Franz-Josef-Gletscher, Franz Josef Glacier

Franz-Josef-Gletscher: Wie der Eisriese Neuseelands sich verändert

10.06.2026 - 08:27:11 | ad-hoc-news.de

Der Franz-Josef-Gletscher bei Franz Josef in Neuseeland fasziniert mit Eis, Regenwald und Risiko zugleich. Was deutsche Reisende über den Franz Josef Glacier jetzt wissen sollten.

Franz-Josef-Gletscher, Franz Josef Glacier, Neuseeland
Franz-Josef-Gletscher, Franz Josef Glacier, Neuseeland

Wer zum ersten Mal vor dem Franz-Josef-Gletscher steht, dem Franz Josef Glacier (wörtlich „Franz-Josef-Gletscher“) an Neuseelands Westküste, sieht einen Anblick, der fast unwirklich wirkt: Ein massiger Strom aus blau schimmerndem Eis, eingerahmt von dichtem Regenwald, stürzt scheinbar direkt aus den Südalpen in ein grünes Tal – so nah, dass der Ozean nur eine kurze Autofahrt entfernt ist.

Franz-Josef-Gletscher: Das ikonische Wahrzeichen von Franz Josef

Der Franz-Josef-Gletscher ist eines der bekanntesten Naturwahrzeichen Neuseelands und ein Symbol dafür, wie nah sich in diesem Land Eis, Regenwald und Pazifik tatsächlich kommen. Er liegt im Westland-Tai-Poutini-Nationalpark an der Westküste der Südinsel und gehört zum großflächigen UNESCO-Weltnaturerbe-Komplex der „Te Wahipounamu – South West New Zealand World Heritage Area“, der seit Ende des 20. Jahrhunderts als einer der weltweit eindrucksvollsten Vertreter unberührter, gemäßigter Naturlandschaften gilt.

Für Reisende aus Deutschland ist der Franz-Josef-Gletscher oft ein Höhepunkt einer Rundreise über die Südinsel: Anders als viele Hochgebirgsgletscher liegt seine Zunge sehr tief in einem engen Tal, sodass sie – je nach Sicherheitslage und Sperrzonen – vergleichsweise leicht zugänglich war und teilweise noch ist. Das Zusammenspiel aus steilen Bergen, dramatischen Wolkenbildern, häufigen Regenschauern und immer wieder aufreißendem Himmel verleiht dem Ort eine fast theatralische Atmosphäre.

Gleichzeitig ist der Franz-Josef-Gletscher auch ein sichtbares Lehrstück der Klimageschichte. Die Gletscherzunge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgezogen und ist nach Angaben neuseeländischer Umweltbehörden und Forschenden ein viel genutztes Anschauungsobjekt für die Folgen globaler Erwärmung. Dadurch verändert sich auch das Besuchserlebnis: Wo früher Spazierwege bis nahe an das Eis führten, sind heute vor allem Helikopterflüge und geführte Gletscherwanderungen von höher gelegenen Landezonen aus möglich.

Geschichte und Bedeutung von Franz Josef Glacier

Die Geschichte des Franz-Josef-Gletschers ist einerseits eine geologische Langzeitgeschichte, andererseits eine relativ junge Kulturgeschichte. Geologisch gesehen ist der Gletscher Teil der neuseeländischen Südalpen, die durch die Bewegung der Pazifischen und Australischen Platte entlang der berühmten Alpine Fault aufgeworfen wurden. Über viele tausend Jahre haben Schnee und Eis die Täler ausgeschürft, in denen heute der Gletscher fließt.

Für die M?ori, die indigene Bevölkerung Neuseelands, ist der Gletscher weit mehr als nur eine spektakuläre Landschaft. In ihren Erzähltraditionen trägt er den Namen „K? Roimata o Hine Hukatere“, was oft sinngemäß mit „die Tränen der Hine Hukatere“ übersetzt wird. Der Legende nach verlor die Bergsteigerin Hine Hukatere ihren Geliebten in einer Lawine; ihre Trauertränen gefroren und formten den Gletscher. Diese Geschichten verleihen dem Ort aus Sicht vieler M?ori eine spirituelle Dimension und erklären, warum respektvolles Verhalten und das Befolgen von Regeln nicht nur Sicherheits-, sondern auch Respektsfragen sind.

