Delphi in Griechenland: Warum Delfoi bis heute fasziniert
31.05.2026 - 05:11:03 | ad-hoc-news.deWenn sich am frühen Morgen der Nebel über den Hängen des Parnass hebt und das Licht der Ägäis die Marmorsäulen vergoldet, entfaltet Delphi – das antike Delfoi (sinngemäß „Höhle/Schlund“ in Anspielung auf die Kultgrotte) – seine ganz eigene Magie. Zwischen Olivenhainen, schroffen Felsen und jahrtausendealten Steinen wird spürbar, warum dieser Ort für die Griechen der Antike der „Nabel der Welt“ war.
Delphi: Das ikonische Wahrzeichen von Delphi
Delphi in Griechenland ist eine der berühmtesten archäologischen Stätten Europas und gehört seit Jahrzehnten zum UNESCO-Welterbe. Die Ruinen von Delfoi liegen rund 180 km nordwestlich von Athen in Mittelgriechenland, terrassenförmig an einem Hang über dem Tal des Pleistos-Flusses, mit weitem Blick bis zum Golf von Korinth. Die UNESCO betont, dass Delphi in der griechischen Antike als panhellenisches Heiligtum eine einzigartige religiöse, politische und kulturelle Rolle einnahm.
Das Wahrzeichen des Ortes ist der Apollon-Tempel, in dessen Innerem einst das berühmte Orakel von Delphi wirkte. Für antike Herrscher und Stadtstaaten war der Spruch der Pythia, der Priesterin Apollons, häufig wichtiger als jede strategische Analyse – bevor über Kriege, Kolonien oder Gesetze entschieden wurde, konsultierte man das Orakel. Bis heute übt die Vorstellung einer Gottheit, die durch eine Priesterin spricht, eine starke Faszination aus.
Für Reisende aus Deutschland verbindet Delphi mehrere starke Motive: mediterrane Landschaft, spektakuläre Ruinen, reiche Mythen und ein hervorragendes Archäologisches Museum mit Meisterwerken antiker Kunst. Medien wie GEO und National Geographic Deutschland stellen Delphi regelmäßig als eines der eindrucksvollsten antiken Ensembles des Landes heraus – oft in einem Atemzug mit der Akropolis in Athen.
Geschichte und Bedeutung von Delfoi
Die Geschichte von Delfoi reicht bis in mykenische Zeit zurück (2. Jahrtausend v. Chr.), als an dieser Stelle vermutlich schon ein Kultplatz existierte. Die eigentliche Blütezeit des Heiligtums lag jedoch in der archaischen und klassischen Epoche Griechenlands, grob zwischen dem 8. und 4. Jahrhundert v. Chr. In dieser Zeit entwickelte sich Delphi zum wichtigsten Apollon-Heiligtum und zu einem religiösen Zentrum, das von nahezu allen griechischen Stadtstaaten besucht und beschenkt wurde.
Der Mythos erklärt die besondere Stellung so: Zeus ließ zwei Adler von den Enden der Welt starten; sie trafen sich in Delphi, dem Mittelpunkt der Erde. An dieser Stelle befand sich der Omphalos, der „Nabelstein“, dessen Darstellung als skulpturiertes Objekt heute im Archäologischen Museum von Delfi zu sehen ist. Für Besucher ist der Omphalos eines der wichtigsten Symbole des Heiligtums.
Politisch spielte Delphi eine doppelte Rolle: Einerseits war es ein neutraler sakraler Ort, dessen Priesterschaft (das Amphiktyonenbund-Gremium) über die Verwaltung des Heiligtums und die Durchführung der Pythien, der panhellenischen Spiele zu Ehren Apollons, wachte. Andererseits beeinflussten die Orakelentscheidungen konkrete historische Entwicklungen, etwa bei der Gründung von Kolonien im Mittelmeerraum oder bei Allianzen im Perserkrieg.
Im 4. Jahrhundert v. Chr. führten die sogenannten Heiligen Kriege um den Einfluss auf Delphi zu militärischen Auseinandersetzungen. Später, in hellenistischer und römischer Zeit, blieb der Ort wichtig, erlebte aber mehrere Phasen des Niedergangs und Wiederaufbaus. Unter römischer Herrschaft, etwa zur Zeit des Kaisers Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr., erfuhr Delphi erneut Förderung und Prestige.
