Friedenspark Hiroshima, Heiwa Kinen Koen

Friedenspark Hiroshima: Japans stillstes Wahrzeichen

07.06.2026 - 08:46:19 | ad-hoc-news.de

Im Friedenspark Hiroshima, dem Heiwa Kinen Koen in Hiroshima, Japan, treffen Geschichte und stille Schönheit aufeinander – warum dieser Ort Reisende aus Deutschland tief bewegt.

Friedenspark Hiroshima, Heiwa Kinen Koen, Hiroshima
Friedenspark Hiroshima, Heiwa Kinen Koen, Hiroshima

Wenn sich die Morgenluft über dem Friedenspark Hiroshima langsam erwärmt, gleitet der Blick vom Fluss über gepflegte Rasenflächen hinauf zur Silhouette der zerstörten Kuppel – Heiwa Kinen Koen, der „Friedensgedenkpark“, ist einer jener Orte, an denen Geschichte körperlich spürbar wird. Zwischen Glockenklang, Papier-Kranichen und der Spiegelung der A-Bomb Dome-Ruine im Wasser erzählt der Park von Zerstörung, aber vor allem von der entschlossenen Suche nach Frieden.

Friedenspark Hiroshima: Das ikonische Wahrzeichen von Hiroshima

Der Friedenspark Hiroshima gilt weltweit als eines der eindrücklichsten Wahrzeichen für die Erinnerung an den Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945 und die globale Forderung nach nuklearer Abrüstung. Der Park liegt mitten im Stadtzentrum von Hiroshima auf einer Flussinsel, nur wenige Gehminuten von modernen Einkaufsstraßen, Straßenbahnen und Bürohäusern entfernt. Gerade dieser Kontrast aus lebendiger Gegenwart und stiller Gedenklandschaft macht die Atmosphäre für viele Besucherinnen und Besucher so eindringlich.

Der Heiwa Kinen Koen (japanisch etwa „Friedens-Gedenkpark“) ist nicht nur eine Grünanlage, sondern ein dichtes Ensemble aus Denkmälern, Museen, Skulpturen und Gedenkorten. Zentral ist das Friedensdenkmal Hiroshima – die Ruine der ehemaligen Industriellen- und Handelskammer der Präfektur – international als A-Bomb Dome bekannt. Sie ist als Mahnmal erhalten geblieben und bildet gemeinsam mit dem Park ein Symbol, das längst über Japan hinausstrahlt. Internationale Organisationen wie die UNESCO würdigen den Erinnerungsort als wichtiger Bestandteil des globalen Gedächtnisses an den Zweiten Weltkrieg.

Für Reisende aus Deutschland, wo Erinnerungskultur und Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte fest verankert sind, wirkt der Friedenspark Hiroshima besonders vertraut und zugleich fremd. Vertraut, weil er sich der Verantwortung für die Vergangenheit stellt; fremd, weil er dies in einer japanischen Bildsprache tut – mit Papierkranen, Steinlaternen und einem Museumsbau, der moderne Architektur mit klarer Symbolik verbindet.

Hinzu kommt die Rolle Hiroshimas als heutige Großstadt mit Straßenbahnnetz, moderner Architektur und einer lebendigen kulinarischen Szene. Wer aus der belebten Innenstadt plötzlich in die stille Achse des Friedensparks eintritt, erlebt eine abrupte Verlangsamung – ein bewusst gesetzter Bruch, der den Erinnerungsort noch stärker wirken lässt. Viele Besucher sprechen davon, dass sie den Park nicht als touristische Sehenswürdigkeit, sondern als moralischen Bezugspunkt ihrer Reise erleben.

Geschichte und Bedeutung von Heiwa Kinen Koen

Historisch betrachtet ist der Friedenspark Hiroshima untrennbar mit dem Atombombenabwurf am 6. August 1945 verbunden. An diesem Tag explodierte um 8:15 Uhr Ortszeit eine Atombombe in der Luft über Hiroshima, was weite Teile der Stadt zerstörte und unzählige Menschen das Leben kostete. Der Bereich, auf dem sich heute der Heiwa Kinen Koen befindet, lag sehr nahe am Hypozentrum. Ursprünglich befanden sich hier dicht bebaute Wohn- und Geschäftsviertel; nur wenige Gebäude überstanden die Explosion.