Die europäische Namensgebung geht auf das 19. Jahrhundert zurück. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Gletscher von europäischen Entdeckern kartiert und nach dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. benannt, der zur damaligen Zeit eine bedeutende Monarchenfigur in Europa war. Dieser Name setzte sich im englischsprachigen Gebrauch als „Franz Josef Glacier“ durch und prägte auch die später gegründete Ortschaft Franz Josef am Fuß des Gletschertals.

Mit dem Aufkommen des Tourismus im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Franz-Josef-Gletscher schnell zu einem der meistbesuchten Naturziele Neuseelands. Der nahegelegene Fox Glacier war lange Zeit so etwas wie die „Schwesterattraktion“, doch der Franz-Josef-Gletscher galt aufgrund seiner besonderen Form und der spektakulären Kulisse vieler Reiseführer – darunter renommierte Reihen auf dem deutschsprachigen Markt – als einer der herausragenden Orte, um einen Gletscher aus nächster Nähe zu erleben.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist der Gletscher als Teil des Weltnaturerbes „Te Wahipounamu“ international anerkannt. Fachinstitutionen wie die UNESCO und das neuseeländische Umweltministerium betonen immer wieder, dass die Region nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch ökologisch bedeutsam ist: Hier leben seltene Vogelarten, endemische Pflanzen und komplexe Ökosysteme, die vom Zusammenspiel von Regenwald, alpiner Zone und Gletscher geprägt sind.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Auch wenn der Franz-Josef-Gletscher kein Bauwerk im klassischen Sinne ist, hat er eine eigene „Architektur“ aus Eis, Fels und Wasser. Charakteristisch ist seine im Verhältnis zur Länge hohe Fließgeschwindigkeit: Fachleute weisen darauf hin, dass der Franz-Josef-Gletscher zu den Gletschern gehört, die sich relativ schnell bewegen können. Das sorgt für spektakuläre Strukturen im Eis – von tiefen Gletscherspalten über Seracs (türmende Eisblöcke) bis hin zu blauen Eiswänden, die sich ständig verändern.

Ein besonderes Merkmal ist die Lage im gemäßigten Regenwald. Nur wenige Gletscher weltweit stoßen in solche Vegetationszonen vor. Entlang des Tals wachsen Moose, Farne und dichte Bäume, die bei feuchtem Wetter fast tropisch wirken, während nur wenige Kilometer flussaufwärts das blanke Eis dominiert. Für viele Reisende wirkt dieser Kontrast wie eine Reise durch mehrere Klimazonen auf wenigen Kilometern.

Optisch ist der Franz-Josef-Gletscher ein beliebtes Motiv in Fotografie und Film. Neuseeländische Tourismusorganisationen nutzen Bilder der markanten Gletscherfront seit Jahrzehnten, um die „wild beauty“ des Landes zu illustrieren. Reiseführer und Magazine – etwa renommierte Marken aus dem deutschsprachigen Raum – zeigen regelmäßig Luftaufnahmen, auf denen sich die gewundene Gletscherzunge im Tal zwischen dunklem Fels und grünem Wald entlangschiebt.

Auch in der Kunst spielt der Gletscher eine Rolle. Lokale Galerien in Franz Josef und im benachbarten Fox Glacier präsentieren häufig Fotografien, Gemälde und Skulpturen, die sich mit Eis, Wasser und dem schnellen Wandel der Landschaft beschäftigen. Der Klimawandel ist dabei ein zentrales Motiv: Viele Kunstschaffende halten den Rückzug des Gletschers fest oder dokumentieren die Veränderung bestimmter Standpunkte über Jahre hinweg.

