Fort Anping in Tainan: Taiwans historische Festung neu entdecken
26.05.2026 - 05:09:24 | ad-hoc-news.deDie rote Backsteinmauer von Fort Anping leuchtet in der feuchten Wärme von Tainan, während über den Banyanbäumen Möwen kreisen und der Wind den Geruch von Salz und Geschichte heranträgt. Hier, im heutigen Anping Gubao (chinesisch etwa „Alte Festung von Anping“), überlagern sich niederländische Kolonialträume, chinesische Dynastien und die moderne Identität Taiwans auf engstem Raum.
Fort Anping: Das ikonische Wahrzeichen von Tainan
Fort Anping liegt im Stadtteil Anping im Westen von Tainan im Süden Taiwans und gilt als eine der wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten des Landes. Die Festung wurde im 17. Jahrhundert von der Niederländischen Ostindien-Kompanie als strategischer Handelsposten an der Küste errichtet und ist heute ein nationales Denkmal, das regelmäßig in taiwanischen Geschichtsbüchern und in offiziellen Tourismusmaterialien als Symbol der frühen Globalisierung in Ostasien erscheint.
Die Anlage ist vergleichsweise klein, aber geschichtsträchtig: Auf einem leicht erhöhten Plateau stehen die restaurierten roten Backsteinmauern, ein markanter weißer Aussichtsturm, Innenhöfe mit Kanonen und ein Museumstrakt mit historischen Karten, Handelsdokumenten und Artefakten. Besucherinnen und Besucher erleben hier, wie sich Taiwan vom niederländischen Kolonieprojekt zum chinesisch geprägten Königreich und weiter zum modernen, demokratischen Taiwan entwickelte.
Für Reisende aus Deutschland ist Fort Anping besonders spannend, weil sich hier europäische Kolonialgeschichte mit ostasiatischen Machtverschiebungen verbindet. Während in Europa zur Zeit des Baus von Fort Anping der Dreißigjährige Krieg noch im Gedächtnis war, etablierten die Niederländer in Tainan einen Knotenpunkt für den Handel zwischen Japan, China, Südostasien und Europa. Die Festung ist somit ein fernöstliches Gegenstück zu Festungen wie Elmina in Ghana oder fortifikatorischen Anlagen in Batavia, aber mit klar erkennbarem holländischem Einfluss inmitten chinesischer und taiwanischer Umgebung.
Geschichte und Bedeutung von Anping Gubao
Fort Anping geht auf eine niederländische Festung zurück, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts während der Herrschaft der Niederländischen Ostindien-Kompanie über Teile von Taiwan errichtet wurde. Historische Quellen benennen die Anlage ursprünglich als Fort Zeelandia; dieser Name taucht in niederländischen und internationalen Archiven, Karten und Handelsaufzeichnungen des 17. Jahrhunderts auf. Die Niederländer nutzten den damals seichten, aber strategisch günstigen Naturhafen bei Anping als wichtigsten Stützpunkt auf der Insel.
Die Niederländische Ostindien-Kompanie etablierte sich in Tainan, um Handelsrouten zwischen Japan, China und Südostasien zu kontrollieren. Von Fort Anping aus wurden vor allem Zucker, Hirschhäute, Reis und andere Güter verschifft. Zeitgenössische Berichte zeigen, dass die Festung auch als Verwaltungszentrum diente, in dem Verträge geschlossen, Steuern erhoben und Missionen geplant wurden. Die Festung war damit nicht nur militärischer Stützpunkt, sondern auch Symbol der europäischen Präsenz in Ostasien.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wendete sich das Blatt. Der chinesische Militärführer Zheng Chenggong, im westlichen Kontext oft als Koxinga bezeichnet, führte einen Feldzug gegen die Niederländer, der in einer mehrmonatigen Belagerung von Fort Zeelandia gipfelte. Nach der Kapitulation der Niederländer ging die Festung in chinesische Hände über und markierte das Ende der niederländischen Kolonialherrschaft auf Taiwan. Dieser Machtwechsel wird in taiwanischen Schulbüchern und Museen bis heute als entscheidender Moment auf dem Weg zu einer chinesisch dominierten Inselgeschichte dargestellt.
