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Fes el Bali in Fes: Labyrinth der Sinne im Herzen Marokkos

19.06.2026 - 08:06:35 | ad-hoc-news.de

Fes el Bali, die mittelalterliche Altstadt von Fes in Marokko, zieht mit ihrem Labyrinth aus Gassen, Gerüchen und Gebeten in den Bann. Warum dieser historische Kern mehr ist als ein orientalisches Klischee, zeigt unser Guide für Reisende aus Deutschland.

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Wer durch das enge Gassengewirr von Fes el Bali schreitet, der historischen Altstadt von Fes, taucht in eine Welt ein, in der Esel statt Autos verkehren, Lederschreine nach Gerbergruben duften und der Ruf des Muezzins über den Dächern schwebt. Fes el Bali ist kein Freilichtmuseum, sondern ein bis heute bewohntes, pulsierendes Herz Marokkos – ein Ort, an dem sich Geschichte, Religion und Alltagsleben auf engstem Raum verdichten.

Fes el Bali: Das ikonische Wahrzeichen von Fes

Fes el Bali (wörtlich etwa „Alt-Fes“ oder „die alte Stadt Fes“) ist die historische Medina von Fes und bildet gemeinsam mit neueren Stadtteilen das kulturelle Zentrum der viertgrößten Stadt Marokkos. Die Altstadt liegt in einem Talkessel zwischen Hügeln und wird von einer bis heute weitgehend erhaltenen Stadtmauer umschlossen, die sie deutlich vom modernen Fes abgrenzt.

Die Medina gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtlandschaften der arabisch-islamischen Welt und ist seit 1981 als UNESCO-Welterbe geschützt. Laut UNESCO ist Fes el Bali ein „herausragendes Beispiel einer ummauerten mittelalterlichen Stadt, deren städtische Struktur sich über Jahrhunderte bewahrt hat“. Hier leben bis heute zehntausende Menschen zwischen Koranschulen, Handwerkssouks und alten Karawansereien.

Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist Fes el Bali eine der eindrücklichsten Möglichkeiten, vormoderne islamische Stadtplanung im Alltag zu erleben. Während in vielen europäischen Innenstädten historische Fassaden längst hinter modernen Nutzungen verschwinden, ist die Altstadt von Fes noch immer ein lebendiger Wirtschafts- und Wohnraum – mit allen Gerüchen, Geräuschen und Reibungen, die dazugehören.

Geschichte und Bedeutung von Fes el Bali

Die Anfänge von Fes reichen ins 8. Jahrhundert zurück. Der Idrisiden-Herrscher Idris I. gründete im Jahr 789 am rechten Ufer des Oued Fes eine erste Siedlung, wenig später folgte eine zweite Gründung am linken Ufer. Aus diesen beiden Kernen entwickelte sich im 9. und 10. Jahrhundert das, was später als Fes el Bali zusammenwuchs.

Schon früh war Fes ein Kreuzungspunkt von Handelsrouten zwischen dem Maghreb, Al-Andalus (dem islamischen Spanien) und den Regionen südlich der Sahara. Von hier aus zogen Händlerkarawanen mit Salz, Gold, Stoffen und Büchern. Unter der Dynastie der Almoraviden und später der Meriniden stieg Fes zur politischen und religiösen Hauptstadt des westlichen Islam auf. Zeitweise residierten die Herrscher des Landes hier, vergleichbar mit der Rolle, die etwa Wien oder Berlin für ihre Reiche spielten.

Eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung spielte die Gründung der Universität al-Qarawiyyin im 9. Jahrhundert. Sie entstand aus einer Moschee, die der Legende nach von einer Frau, Fatima al-Fihri, gestiftet wurde. Al-Qarawiyyin gilt bis heute als eine der ältesten kontinuierlich betriebenen Bildungseinrichtungen der Welt und macht Fes el Bali zu einem der wichtigsten Zentren islamischer Gelehrsamkeit.

Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Stadt Phasen des Aufschwungs und des Niedergangs. Nach dem Aufstieg Marrakeschs und später Rabats als Hauptstädte verlor Fes zwar an politischem Einfluss, blieb aber religiös und kulturell prägend. Die Altstadt überstand Erdbeben, Konflikte und koloniale Umbrüche. In der französischen Protektoratszeit im 20. Jahrhundert entstand neben Fes el Bali eine Ville Nouvelle, eine neue Stadt im europäischen Stil, während die Medina ihre historische Struktur weitgehend behielt.

Mit der Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste 1981 wurde die internationale Bedeutung von Fes el Bali noch einmal offiziell bestätigt. Seither flossen zahlreiche Mittel in Restaurierungsprojekte: Stadtmauer, historische Tore, Koranschulen (Medersen) und traditionelle Wohnhäuser (Riads) wurden schrittweise instandgesetzt. Gleichzeitig entstanden Programme, um das lokale Handwerk und die Lebensqualität in der dichten Altstadt zu stärken.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Das Besondere an Fes el Bali ist nicht ein einzelnes Monument, sondern das Zusammenspiel von Hunderten Bauwerken und Gassen zu einem organischen Stadtgefüge. Die Medina folgt keiner geometrischen Rasterplanung; stattdessen hat sich ein verwinkeltes Straßennetz entwickelt, das sich an Topografie, Wasserläufen und historischen Eigentumsgrenzen orientiert. Viele Gassen sind so schmal, dass zwei Maultiere kaum aneinander vorbeikommen.

Typisch ist die Trennung in unterschiedliche Funktionsbereiche: In der Nähe der wichtigsten Moscheen und Medersen konzentrieren sich religiöse und Bildungsinstitutionen. Entlang der Hauptgassen – etwa Tala’a Kebira und Tala’a Seghira – reihen sich Läden und Werkstätten, während die Wohnviertel in den Seitengassen liegen. Märkte für bestimmte Waren – Leder, Stoffe, Kupfer, Gewürze – bilden eigene Cluster, die sogenannten Souks.

Ein architektonischer Höhepunkt in Fes el Bali sind die Medersen, die Koranschulen. Die Bou Inania-Medersa aus dem 14. Jahrhundert wird von der UNESCO und Kunsthistorikern häufig als Meisterwerk merinidischer Architektur hervorgehoben. Charakteristisch sind reich verzierte Zedernholzdecken, filigrane Stuckarbeiten mit Kalligraphie, geometrische Muster und aufwendig gelegte Zellij-Mosaike – farbige, glasierten Keramikfliesen, die in komplizierten Ornamenten zusammengesetzt sind.

Auch die al-Attarine-Medersa beeindruckt mit einem Innenhof, der mit Marmor, Mosaiken und geschnitztem Holz gestaltet ist. Diese Innenhöfe sind nicht nur ästhetische Zentren, sondern sorgen durch Wasserbecken und Schattenspender für ein angenehmes Mikroklima – ein wichtiges Detail in einem Klima, in dem die Temperaturen im Sommer deutlich über 30 °C steigen können.

Ein weiterer ikonischer Ort innerhalb von Fes el Bali sind die Gerbereien, allen voran die Chouara-Gerberei. Von den umliegenden Dachterrassen aus blickt man auf ein farbiges Mosaik aus steinernen Bottichen, in denen Lederhäute in natürliche Farbstoffe und Gerblösungen getaucht werden. Besucherinnen erhalten oft Minzblätter, um den intensiven Geruch zu überdecken. Die Handarbeit in diesen Gerbereien knüpft an jahrhundertealte Traditionen an, auch wenn Sicherheits- und Umweltauflagen in den letzten Jahren schrittweise verschärft und Anlagen modernisiert wurden.

Typisch für die Wohnarchitektur in Fes el Bali ist das Riad-Haus: Nach außen zeigt es sich zurückhaltend mit schlichten Mauern und wenigen Fenstern, nach innen öffnet es sich zu einem begrünten Innenhof mit Brunnen. Diese Struktur bietet Privatsphäre und schützt vor Hitze, Lärm und Straßenstaub. Viele solcher Häuser wurden restauriert und dienen heute als Gästehäuser oder kleine Hotels – oft mit großer Rücksicht auf traditionelle Materialien wie Tadelakt-Putz, handgefertigte Fliesen und geschnitzte Holzdecken.