Die „Architektur“ der touristischen Erschließung hat sich im Laufe der Zeit anpassen müssen. Früher führten markierte Wege relativ nah an die Eisfront heran. Nach mehreren Felsstürzen, Überschwemmungen und Gletscherabbrüchen wurden jedoch Zonen gesperrt, und Helikopterflüge gewannen an Bedeutung. Heute sind Besuchskonzepte stärker sicherheits- und umweltorientiert: Offizielle Informationen betonen die Notwendigkeit von geführten Touren auf dem Eis, während spontane Alleingänge auf den Gletscher als gefährlich gelten.

Franz-Josef-Gletscher besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Der Ort Franz Josef liegt an der Westküste der Südinsel Neuseelands, im Westland-Tai-Poutini-Nationalpark. Für Reisende aus Deutschland erfolgt die Anreise in der Regel per Langstreckenflug nach Neuseeland, meist über internationale Drehkreuze wie Singapur, Doha, Dubai oder Hongkong. Von Deutschland (z.?B. Frankfurt, München oder Berlin) ist mit mindestens einem Umstieg zu rechnen, die reine Flugzeit liegt – je nach Route – meist deutlich über 20 Stunden. Innerhalb Neuseelands wird der Franz-Josef-Gletscher typischerweise über die Südinsel erreicht: Häufig fliegen Reisende nach Christchurch oder Queenstown und setzen die Reise dann mit Mietwagen oder Bus fort. Die Entfernung von Christchurch nach Franz Josef beträgt grob 380 bis 450 km, je nach Route, und erfordert aufgrund kurviger Straßen und Passstraßen meist eine ganztägige Fahrt. Von Queenstown sind es in der Größenordnung von 350 bis 400 km; auch hier sollte ein voller Reisetag eingeplant werden.
  • Vor Ort unterwegs: Die Zufahrt zum Gletschertal erfolgt von der Ortschaft Franz Josef über eine kurze Straße zum offiziellen Parkplatz. Von dort führen markierte Wege zu Aussichtspunkten im Tal. Je nach Sicherheitslage und aktueller Wegführung können einfache Spaziergänge bis in die Nähe des Gletscherflusses unternommen werden. Auf das Eis selbst gelangt man normalerweise nur im Rahmen von geführten Touren, die oft Helikopterflüge mit Landung auf dem Gletscher beinhalten.
  • Öffnungszeiten: Der Franz-Josef-Gletscher selbst ist ein Naturgebiet ohne klassische „Öffnungszeiten“. Allerdings können Zugangswege, Parkplätze und Besucherinformationen abhängig von Witterung, Tageslicht und Sicherheitslage eingeschränkt sein. Helikopter- und Gletscher-Touren werden von privaten Anbietern organisiert und sind an deren Betriebszeiten sowie an das Wetter gebunden. Öffnungszeiten können variieren — direkt bei den jeweiligen Anbietern und bei den offiziellen Informationsstellen in Franz Josef sowie bei der Verwaltung des Westland-Tai-Poutini-Nationalparks prüfen.
  • Eintritt und Kosten: Der Zugang zum Tal des Franz-Josef-Gletschers ist im Rahmen des Nationalparks in der Regel kostenfrei. Kosten entstehen insbesondere für geführte Touren, Helikopterflüge und Ausrüstungsverleih. Die Preisspannen können je nach Saison, Anbieter und Leistungsumfang erheblich variieren: Für kombinierte Helikopter- und Gletscherwanderungen ist mit einem Betrag im dreistelligen Bereich zu rechnen, häufig deutlich über 200?€ (in neuseeländischen Dollar umgerechnet). Da sich Preise, Wechselkurse und Angebote regelmäßig ändern, sollten aktuelle Konditionen direkt bei den Veranstaltern in Euro (€) sowie in neuseeländischen Dollar (NZD) geprüft werden.
  • Beste Reisezeit: Die Westküste der Südinsel ist für sehr hohe Niederschlagsmengen bekannt, ganzjährig. Es gibt keine „regenfreie“ Jahreszeit; eher wechselt das Wetter schnell. Die neuseeländischen Sommermonate von etwa Dezember bis Februar bieten in der Regel angenehme Temperaturen und längere Tage, aber auch mehr Besucher. Frühjahr und Herbst können atmosphärisch reizvoll sein, mit wechselhaftem Licht und weniger Trubel, allerdings ist das Risiko von Schlechtwetter höher. Wer Gletschertouren unternehmen möchte, sollte bedenken, dass diese stark von Sicht, Wolkenuntergrenze und Wind abhängen. Daher ist es sinnvoll, im Reiseplan Puffer einzuplanen und nicht nur einen einzigen Tag für den Besuch vorzusehen.
