Fansipan, Vietnam

Fansipan bei Sa Pa: Wo Vietnam über den Wolken beginnt

07.06.2026 - 16:19:10 | ad-hoc-news.de

Fansipan bei Sa Pa in Vietnam ist das „Dach Indochinas“ – ein heiliger Berg, Seilbahn-Wunder und Wetterdrama zugleich. Was deutsche Reisende vor dem Aufstieg wissen sollten.

Fansipan, Vietnam, Reise
Fansipan, Vietnam, Reise

Wenn am frühen Morgen die Wolkendecke aufreißt und die Sonne die Gipfel der Hoàng-Liên-S?n-Berge vergoldet, wirkt der Fansipan wie ein Dach über der Welt. Der höchste Berg Vietnams, oft poetisch als „Dach Indochinas“ bezeichnet, lockt Pilger, Bergsteigerinnen und Fotofans gleichermaßen auf über 3.100 Meter – und verbindet heute traditionelle Bergpfade mit einer der spektakulärsten Seilbahnen Asiens.

Fansipan: Das ikonische Wahrzeichen von Sa Pa

Der Fansipan (vietnamesisch gleichlautend, sinngemäß oft als „Dach Indochinas“ bezeichnet) erhebt sich südwestlich der Bergstadt Sa Pa im Norden Vietnams nahe der Grenze zu China. Verschiedene seriöse Quellen geben seine Höhe mit rund 3.143 m an, womit er als höchster Gipfel Vietnams und der gesamten Indochina-Halbinsel gilt. Er überragt damit deutlich die berühmten Kalksteinlandschaften der Halong-Bucht und steht in seiner Symbolkraft für Vietnam ähnlich wie die Zugspitze für Deutschland.

Sa Pa und der Fansipan liegen im Hoàng-Liên-S?n-Gebirge, einer Ausläuferkette des Himalaya-Systems, in der Provinz Lào Cai. Die Region ist bekannt für tief eingeschnittene Täler, Reisterrassen und das oft dramatische Wetter: Nebel, Wolkenmeere und schnelle Temperaturwechsel gehören zum Alltag. Reisereportagen vietnamesischer Medien schildern, wie Besucher selbst im Sommer am Fansipan Temperaturen im einstelligen Bereich, Nebel und gelegentlich sogar Reif erleben können. Dieses Zusammenspiel aus tropischem Tiefland und alpinem Hochgebirge macht den Berg für viele Vietnam-Reisende so faszinierend.

Für die ethnischen Minderheiten in der Region – etwa Hmong, Dao und Tay – ist der Fansipan seit Langem ein Orientierungspunkt im Landschaftsbild und Teil ihrer kulturellen Identität. Heute ist er zugleich eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten des Landes, eine Bühne für Selfies über den Wolken und ein Ort, an dem Vietnams rasanter Tourismus-Boom und traditionelle Bergwelt direkt aufeinander treffen.

Geschichte und Bedeutung von Fansipan

Historisch war der Fansipan über Jahrhunderte hinweg vor allem ein lokaler Bezugs- und Mythosort. Schon lange bevor Sa Pa zur Kolonialstation und später zum Touristenzentrum wurde, nutzten lokale Gemeinschaften die Täler und Hänge am Fuß des Berges für Landwirtschaft, Jagd und spirituelle Rituale. In der französischen Kolonialzeit begann die systematische Erkundung der Region, Sa Pa entwickelte sich zu einem Bergkurort mit kühlerem Klima als die heißen Tieflandstädte.

Der genaue Zeitpunkt der ersten dokumentierten Besteigung des Fansipan ist nicht eindeutig belegt. Klar ist jedoch: Spätestens im 20. Jahrhundert wurde der Gipfel zum Ziel von Expeditionsgruppen, Geografen und später Trekkingtouristen. In Reiseberichten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird Fansipan immer wieder als anspruchsvolle Mehrtages-Tour beschrieben, die gute Kondition, Orientierungssinn und lokales Wissen erfordert.