Nach Kriegsende entschied sich die Stadt Hiroshima, aus der zerstörten Fläche keinen gewöhnlichen Stadtteil mehr zu machen, sondern einen Gedenkort. In den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren wurden Pläne für einen Friedenspark entwickelt, der nicht nur der Toten gedenken, sondern auch als internationaler Appell für eine Welt ohne Atomwaffen dienen sollte. Der Park wurde schrittweise angelegt und in den 1950er-Jahren offiziell eröffnet; seither ist er kontinuierlich erweitert, gepflegt und in Teilen neu gestaltet worden.

Im Zentrum des Gedenkens steht die Erinnerung an die Opfer – Kinder, Frauen und Männer, die entweder unmittelbar durch die Explosion ums Leben kamen oder später an den Folgen von Strahlung und Verletzungen starben. Der Park erinnert aber ebenso an jene, die überlebten, oft mit schweren physischen und psychischen Narben, und an ihren Einsatz für eine friedliche Zukunft. Offizielle Reden zum jährlichen Gedenktag, internationale Konferenzen und Besuchsprogramme von Regierungsdelegationen machen deutlich, wie stark der Park heute politisch und moralisch aufgeladen ist.

Der A-Bomb Dome, dessen Mauerreste mit der charakteristischen Stahlkuppel den Kern der Ruine bilden, wurde in der Nachkriegszeit bewusst nicht abgetragen, obwohl lange darüber diskutiert wurde. Stattdessen setzte sich die Idee durch, das Bauwerk als offenes Mahnmal stehen zu lassen. Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Ruine als Welterbe anerkannt: Die UNESCO erklärte das Friedensdenkmal Hiroshima (A-Bomb Dome) zum Weltkulturerbe, da es in einzigartiger Weise die Zerstörungskraft der ersten in einem Krieg eingesetzten Atombombe dokumentiert und für ein weltweites Verbot dieser Waffen steht.

Zum Park gehören zudem zahlreiche Denkmäler, die spezifischen Opfergruppen gewidmet sind. Besonders bekannt ist das Kinder-Friedensdenkmal, das auf die Geschichte von Sadako Sasaki verweist, einem Mädchen, das Jahre nach dem Bombenabwurf an Leukämie erkrankte und tausende Papierkraniche faltete, in der Hoffnung auf Heilung und Frieden. Bis heute senden Kinder aus aller Welt Papierkraniche nach Hiroshima, die in gläsernen Vitrinen im Park ausgestellt werden – eine Tradition, die den Gedenkort mit Schulklassen und Familien in Deutschland emotional verbindet.

Der Friedenspark Hiroshima ist damit nicht nur ein japanisches Erinnerungszeichen, sondern ein transnationaler Ort der Trauer und der Reflexion. Delegationen aus zahlreichen Staaten, darunter auch Deutschland, legen hier regelmäßig Kränze nieder und nehmen an Gedenkzeremonien teil. Viele deutsche Besucher ziehen Parallelen zu nationalen Erinnerungsorten wie der Gedenkstätte Berliner Mauer oder der Neuen Wache in Berlin, erkennen aber zugleich die spezifische Perspektive der japanischen Gesellschaft auf Kriegsfolgen und Verantwortung.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist der Friedenspark Hiroshima vor allem durch das Ensemble aus A-Bomb Dome, Friedensmuseum und zentraler Gedenkachse geprägt. Der Museumsbau, der die Geschichte des Atombombenabwurfs dokumentiert, ist ein deutliches Beispiel für moderne Architektur der Nachkriegszeit in Japan. Geradlinige Strukturen, große Fensterflächen und eine erhöhte Plattform verleihen dem Gebäude eine sachliche, fast nüchterne Ausstrahlung – passend zum dokumentarischen Charakter der Ausstellung im Inneren.

Die räumliche Komposition des Parks folgt einer klaren Symbolik: Zwischen dem Museumsgebäude und dem A-Bomb Dome spannt sich eine gedachte Linie, auf der zentrale Elemente wie das Kenotaph (eine bogenförmige Grabstele für die Opfer) angeordnet sind. Wer entlang dieser Achse läuft, blickt durch den Bogen des Kenotaphs direkt auf die Ruine der Kuppel – eine bewusst inszenierte Perspektive, die den Besucher gedanklich von der Informationsvermittlung im Museum hin zum konkreten Schauplatz des Geschehens führt.

