Fansipan, Reise

Fansipan bei Sa Pa: Vietnams Dach und seine stille Magie

31.05.2026 - 09:50:35 | ad-hoc-news.de

Fansipan, das „Dach von Indochina“ nahe Sa Pa in Vietnam, lockt mit Panorama-Seilbahn, Bergtempeln und Hochlandkultur. Warum dieser Gipfel deutsche Reisende besonders fasziniert.

Fansipan, Reise, Vietnam
Fansipan, Reise, Vietnam

Wenn morgens der Nebel über den Reisterrassen von Sa Pa aufsteigt und die ersten Sonnenstrahlen den Gipfel von Fansipan – auf Deutsch sinngemäß „Riesiger Felsblock“ – vergolden, wird klar, warum dieser Berg als „Dach von Indochina“ gilt. Mehr als 3.100 Meter hoch, sagenhaft umwoben und heute mit einer spektakulären Seilbahn erschlossen, vereint der Fansipan Naturdrama, Bergspiritualität und moderne Ingenieurskunst wie kaum ein anderer Ort in Vietnam.

Fansipan: Das ikonische Wahrzeichen von Sa Pa

Fansipan (vietnamesische Schreibweise ebenfalls „Fansipan“) liegt im Norden Vietnams, nahe der Bergstadt Sa Pa im Grenzgebiet zu China. Der Gipfel markiert den höchsten Punkt des Landes und zugleich den höchsten Berg der gesamten Indochina-Halbinsel. Für viele Vietnamesen ist er damit ein nationales Symbol – vergleichbar mit der Rolle, die die Zugspitze für Deutschland spielt.

Der Berg erhebt sich im Hoàng-Liên-S?n-Gebirge, das Teil einer südlichen Ausläuferzone des Himalaya-Systems ist. Die Landschaft ist geprägt von dichten Bergwäldern, tief eingeschnittenen Tälern und spektakulären Reisterrassen, die von ethnischen Minderheiten wie den Hmong, Dao und Tay seit Generationen kultiviert werden. Sa Pa selbst hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer abgelegenen französischen Hill Station zu einem der meistbesuchten Bergorte Vietnams entwickelt – Fansipan ist dabei der unbestrittene Star.

Besonders eindrücklich ist der Kontrast: Unten in Sa Pa herrscht geschäftiges Treiben, Motorräder und Marktstände bestimmen das Bild; oben auf dem Fansipan dominieren dünne Luft, kühle Temperaturen und ein fast sakral wirkendes Ensemble aus Pagoden, Statuen und Aussichtsplattformen. Für Reisende aus Deutschland ist diese Kombination aus alpinem Erlebnis, südostasiatischer Spiritualität und moderner Infrastruktur eine seltene Mischung.

Geschichte und Bedeutung von Fansipan

Die exakte Höhe des Fansipan wurde im Laufe der Zeit mehrfach vermessen. Heute wird er verbreitet mit etwa 3.143 Metern angegeben. Damit ist er deutlich höher als der deutsche Zugspitzgipfel, der 2.962 Meter erreicht, und bietet ähnliche Herausforderungen wie klassische Hochgebirgstouren, insbesondere auf den Wanderrouten.

Die frühe Geschichte des Berges ist eher von lokalen Legenden als von schriftlichen Quellen geprägt. In den Erzählungen der Bergvölker rund um Sa Pa gilt Fansipan als Sitz von Geistern und Naturgottheiten. Viele Geschichten drehen sich um den Respekt vor dem Berg, der als Quelle von Wasser, Wetter und Ernteerfolg angesehen wird. Die traditionelle Bedeutung ist damit eng mit animistischen Weltbildern und später mit buddhistischen Vorstellungen verschmolzen.