In der Folgezeit wurde die Festung mehrfach umgebaut, beschädigt und neu genutzt. Während der Qing-Dynastie diente das Gelände als militärischer Stützpunkt und Verwaltungszentrum der chinesischen Behörden auf Taiwan. Starke Taifune und Landhebungen durch Versandung und Küstenveränderungen führten im 18. und 19. Jahrhundert dazu, dass der einstige Hafenbereich verlandete und Teile der ursprünglichen Anlage zerstört wurden. Zeitgenössische Karten und Berichte zeigen, dass die Küstenlinie sich seit dem 17. Jahrhundert deutlich verschoben hat.
Mit der japanischen Herrschaft über Taiwan ab Ende des 19. Jahrhunderts bekam das Gelände eine neue Bedeutung. Japanische Verwaltungsstellen erkannten den historischen Wert der Ruinen und begannen, Teile der Festung zu sichern und neu zu interpretieren. Der heute sichtbare Aussichts- oder Wachturm auf dem Gelände stammt aus der Zeit der japanischen Kolonialverwaltung im 20. Jahrhundert und wurde später noch einmal umgebaut. Damit verbindet Fort Anping heute bauliche Elemente aus mindestens drei unterschiedlichen Herrschaftsperioden – niederländisch, chinesisch und japanisch –, was die Anlage historisch besonders vielschichtig macht.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Fort Anping von den Behörden der Republik China (Taiwan) als bedeutendes Kulturgut eingestuft. Der Ort ist heute ein offiziell geschütztes nationales Denkmal. Landesweite Kulturinstitutionen und die Tourismusbehörde bezeichnen Fort Anping regelmäßig als eines der wichtigsten historischen Wahrzeichen im Süden Taiwans und als eine der am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten in Tainan. Besucherzahlen verändern sich von Jahr zu Jahr; die Anlage zählt jedoch zu den Kernattraktionen des Anping-Distrikts, in dem auch Altstadtgassen, Tempel und weitere historische Gebäude liegen.
Für eine deutschsprachige Einordnung lässt sich grob sagen: Die ersten Bauphasen von Fort Anping liegen deutlich vor der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 und auch vor bekannten deutschen Gründerzeitbauten. In etwa zeitgleich zu barocken Schlössern in Europa, jedoch in ganz anderer Funktion, entstand hier eine auf Fernhandel ausgerichtete Festung am Rand des damaligen niederländischen Imperiums. Wer sich für Kolonialgeschichte, Handelsnetze und den frühen europäischen Einfluss in Asien interessiert, findet in Fort Anping einen anschaulichen Lernort.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch ist Fort Anping heute ein Mosaik aus unterschiedlichen Epochen. Die noch sichtbaren Festungsmauern bestehen aus roten Ziegelsteinen, die mit einer Mischung aus Muschelkalk, Sand und anderen lokalen Materialien vermörtelt sind. Historische Untersuchungen und Informationsmaterialien vor Ort zeigen, dass die Bauweise an europäische Festungsarchitektur erinnert, gleichzeitig aber an lokale klimatische Bedingungen angepasst wurde – etwa durch dicke Mauern gegen die tropische Hitze und durch Entwässerungsstrukturen, um den starken Regenfällen im Sommer standzuhalten.
Der markanteste Blickfang ist der weiße Aussichtsturm mit seiner charakteristischen Glaskanzel. Er steht auf dem historischen Festungsplateau und bietet einen Rundblick über das Anping-Viertel, den Hafenbereich und die Flussmündungen. Auch wenn der Turm selbst nicht aus der niederländischen Zeit stammt, symbolisiert er heute die Beobachtungs- und Kontrollfunktion, die Fort Anping einst im Seehandel hatte. Der Aufstieg ist relativ kurz, belohnt aber bei klarer Sicht mit einer Perspektive auf die moderne Stadt Tainan und die Küstenlandschaft.
Im Inneren des Festungsareals finden sich mehrere Ausstellungsräume. Diese beherbergen unter anderem Reproduktionen von historischen Seekarten, Modelle der Festung, Porträts von niederländischen Gouverneuren und chinesischen Befehlshabern sowie Alltagsgegenstände aus der Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts. Viele Beschriftungen sind auf Chinesisch und Englisch; an einigen Stellen gibt es ergänzende Informationen in anderen Sprachen. Für deutschsprachige Besucher ist insbesondere die englische Beschilderung relevant, da Deutsch vor Ort nur selten eingesetzt wird.