Mit dem Aufstieg des Christentums und den Edikten des Kaisers Theodosius I. gegen heidnische Kulte im späten 4. Jahrhundert n. Chr. wurde das Orakel endgültig eingestellt. Der Ort verfiel, wurde von Erdrutschen und Erdbeben getroffen und geriet zunehmend in Vergessenheit. Im Mittelalter entstand über Teilen der antiken Stätte das Dorf Kastri. Erst im 19. Jahrhundert begannen systematische Ausgrabungen, vor allem durch die sogenannte „Französische Schule“ (École française d’Athènes), die die antiken Bauten Schritt für Schritt freilegte und so das heutige Erscheinungsbild prägte.
Für deutsche Leser ist ein grober zeitlicher Vergleich hilfreich: Die Blütezeit des Orakels lag mehr als 2.000 Jahre vor der Gründung des Deutschen Reichs 1871 – viele der heute sichtbaren Bauten standen bereits, als in Mitteleuropa noch keine schriftlichen Quellen existierten. Delphi ist damit deutlich älter als zum Beispiel das römische Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) oder das Brandenburger Tor in Berlin.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Die Stätte von Delfoi gliedert sich in mehrere Bereiche: das Heiligtum des Apollon, das Heiligtum der Athena Pronaia, das Stadion, das Theater sowie die angrenzende Siedlungsebene. Die besondere topographische Lage am steil ansteigenden Hang des Parnass führt dazu, dass Besucher heute einen terrassenartig aufgebauten Rundgang erleben – eine Dramaturgie, die der religiösen Erfahrung der Antike ähneln soll.
Herzstück ist der Apollon-Tempel. Der heute sichtbare Grundriss stammt im Kern aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., nach einem Erdbeben neu errichtet. Es handelt sich um einen peripteralen Tempel im dorischen Stil mit sechs Säulen an den Schmalseiten und fünfzehn an den Längsseiten – also einen typischen Vertreter klassischer griechischer Tempelarchitektur, wie sie Besucher auch vom Parthenon in Athen kennen, wenn auch in kleinerem Maßstab.
Innerhalb des Tempels befand sich das Adyton, der abgetrennte Raum, in dem die Pythia auf einem Dreifuß saß und ihre Orakelsprüche äußerte. Antike Autoren berichten, dass aus einer Felsspalte Gase aufstiegen, die die Priesterin in Trance versetzt hätten; moderne Forschung diskutiert dies kontrovers und verweist eher auf symbolische Deutungen und die rituelle Vorbereitung durch Fasten und Räucherwerk. Für heutige Besucher ist der Orakelraum zwar nicht mehr baulich erfahrbar wie einst, doch Informationstafeln und Museumsobjekte vermitteln die Bedeutung.
Die Heilige Straße, die zum Tempel hinaufführt, wird gesäumt von den Resten zahlreicher Schatzhäuser (Treasure Houses), in denen griechische Stadtstaaten ihre Weihegaben präsentierten. Besonders bekannt ist das Schatzhaus der Athener, ein kleiner dorischer Bau, der nach der Schlacht von Marathon um 490 v. Chr. errichtet wurde, um den Sieg über die Perser zu feiern. Rekonstruiert und teilweise wiederaufgebaut, vermittelt es heute anschaulich, wie repräsentativ solche Votivbauten gestaltet waren.
Über dem Apollon-Heiligtum liegt das Theater von Delphi, in das sich Besucher heute noch setzen können. Es stammt überwiegend aus der hellenistischen Zeit und bot mehreren Tausend Zuschauern Platz, mit einem grandiosen Blick über Tempel und Tal – eine Kulisse, die sich auch in zahllosen Fotomotiven in den sozialen Medien wiederfindet. Noch weiter oben am Hang liegt das Stadion, in dem die Pythischen Spiele stattfanden, eine der wichtigsten Sportveranstaltungen der griechischen Welt neben den Olympischen Spielen.