Mit der Öffnung Vietnams für internationalen Tourismus ab den 1990er-Jahren begann auch die touristische Erschließung des Fansipan. Sa Pa etablierte sich als Ausgangspunkt für Trekkingtouren, Homestays in Bergdörfern und mehrtägige Aufstiege über verschiedene Routen. Der Gipfel wurde zum Symbol für Abenteuerreisen in Vietnam – wer ihn bestieg, konnte sich rühmen, auf dem Dach Indochinas gestanden zu haben.

Parallel gewann die Region auch politisch an Bedeutung: Der Ausbau der Infrastruktur im Norden Vietnams, darunter Straßen, Grenzübergänge und später auch die Fansipan-Seilbahn, steht in einem größeren Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung und Integration abgelegener Bergregionen. Offizielle touristische Kampagnen Vietnams und der Provinz Lào Cai präsentieren den Fansipan heute als Schlüsselattraktion, die internationale Gäste in eine zuvor schwer zugängliche Bergwelt bringt.

Für viele Vietnamesinnen und Vietnamesen hat der Aufstieg zum Fansipan zudem einen stark symbolischen Charakter. In Medienberichten wird der Gipfel häufig als Ziel lebenslanger Träume beschrieben – ähnlich wie für viele Menschen im deutschsprachigen Raum das Matterhorn oder der Mont Blanc. Der Erfolg eines Aufstiegs steht sinnbildlich für Durchhaltevermögen und nationale Verbundenheit. Die Präsenz von Flaggenmasten, Monumenten und religiösen Symbolen am Gipfel verstärkt dieses Gefühl.

Architektur, Technik und besondere Merkmale

Besonders augenfällig ist heute die Kombination aus natürlicher Hochgebirgslandschaft und moderner Ingenieurskunst. Der markanteste Eingriff ist die große Fansipan-Seilbahn, die den Gipfelbereich mit dem Tal nahe Sa Pa verbindet. Seriöse internationale und vietnamesische Medien betonen, dass das System zu den längsten und technisch anspruchsvollsten Dreiseilbahnen der Welt zählt und die Fahrzeit auf den Berg drastisch verkürzt – von früher zwei bis drei Trekkingtagen auf nun etwa 15–20 Minuten reine Fahrtzeit.

An der Bergstation und im Gipfelareal hat sich in den letzten Jahren ein regelrechtes Höhen-Resort entwickelt. Mehrere Pagoden, Statuen und spirituell inspirierte Bauwerke – teils neu errichtet, teils angelehnt an traditionelle vietnamesische Tempelarchitektur – prägen das Bild. Steintreppen, Torbögen (Torii-ähnliche, aber vietnamesische Portale), große Buddhafiguren und Aussichtsplattformen geben der Landschaft einen halb sakralen, halb touristischen Charakter.

Im Stil orientieren sich viele Gebäude an klassischen vietnamesischen Pagoden: geschwungene Ziegeldächer, Holzbalken, reich verzierte Dachfirste und Reliefs mit Drachenmotiven. Gleichzeitig wurden moderne Materialien und Bauweisen eingesetzt, um die Witterungsbedingungen in über 3.000 m Höhe zu meistern. Offizielle Informationen betonen, dass beim Bau auf Erdbebensicherheit, starke Windbelastung und Korrosionsschutz geachtet wurde.

Ein weiteres Merkmal ist die Inszenierung des Blicks: Terrassen und Plattformen sind so angelegt, dass Besuchende beim häufig auftretenden Wolkenmeer den Eindruck erhalten, direkt über den Wolken zu stehen. Vietnamesische Foto- und Reiseseiten zeigen Bildserien, bei denen nur die höchsten Gipfel aus einer geschlossenen Wolkendecke ragen – ein Motiv, das den Fansipan zu einem Social-Media-Liebling gemacht hat.

Gleichzeitig gibt es Kritik von Naturschutz- und Trekkingkreisen, die den starken Ausbau am Gipfel als Eingriff in die alpine Landschaft sehen. Für deutsche Leser ist der Vergleich mit Debatten um Bergbahnen und Bauten im Alpenraum naheliegend: Wie an der Zugspitze oder am Jungfraujoch prallen auch am Fansipan unterschiedliche Vorstellungen von Naturschutz, spiritueller Bedeutung und touristischer Nutzung aufeinander.