Ein besonderes atmosphärisches Element sind die alten Banyanbäume und die durch das subtropische Klima stark verwitterten Backsteinstrukturen. Die Kombination aus Pflanzen, Moos, rötlichen Mauern und Sichtbetonelementen aus späteren Umbauten erzeugt ein fotogenes, fast filmisches Ambiente. Reiseführer wie Marco Polo oder der ADAC Reiseführer zu Taiwan heben Fort Anping daher nicht nur als geschichtlichen, sondern auch als visuellen Höhepunkt eines Aufenthalts in Tainan hervor.
Interessant ist die Art und Weise, wie die taiwanischen Behörden und Kulturinstitutionen die Geschichte des Ortes inszenieren. In offiziellen Publikationen und auf Informationstafeln wird Fort Anping als „Wiege der modernen Stadtentwicklung Tainans“ und als Symbol der frühen internationalen Verflechtungen Taiwans beschrieben. Historikerinnen und Historiker betonen dabei, dass die Festung zwar ein Symbol kolonialer Herrschaft ist, heute aber auch als Ort des kulturellen Austauschs und der historischen Reflexion verstanden wird. Aus diesem Grund wird der Begriff „Gubao“ – also „alte Festung“ – im taiwanischen Kontext nicht nostalgisch, sondern eher erklärend verwendet.
Für architekturinteressierte Gäste lohnt sich ein genauer Blick auf die Mischung aus europäischen Festungselementen und ostasiatischen Ergänzungen: Die bastionsartigen Mauerecken, die Kanonenstellungen und die rechteckige Grundform entsprechen klassischen Festungsprinzipien der Frühen Neuzeit. Gleichzeitig finden sich im Umfeld der Anlage traditionelle chinesische Wohnhäuser, Tempel und Gassen, die optisch mit der Festung verschmelzen. Die Umgebung des Forts lässt sich daher als lebendiges Freilichtensemble lesen, in dem sich Jahrhunderte städtischer Entwicklung abbilden.
Fort Anping besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Fort Anping befindet sich im Stadtteil Anping im Westen von Tainan im Süden Taiwans. Für Reisende aus Deutschland bietet sich die Anreise per Flug über internationale Drehkreuze wie Taipeh (Taoyuan International Airport) oder Kaohsiung an. Von Frankfurt am Main, München, Berlin oder Düsseldorf führen in der Regel Umsteigeverbindungen in wichtige asiatische Hubs, von denen aus es Weiterflüge nach Taipeh oder Kaohsiung gibt. Von Taipeh aus ist Tainan mit der taiwanischen Hochgeschwindigkeitsbahn (HSR) innerhalb weniger Stunden erreichbar; von Kaohsiung bestehen regelmäßige Zug- und Busverbindungen. Innerhalb von Tainan lässt sich der Stadtteil Anping per Taxi, Bus oder mit Mietfahrrädern erreichen. Die Distanzen zwischen Hauptbahnhof Tainan und Fort Anping betragen nur wenige Kilometer.
- Öffnungszeiten: Fort Anping ist in der Regel täglich geöffnet, meist tagsüber von morgens bis in die frühen Abendstunden. Konkrete Öffnungszeiten können sich jedoch je nach Saison, Feiertagen oder besonderen Veranstaltungen ändern. Daher empfiehlt es sich, die jeweils aktuellen Informationen direkt bei der offiziellen Verwaltung von Fort Anping oder bei der städtischen Tourismusbehörde in Tainan zu prüfen. Viele Reiseführer und offizielle Webseiten weisen ausdrücklich darauf hin, dass es an nationalen Feiertagen zu veränderten Öffnungszeiten kommen kann.