Die Denkmäler im Park vereinen unterschiedliche künstlerische Ansätze. Am Kinder-Friedensdenkmal etwa steht eine Mädchenfigur auf einem hohen Sockel, über ihr eine stilisierte Kranich-Konstruktion aus Metall. Rundherum finden sich Reliefs und Inschriften, die in einfacher, klarer Sprache den Wunsch nach Frieden ausdrücken. Andere Skulpturen greifen abstraktere Formen auf: gebrochene Linien, ausladende Bögen oder Flammenmotive, die an Zerstörung, aber auch an Hoffnung erinnern sollen.

Wasser spielt im Heiwa Kinen Koen eine zentrale Rolle. Teiche, Brunnen und die Nähe zu den Flüssen Ota und Motoyasu setzen ruhige, reflektierende Akzente. Viele Besucherinnen und Besucher empfinden die Spiegelungen der Denkmäler im Wasser als besonders eindrucksvoll – die Oberfläche wirkt wie eine Projektionsebene für Erinnerungen, während das stete Rauschen symbolisch die Zeit weiterfließen lässt. Abends, wenn Beleuchtung und Dämmerung aufeinandertreffen, entsteht eine zurückhaltende, fast sakrale Stimmung.

Die Parkgestaltung folgt zudem dem japanischen Verständnis von Landschaftsarchitektur, bei dem jeder Baum, jeder Weg und jede Steinsetzung bewusst gewählt wird. Zwischen Gedenkorten und Grünflächen gibt es Ruhebereiche mit Bänken, von denen aus sich die Stadt, die Flüsse und die Denkmäler überblicken lassen. Im Frühjahr säumen Kirschbäume Teile des Parks, die bei der Blüte eine kurze, intensive Schönheit entfalten – ein starkes Bild für Vergänglichkeit und Erneuerung, das tief in der japanischen Kultur verwurzelt ist.

Im Inneren des Friedensmuseums werden neben historischen Dokumenten und Fotografien auch persönliche Gegenstände der Opfer gezeigt: verbrannte Kleidung, deformierte Alltagsobjekte, Kinder-Schulranzen. Diese Exponate sind bewusst zurückhaltend inszeniert, um die Wirkung nicht zu übersteigern, sondern den Blick für das individuelle Leid zu schärfen. Viele deutsche Besucher berichten, dass gerade diese persönlichen Relikte eine ähnliche emotionale Tiefe entfalten wie Ausstellungen in KZ-Gedenkstätten in Europa – ein Hinweis darauf, wie sehr sich die Erfahrungsdimension von Gewaltgeschichte über Kontinente hinweg ähnelt.

Als künstlerisch und architektonisch bedeutender Ort ist der Friedenspark Hiroshima in zahlreichen Fachpublikationen, Reiseführern und Ausstellungen vertreten. Internationale Institutionen und renommierte Medien beschreiben den Park regelmäßig als Referenzpunkt der globalen Erinnerungskultur. Für Architekturinteressierte bietet der Park die Möglichkeit, moderne japanische Architektur in einem hochsymbolischen Umfeld zu erleben, während Kunstinteressierte die Vielfalt der Skulpturen und Denkmäler erkunden können.