Die religiöse Architektur ist ebenfalls prägend: Die Karawiyyin-Moschee dominiert mit ihrem Minarett und ihren Dachlandschaften aus grünen Ziegeln das Stadtbild. Sie ist als aktiver Gebetsort für Nichtmuslime nicht zugänglich, doch schon Blicke durch die geöffneten Türen lassen erahnen, wie fein die Innenräume gearbeitet sind. Zahlreiche kleinere Moscheen, Zawiyas (Heiligengräber) und öffentliche Brunnen ergänzen das Bild einer Stadt, in der Religion im Alltag sichtbar bleibt.

Fes el Bali besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

Für Gäste aus Deutschland ist Fes el Bali sowohl ein kulturelles Highlight als auch eine Herausforderung, weil die Orientierung in der dichten Medina ungewohnt sein kann. Mit einigen Informationen im Vorfeld lässt sich der Besuch jedoch gut planen.

  • Lage und Anreise
    Fes liegt im Nordosten Marokkos, etwa 180 km südlich von Tanger und rund 200 km östlich von Rabat. Von Deutschland aus gibt es je nach Saison Direktverbindungen nach Fes oder ins nahegelegene Casablanca sowie Verbindungen über Drehkreuze wie Madrid, Paris oder Lissabon. Die reine Flugzeit von Frankfurt, München oder Berlin nach Casablanca liegt meist bei etwa 3,5 bis 4 Stunden, je nach Verbindung. Von Casablanca aus führen Inlandsflüge oder Eisenbahnverbindungen der marokkanischen Staatsbahn ONCF nach Fes; die Zugfahrt dauert je nach Verbindung ungefähr 3 bis 4 Stunden. Reisende, die bereits in Marokko sind, erreichen Fes zudem per Fernbus (z. B. CTM, Supratours) aus größeren Städten.
  • Orientierung in der Medina
    Fes el Bali ist weitgehend autofrei; der Zugang erfolgt zu Fuß oder gegebenenfalls per Maultier für Gepäck. Es gibt mehrere historische Stadttore, darunter Bab Bou Jeloud („Blaues Tor“), das für viele Besucherinnen und Besucher den Haupteingang in die Altstadt darstellt. Wegen der verwinkelten Gassen ist es ratsam, für die erste Orientierung eine geführte Tour oder einen ortskundigen Guide zu buchen. Viele Unterkünfte in der Medina organisieren Abholungen an einem der Tore, um das Kofferschleppen durch das Gassennetz zu erleichtern.
  • Öffnungszeiten
    Fes el Bali ist als Wohnviertel und Stadtteil rund um die Uhr zugänglich. Einzelne Sehenswürdigkeiten innerhalb der Medina – etwa Medersen, Museen oder bestimmte Aussichtspunkte – haben dagegen geregelte Öffnungszeiten, die sich je nach Saison, religiösen Feiertagen und Renovierungen ändern können. Da sich Zeitangaben in Reiseführern und Onlineportalen nicht immer decken, sollten aktuelle Öffnungszeiten direkt bei den jeweiligen Einrichtungen oder über lokale Tourismusinformationen geprüft werden. Allgemein gilt: freitags und an religiösen Feiertagen kann der Zugang zu manchen Gebäuden eingeschränkt sein.
  • Eintritt und Kosten
    Zahlreiche Eindrücke in Fes el Bali – Gassen, Märkte, Handwerksviertel – sind kostenlos. Für den Eintritt in Medersen, Museen oder historische Anlagen wird meist ein moderater Eintritt in der lokalen Währung Dirham fällig. Da sich Preise in Marokko in unregelmäßigen Abständen ändern, empfiehlt es sich, vor Ort oder kurz vor der Reise aktuelle Beträge zu recherchieren. Zur Orientierung: Viele Eintritte bewegen sich im niedrigen einstelligen Euro-Bereich pro Person. Die Landeswährung ist der marokkanische Dirham; Wechselkurse schwanken, deshalb sollte der aktuelle Kurs kurz vor Abreise geprüft werden.
  • Beste Reisezeit und Klima
    Das Klima in Fes ist kontinental geprägt: Sommer können sehr heiß und trocken sein, mit Tageshöchsttemperaturen deutlich über 30 °C, während die Winter relativ kühl und teilweise regnerisch sind. Für Stadterkundungen in Fes el Bali eignen sich besonders das Frühjahr (etwa März bis Mai) und der Herbst (September bis November), wenn die Temperaturen meist angenehmer sind. Wer in den sommerlichen Hauptmonaten reist, sollte Besichtigungen auf den frühen Morgen oder den späteren Nachmittag legen und die Mittagsstunden im Schatten eines Riads, Cafés oder Museums verbringen. Im Winter können die Abende überraschend kühl sein, da viele Häuser keine Zentralheizung haben – eine leichte Jacke ist daher sinnvoll.
  • Sprache und Kommunikation