Fansipan besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Der Fansipan liegt nahe der Stadt Sa Pa im Norden Vietnams, in der Provinz Lào Cai, etwa 280 km nordwestlich von Hanoi. Für Reisende aus Deutschland empfiehlt sich in der Regel ein internationaler Flug nach Hanoi oder, seltener, nach Ho-Chi-Minh-Stadt und dann weiter in den Norden. Nonstop-Verbindungen zwischen Deutschland und Vietnam können je nach Saison und Flugplan variieren; häufig führt der Weg über Drehkreuze wie Bangkok, Singapur, Doha oder Dubai, was eine gesamte Reisezeit von deutlich über 12 Stunden bedeuten kann.
    Von Hanoi gelangt man nach Sa Pa traditionell per Nachtzug bis Lào Cai und von dort mit Bus oder Shuttle weiter in die Berge. Alternativ fahren Fernbusse und Minivans direkt von Hanoi nach Sa Pa, die Fahrt dauert typischerweise rund 5–7 Stunden, abhängig von Route und Verkehr. Die letzten Kilometer zum Seilbahn-Talstationsgelände werden üblicherweise mit lokalen Taxis, Shuttlebussen oder organisierten Touren zurückgelegt.
  • Seilbahn und Wanderwege
    Die moderne Seilbahn ermöglicht den meisten Besuchern den Zugang zum Gipfelbereich ohne mehrtägige Trekkingtour. Sie startet nahe Sa Pa und führt in wenigen Minuten auf über 3.000 m Höhe. Von der Bergstation sind es noch mehrere Hundert Stufen über Treppenanlagen und Wege bis zum eigentlichen Gipfelpunkt mit Monument und Flagge. Öffnungszeiten und genaue Betriebszeiten können saisonal variieren – ein Blick auf die offizielle Informationsseite des Betreibers oder auf aktuelle Hinweise vor Ort ist daher unerlässlich.
    Trekkingrouten auf den Fansipan werden weiterhin angeboten. Sie erfordern gute Kondition und Ausrüstung; die meisten Veranstalter empfehlen mindestens eine Zweitages- oder Dreitagestour mit Übernachtung in einfachen Camps. Lokale Bergführer kennen Terrain und Wetter und sind für unerfahrene Bergwandernde sehr zu empfehlen. Konkrete Routenlängen und Schwierigkeitsgrade sollten jeweils mit zertifizierten Anbietern geprüft werden, da sich Wege durch Witterung und Regulierung ändern können.
  • Öffnungszeiten
    Die Seilbahn und die touristische Infrastruktur am Fansipan unterliegen saisonalen Anpassungen, beispielsweise bei starkem Wind, Sturm oder technischen Wartungen. Daher lässt sich keine zeitlos sichere Uhrzeit nennen. In der Regel orientieren sich die Betriebszeiten an Tageslicht und touristischer Hochsaison. Es empfiehlt sich, die jeweils aktuellen Öffnungszeiten direkt bei der offiziellen Informationsquelle des Fansipan-Komplexes oder beim Hotel in Sa Pa zu erfragen. Hinweise wie „Öffnungszeiten können variieren – direkt bei Fansipan prüfen" sollten ernst genommen werden.
  • Eintritt und Kosten
    Für Seilbahnfahrt und weitere Aufstiegsoptionen (z. B. zusätzliche Zubringerbahnen oder Bergzug) fällt ein Ticketpreis an, der sich in den vergangenen Jahren mehrfach geändert hat. Angesichts schwankender Wechselkurse zwischen Euro und Vietnamesischem Dong (VND) sowie regelmäßiger Preis-Anpassungen ist es nicht seriös möglich, einen dauerhaft gültigen Betrag in Euro zu nennen. Reisende sollten sich kurz vor dem Besuch über offizielle Informationsportale oder im Hotel über aktuelle Ticketpreise informieren. Grundsätzlich ist mit einem Betrag im zweistelligen Euro-Bereich zu rechnen, abhängig von Paket und Saison. Zahlungen sind häufig sowohl in Bar (VND) als auch mit international gängigen Kreditkarten möglich; EC-/Girocard wird dagegen oft nicht akzeptiert.
  • Beste Reisezeit
    Der Norden Vietnams hat ein ausgeprägtes Jahreszeitenklima. Viele Reiseveranstalter empfehlen die Übergangszeiten Frühling (ungefähr März bis Mai) und Herbst (ungefähr September bis November) für Sa Pa und den Fansipan, wenn die Temperaturen angenehm und die Sichtverhältnisse häufiger gut sind. Im Winter kann es auf dem Gipfel sehr kalt werden; vietnamesische Medien berichteten wiederholt über Frost, Reif und gelegentlich sogar Schneefall am Fansipan, obwohl Vietnam sonst als tropisches Land wahrgenommen wird. In den Sommermonaten ist auch mit Regenschauern, Nebel und eingeschränkter Sicht zu rechnen, dafür zeigen die Reisterrassen in den Tälern ihr intensivstes Grün. Unabhängig von der Saison ist Wetterumschwung im Gebirge jederzeit möglich; warme, wetterfeste Kleidung ist daher selbst bei Start in Hanoi bei 30 °C ratsam.
  • Gesundheit, Höhenluft und Sicherheit