Ein weiterer ikonischer Bereich ist das Heiligtum der Athena Pronaia, etwas unterhalb des Hauptgeländes. Hier steht die berühmte Tholos von Delphi, ein runder Bau aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. mit eleganten Säulen, dessen genaue Funktion bis heute diskutiert wird. Die Ruinen, insbesondere die drei aufrecht stehenden Säulen, gehören zu den meistfotografierten Motiven der Anlage.
Von besonderer Bedeutung für Kunstliebhaber ist das Archäologische Museum von Delfi (Archäologisches Museum von Delphi), das direkt neben der Ausgrabungsstätte liegt und als eines der wichtigsten Museen Griechenlands gilt. Der ADAC und andere Reiseführer heben hervor, dass das Museum Meisterwerke wie den bronzenen Wagenlenker von Delphi (um 470 v. Chr.), die monumentale Statuengruppe des Apollon-Tempel-Giebels und die Zwillingsstatuen von Kleobis und Biton präsentiert. Diese Stücke gelten als Schlüsseldokumente der griechischen Plastik von der archaischen zur klassischen Epoche.
Der Wagenlenker von Delphi, eine nahezu vollständig erhaltene Bronzestatue eines siegreichen Wagenlenkers, beeindruckt durch seine feine Detailarbeit und die bewegte, aber zugleich kontrollierte Körperhaltung. Fachmagazine wie das ADAC Reisemagazin und National Geographic Deutschland stellen ihn regelmäßig als Höhepunkt eines Besuchs in Delphi heraus. Die archaischen Statuen von Kleobis und Biton, zwei kraftvolle Jünglingsfiguren (Kouroi), zeigen die typische, leicht lächelnde Ausdrucksweise dieser Epoche.
Ein weiteres Highlight ist der schon erwähnte Omphalos-Stein, dessen Reliefornamentik den Nabel der Welt symbolisiert. Zusammen mit Votivstelen, Inschriften und kleineren Bronzen verdeutlicht er den Reichtum und die symbolische Tiefe der Weihepraxis in Delfoi.
Der Gesamtcharakter Delphis ist durch eine seltene Verbindung von Natur und Kultur geprägt: Die steilen Felswände der sogenannten Phaidriaden („die Leuchtenden“) rahmen das Heiligtum ein und verstärken den Eindruck einer natürlichen Kulisse, den viele Besucher als „sakral“ empfinden. Kulturhistoriker betonen, dass gerade diese dramatische Landschaft wesentlich dazu beitrug, dass Delphi als Ort der Götter und Visionen wahrgenommen wurde.
Delphi besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Delphi liegt in der Region Phokis in Mittelgriechenland, etwa 180 km von Athen entfernt. Für Reisende aus Deutschland bieten sich in der Regel Flüge nach Athen (ATH) an, mit Direktverbindungen unter anderem ab Frankfurt, München, Berlin und Düsseldorf. Die Flugzeit beträgt im Schnitt rund 2,5 bis 3 Stunden, abhängig von Abflugort und Verbindung. Von Athen aus führt eine gut ausgebaute Straße über Livadia und Arachova nach Delphi; mit dem Mietwagen oder Reisebus dauert die Fahrt etwa 2,5 bis 3 Stunden. - Anreise per Bus und Mietwagen
Zwischen Athen und Delphi verkehren Linienbusse des regionalen Busunternehmens (KTEL Fokidas) ab dem Busbahnhof in Athen; die Fahrzeit liegt ähnlich bei gut 3 Stunden. Da Fahrpläne variieren können, empfiehlt sich eine aktuelle Abfrage kurz vor der Reise. Wer mit dem Auto aus Mitteleuropa anreist, kombiniert meist Fähre (z. B. Italien–Griechenland) und eine anschließende Fahrt auf griechischen Nationalstraßen. Für eine reine Autofahrt ab Deutschland ist mit mehreren Fahrtagen zu rechnen. - Bahnverbindungen
Direkte Bahnverbindungen bis Delphi gibt es nicht; der nächstgelegene größere Bahnhof liegt in Livadia oder in Lamia. Von dort fährt man mit dem Bus oder Taxi weiter. Für Reisende, die möglichst viel mit der Bahn zurücklegen möchten, ist eine Fahrt mit dem Zug bis Athen (via Italien/Fähre oder Balkanroute) und von dort mit Bus/Mietwagen nach Delphi eine Option. - Öffnungszeiten