    Die offiziellen Sprachen in Marokko sind Arabisch und Amazigh (Berbersprachen). In Fes el Bali wird meist marokkanisches Arabisch („Darija“) gesprochen; im Handel ist Französisch weit verbreitet, da es seit der Protektoratszeit eine wichtige Verkehrssprache ist. Englischkenntnisse sind im Tourismussektor – etwa in Riads, bei Guides oder in Restaurants – zunehmend verbreitet, aber nicht flächendeckend. Deutsch wird nur vereinzelt gesprochen. Für Reisende aus Deutschland ist es hilfreich, einige grundlegende Begriffe auf Französisch oder Arabisch zu kennen; App-Übersetzer können Kommunikation zusätzlich erleichtern.
  • Zahlung, Geld und Trinkgeld
    In der Medina von Fes dominiert nach wie vor Bargeld. Kleine Läden, Marktstände und viele Handwerksbetriebe akzeptieren nur Dirham in bar. Größere Riads, einige Restaurants und touristisch orientierte Geschäfte akzeptieren internationale Kreditkarten, wobei Karten mit Visa- oder Mastercard-Logo am verbreitetsten sind. Girocard (ehemals EC-Karte) ohne Kreditkartenfunktion kann unter Umständen nicht überall funktionieren; daher sollte zumindest eine Kreditkarte mitgeführt werden. Geldautomaten finden sich in der Ville Nouvelle und an zentralen Plätzen, teils auch in oder nahe der Medina. Trinkgeld ist in Marokko üblich: In Restaurants werden etwa 5 bis 10 % gegeben, sofern kein Service inkludiert ist. Auch Guides, Gepäckträger oder Fotomotive wie Wasserverkäufer freuen sich über kleine Beträge. Für deutsche Reisende empfiehlt es sich, stets einige kleinere Scheine bereitzuhalten.
  • Kleiderordnung und Verhalten
    Fes el Bali ist ein traditionell geprägtes, mehrheitlich muslimisches Stadtviertel. Besucherinnen und Besucher müssen keinen speziellen Dresscode einhalten, doch eine respektvolle, eher zurückhaltende Kleidung wird geschätzt. Schultern und Knie sollten gerade in den engeren Gassen und in der Nähe von Moscheen bedeckt sein. Badebekleidung gehört ausschließlich an Pools und Strände, nicht in die Stadt. Beim Fotografieren ist Sensibilität wichtig: Menschen sollten nur mit Zustimmung aufgenommen werden, insbesondere in religiösen Kontexten oder in Gerbereien, wo die Arbeit körperlich anstrengend und wenig inszeniert ist. Manche Geschäfte erwarten, dass Fotos nur nach einem Kauf oder Trinkgeld gemacht werden.
  • Fotografieregeln und Perspektiven
    Viele der spektakulärsten Bilder von Fes el Bali entstehen von Dachterrassen aus – zum Beispiel mit Blick auf die Gerbereien oder die Dachlandschaft der Karawiyyin-Moschee. Zahlreiche Geschäfte bieten Zugang zu ihren Dächern, teils kostenlos, teils gegen ein kleines Trinkgeld oder nach einem Einkauf. Innerhalb religiöser Gebäude, die für Nichtmuslime zugänglich sind, können Fotografierverbote gelten. In Medersen ist Fotografieren häufig erlaubt, doch sollte auf Blitzlicht und respektvolle Distanz geachtet werden. Drohnenflüge sind in Marokko genehmigungspflichtig; wer Luftaufnahmen plant, muss sich vorab über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren.
  • Gesundheit, Sicherheit und Einreise
    Fes el Bali gilt im regionalen Vergleich als relativ sicher, dennoch sollten übliche Vorsichtsmaßnahmen wie in anderen touristischen Städten eingehalten werden: Wertsachen nah am Körper tragen, Menschenansammlungen im Gedränge wachsam beobachten, teuren Schmuck eher dezent halten. Innerhalb der EU gültige Krankenversicherungskarten gelten in Marokko nicht; eine Auslandskrankenversicherung ist daher zu empfehlen. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen, Sicherheits- und Gesundheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. In der Regel ist ein Reisepass erforderlich, der noch eine bestimmte Zeit über das Reiseende hinaus gültig sein muss; Visa-Bestimmungen können sich ändern, weshalb eine aktuelle Prüfung unerlässlich ist.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung
    Marokko liegt grundsätzlich in einer Zeitzone westlich von Mitteleuropa. Je nach Jahreszeit und Regelung zur Sommerzeit besteht meist eine Zeitverschiebung von minus 1 bis minus 2 Stunden gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) beziehungsweise Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ). Die genauen Umstellungsdaten können variieren, daher sollten Reisende kurz vor der Abreise die aktuelle Zeitdifferenz prüfen.