- Eintritt: Für den Besuch von Fort Anping wird in der Regel eine Eintrittsgebühr erhoben. Die Ticketpreise unterscheiden zwischen Erwachsenen, Kindern und häufig auch Ermäßigungen für bestimmte Gruppen. Da sich Preise im Laufe der Jahre ändern können, geben seriöse Quellen meist Spannen oder verweisen auf die tagesaktuellen Angaben der Verwaltung. Für Reisende aus der DACH-Region ist es sinnvoll, mit einem moderaten Eintrittsbetrag zu rechnen, der – umgerechnet – im unteren zweistelligen Bereich in Taiwan-Dollar liegt; die Umrechnung in Euro hängt vom aktuellen Wechselkurs ab. Grundsätzlich gilt: Europreise sind Richtwerte, da Wechselkurse schwanken.
- Beste Reisezeit: Tainan liegt im Süden Taiwans und hat ein subtropisches Klima. Die Sommermonate können heiß und sehr feucht sein, mit Temperaturen deutlich über 30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit. In der Taifun-Saison, die typischerweise in die zweite Jahreshälfte fällt, kann es zu starken Regenfällen und stürmischem Wetter kommen. Viele Reiseführer empfehlen daher Frühling und Herbst als besonders angenehme Reisezeiten, da die Temperaturen milder sind und die Luftfeuchtigkeit etwas niedriger. Für einen Besuch von Fort Anping bieten sich außerdem die Morgen- oder späten Nachmittagsstunden an, wenn die Sonne nicht mehr ganz so intensiv ist und das Licht die Backsteinmauern warm leuchten lässt.
- Praxis-Tipps für Sprache und Kommunikation: Die Amtssprache in Taiwan ist Mandarin-Chinesisch, im Alltag wird in Tainan zusätzlich häufig Taiwanisch (Hokkien) gesprochen. Englischkenntnisse sind im Tourismusbereich und bei jüngeren Menschen vergleichsweise weit verbreitet, aber nicht überall selbstverständlich. In Museen, an Sehenswürdigkeiten und bei offiziellen Einrichtungen finden sich oft zweisprachige Hinweise auf Chinesisch und Englisch. Deutsch wird nur selten gesprochen. Es ist hilfreich, zentrale Begriffe und Ortsnamen auf Chinesisch (zumindest in lateinischer Umschrift) mitzuführen, etwa auf dem Smartphone, um sie im Taxi oder an der Bushaltestelle zeigen zu können.
- Zahlungsmittel und Trinkgeld: In Taiwan ist Bargeld in Form der lokalen Währung, des New Taiwan Dollar (TWD), nach wie vor weit verbreitet. In größeren Städten, Hotels, Restaurants und Geschäften werden auch internationale Kreditkarten häufig akzeptiert. Mobile Payment-Dienste sind im Alltag stark verbreitet, insbesondere lokale taiwanische und asiatische Anbieter; internationale mobile Bezahldienste können je nach Bank nutzbar sein. Girocard-/EC-Karten aus Deutschland werden im Ausland nicht überall unterstützt, weshalb eine Kreditkarte sinnvoll ist. Trinkgeld ist in Taiwan nicht so stark verankert wie in vielen westlichen Ländern; in einfachen Restaurants und bei Taxis wird in der Regel kein Trinkgeld erwartet. In gehobeneren Häusern und bei Reiseleitungen sind freiwillige kleine Aufmerksamkeiten gelegentlich üblich, aber nicht verpflichtend.
- Kleiderordnung und Verhalten: Für einen Besuch von Fort Anping gibt es keine formelle Kleiderordnung, allerdings sind leichte, luftdurchlässige Kleidung, ein Sonnenhut und festes Schuhwerk empfehlenswert, da das Gelände teilweise aus Treppen, unebenen Wegen und exponierten Flächen besteht. Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser sind besonders in den warmen Monaten sinnvoll. Fotografieren ist im Außenbereich üblicherweise erlaubt; für Innenräume oder Ausstellungen können spezielle Regelungen gelten, etwa Blitzverbot. Hinweise vor Ort sollten respektiert werden. Da es sich um ein nationales Denkmal handelt, wird ein respektvoller Umgang mit den historischen Strukturen erwartet.