In der Kolonialzeit wurde Sa Pa zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der französischen Verwaltung als Höhenkurort entdeckt. Französische Karten verzeichneten den Fansipan als höchsten Gipfel der Region, was ihn früh als geografische Referenz markierte. Alpinistisch anspruchsvolle Besteigungen spielten zunächst eine geringe Rolle; wichtiger waren geologische und meteorologische Messungen, um das Klima in der Bergregion besser zu verstehen.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wandelte sich der Fansipan schrittweise von einem schwer erreichbaren Gipfel für abenteuerlustige Bergsteiger zu einem zunehmend zugänglichen Reiseziel. Zunächst entstanden einfache Trekkingrouten, später geführte Mehrtagestouren mit Übernachtungen in Basislagern. Mit dem Aufschwung des Tourismus in Vietnam nach den 1990er-Jahren wurde der Berg immer stärker in Reiseprogrammen erwähnt, insbesondere im Kontext von Sa Pa als Hochlanddestination.

Einen entscheidenden Wendepunkt brachte der Bau der modernen Seilbahn. Sie verkürzte den Aufstieg, der zuvor oft zwei bis drei Tage erforderte, auf etwa 15 bis 20 Minuten Fahrzeit. Dadurch rückte der Fansipan ins Zentrum des nationalen Tourismusmarketings. Vietnamesische Medien sprechen regelmäßig vom „Dach von Indochina“ und betonen den Stolz, den viele Besucher empfinden, wenn sie am Gipfelplateau die Nationalflagge hissen.

Neben der touristischen hat der Fansipan auch eine religiöse und kulturelle Bedeutung. Auf dem Berg wurden in den vergangenen Jahren mehrere buddhistische Bauwerke errichtet – darunter Pagoden, Statuen und Gebetsplattformen. Sie spiegeln die wachsende Rolle des buddhistischen Glaubens im Alltagsleben vieler Vietnamesen wider, zugleich knüpfen sie an die alten Bergkulte an, die den Fansipan als heiligen Ort verstehen.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die bauliche Entwicklung am Fansipan ist eng mit dem touristischen Ausbau verbunden. Besonders eindrucksvoll ist die groß dimensionierte Seilbahn, die von einem Talstation-Komplex nahe Sa Pa auf ein Hochplateau knapp unterhalb des Gipfels führt. Die Anlage wurde als moderne Drei-Seil-Umlaufbahn konzipiert und gilt als Beispiel für die technische Erschließung schwer zugänglicher Hochgebirgsregionen in Südostasien.

Auch wenn sich technische Details wie Spannweiten oder Kapazitätsrekorde je nach Quelle unterscheiden, ist unbestritten, dass die Bahn zu den längeren und leistungsstärkeren Seilbahnanlagen weltweit zählt. Sie überwindet mehrere Hundert Höhenmeter und führt über dicht bewachsene Berghänge, Schluchten und Wolkengürtel hinweg. Schon die Fahrt wird somit zu einem eigenen Erlebnis – vergleichbar mit einer Mischung aus Alpen-Seilbahn und tropischem Regenwaldblick.

Am oberen Seilbahnende finden Besucher eine Art Bergdorf-Infrastruktur: Plattformen, Treppen, kleinere Gebäude, Restaurants und Souvenirshops. Architektonisch ist vieles im Stil vietnamesischer Bergpagoden gehalten, mit geschwungenen Dächern, Holzelementen und Steinornamenten. Dieser Ansatz soll die technische Moderne optisch mit der religiösen Tradition der Region verbinden.

Besonders prägend sind die religiösen Elemente auf dem Fansipan-Plateau. Dazu zählen:

  • Große Buddha-Statue: Eine monumentale Figur aus dunklem Metall, die auf einem Podest thront und weit über das Plateau sichtbar ist. Sie dient vielen vietnamesischen Besuchern als Pilgerziel und Fotomotiv.
  • Pagoden und Tempelgebäude: Mehrere kleinere und größere Pagoden mit typischen Elementen buddhistischer Architektur wie mehrstufigen Dächern, Gebetsglocken und Räucheraltären.
  • Steintreppen und Aussichtsterrassen: Die Wege auf dem letzten Abschnitt zum Gipfel führen über lange Treppen und Plateaus, von denen aus sich je nach Wetterlage spektakuläre Blicke auf Wolkenbänke und Bergketten eröffnen.