    Der schnelle Höhengewinn durch die Seilbahn kann von manchen Besucherinnen und Besuchern als belastend empfunden werden. Leichte Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Kurzatmigkeit sind in großer Höhe nicht ungewöhnlich. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegsproblemen sollten vorab ärztlichen Rat einholen. Langsames Gehen, ausreichend Flüssigkeit und Pausen helfen dem Körper bei der Anpassung. Trittsicherheit ist vor allem auf nassen Treppen und Wegen wichtig; gutes Schuhwerk mit Profil ist empfehlenswert. Offizielle Sicherheitshinweise vor Ort und Anweisungen des Personals sollten unbedingt beachtet werden.
  • Einreisebestimmungen und Visa
    Vietnam liegt außerhalb des Schengen-Raums. Für deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger können je nach Aufenthalt und Zweck unterschiedliche Einreise- und Visabestimmungen gelten, die sich zudem ändern können. Deshalb sollten Reisende vor der Buchung die aktuellen Einreisehinweise und Sicherheitsinformationen beim Auswärtigen Amt (auswaertiges-amt.de) prüfen. Dort finden sich auch Hinweise zu Reisepässen, Visumsregelungen, Gesundheitsanforderungen und möglichen Reisebeschränkungen. Für Reisende aus Österreich und der Schweiz gelten die Empfehlungen der jeweiligen Außenministerien.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung
    Vietnam liegt in der Zeitzone Indochina Time (ICT), die der koordinierten Weltzeit (UTC+7) entspricht. Damit beträgt die Zeitdifferenz zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC+1) in der Regel +6 Stunden. Während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ, UTC+2) reduziert sich die Differenz auf +5 Stunden. Das bedeutet: Wenn es in Berlin 12:00 Uhr mittags ist, ist es in Sa Pa im europäischen Winter üblicherweise 18:00 Uhr, im europäischen Sommer etwa 17:00 Uhr. Diese Zeitverschiebung ist wichtig, um Ankunftszeiten, Tourstarts und mögliche Jetlag-Effekte einzukalkulieren.
  • Sprache vor Ort
    Amtssprache in Vietnam ist Vietnamesisch. In Sa Pa und der Umgebung sind zudem Sprachen ethnischer Minderheiten verbreitet. Englischkenntnisse sind in touristisch geprägten Bereichen – Hotels, Reiseagenturen, Cafés, bei jüngeren Menschen – relativ verbreitet, gerade im Vergleich zu vielen ländlichen Regionen des Landes. Deutsch hingegen wird nur sehr selten gesprochen. Für Reisende aus Deutschland sind Grundkenntnisse in Englisch hilfreich, um Tickets zu erwerben, sich nach Wegen zu erkundigen oder Probleme zu klären. Ein Übersetzungs-App auf dem Smartphone kann Kommunikation zusätzlich erleichtern.
  • Zahlungsmittel und Trinkgeld
    Die Landeswährung ist der Vietnamesische Dong (VND). In Sa Pa und bei der Fansipan-Seilbahn werden in der Regel Barzahlungen in VND und gängige internationale Kreditkarten wie Visa oder Mastercard akzeptiert. Girocard (EC-Karte) aus Deutschland wird oft nicht als eigenständiges Zahlverfahren erkannt. Reisende sollten daher ausreichend Bargeld in VND sowie mindestens eine Kreditkarte dabeihaben. Geldautomaten (ATMs) finden sich in Sa Pa, allerdings können Gebühren anfallen. Trinkgeld ist in Vietnam nicht so fest institutionalisiert wie in vielen westlichen Ländern, wird im Tourismusbereich aber zunehmend erwartet und geschätzt. Kleine Beträge für lokale Guides, Fahrer oder in Restaurants mit gutem Service gelten als höfliche Geste.
  • Versicherung und Gesundheit
    Da Vietnam nicht zum Geltungsbereich der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland gehört, wird eine Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Deckung für medizinische Behandlungen und Rücktransport empfohlen. Auch für Trekking und Aktivitäten in großer Höhe sollte geprüft werden, ob die Police gültig bleibt. Grundimpfungen nach deutschem Impfkalender sollten vor jeder Fernreise überprüft werden; spezifische medizinische Empfehlungen gibt das Auswärtige Amt in Zusammenarbeit mit Gesundheitsinstitutionen.
  • Kleiderordnung und Verhalten
    Der Fansipan ist nicht nur ein touristisches, sondern auch ein spirituell aufgeladener Ort. In Tempeln, Pagoden und an religiösen Statuen ist respektvolle Kleidung angebracht: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, Mützen werden häufig abgenommen. Lautes Verhalten und das Besteigen von Statuen oder Monumenten werden als respektlos wahrgenommen. Fotografieren ist draußen in der Regel erlaubt, in bestimmten Gebetsräumen jedoch eingeschränkt – Hinweisschilder und eventuelle Fotoverbote sollten beachtet werden.