Warum Fes el Bali auf jede Fes-Reise gehört

Fes el Bali ist weit mehr als ein Fotomotiv aus einem Reisekatalog. Wer hier unterwegs ist, erlebt eine Alltagswelt, in der Tradition und Moderne täglich neu ausgehandelt werden. In einer Gasse formt ein Handwerker mit einfachsten Werkzeugen Kupferschalen, im nächsten Hof werden sorgfältig Teppiche geknüpft, wenige Schritte weiter sitzt ein junger Mann mit Smartphone zwischen jahrhundertealten Mauern und verkauft Lederwaren online.

Viele Reiseführer – darunter deutschsprachige Reihen wie Marco Polo oder DuMont – heben hervor, dass Fes el Bali im Vergleich zu anderen marokkanischen Städten besonders intensiv wirkt. Das liegt an der Dichte der Bebauung, an den oft fehlenden Ausblicken durch die engen Gassen und an der Vielzahl der Eindrücke, die auf einmal auf Besuchende einprasseln. Wer Marrakesch kennt, erlebt Fes häufig als ruhiger, traditioneller und weniger auf touristische Effekte ausgerichtet. Gleichzeitig entsteht gerade in Fes eine wachsende Szene aus Riads, Cafés und Kulturprojekten, die neue Akzente setzt.

Zu den Höhepunkten einer Reise nach Fes el Bali gehören neben den bekannten Medersen und Gerbereien auch unscheinbare Momente: ein Blick in eine Backstube, in der Brot im Gemeinschaftsofen gebacken wird; Kinder, die in den Gassen spielen, während ihre Eltern in Werkstätten arbeiten; oder ein Besuch in einer kleinen Koranschule, in der Verse rezitiert werden. Wer sich auf diese Alltagsszenen einlässt und nicht nur den „großen“ Sehenswürdigkeiten nachjagt, wird die Atmosphäre der Altstadt intensiver wahrnehmen.

Die Lage von Fes macht die Stadt zudem zu einem guten Ausgangspunkt für weitere Reisen: In Tages- oder Mehrtagestouren lassen sich etwa die kühleren Wälder des Mittleren Atlas, die römischen Ruinen von Volubilis oder die heilige Stadt Moulay Idriss erreichen. Dennoch lohnt es sich, für Fes el Bali selbst mindestens zwei volle Tage einzuplanen – besser mehr. Erst dann stellt sich ein Gefühl für die Struktur der Medina ein, und erste Wege werden vertraut.