Die Gestaltung dieser Anlagen steht auch in einem Spannungsfeld: Einerseits ermöglicht sie vielen Menschen den Zugang zu einem zuvor schwer erreichbaren Naturraum und schafft Raum für religiöse Praxis; andererseits wird gelegentlich darüber diskutiert, inwieweit der massive Ausbau die ursprüngliche Berglandschaft und die Ruhe am Gipfel verändert hat. Für deutsche Reisende ist dieser Kontrast zwischen unberührter Bergnatur und stark gestalteter Gipfelarchitektur oft überraschend – insbesondere im Vergleich zu eher zurückhaltend bebauten Gipfeln in den Alpen.

Künstlerisch interessant sind zudem die zahlreichen Details: Drachenfiguren an Treppengeländern, kalligrafische Inschriften, Holzreliefs mit buddhistischen Motiven und farbige Laternen. Sie spiegeln eine Ästhetik wider, die für Nordvietnam typisch ist und sich von der Architekturtradition Südvietnams sichtbar unterscheidet.

Fansipan besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Fansipan liegt im äußersten Norden Vietnams nahe der Stadt Sa Pa, rund 300 km Luftlinie von Hanoi entfernt. Für die Anreise aus Deutschland bieten sich internationale Flüge über große Drehkreuze (z. B. Frankfurt, München, Berlin) nach Hanoi an, oft mit einem Zwischenstopp in einem asiatischen Hub wie Singapur, Bangkok oder Doha. Von Hanoi aus führen entweder Nachtzüge und Expresszüge in Richtung Lao Cai, von wo es per Bus oder Minivan nach Sa Pa weitergeht, oder direkte Fernbusse und Minivans von Hanoi nach Sa Pa. Die Fahrzeiten variieren je nach Verkehrsmittel typischerweise zwischen ca. 5 und 7 Stunden.
  • Seilbahn und Gipfelzugang: Die Seilbahnstation liegt einige Kilometer außerhalb von Sa Pa und ist mit Taxi, Shuttle oder Motorrad-Taxi erreichbar. Von der Bergstation der Seilbahn führen weitere Wege – zum Teil über zusätzliche kurze Bahnabschnitte oder Bergbahnen und über längere Treppen – bis zum eigentlichen Gipfelpunkt mit der markanten Stahlkonstruktion und der vietnamesischen Flagge. Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte einplanen, dass der letzte Abschnitt trotz technischer Erschließung noch zahlreiche Stufen umfasst.
  • Öffnungszeiten: Die Betriebszeiten der Seilbahn und der Anlagen am Fansipan können saisonabhängig variieren und bei schlechtem Wetter eingeschränkt sein. Reisende sollten die aktuell gültigen Öffnungszeiten unmittelbar vor dem Besuch direkt bei der Betreiberorganisation oder über offizielle Tourismusinformationen von Sa Pa beziehungsweise den Provinzbehörden prüfen. Kurzfristige Änderungen etwa durch Wartungsarbeiten, starken Wind oder Nebel sind möglich.
  • Eintritt und Tickets: Für die Nutzung der Seilbahn und etwaiger Zusatzbahnen sowie für bestimmte Bereiche können Eintritts- oder Ticketgebühren anfallen. Die Preise werden üblicherweise in Vietnamesischem Dong (VND) angegeben, an vielen Verkaufsstellen ist die Zahlung mit internationalen Kreditkarten möglich. Da sich die Tarife ändern können, empfiehlt sich eine zeitnahe Information über offizielle Websites oder direkt an der Kasse. Für eine grobe Reiseplanung ist es sinnvoll, ein Budget im mittleren zweistelligen Euro-Bereich (in lokaler Währung entsprechend) pro Person für Seilbahn und Nebenkosten einzuplanen, abhängig von Saison und gewählten Optionen.
  • Beste Reisezeit: Das Klima am Fansipan ist deutlich kühler als in den Tieflandregionen Vietnams. Im Winter (ungefähr von Dezember bis Februar) kann es auf dem Gipfel empfindlich kalt werden, gelegentlich mit Bodenfrost oder Reif, während in Sa Pa oft noch milde Temperaturen herrschen. Die Sicht kann in dieser Zeit stark variieren; an klaren Tagen ist die Fernsicht fantastisch, an Nebeltagen wirkt der Gipfel mystisch verhüllt. Frühling und Herbst gelten vielen Reisenden als gut geeignet, da sie eine Mischung aus angenehmen Temperaturen und relativ stabiler Wetterlage bieten. Die Regenzeit (ungefähr Sommermonate) bringt üppige Vegetation, aber auch mehr Wolken und mögliche Sichtbehinderungen. Allgemein lohnt sich ein früher Start am Morgen, um die höheren Chancen auf klarere Sicht zu nutzen.
  • Gesundheit und Höhe: Der schnelle Höhengewinn durch die Seilbahn kann für manche Besucher ungewohnt sein. Leichte Symptome wie Kurzatmigkeit oder Müdigkeit sind nicht ausgeschlossen, schwerere Höhenprobleme sind wegen der relativ moderaten Höhe im Vergleich zu sehr hohen Gebirgen jedoch seltener. Es ist ratsam, sich auf der Bergstation zuerst etwas Zeit zum Akklimatisieren zu nehmen, langsam zu gehen und ausreichend zu trinken. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten im Zweifel vor Reiseantritt ärztlichen Rat einholen.