- Einreisebestimmungen und Sicherheit: Für deutsche Staatsbürger bestehen je nach Aufenthaltsdauer und Reisezweck unterschiedliche Einreisebestimmungen für Taiwan. Diese können sich ändern. Deshalb sollten Reisende die aktuellen Einreisehinweise und Visabestimmungen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie auf den offiziellen Seiten der taiwanischen Behörden prüfen. Allgemein gilt Taiwan als vergleichsweise sicheres Reiseland mit gut ausgebauter Infrastruktur. Dennoch sollten übliche Vorsichtsmaßnahmen wie überall auf Fernreisen beachtet werden.
- Zeitzone und Zeitverschiebung: Taiwan liegt in einer Zeitzone, die Mitteleuropa um mehrere Stunden voraus ist. Zwischen der taiwanischen Lokalzeit und der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beziehungsweise der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) besteht ein spürbarer Zeitunterschied, der sich saisonal leicht verschiebt, da Taiwan keine Umstellung auf Sommerzeit kennt. Für Planung von Flügen, Hotel-Check-ins und Bahnfahrten empfiehlt sich ein Blick auf die konkreten Uhrzeitdifferenzen zum Zeitpunkt der Reise.
- Gesundheit und Versicherung: Innerhalb der EU gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC); für Taiwan jedoch nicht. Für Reisen nach Taiwan empfiehlt sich daher eine eigenständige Auslandskrankenversicherung, die medizinische Behandlung und gegebenenfalls einen Rücktransport abdeckt. Informationen bieten deutsche Krankenversicherungen sowie das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen. In großen Städten wie Tainan oder Taipeh ist die medizinische Versorgung in der Regel gut, mit modernen Kliniken und englischsprachigem Personal.
Warum Anping Gubao auf jede Tainan-Reise gehört
Fort Anping ist mehr als nur eine historische Festung; es ist ein Scharnierpunkt der taiwanischen Geschichte und ein Ort, an dem sich die komplexen Identitäten der Insel verdichten. Wer Tainan besucht, erlebt hier anschaulich, wie europäische, chinesische und japanische Einflüsse zu einem eigenständigen taiwanischen Narrativ verschmelzen. Das macht Anping Gubao zu einem Schlüssel, um die kulturelle Vielschichtigkeit Taiwans zu verstehen.
Im Vergleich zu großen Metropolen wie Taipeh wirkt Tainan entspannter und überschaubarer. Der Stadtteil Anping mit seinen engen Gassen, traditionellen Häusern, Tempeln und kleinen Cafés lässt sich gut zu Fuß erkunden. Fort Anping bildet dabei einen natürlichen Fixpunkt: Viele Besucher kombinieren den Festungsbesuch mit einem Spaziergang durch die Altstadt, einem Abstecher zu nahegelegenen Tempeln und einem Besuch des Hafens oder von weiteren historischen Stätten in der Umgebung.
Für Reisende aus Deutschland bietet das Areal eine seltene Gelegenheit, europäische Kolonialgeschichte aus ungewohnter Perspektive zu betrachten. Statt der üblichen Schauplätze im Atlantikraum oder in Afrika steht hier Ostasien im Fokus. Dass ausgerechnet eine niederländische Festung in Tainan zu einem der bekanntesten Symbole für die frühe internationale Verflechtung Taiwans wurde, überrascht viele Besucherinnen und Besucher. Dieses Spannungsfeld macht den Reiz des Ortes aus.
Darüber hinaus ist Fort Anping ein idealer Einstieg in die breitere Museums- und Denkmallandschaft Tainans. Die Stadt gilt als eine Art „historische Hauptstadt“ Taiwans, mit einer hohen Dichte an Tempeln, traditionellen Wohnvierteln und weiteren Kulturstätten. Offizielle Tourismusinformationen schlagen Fort Anping häufig als ersten Programmpunkt vor, um dann in die umliegenden Viertel weiterzugehen. Wer genügend Zeit mitbringt, kann einen ganzen Tag im Anping-Distrikt verbringen und Historie, Küstenlandschaft und taiwanische Alltagskultur miteinander verbinden.
