Dujiangyan, Chengdu

Dujiangyan: antikes Wasserbauwunder vor den Toren Chengdus

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 17:09 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Dujiangyan bei Chengdu in China ist ein über 2.000 Jahre altes Bewässerungssystem ohne Staumauer, das die Ebene bis heute prägt.

Bauhaus-Poster als Abstraktion von Dujiangyan in Chengdu, China
Bauhaus-Poster als geometrische Abstraktion von Dujiangyan in Chengdu China, kraeftige Grundfarben und harte Formkanten, Illustration mit AI erstellt.

Westlich der heutigen Metropole Chengdu liegt das Bewässerungssystem Dujiangyan, ein antikes Wasserbauwerk, das seit mehr als zwei Jahrtausenden die fruchtbare Ebene am Min-Fluss versorgt und ohne eine klassische Staumauer auskommt. Hier wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. eine Kombination aus Dämmen, Durchlässen und Kanälen geschaffen, die den Fluss teilt, Hochwasser kontrolliert und Wasser in die Chengdu-Ebene leitet.

Dujiangyan: historische Ingenieurkunst am Min-Fluss

Dujiangyan befindet sich in der Provinz Sichuan am mittleren Lauf des Min, eines bedeutenden Nebenflusses des Jangtse, an der Übergangszone zwischen der Chengdu-Ebene und dem Rand des Qinghai-Tibet-Plateaus.Der Standort am Min-Fluss macht das Wasserbauwerk zu einem Scharnier zwischen Gebirgsfluss und Agrarlandschaft. Initiator des Systems war Li Bing, ein Beamter der Qin-Dynastie, der im 3. Jahrhundert v. Chr. als Gouverneur in der Region wirkte.Li Bing in der Qin-Dynastie Das Bewässerungssystem entstand in dieser Zeit und gilt als eines der ältesten großmaßstäblichen Wasserbauprojekte, die weiterhin in Betrieb sind.

Die UNESCO führt Dujiangyan gemeinsam mit dem nahe gelegenen Qingchengshan als Welterbestätte, weil hier eine frühe, großräumige Steuerung eines Flusses mit rein baulichen Mitteln erhalten ist.Die Aufnahme in die Welterbeliste Die Anlage wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. begonnen und verteilt seither das Wasser des Min-Flusses auf die Felder der Chengdu-Ebene.Die Kontrolle des Min-Flusses Der historische Kern von Dujiangyan gilt als Beispiel dafür, wie frühe Ingenieure Geländeformen, Flusslauf und einfache Bauweisen miteinander kombinierten, um einen Gebirgsfluss dauerhaft zu zähmen.

Die drei Hauptbauwerke von Dujiangyan

Das Herz von Dujiangyan bilden drei miteinander verzahnte Bauwerke am Min-Fluss, die zusammen die Wasserführung steuern.Die drei Wasserbauwerke Ein Damm mit einer spitz zulaufenden Front im Flussbett teilt den Strom in einen äußeren und einen inneren Flussarm; dieser Bau wird in den Quellen als Fischmaul bezeichnet, weil seine Form an einen geöffneten Fischkopf erinnert.Der Fischmauldamm im Flussbett Der innere Arm führt das Wasser in Richtung der Ebene, während der äußere Arm einen Teil des Wassers und einen großen Teil der mitgeführten Sedimente weiter flussabwärts leitet.

Ein zweiter Bauteil ist der Feishayan-Wehr, ein flaches Überlaufbauwerk, über das Wasser aus dem inneren Flussarm zurück in den äußeren Arm abgeleitet wird.Der Feishayan-Wehr Dieses Element hilft dabei, Hochwasser abzuführen und den Anteil des Wassers, der in die Ebene gelangt, zu regulieren. Der dritte zentrale Bestandteil ist die schmale Baopingkou-Passage, ein Einschnitt im Vorgebirge, durch den der innere Flussarm in das Bewässerungssystem der Ebene übertritt.Die Baopingkou-Passage Gemeinsam bilden diese Bauwerke ein System, das Wasser teilt, Überschuss zurückführt und den Zufluss in die Kanäle begrenzt, ohne eine geschlossene Staumauer zu errichten.

Dujiangyan als Landschafts- und Kulturerbe

Die Umgebung von Dujiangyan verbindet Wasserbau, Flusslandschaft und Kulturerbe zu einem zusammenhängenden Ensemble. Der Min-Fluss tritt hier aus dem Gebirge in die breitere Ebene hinaus, während am Hang des Qingchengshan Tempelanlagen und Wälder liegen, die in die UNESCO-Welterbestätte einbezogen sind.Mount Qingcheng und Dujiangyan Entlang der Bauwerke haben sich über die Jahrhunderte weitere Dämme, Wasserläufe und kleinere technische Anlagen angesammelt, die den historischen Kern ergänzen.

Innerhalb der Anlage markieren Steininschriften, kleine Schreine und Brücken die Verbindung zwischen Wasserbau und regionaler Kultur. Dujiangyan wird in China als bedeutendes Wasserbauprojekt gewürdigt, das Felder und Städte der Chengdu-Ebene versorgt und zugleich als Beispiel für eine frühe, großräumige Flussregulierung ohne Staumauer gilt.Die Würdigung als Wasserbauprojekt In der Stadt Dujiangyan und am Zugang zur Anlage erinnern Tempel und Gedenkbauten an Li Bing und spätere Verwalter des Systems, die über die Jahrhunderte Veränderungen am Flusslauf betreuten.

Dujiangyan besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Dujiangyan liegt nordwestlich von Chengdu in der Provinz Sichuan am Min-Fluss, der als Nebenfluss des Jangtse gilt; von Chengdu führen Bahnlinien und Straßen in die Stadt Dujiangyan nahe der Wasserbauanlagen.
  • Innerhalb der historischen Bewässerungsanlage verläuft der Weg über Brücken, Treppen und Uferwege, teils mit deutlicher Steigung und mit Abschnitten, in denen Stufen und unebene Wege zu bewältigen sind.
  • In der Umgebung von Dujiangyan ragen die Hänge des Qingchengshan auf, und von den Wegen im Bereich der Anlage bestehen Ausblicke auf den Fluss, die Stadt Dujiangyan und die bewaldeten Berghänge.
  • Die Amtssprache ist Chinesisch, gezahlt wird in Renminbi Yuan; die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit, deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Dujiangyan: häufige Fragen

Wo liegt Dujiangyan genau?

Dujiangyan liegt in der Provinz Sichuan nordwestlich von Chengdu, am mittleren Lauf des Min-Flusses, wo der Gebirgsfluss in die Chengdu-Ebene eintritt.

Was bietet ein Besuch von Dujiangyan?

Ein Besuch führt entlang des antiken Bewässerungssystems mit Dämmen, Wehren und der Baopingkou-Passage, dazu kommen Wege am Min-Fluss, Brücken und der Blick auf die angrenzenden Berghänge.

Was kennzeichnet Dujiangyan besonders?

Dujiangyan ist ein Großprojekt der Wasserbaukunst aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., das den Min-Fluss ohne Staumauer steuert und als UNESCO-Welterbe die Verbindung von Flusslandschaft, Ingenieurbau und Kultur zeigt.

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