  • Wanderrouten statt Seilbahn: Für erfahrene Wandernde bieten sich weiterhin klassische Trekkingtouren auf den Fansipan an. Sie führen durch Wälder, über steilere Steige und häufig übernachtungsweise in einfachen Camps oder Berghütten. Diese Touren erfordern eine gute Kondition, passende Ausrüstung und in der Regel die Begleitung ortskundiger Guides, die mit Terrain und Wetterverhältnissen vertraut sind. Wer solche Touren plant, sollte genug Zeit einrechnen, eine Agentur mit nachweislicher Erfahrung wählen und auf aktuelle Sicherheits- und Wetterhinweise achten.
  • Sprache vor Ort: In Sa Pa und an den touristischen Einrichtungen rund um den Fansipan wird vor allem Vietnamesisch gesprochen. In Hotels, bei Reiseagenturen und an der Seilbahn sind Englischkenntnisse meist verbreitet, Deutsch hingegen eher selten. Ein paar einfache Wörter auf Vietnamesisch oder eine Übersetzungs-App erleichtern die Kommunikation, insbesondere außerhalb der touristischen Zentren.
  • Zahlung und Währung: In Vietnam ist der Vietnamesische Dong (VND) die Landeswährung. In Sa Pa, an der Seilbahn und bei größeren Anbietern werden in der Regel internationale Kreditkarten akzeptiert. Kleinere Geschäfte, Marktstände und einfache Restaurants bevorzugen jedoch Bargeld. In Städten wie Hanoi und in touristischen Orten gibt es Geldautomaten, an denen sich mit gängigen deutschen Bank- oder Kreditkarten Bargeld abheben lässt, wobei Gebühren und Wechselkurse variieren können. Mobile Payment-Lösungen sind im Vergleich zu Deutschland weniger flächendeckend, gewinnen aber in Großstädten an Bedeutung.
  • Trinkgeldkultur: Trinkgeld ist in Vietnam nicht zwingend erwartet, wird in touristischen Kontexten aber zunehmend geschätzt. In Restaurants, bei Guides oder Fahrern sind kleine Beträge als Anerkennung üblich, insbesondere wenn der Service als besonders freundlich oder hilfsbereit erlebt wird. Es gibt keine starre Prozentregel, aber ein aufgerundeter Betrag oder einige zusätzliche Euro in lokaler Währung gelten als höfliche Geste.
  • Kleiderordnung und Ausrüstung: Wegen der wechselhaften Witterung sollten Reisende unbedingt eine wärmende Schicht (Fleece, Softshell) und eine wind- oder regenabweisende Jacke mitnehmen, auch wenn im Tiefland sommerliche Temperaturen herrschen. Bequeme, rutschfeste Schuhe sind selbst bei Nutzung der Seilbahn empfehlenswert, da rund um den Gipfel viele Treppen und teils feuchte Wege zu bewältigen sind. Für einen Besuch der Pagoden und religiösen Stätten gilt: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, allzu freizügige Kleidung ist unpassend. In Tempelbereichen kann es erforderlich sein, Schuhe zu entfernen.
  • Fotografie und Drohnen: Fotografieren ist im Außenbereich und an Aussichtspunkten normalerweise unproblematisch, viele Besucher kommen gerade wegen der Aussicht. In Tempeln und Innenräumen sollten Hinweisschilder beachtet und gegebenenfalls Personal oder Mönche respektvoll gefragt werden, ob Fotoaufnahmen erlaubt sind. Der Einsatz von Drohnen kann in Vietnam genehmigungspflichtig sein oder bestimmten Beschränkungen unterliegen; wer eine Drohne mitnehmen möchte, sollte sich vorab über die geltenden Regeln informieren.
  • Einreisebestimmungen und Sicherheit: Vietnam liegt außerhalb des Schengen-Raums. Einreise- und Visabestimmungen können sich ändern. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisehinweise, Visaregeln und sicherheitsrelevanten Informationen vor der Reise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für Reisen nach Vietnam wird der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung empfohlen, die auch Rücktransport abdeckt.
  • Zeitverschiebung: Vietnam liegt in der Regel 6 Stunden vor der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) und 5 Stunden vor der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ). Dadurch kann es bei Flügen und Reiseplanung zu gefühltem Jetlag kommen. Eine langsame Anpassung des Schlafrhythmus und ein lockerer erster Reisetag helfen, sich an die neue Zeitzone zu gewöhnen.
  • Anreise innerhalb der DACH-Region: Reisende aus Österreich und der Schweiz erreichen Vietnam ebenfalls meist über Umsteigeverbindungen in großen europäischen oder asiatischen Drehkreuzen, da Direktflüge je nach Saison und Airline-Angebot variieren können. Die generellen Hinweise zu Einreise, Gesundheit und Zahlungsmitteln gelten entsprechend.