  • Klima und Kleidung: Das Klima am Franz-Josef-Gletscher ist geprägt von hoher Luftfeuchtigkeit und häufigem Regen. Selbst im Sommer können die Temperaturen im Tal kühl und auf dem Eis deutlich kalt sein. Empfohlen werden mehrere Kleidungsschichten, eine wasserdichte Jacke, gute Wanderschuhe sowie eine Mütze und Handschuhe für Gletschertouren. Viele Anbieter stellen für geführte Gletscherwanderungen Spezialausrüstung wie Steigeisen, Helme und wetterfeste Jacken zur Verfügung; Details sollten bei der Buchung geklärt werden.
  • Sicherheit vor Ort: Der Gletscher ist eine dynamische und potenziell gefährliche Umgebung. Spontane Annäherungen an die Gletscherfront, das Betreten von Sperrbereichen oder das Betreten des Gletschers ohne qualifizierte Führung können lebensgefährlich sein. Die neuseeländische Bergrettung und der Nationalparkdienst weisen regelmäßig darauf hin, dass Felsstürze, Eisabbrüche und plötzliche Hochwasser im Gletscherfluss nicht unterschätzt werden dürfen. Touristische Anbieter und offizielle Warnschilder sollten ernst genommen werden.
  • Sprache: Amtssprache in Neuseeland ist Englisch, daneben ist Te Reo M?ori eine offizielle Sprache. In der Tourismusbranche – insbesondere in Orten wie Franz Josef – wird fast überall gut Englisch gesprochen. Deutschkenntnisse sind vereinzelt bei Tourguides oder in Unterkünften zu finden, aber nicht selbstverständlich. Reisende aus Deutschland sollten daher von Englisch als Kommunikationssprache ausgehen. Grundlegende Floskeln auf M?ori werden von vielen Einheimischen geschätzt, sind aber keine Voraussetzung.
  • Zahlung und Trinkgeld: In Neuseeland ist Kartenzahlung weit verbreitet. Kreditkarten der großen Anbieter (Visa, Mastercard) und kontaktlose Zahlungen über Apple Pay oder Google Pay werden vielerorts akzeptiert. Deutsche Girokarten (ehemals EC-Karten) können dagegen eingeschränkt funktionieren; für ländliche Regionen ist eine Kreditkarte zu empfehlen. Bargeld (NZD) kann ergänzend sinnvoll sein, etwa für kleinere Beträge oder abgelegenere Orte. Trinkgeld ist in Neuseeland nicht so etabliert wie in Deutschland oder den USA, wird aber im Tourismusbereich, etwa bei geführten Touren, bei guter Leistung durchaus geschätzt – meist in moderater Höhe und ohne Pflichtgefühl.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung: Neuseeland liegt in der Zeitzone New Zealand Standard Time (NZST), die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) im europäischen Winter in der Regel 12 Stunden voraus ist. Während der neuseeländischen Sommerzeit (NZDT) und der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) variiert die Differenz leicht, bleibt aber meist bei rund 10 bis 12 Stunden. Das bedeutet: Wenn es in Deutschland früher Morgen ist, ist in Neuseeland oft bereits später Nachmittag oder Abend. Bei Reiseplanung, Telefonaten und Online-Buchungen sollte dieser Zeitunterschied berücksichtigt werden.
  • Einreisebestimmungen: Neuseeland liegt außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte in der Regel einen gültigen Reisepass und müssen vor der Einreise elektronische Einreiseformalitäten (z.?B. eine elektronische Reisegenehmigung) beachten. Die Anforderungen können sich jedoch ändern. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie bei den neuseeländischen Behörden prüfen.
  • Gesundheit und Versicherung: Zwischen Deutschland und Neuseeland besteht keine gesetzliche Krankenversicherungsabdeckung. Eine Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Deckung – insbesondere für Aktivitäten wie Gletscherwanderungen und Helikopterflüge – ist dringend empfehlenswert. Reisemedizinische Hinweise, etwa zu Impfungen und besonderen Gesundheitsrisiken, sollten vor Reiseantritt bei qualifizierten Stellen eingeholt werden.
  • Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein: Der Franz-Josef-Gletscher ist ein sensibles Ökosystem. Reisende werden gebeten, markierte Wege nicht zu verlassen, keinen Müll zu hinterlassen und Ressourcen wie Wasser und Energie in Unterkünften sparsam zu nutzen. Lokale Initiativen und Touranbieter setzen zunehmend auf Nachhaltigkeit, etwa durch CO?-Kompensation, strengere Schutzauflagen und Umweltbildungsangebote. Wer dieses Naturwunder erlebt, trägt Mitverantwortung dafür, dass auch zukünftige Generationen den Gletscher besuchen können.