Warum Fansipan auf jede Sa-Pa-Reise gehört

Der Fansipan verbindet mehrere Reiseerlebnisse, die für Gäste aus Deutschland besonders reizvoll sind. Zum einen ist da die landschaftliche Dramaturgie: Während unten im Tal Reisterrassen, Wasserfälle und Bergdörfer an Bilder aus Hochglanzmagazinen erinnern, öffnet sich mit der Auffahrt auf den Fansipan eine völlig andere Welt – karg, kühl, oft verhüllt von Wolken. Wer früh startet, kann die teilweise mystische Stimmung erleben, wenn Pagodendächer und Statuen aus dem Nebel auftauchen.

Zum anderen bietet der Berg einen seltenen Perspektivwechsel auf Vietnam. Viele Besucher kennen das Land vor allem als tropisches, warmes Reiseziel mit Stränden, Reisfeldern und Metropolen wie Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt. Am Fansipan trifft man auf frostige Temperaturen, knirschenden Reif und Sichtweiten, die eher an alpine Regionen erinnern. Dieser Kontrast macht den Besuch für viele besonders eindrücklich – und schafft Fotomotive, die in jedem digitalen Fotoalbum hervorstachen.

Reiseführer und tourismusorientierte Medien betonen zudem, dass Sa Pa und der Fansipan eine gute Gelegenheit bieten, abseits der Küstenrouten eine bergige Kulturregion Vietnams kennenzulernen. Trekkingtouren in die Dörfer der Umgebung, Übernachtungen bei Gastfamilien und Begegnungen mit traditioneller Textilkunst oder Landwirtschaft lassen sich ideal mit einem Ausflug auf das „Dach Indochinas“ kombinieren. Für deutschsprachige Reisende, die bereits klassische Südostasienziele wie Thailand oder Bali kennen, bietet die Region damit eine Vertiefung in die Vielfalt Vietnams.

Gleichzeitig stellt der Fansipan eine Art Schaufenster für die rasanten Veränderungen im Land dar. Die Seilbahn, die Hotels in Sa Pa, neue Straßenverbindungen – all dies ist Ausdruck eines Wirtschaftsbooms, der auch in entlegene Regionen reicht. Wer sich für Entwicklungsthemen, Infrastruktur oder Tourismuspolitik interessiert, findet hier ein lebendiges Fallbeispiel: Wie lassen sich Natur, lokales Leben und Massenbesuch in Balance halten? Fragen, die deutsche Alpenregionen genauso beschäftigen wie die Berge Nordvietnams.