Auch für Familien ist der Besuch geeignet: Kinder können die Mauern, Kanonen und den Aussichtsturm erkunden, während Erwachsene die historischen Hintergründe vertiefen. Sitzgelegenheiten, schattige Bereiche und gastronomische Angebote in der Nähe machen den Aufenthalt angenehm. Für Fotografie-Enthusiasten bieten die Mischung aus rotem Backstein, tropischem Grün und Meereshintergrund sowie die Abendstimmung zur Goldenen Stunde ideale Motive für Landschafts- und Architekturfotos.
Für kulturinteressierte Reisende aus der DACH-Region lohnt sich zudem der Vergleich mit europäischen Festungsanlagen. Während etwa der Kölner Dom gotische Sakralarchitektur repräsentiert und Festungen wie die Würzburger Festung Marienberg aus dem Kontext des Heiligen Römischen Reiches stammen, markiert Fort Anping den Versuch einer frühneuzeitlichen Handelsmacht, an einem fernen Küstenstreifen Einfluss zu gewinnen. Die unterschiedlichen historischen Kontexte zeigen, wie vielfältig „Festung“ als Bautypus sein kann.
Fort Anping in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist Fort Anping ein häufiges Motiv, vor allem auf Plattformen, auf denen Reisebilder, kurze Videos und persönliche Eindrücke geteilt werden. Die Kombination aus historischer Kulisse, Meeresnähe und urbanem Flair macht die Festung zu einem beliebten Hintergrund für Fotos und Clips. Viele Beiträge betonen die romantische Atmosphäre bei Sonnenuntergang, wenn das Licht die alten Mauern warm einfärbt und der Blick über Tainan schweift.
Fort Anping — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Fort Anping
Wo liegt Fort Anping genau?
Fort Anping befindet sich im Stadtteil Anping im Westen der Stadt Tainan im Süden Taiwans, nahe der Küste und unweit ehemaliger Flussmündungen und Hafenanlagen. Von der Innenstadt Tainans ist die Festung in wenigen Kilometern zu erreichen, etwa per Taxi, Bus oder Fahrrad.
Warum ist Anping Gubao historisch so bedeutsam?
Die Festung geht auf das 17. Jahrhundert zurück, als die Niederländische Ostindien-Kompanie hier einen zentralen Stützpunkt ihres Seehandels in Ostasien errichtete. Später übernahm der chinesische Befehlshaber Zheng Chenggong die Anlage, was das Ende der niederländischen Herrschaft auf Taiwan markierte. Fort Anping ist damit ein Schlüsselort für das Verständnis der kolonialen und chinesisch geprägten Geschichte der Insel.
Wie plane ich einen Besuch von Fort Anping aus Deutschland?
Reisende aus Deutschland fliegen in der Regel über internationale Drehkreuze nach Taipeh oder Kaohsiung und reisen von dort mit Hochgeschwindigkeitszügen oder Regionalzügen nach Tainan weiter. Für detaillierte Reiseplanung sind Fluggesellschaften, Bahnbetreiber und aktuelle Fahrpläne heranzuziehen. Vor Ort ist Fort Anping mit lokalen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Vor jeder Reise sollten die aktuellen Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt und den taiwanischen Behörden geprüft werden.
Wie viel Zeit sollte man für Fort Anping einplanen?
Für den Besuch von Fort Anping selbst sind etwa ein bis zwei Stunden ausreichend, um Mauern, Aussichtsturm und Ausstellungen in Ruhe anzusehen. Wer den gesamten Stadtteil Anping mit Altstadtgassen, Tempeln und weiteren Sehenswürdigkeiten erkunden möchte, sollte eher einen halben oder einen ganzen Tag einplanen.
Welche Jahreszeit eignet sich am besten für einen Besuch?
Aufgrund des subtropischen Klimas sind Frühling und Herbst meist angenehmer als die heißen, feuchten Sommermonate. In der Taifun-Saison in der zweiten Jahreshälfte kann es zu starken Regenfällen und Sturm kommen. Morgens und spätnachmittags sind die Temperaturen oft erträglicher und das Licht besonders stimmungsvoll.
Mehr zu Fort Anping auf AD HOC NEWS
Mehr zu Fort Anping auf AD HOC NEWS:
Alle Beiträge zu „Fort Anping" auf AD HOC NEWS ansehen ?Alle Beiträge zu „Anping Gubao" auf AD HOC NEWS ansehen ?
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