Warum Franz Josef Glacier auf jede Franz-Josef-Reise gehört

Für viele Besucher wirkt der Franz-Josef-Gletscher wie die Essenz Neuseelands in einem Tal: wilder Regenwald, dramatische Berge, dynamisches Eis und das ständige Wechselspiel von Sonne, Regen und Wolken. Wer von Deutschland aus die lange Reise auf sich nimmt, möchte oft genau diese Mischung aus Naturwunder und erlebbarer Wildnis sehen. Der Gletscher ist dabei nicht nur Kulisse, sondern auch ein Ort, an dem die großen Fragen von Klima, Zeit und Veränderung spürbar werden.

Reisende berichten immer wieder von dem besonderen Gefühl, im Tal entlang des Gletscherflusses zu wandern und zu wissen, dass die Wassermassen, die über graue Steine rauschen, eben noch als Eis weiter oben im Gletscher gebunden waren. Sichtbare Markierungen und Infotafeln zeigen, wie weit die Gletscherzunge früher reichte und wie schnell sie sich zurückgezogen hat. Wer ältere Fotos mit aktuellen Eindrücken vergleicht, erkennt unmittelbar, dass hier nicht nur ein touristisches Ziel, sondern auch ein Ort globaler Veränderung besucht wird.

Der Franz-Josef-Gletscher lässt sich ideal in eine Rundreise über die Südinsel einbauen. In Kombination mit dem benachbarten Fox Glacier, dem Arthur’s Pass, den Seen rund um Wanaka und Queenstown oder der Fiordland-Region (mit Fjorden wie Milford Sound und Doubtful Sound) entsteht eine Route, die viele der charakteristischen Landschaften Neuseelands verbindet. Für deutschsprachige Reisende mit begrenzter Urlaubsdauer empfiehlt es sich, den Gletscher in eine klar strukturierte Reiseroute einzuplanen, statt ihn spontan „mitzunehmen“ – schon allein wegen der wetterbedingten Unsicherheiten.

In der Ortschaft Franz Josef selbst finden sich Unterkünfte in verschiedenen Kategorien, von einfachen Hostels über Motels bis hin zu gehobenen Lodges. Gastronomisch reicht das Angebot von einfachen Take-away-Spots bis hin zu Restaurants mit regionalem Schwerpunkt. Wer abends nach einem Gletscherbesuch im Ort ist, erlebt oft einen lebendigen Mix aus internationalen Reisenden, Backpackern, Self-Drive-Touristen und Reisegruppen – eine Atmosphäre, die an klassische alpine Tourismusorte erinnert, aber eine deutlich internationalere Note hat.