Friedenspark Hiroshima besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Der Friedenspark Hiroshima liegt im Zentrum von Hiroshima auf einer Insel zwischen Flussarmen, die über Brücken und Wege gut erschlossen ist. Von europäischen Drehkreuzen aus ist Hiroshima in der Regel über einen internationalen Flug nach Tokio (z. B. Flughafen Haneda oder Narita) erreichbar, von dort weiter per Inlandsflug nach Hiroshima oder mit dem Shinkansen-Schnellzug. Reisende aus Deutschland nutzen häufig Verbindungen mit einmaligem Umstieg über große Drehkreuze in Europa oder Asien, etwa von Frankfurt, München oder Berlin. Von Tokio nach Hiroshima benötigt der Shinkansen je nach Verbindung etwa 4 bis 5 Stunden; vom Bahnhof Hiroshima fährt eine Straßenbahnlinie bis in die Nähe des Parks.
  • Öffnungszeiten: Der frei zugängliche Außenbereich des Friedensparks ist prinzipiell rund um die Uhr begehbar. Das Friedensmuseum und einzelne Einrichtungen im Park haben jedoch festgelegte Öffnungszeiten, die sich je nach Saison, Wochentag oder besonderen Veranstaltungen ändern können. Es empfiehlt sich, die jeweils aktuellen Zeiten direkt auf den offiziellen Informationsseiten des Friedensmuseums oder der Stadt Hiroshima zu prüfen, da gelegentlich Wartungsarbeiten, Ausstellungen oder Feiertage Anpassungen erforderlich machen. Beim Besuch sollte einkalkuliert werden, ausreichend Zeit für Museum und Park einzuplanen, da die Eindrücke oft intensiver sind als erwartet.
  • Eintritt: Der Zutritt zu den Freiflächen des Heiwa Kinen Koen ist üblicherweise kostenlos. Für den Besuch des Friedensmuseums wird ein moderater Eintritt erhoben, der sich im unteren Preissegment bewegt und auch für Familien und Schulklassen erschwinglich ist. Da sich Gebühren ändern können und gelegentlich Sonderregelungen – etwa zu Gedenktagen oder für bestimmte Gruppen – gelten, sollten aktuelle Preise vorab über offizielle Kanäle geprüft werden. In vielen Fällen sind die Eintrittspreise so gestaltet, dass auch internationale Gäste unkompliziert Zugang erhalten.
  • Beste Reisezeit: Für einen Besuch des Friedenspark Hiroshima sind Frühling und Herbst besonders beliebt. Im Frühling, vor allem im März und April, sorgt die Kirschblüte für eine eindrucksvolle Kulisse, während im Herbst angenehm milde Temperaturen und buntes Laub vorherrschen. Sommermonate können in Hiroshima sehr heiß und feucht werden, was den Aufenthalt im Freien anstrengender macht. Der 6. August – Jahrestag des Atombombenabwurfs – ist ein besonders bedeutender Tag, an dem Gedenkzeremonien stattfinden und viele Menschen den Park besuchen; wer diesen Termin wählt, sollte mit großem Andrang, einer emotional aufgeladenen Atmosphäre und zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen rechnen. Morgens und spätnachmittags ist das Licht besonders stimmungsvoll, zudem sind die Temperaturen milder.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten: In Hiroshima werden im Alltag Japanisch und in zunehmend größerem Umfang auch Englisch genutzt, besonders in touristisch geprägten Bereichen und im Umfeld des Parks. Beschilderungen im Friedenspark Hiroshima, im Museum und an zentralen Denkmälern sind meist zweisprachig, oft in Japanisch und Englisch, teilweise mit weiteren Sprachen. Für deutschsprachige Reisende ist grundlegendes Englisch in der Regel ausreichend, um sich zurechtzufinden. Bei der Zahlung sind Kreditkarten in Japan weit verbreitet, besonders in Städten; dennoch empfiehlt es sich, etwas Bargeld in der örtlichen Währung mitzuführen, da kleinere Geschäfte, manche Kioske oder traditionelle Einrichtungen bevorzugt bar kassieren. Kontaktloses Bezahlen und mobile Payment-Dienste gewinnen an Bedeutung, sind aber noch nicht überall standardmäßig verfügbar. Trinkgeld ist in Japan unüblich, oft sogar irritierend – guter Service gilt als selbstverständlich und wird über die Preise abgegolten. Statt Trinkgeld wird Anerkennung eher durch höfliches Verhalten und respektvollen Umgang gezeigt. Im Friedenspark selbst ist eine ruhige, gedämpfte Haltung angebracht; laute Gespräche, Essens-Picknicks zwischen den Gedenkstätten oder unangemessene Foto-Posen sollten möglichst vermieden werden.
  • Einreisebestimmungen und Gesundheit: Für die Reise nach Japan sollten deutsche Staatsbürger die jeweils aktuellen Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen, da sich Visaregelungen oder Nachweispflichten im Zeitverlauf ändern können. Japan liegt mehrere Zeitzonen östlich von Mitteleuropa; in vielen Teilen des Jahres beträgt die Zeitverschiebung gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) mehrere Stunden, während Japan selbst keine Umstellung auf Sommerzeit vornimmt. Der Jetlag kann bei Reisen aus Deutschland daher deutlich spürbar sein, was bei der Planung des ersten Besuchstags in Hiroshima berücksichtigt werden sollte. Für Aufenthalte in Japan ist eine Auslandskrankenversicherung empfehlenswert, da medizinische Leistungen für Touristen in der Regel privat abzurechnen sind.
  • Fortbewegung vor Ort: Hiroshima verfügt über ein gut ausgebautes Straßenbahn- und Busnetz, mit dem der Friedenspark bequem erreichbar ist. Viele Reisende bevorzugen es, die Stadt zu Fuß zu erkunden, da der Park unweit anderer Sehenswürdigkeiten liegt. Fahrräder können in manchen Stadtteilen gemietet werden, was eine entspannte Alternative bietet. Taxen funktionieren zuverlässig und sind klar gekennzeichnet.
  • Fotografieren und Gedenken: Fotografieren ist im Freien in der Regel erlaubt, im Museum gelten häufig spezifische Regeln für einzelne Bereiche oder Exponate. Besucher sollten die Hinweise vor Ort sorgfältig beachten und Rücksicht auf trauernde Menschen und Gedenkveranstaltungen nehmen. Gruppenfotos oder Selfies direkt vor Denkmälern wie dem Kenotaph oder dem Kinder-Friedensdenkmal wirken schnell unangemessen, insbesondere wenn sie inszeniert oder scherzhaft erscheinen. Wer sich an einer Schweigeminute oder einer Gedenkzeremonie beteiligt, sollte das Mobiltelefon lautlos stellen und auf Fotos während der Zeremonie verzichten.