Fes el Bali in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien taucht Fes el Bali immer wieder als Sinnbild für „das authentische Marokko“ auf – ein Bild, das den realen Alltag nur teilweise trifft, aber die Faszination der Altstadt gut einfängt. Viele Reisende teilen Fotos von den Dachterrassen der Gerbereien, von den Fliesenmustern der Medersen oder von nächtlichen Gassen, die im Licht kleiner Läden schimmern.

Während einige Beiträge den „Verlust“ traditioneller Handwerke beklagen, zeigen andere gerade die Anpassungsfähigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner: Handwerker, die via Social Media Kundschaft weit über Marokko hinaus finden; junge Guides, die historische Inhalte in kurzen Clips vermitteln; oder Fotografen, die das Wechselspiel von Licht und Schatten in den Gassen dokumentieren. Für deutsche Reisende können diese Bilder Inspiration sein – ersetzen aber keine fundierte Reiseplanung, etwa zu Einreisebestimmungen, Kultur und Sicherheit.

Häufige Fragen zu Fes el Bali

Wo liegt Fes el Bali genau?

Fes el Bali ist die historische Altstadt von Fes im Nordosten Marokkos. Sie befindet sich in einem Tal entlang des Flusses Oued Fes, umgeben von Hügeln, und ist durch eine Stadtmauer von den neueren Stadtteilen getrennt. Für Reisende aus Deutschland ist die Medina meist über die Stadttore wie Bab Bou Jeloud zugänglich, von denen aus sich die Hauptgassen in das Gassennetz verzweigen.

Wie alt ist Fes el Bali?

Die Ursprünge von Fes el Bali gehen auf das späte 8. und frühe 9. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit wurden zwei Siedlungen an beiden Ufern des Oued Fes gegründet, die sich im Laufe der Jahrhunderte zur heutigen Altstadt zusammenschlossen. Damit ist Fes el Bali deutlich älter als viele der bekannten historischen Zentren in Mitteleuropa und seit 1981 als UNESCO-Welterbe eingetragen.

Kann man Fes el Bali gut auf eigene Faust erkunden?

Grundsätzlich ist es möglich, Fes el Bali selbstständig zu erkunden. Wer gut mit digitalen Karten und Orientierung in verwinkelten Altstädten zurechtkommt, wird schnell spannende Gassen, Souks und Aussichtspunkte entdecken. Gleichzeitig ist die Medina groß und unübersichtlich; gerade bei einem ersten Besuch empfehlen sich geführte Touren oder zumindest ein Transfer durch ortskundige Begleitung zur Unterkunft. Viele Reisende kombinieren beides: eine geführte Einführung am ersten Tag und anschließende Erkundungen auf eigene Faust.

Was macht Fes el Bali so besonders im Vergleich zu anderen Medinas in Marokko?

Im Unterschied zu anderen Städten wie Marrakesch oder Meknès wirkt Fes el Bali vielfach ursprünglicher und stärker vom Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner geprägt. Die historische Stadtstruktur ist außerordentlich dicht, große Plätze sind selten, viele Gassen sind sehr schmal. Hinzu kommt die Rolle von Fes als religiöses und intellektuelles Zentrum: Mit der Universität al-Qarawiyyin, zahlreichen Medersen und Moscheen bündelt Fes el Bali eine lange Tradition islamischer Gelehrsamkeit. Dies alles verleiht der Altstadt einen Charakter, der gleichermaßen lebendig und historisch wirkt.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch in Fes el Bali?

Die angenehmsten Reisezeiten für Fes el Bali liegen in der Regel im Frühjahr (März bis Mai) und im Herbst (September bis November), wenn die Temperaturen milder sind. Im Sommer kann es sehr heiß werden, was Stadterkundungen anstrengend macht; dann sollten Besuche am frühen Morgen oder in den späteren Nachmittagsstunden geplant werden. Im Winter können die Nächte kühl sein, da viele traditionelle Häuser nicht beheizt werden – eine leichte Jacke und warme Kleidung für den Abend sind daher sinnvoll.

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