Aufgrund seiner Kombination aus Erreichbarkeit, landschaftlicher Dramatik und symbolischer Bedeutung empfehlen viele Reiseführer und Reiseexperten den Franz-Josef-Gletscher ausdrücklich als „Must-See“ auf der Südinsel. Gerade für Besucher aus Mitteleuropa, die zwar Alpen kennen, aber selten Gletscher in direkter Nachbarschaft zu Regenwald und Ozean erleben, ist dieser Ort eine eindrückliche Erweiterung des eigenen Naturbildes.

Franz-Josef-Gletscher in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien wie Instagram, YouTube oder TikTok ist der Franz-Josef-Gletscher ein beliebtes Motiv – von Drohnenaufnahmen über Zeitraffer-Videos bis hin zu Reisevlogs. Viele Inhalte zeigen die spektakuläre Perspektive aus dem Helikopter, andere dokumentieren Wanderungen im Gletschertal bei wechselhaftem Wetter oder vergleichen ältere und aktuelle Aufnahmen als sichtbaren Beleg für den Gletscherrückgang. Diese Bilder prägen das globale Image des Gletschers und inspirieren immer neue Reisende, den Weg nach Franz Josef anzutreten.

Häufige Fragen zu Franz-Josef-Gletscher

Wo liegt der Franz-Josef-Gletscher genau?

Der Franz-Josef-Gletscher liegt an der Westküste der Südinsel Neuseelands, im Westland-Tai-Poutini-Nationalpark. Die nächstgelegene Ortschaft heißt Franz Josef und dient als Ausgangspunkt für Besuche des Gletschertals. Von größeren neuseeländischen Städten wie Christchurch oder Queenstown ist der Ort nur über längere Straßenfahrten erreichbar.

Wie kommt man aus Deutschland zum Franz-Josef-Gletscher?

Die Anreise erfolgt in der Regel mit einem Langstreckenflug von Deutschland nach Neuseeland, meist über internationale Drehkreuze. Nach der Ankunft auf der Nord- oder Südinsel fliegen die meisten Reisenden weiter nach Christchurch, Queenstown oder eine andere größere Stadt auf der Südinsel und setzen die Reise von dort mit Mietwagen oder Bus fort. Für die letzte Etappe nach Franz Josef sollte ein ganzer Reisetag eingeplant werden.

Kann man den Franz-Josef-Gletscher zu Fuß erreichen?

Das Gletschertal ist über markierte Wanderwege erreichbar, die vom offiziellen Parkplatz aus starten. Die direkte Gletscherzunge kann jedoch aus Sicherheitsgründen oftmals nicht mehr zu Fuß betreten werden. Wer tatsächlich auf das Eis möchte, sollte eine geführte Tour buchen, bei der oft Helikopterflüge mit Landungen auf höher gelegenen Gletscherabschnitten kombiniert werden. Ob und wie nah man aktuell zu Fuß an den Gletscher herankommt, hängt von Wetter, Sicherheitslage und Sperrungen ab.

Was ist das Besondere am Franz-Josef-Gletscher?

Der Franz-Josef-Gletscher kombiniert Eigenschaften, die weltweit selten sind: Er fließt als relativ schneller Gletscher aus einer alpinen Hochregion in ein enges Tal, das von gemäßigtem Regenwald umgeben ist, und liegt nahe an der Pazifikküste. Dazu kommt seine Rolle als „Schaufenster“ des Klimawandels: Der sichtbare Rückzug der Gletscherzunge macht physisch erfahrbar, wie sich Temperatur- und Niederschlagsänderungen auf Eis und Landschaft auswirken.

Wann ist die beste Reisezeit für den Franz-Josef-Gletscher?

Die Westküste Neuseelands ist ganzjährig niederschlagsreich. Viele Reisende bevorzugen die neuseeländischen Sommermonate von etwa Dezember bis Februar, wenn die Tage länger und die Temperaturen angenehmer sind. Frühling und Herbst bieten oft etwas weniger Andrang und interessante Lichtstimmungen, können aber wettertechnisch herausfordernder sein. Grundsätzlich sollte bei der Reiseplanung genügend Puffer für Schlechtwetter und witterungsbedingte Tourabsagen eingeplant werden.

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