Auch für Familien und Reisende mit geringerer Kondition kann der Fansipan attraktiv sein. Dank Seilbahn und guten Wegen sind keine extremen alpinistischen Fähigkeiten nötig, um zumindest die Gipfelregion zu erleben. Wer dagegen die Herausforderung sucht, kann mit lokalen Anbietern nach wie vor mehrtägige Trekkingtouren planen – etwa verbunden mit Übernachtungen in einfachen Camps und Wanderungen durch dichten Bergwald. So wird der Fansipan zum gemeinsamen Nenner für sehr unterschiedliche Reiseprofile.

Fansipan in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien ist der Fansipan längst zum visuellen Fixpunkt des Nordens von Vietnam geworden. Besonders beliebt sind Aufnahmen von Aussichtsplattformen, auf denen Reisende in Daunenjacken und Mützen posieren, während sich unter ihnen ein dichtes Wolkenmeer ausbreitet. Hashtags mit Bezug zu Sa Pa, Fansipan und „Roof of Indochina“ werden sowohl von vietnamesischen als auch von internationalen Nutzerinnen und Nutzern genutzt. Kurze Videoclips zeigen häufig den Wetterwechsel in Echtzeit: Innerhalb von Minuten kann von klarem Himmel auf dichten Nebel umgeschlagen werden.

Häufige Fragen zu Fansipan

Wo liegt der Fansipan genau?

Der Fansipan liegt im Norden Vietnams, südwestlich der Bergstadt Sa Pa in der Provinz Lào Cai, nahe der Grenze zu China. Er ist Teil des Hoàng-Liên-S?n-Gebirges, das sich über den Nordwesten des Landes erstreckt und zu den landschaftlich eindrucksvollsten Regionen Vietnams zählt.

Wie hoch ist der Fansipan und warum heißt er „Dach Indochinas“?

Der Fansipan ist mit etwa 3.143 m der höchste Berg Vietnams und der gesamten Indochina-Halbinsel. Daher hat sich die Bezeichnung „Dach Indochinas“ etabliert. Für viele Reisende und Einheimische symbolisiert der Gipfel die sprichwörtliche „Krone“ der Region und ist ein beliebtes Ziel für Bergwandernde und Pilger.

Wie gelangt man von Sa Pa auf den Gipfel des Fansipan?

Die meisten Besucher nutzen heute die moderne Seilbahn, die von der Nähe Sa Pas auf über 3.000 m zum Gipfelbereich führt und die frühere Mehrtageswanderung auf eine kurze Fahrt reduziert. Von der Bergstation führen Treppen und Wege zur eigentlichen Gipfelplattform mit Monument und Flagge. Alternativ bieten lokale Agenturen weiterhin geführte Trekkingtouren über traditionelle Bergpfade an.

Wann ist die beste Reisezeit für den Fansipan?

Viele Reiseexperten empfehlen Frühling (ungefähr März bis Mai) und Herbst (ungefähr September bis November), wenn Temperaturen moderat sind und die Sicht oft gut ist. Im Winter kann es auf dem Gipfel sehr kalt werden, bis hin zu Frost und gelegentlichem Reif, während der Sommer mit Regen, Nebel und üppig grünen Reisterrassen lockt. Da das Wetter im Gebirge schnell wechselt, ist flexible Kleidung und ein gewisser Puffer in der Planung sinnvoll.

Was sollten Reisende aus Deutschland bei Einreise und Gesundheit beachten?

Für die Einreise nach Vietnam gelten je nach Aufenthaltsdauer und -zweck unterschiedliche Visabestimmungen, die sich ändern können. Deutsche Staatsbürger sollten deshalb vor der Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts (auswaertiges-amt.de) konsultieren. Zudem ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll, da die deutsche gesetzliche Krankenversicherung in Vietnam in der Regel nicht greift. Für den Aufenthalt am Fansipan empfiehlt sich wetterfeste, warme Kleidung und bei gesundheitlichen Vorbelastungen eine ärztliche Beratung.

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