Dujiangyan, Chengdu

Dujiangyan: jahrtausendealtes Wassersystem bei Chengdu

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 12:24 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Dujiangyan nahe Chengdu in China ist ein mehr als 2.000 Jahre altes Bewässerungssystem, das bis heute die fruchtbare Chengdu-Ebene prägt – ein Bauwerk mit besonderer Struktur.

Aquarell-Illustration von Dujiangyan in Chengdu, China als Reiseposter
Aquarellillustration des Wahrzeichens Dujiangyan in Chengdu China, weiche Farbverläufe und pastelliges Reiseposter-Feeling, Illustration mit AI erstellt.

Dujiangyan westlich von Chengdu in China ist ein historisches Bewässerungs- und Hochwasserschutzsystem aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., das bis in die Gegenwart die Ebene um Chengdu mit Wasser versorgt.

Dujiangyan: Wasserbaukunst aus der Qin-Dynastie

Dujiangyan liegt am Mittellauf des Min-Flusses am Übergang zwischen der Sichuan-Beckenlandschaft und den Vorgebirgen des Qinghai-Tibet-Plateaus und nutzt die natürliche Geländestufe, um Flusswasser ohne Staumauer zu verteilen.Der Standort am Min-Fluss gehört zu den prägenden Merkmalen des Systems. Das Bewässerungssystem wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. unter der Qin-Dynastie begonnen und ist damit ein Bauwerk aus der späten Zeit der Streitenden Reiche.Die erste Anlage um 256 v. Chr. bildet den historischen Kern.

Als verantwortlicher Wasserbaumeister gilt Li Bing, Statthalter der Shu-Region in der Qin-Dynastie, dessen Name in zahlreichen historischen Darstellungen mit dem Projekt verbunden ist.Li Bing als Initiator ist eine der zentralen Persönlichkeiten der chinesischen Wasserbaugeschichte. Dujiangyan wurde in einer Zeit angelegt, in der der Min-Fluss regelmäßig schwere Überschwemmungen in der Ebene verursachte, und entwickelte sich zu einer Anlage, die zugleich Hochwasser ableitet und Wasser in ein weit verzweigtes Kanalsystem einspeist.

Yuzui, Feishayan und Baopingkou: das Zusammenspiel dreier Bauwerke

Der Kopfbereich von Dujiangyan besteht aus drei wesentlichen wasserbaulichen Strukturen, die zusammen den Zufluss zur Chengdu-Ebene regeln: Yuzui, Feishayan und Baopingkou.Die drei Hauptkomponenten werden in technischen Untersuchungen immer wieder genannt. Yuzui ist ein länglicher Dammkörper im Flussbett, der das Wasser in einen inneren und einen äußeren Flussarm teilt und damit die Grundlage der Verteilung schafft. Feishayan ist ein Überlaufbauwerk, über das überschüssiges Wasser aus dem inneren Flussarm sowie ein Teil des mitgeführten Sediments zurück in den äußeren Arm geleitet wird.

Baopingkou ist eine in den Hang geschnittene Engstelle, über die Wasser aus dem inneren Flussarm in die Bewässerungskanäle der Ebene eingespeist wird.Die Funktion von Baopingkou bildet das dritte Element des Systems. Diese drei Bauwerke arbeiten ohne bewegliche Wehrelemente und verteilen den Fluss je nach Wasserstand kontinuierlich zwischen Flusslauf und Bewässerungsnetz. Über zahllose Kanäle und Nebenläufe erreicht das Wasser weite Teile der landwirtschaftlichen Flächen der Chengdu-Ebene und schützt gleichzeitig vor extremen Hochwasserspitzen.

UNESCO-Welterbe und Landschaftsraum am Qingcheng-Berg

Dujiangyan ist gemeinsam mit dem nahe gelegenen Qingcheng-Berg als Kulturlandschaft in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen; die Eintragung erfolgte im Jahr 2000.Die Welterbe-Anerkennung 2000 hebt sowohl die technische als auch die kulturelle Bedeutung hervor. Die Anlage erstreckt sich von den Wehranlagen am Fluss über zahlreiche Dämme und Kanäle bis in die weite Ebene, in der sich ein dichtes Netz von Bewässerungsgräben entwickelt hat.

In der Umgebung von Dujiangyan liegen neben dem Min-Fluss mehrere Tempelanlagen und historische Bauwerke, darunter der Erwang-Tempel, der mit der Verehrung von Li Bing verbunden ist.Der Bezug zum Erwang-Tempel zeigt die Verknüpfung von Wasserbau und Kulttradition. Das Zusammenspiel aus Flusslandschaft, Kanalsystem und den umgebenden historischen Stätten macht Dujiangyan zu einem Ort, an dem technische und religiöse Vorstellungen der alten chinesischen Gesellschaft räumlich eng nebeneinander stehen.

Dujiangyan besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Dujiangyan liegt nordwestlich von Chengdu in der Provinz Sichuan; aus Chengdu führen Straßen und Bahnverbindungen in die Stadt Dujiangyan am Min-Fluss.
  • Der Zugang zu den Wasserbauten am Fluss erfordert Fußwege über Treppen und Wege mit teils deutlicher Steigung, insbesondere im Bereich von Baopingkou und den höher gelegenen Aussichtspunkten.
  • Bei einem Besuch von Dujiangyan lässt sich der Min-Fluss aus verschiedenen Höhenlagen betrachten; nahegelegene Tempel und der Qingcheng-Berg ergänzen den Eindruck der Kulturlandschaft.
  • Amtssprache ist Chinesisch, gezahlt wird in Renminbi (Yuan).
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Dujiangyan: häufige Fragen

Wo liegt Dujiangyan genau?

Dujiangyan liegt westlich der Chengdu-Ebene in der Provinz Sichuan am Min-Fluss und ist von Chengdu aus gut erreichbar.

Was bietet ein Besuch von Dujiangyan?

Ein Besuch von Dujiangyan führt zu historischen Wasserbauten am Fluss, zu Tempelanlagen und zu Aussichtspunkten über der fruchtbaren Ebenenlandschaft.

Was kennzeichnet Dujiangyan besonders?

Dujiangyan ist ein über 2.000 Jahre altes, dammfreies Wasserbau- und Bewässerungssystem, das noch immer den Wasserhaushalt der Chengdu-Ebene prägt.

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