisse ihrer Reise.

Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland eröffnet Kyaiktiyo Einblicke in religiöse Praktiken, die im mitteleuropäischen Alltag kaum präsent sind. Die Tatsache, dass die Kyaiktiyo Pagoda keine touristische „Kulisse“, sondern ein lebendig genutzter Pilgerort ist, prägt den Aufenthalt. Statt gereinigter Wege und strenger Zugangsregeln, wie sie etwa an manchen europäischen Monumenten gelten, herrscht hier eine eigenwillige Mischung aus organisiertem Chaos, tiefer Andacht und ausgelassener Familienatmosphäre. Kinder spielen, ältere Pilger schlafen auf Matten, Mönche spenden Segen, Händler bieten Snacks, Blumen und Devotionalien an – und der Felsen thront über allem als ruhiger Mittelpunkt.

Neben dem Goldenen Felsen selbst bietet die Umgebung weitere Anreize. Wanderungen in der Bergregion, Besuche kleiner Dörfer entlang der Zufahrtsstraßen oder Abstecher in andere Pagoden und Klöster des Mon-Staates können den Aufenthalt vertiefen. Wer etwa aus Thailand oder anderen Nachbarländern anreist, kann Kyaiktiyo in eine größere Route durch die Region einbauen. Auch in Verbindung mit einem Besuch der historischen Königsstadt Bago oder des Inle-Sees lässt sich der Felsen einplanen, sofern die Sicherheitslage und die Infrastruktur entsprechende Reisen zulassen.

Aus Perspektive vieler Reiseführer gilt Kyaiktiyo als einer jener Orte, an denen sich die Seele des Landes besonders eindrücklich zeigt: Die tiefe Verwurzelung des Buddhismus im Alltag, die Verbundenheit mit der Natur und die Bedeutung von Legenden und Überlieferungen. Gleichzeitig lädt der Felsen dazu ein, eigenständige Perspektiven einzunehmen. Ob jemand den Felsen vor allem als geologisches Phänomen, als Symbol des Glaubens oder als perfekte Bühne für spektakuläre Fotos wahrnimmt, bleibt letztlich der oder dem Einzelnen überlassen.

Eine Reise zum Goldenen Felsen ist zudem eine gute Gelegenheit, sich mit der jüngeren Geschichte und Gegenwart Myanmars auseinanderzusetzen: dem Spannungsfeld zwischen Öffnung und Abschottung, wirtschaftlicher Entwicklung und politischer Unsicherheit. Wer im Gespräch mit Einheimischen respektvoll Fragen stellt und aufmerksam zuhört, wird schnell bemerken, wie eng Religion, Identität und Alltag in diesem Land verflochten sind.

Goldener Felsen Kyaiktiyo in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien ist der Goldene Felsen Kyaiktiyo ein häufiges Motiv: Reisende teilen Panorama-Aufnahmen vom Berggrat, Detailfotos der Goldblättchen auf dem Fels und stimmungsvolle Nachtaufnahmen. Videos zeigen die Fahrt in den offenen Lastwagen, den Nebel, der plötzlich aufzieht, oder die schier endlosen Reihen von Pilgern. Gleichzeitig sind auch Stimmen zu hören, die auf die Verantwortung beim Reisen hinweisen: auf respektvollen Umgang mit religiösen Orten, auf den bewussten Blick auf die politische Lage und auf nachhaltiges Verhalten unterwegs.

Häufige Fragen zu Goldener Felsen Kyaiktiyo

Wo liegt der Goldene Felsen Kyaiktiyo genau?

Der Goldene Felsen Kyaiktiyo befindet sich im Mon-Staat im Süden Myanmars, unweit der Kleinstadt Kyaikto. Ausgangspunkt für die meisten Reisen ist Yangon, von wo aus Busse und private Transfers Richtung Kyaikto verkehren. Vom Basisort Kinpun führt eine steile Strecke in die Berge hinauf, die meist mit speziellen Lastwagen zurückgelegt wird, gefolgt von einem Fußweg zum Heiligtum.

Warum ist die Kyaiktiyo Pagoda für Buddhisten so wichtig?

Nach buddhistischer Überlieferung bewahrt die Kyaiktiyo Pagoda eine Haarreliquie des Buddha, die den Felsen vor dem Absturz bewahren soll. Dadurch gilt der Ort als besonders verdienstvoller Pilgerort. Viele Gläubige reisen aus ganz Myanmar und Nachbarländern an, um hier zu beten, Opfergaben zu bringen und Verdienste zu sammeln.

Wie schwierig ist der Aufstieg zum Goldenen Felsen?

Der Zugang erfordert eine gewisse körperliche Belastbarkeit: Nach der Fahrt in offenen Lastwagen auf steilen Bergstraßen folgt ein Treppenweg mit teils zahlreichen Stufen. Wer gut zu Fuß ist, schafft den Aufstieg in moderatem Tempo. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten sich vorab bei lokalen Anbietern nach Hilfsangeboten oder Tragemöglichkeiten erkundigen und prüfen, ob der Besuch für sie realistisch ist.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch?

Als besonders angenehm gilt grundsätzlich die trockene, etwas kühlere Jahreszeit ungefähr zwischen November und Februar, wenn die Temperaturen moderat sind und es weniger regnet. Während der Regenzeit können Wege rutschig und die Sicht eingeschränkt sein, die Landschaft ist dann jedoch besonders grün. Da Klima und Wetter sich verändern, sollten aktuelle Informationen vor Reiseantritt eingeholt werden.

Was sollten Besucherinnen und Besucher beim Verhalten vor Ort beachten?

Der Goldene Felsen Kyaiktiyo ist in erster Linie ein heiliger Ort. Respektvolle Kleidung (Schultern und Knie bedeckt), leises Verhalten im unmittelbaren Tempelbereich und Rücksichtnahme gegenüber betenden Menschen sind selbstverständlich. Schuhe und Socken werden vor Betreten des heiligen Areals ausgezogen. Männer dürfen Goldblättchen am Felsen anbringen, Frauen beten aus etwas größerer Distanz. Fotografieren ist meist erlaubt, sollte aber nie aufdringlich sein.

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