Warum Fansipan auf jede Sa Pa-Reise gehört

Fansipan ist mehr als nur ein Aussichtspunkt. Wer von Sa Pa aus den Berg besucht, erlebt einen intensiven Wechsel von Szenen: Im Tal die lebendigen Märkte, auf denen Angehörige verschiedener ethnischer Minderheiten in farbenfroher Tracht lokale Produkte verkaufen; unterwegs der Blick auf Reisterrassen, die sich wie grüne Wellen in die Täler schmiegen; oben das Nebelspiel zwischen Pagodendächern und Statuen, während der Wind über die Plattform fegt.

Für viele vietnamesische Besucher ist die Auffahrt auf den Fansipan ein emotionaler Höhepunkt, ein sichtbarer Beweis des eigenen Durchhaltevermögens und zugleich ein Moment des nationalen Stolzes. Deutsche Reisende erleben diesen Stolz oft hautnah, etwa wenn Gruppen mit Fahnen und Musik den Gipfel erreichen und gemeinsam Fotos machen. Diese Atmosphäre verleiht dem Ort eine besondere Energie, die sich deutlich von einem stillen Alpenpanorama unterscheidet.

Gleichzeitig bietet der Fansipan die Möglichkeit, sich von der geschäftigen touristischen Szene Sa Pas zu lösen und – zumindest in ruhigeren Tageszeiten – Momente der Stille zu finden. Wer früh am Morgen aufbricht oder eher an Werktagen reist, kann die Aussicht mit etwas weniger Andrang genießen. Nebel und Wolken sind häufig, doch gerade diese Wetterlaunen lassen den Berg oft geheimnisvoll wirken. Selbst wenn der Horizont nicht frei ist, erzeugen wandernde Wolkenbänder eindrucksvolle Lichtstimmungen.