Warum Heiwa Kinen Koen auf jede Hiroshima-Reise gehört

Der Friedenspark Hiroshima ist weit mehr als eine Sehenswürdigkeit unter vielen. Für viele Reisende aus Deutschland wird der Besuch zu einem moralischen Fixpunkt ihrer Japanreise – ein Moment des Innehaltens zwischen Tempeln in Kyoto, Neonlichtern in Tokio und Naturerlebnissen auf dem Land. Der Park führt eindringlich vor Augen, wie zerstörerisch moderne Kriegsführung sein kann, und macht zugleich Mut, weil er zeigt, wie konsequent eine Stadt sich der Vergangenheit stellt, ohne im Trauma zu verharren.

Wer durch den Heiwa Kinen Koen geht, begegnet Menschen aus aller Welt: Schulklassen, die Plakate lesen und Kraniche aufstellen; ältere Besucher, die Blumen niederlegen; junge Reisende, die still am Fluss sitzen. Dieses internationale Miteinander macht den Park zu einem Dialograum, in dem nationale Grenzen in den Hintergrund treten und gemeinsame Werte wie Frieden, Empathie und Verantwortung in den Vordergrund rücken.

Für deutschsprachige Besucher bietet der Park zudem einen besonderen Reflexionsraum. Viele ziehen gedanklich Parallelen zwischen der Geschichte Hiroshimas und europäischen Kriegserfahrungen im 20. Jahrhundert. Gerade in Deutschland, wo das Erinnern an Nationalsozialismus, Krieg und Holocaust fester Bestandteil des öffentlichen Bewusstseins ist, wirkt die Begegnung mit einem nicht-europäischen Erinnerungsort bereichernd. Man erlebt, wie eine andere Gesellschaft mit Schuld, Leid und Zerstörung umgeht – und erkennt, wie universell die Sprache der Denkmäler letztlich ist.

Praktisch gesehen lässt sich der Besuch des Friedenspark Hiroshima gut mit weiteren Highlights der Stadt kombinieren: Die Burg Hiroshima, der Shukkeien-Garten und Ausflüge zur Insel Miyajima mit ihrem berühmten Torii im Meer sind in vielen Reiseprogrammen vorgesehen. Wer einen ganzen Tag für den Park und das Museum einplant, hat genug Zeit, sich auf die Eindrücke einzulassen und dennoch andere Orte zu sehen. Empfehlenswert ist es, den Besuch nicht an das Ende einer langen, vollgepackten Besichtigungstour zu hängen, sondern bewusst als eigenen Programmpunkt zu setzen.

Auch abends und in den frühen Morgenstunden besitzt der Park eine besondere Wirkung. Wenn die Besucherströme abnehmen und das Licht weicher wird, verstärkt sich die Atmosphäre der Stille. Zu solchen Zeiten, wenn nur vereinzelte Menschen auf den Wegen unterwegs sind, lässt sich der Ort auf sehr persönliche Weise erleben. Für viele Reisende entsteht gerade dann die Möglichkeit, das Gesehene und Gehörte zu verarbeiten.

Wer länger in Hiroshima bleibt, kann den Friedenspark mehrfach aufsuchen und dabei feststellen, wie sich der Eindruck je nach Tageszeit, Wetter und Stimmung verändert. An Regentagen wirkt der Park introvertierter, im Sonnenschein offener; zur Kirschblüte zeigt er eine fast widersprüchliche Schönheit, die die Tragik der Geschichte noch eindringlicher wirken lässt. In jedem Fall bleibt der Besuch ein prägendes Erlebnis, das viele noch lange nach der Rückkehr nach Deutschland beschäftigt.

Friedenspark Hiroshima in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien ist der Friedenspark Hiroshima ein häufig geteiltes Motiv – allerdings selten als bloßes Fotomotiv, sondern meist in Verbindung mit persönlichen Reflexionen. Nutzerinnen und Nutzer aus aller Welt posten Bilder vom A-Bomb Dome, vom Kinder-Friedensdenkmal oder von den unzähligen Papierkranichen und verbinden sie mit Gedanken zu Frieden, Verantwortung und der eigenen Familiengeschichte. Deutsche Reisende teilen nicht selten Eindrücke, die Parallelen zu europäischen Gedenkorten ziehen und die stille Intensität des Parks hervorheben.

Häufige Fragen zu Friedenspark Hiroshima

Wo genau liegt der Friedenspark Hiroshima?

Der Friedenspark Hiroshima befindet sich im Zentrum der Stadt Hiroshima in Japan auf einer Flussinsel, die von mehreren Armen des Ota-Flusses umgeben ist. Er liegt in fußläufiger Entfernung zu zentralen Straßen, Straßenbahnlinien und weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt, was ihn für Besucherinnen und Besucher sehr gut erreichbar macht.

Was ist der historische Hintergrund von Heiwa Kinen Koen?

Heiwa Kinen Koen wurde auf einer Fläche angelegt, die beim Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945 besonders stark zerstört wurde. Nach dem Krieg beschloss die Stadt, das Areal nicht wieder als normalen Stadtteil aufzubauen, sondern als Gedenkpark zu gestalten, der an die Opfer erinnert und als internationaler Appell für Frieden und atomare Abrüstung dient.

Wie viel Zeit sollten Reisende für den Besuch einplanen?

Für einen ersten Besuch sollten mindestens ein halber Tag, besser jedoch ein ganzer Tag eingeplant werden. Allein das Friedensmuseum nimmt oft mehrere Stunden in Anspruch, wenn die Ausstellung intensiv betrachtet wird. Für den Rundgang durch den Park, das Innehalten an einzelnen Denkmälern und mögliche Pausen ist zusätzliche Zeit sinnvoll.

Ist der Besuch des Friedenspark Hiroshima für Kinder geeignet?

Der Friedenspark Hiroshima eignet sich grundsätzlich auch für Kinder, insbesondere Schulklassen, die sich mit dem Thema Frieden auseinandersetzen. Viele Darstellungen im Park und im Museum sind jedoch inhaltlich schwer und emotional belastend. Eltern und Lehrkräfte sollten daher altersgerecht vorbereiten, Begleitung anbieten und auf die Reaktionen der Kinder achten.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch aus Deutschland?

Für Reisende aus Deutschland bieten sich vor allem Frühling und Herbst an, wenn das Klima in Hiroshima meist angenehm ist und die Natur den Park in besondere Farben taucht. Der Jahrestag des Atombombenabwurfs am 6. August ist für alle, die an Gedenkzeremonien teilnehmen möchten, ein bedeutender Termin, allerdings mit sehr großem Andrang. Wer den Park in ruhigerer Atmosphäre erleben möchte, wählt eher Wochentage außerhalb japanischer Ferienzeiten.

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