In Kombination mit weiteren Erlebnissen in der Region – etwa Wanderungen durch Dörfer der Hmong oder Dao, Besuche von Wasserfällen oder Reisterrassen – wird der Fansipan Teil einer größeren Reiseerzählung. Die Gegend bietet eine andere Seite Vietnams als die bekannten Küstenstädte oder das Mekongdelta: rauer, kühler, bergiger und stärker von indigenen Kulturen geprägt. Für Reisende aus Deutschland, die das Land jenseits der klassischen Halong-Bucht-Motive kennenlernen möchten, ist Sa Pa mit dem Fansipan daher ein besonders lohnendes Ziel.

Auch fotografisch ist der Berg ein Highlight. Je nach Tageszeit und Wetter eröffnen sich ganz unterschiedliche Motive: goldenes Morgenlicht über dem Wolkenmeer, dramatische Schatten im Gegenlicht am Nachmittag, mystische Silhouetten der Pagoden im Nebel oder klare Sternenhimmel in besonders transparenten Nächten. Wer bewusst Zeit einplant und nicht nur „im Vorbeigehen“ den Gipfel besucht, kann hier eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Eindrücke sammeln.

Fansipan in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

Auf Social-Media-Plattformen gehört der Fansipan längst zu den ikonischen Vietnam-Motiven. Besonders häufig geteilt werden Fotos von Besucher:innen, die an der Flagge auf dem Gipfel posieren, Videos von der Seilbahnfahrt durch Wolkenbänke und Zeitraffer-Aufnahmen, in denen sich Nebel in Minutenschnelle über die Pagodendächer schiebt. Hashtags rund um Fansipan und Sa Pa bündeln diese Eindrücke und machen den Berg auch für diejenigen sichtbar, die (noch) nicht selbst vor Ort waren.

Häufige Fragen zu Fansipan

Wo liegt der Fansipan genau?

Fansipan befindet sich im Norden Vietnams, nahe der Stadt Sa Pa in der Provinz Lao Cai, unweit der Grenze zu China. Er gehört zum Hoàng-Liên-S?n-Gebirge und ist von Hanoi aus über Bahn- oder Busverbindungen und eine anschließende Weiterfahrt nach Sa Pa erreichbar.

Wie hoch ist der Fansipan und warum wird er „Dach von Indochina“ genannt?

Der Fansipan erreicht eine Höhe von etwa 3.143 Metern und ist damit der höchste Berg Vietnams und der gesamten Indochina-Halbinsel. Aufgrund dieser herausragenden Position wird er im vietnamesischen Sprachgebrauch häufig als „Dach von Indochina“ bezeichnet, vergleichbar mit der Rolle der Zugspitze als höchstem Gipfel Deutschlands.

Wie gelangt man als Reisende:r aus Deutschland auf den Gipfel?

Typischerweise führen internationale Flüge aus Deutschland nach Hanoi, von dort aus geht es weiter mit Zug oder Bus nach Sa Pa. In der Nähe von Sa Pa startet eine moderne Seilbahn, die in etwa 15 bis 20 Minuten auf ein Hochplateau nahe dem Gipfel fährt. Der letzte Abschnitt wird über Treppen und Wege zu Fuß zurückgelegt, wobei Höhenluft und zahlreiche Stufen eingeplant werden sollten.

Ist Fansipan auch ohne Seilbahn als Wanderung möglich?

Ja, es existieren Trekkingrouten, die den Aufstieg auf den Fansipan zu Fuß ermöglichen. Diese Touren erfordern eine gute körperliche Fitness, eine geeignete Ausrüstung und in der Regel einen ortskundigen Guide. Oft wird mit mindestens einer Übernachtung in einfachen Camps geplant. Witterung, Wegverhältnisse und Sicherheitslage sollten vorab sorgfältig geprüft werden.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch des Fansipan?

Gute Bedingungen bieten meist Frühling und Herbst, wenn Temperaturen moderat und Regenfälle geringer sind. Im Winter kann es auf dem Gipfel sehr kühl werden, gelegentlich mit Reif und Nebel, was eine besondere Atmosphäre schafft, die Sicht aber einschränken kann. In der Regenzeit ist die Vegetation besonders üppig, gleichzeitig treten häufiger Wolken und Niederschläge auf. Für bessere Chancen auf klare Sicht empfiehlt sich ein früher Start am Morgen.

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