Die archäologische Stätte von Delphi und das Archäologische Museum von Delfi unterstehen dem griechischen Kulturministerium. Grundsätzlich sind beide Einrichtungen ganzjährig geöffnet, mit längeren Öffnungszeiten in der Sommersaison und reduzierten Zeiten im Winterhalbjahr. Der ADAC und offizielle Informationen geben für das Museum Tagesöffnungszeiten etwa von morgens bis zum Nachmittag an, mit verkürzten Zeiten an bestimmten Feiertagen und Schließtagen wie dem 1. Januar und Weihnachten. Wichtiger Hinweis: Öffnungszeiten können sich saisonal ändern oder aus organisatorischen Gründen variieren. Es empfiehlt sich, die jeweils aktuellen Zeiten direkt auf der offiziellen Seite des griechischen Kulturministeriums oder der Stätte zu prüfen. - Eintritt
Für den Besuch der Ausgrabungsstätte und des Archäologischen Museums wird ein Eintrittsgeld erhoben. Es gibt meist kombinierte Tickets, saisonale Preisunterschiede und Ermäßigungen (z. B. für Studierende oder Kinder). Da sich konkrete Beträge durch Entscheidungen der Behörden ändern können, sollten Reisende kurz vor dem Besuch die aktuellen Tarife auf offiziellen Seiten oder bei renommierten Reiseanbietern nachschlagen. Generell liegt das Preisniveau für bedeutende archäologische Stätten in Griechenland im moderaten Bereich verglichen mit westeuropäischen Museen. - Beste Reisezeit
Delphi lässt sich grundsätzlich ganzjährig besuchen, doch für Besucher aus Deutschland gelten Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) als besonders angenehm. In diesen Monaten ist es meist warm, aber nicht zu heiß, und die Lichtverhältnisse sind ideal für Fotos. Im Hochsommer (Juli, August) können die Temperaturen deutlich über 30 °C steigen; der Aufstieg entlang der Heiligen Straße kann dann anstrengend sein, zumal Schattenplätze rar sind. Viele Reiseführer empfehlen daher, im Sommer früh am Morgen oder spätnachmittags zu kommen, um Hitze und Hauptandrang zu vermeiden. - Klima und Kleidung
Delphi liegt auf rund 500–600 m Höhe; die Sommerhitze wird durch die Lage am Hang teilweise gemildert, aber nicht aufgehoben. Im Winter kann es kühl bis kalt werden, gelegentlich sogar mit Schneefall, insbesondere im höher gelegenen Parnass-Gebiet, das auch ein Skigebiet beherbergt. Empfehlenswert sind feste, rutschfeste Schuhe für den unebenen Untergrund der Ausgrabungsstätte, Sonnenschutz (Hut, Sonnencreme) sowie eine Wasserflasche. Im Winter sind eine winddichte Jacke und Zwiebellook sinnvoll. - Sprache vor Ort
Amtssprache ist Griechisch. In Delphi, das stark vom internationalen Tourismus geprägt ist, sprechen viele Beschäftigte in Hotels, Restaurants, Souvenirläden und an der Stätte Englisch. Deutsch wird vereinzelt verstanden, vor allem in touristisch orientierten Betrieben, sollte aber nicht vorausgesetzt werden. Eine kurze Vorbereitung mit ein paar grundlegenden griechischen Wendungen (z. B. „Kalimera“ für „Guten Tag“) wird vielerorts positiv aufgenommen. - Zahlung und Trinkgeld
In Griechenland ist der Euro (€) Landeswährung, eine Umrechnung entfällt. Kartenzahlung (Kreditkarte, Debitkarte) ist in Hotels, den meisten Restaurants und im Museum gängig; in kleineren Tavernen oder Souvenirshops kann Bargeld weiterhin hilfreich sein. Mobile Payment mit Apple Pay oder Google Pay wird zunehmend akzeptiert, ist aber noch nicht flächendeckend. Trinkgeld ist nicht zwingend, aber üblich: In Restaurants sind 5–10 % bei gutem Service ein gängiger Richtwert, kleinere Beträge sind auch im Taxi oder bei geführten Touren willkommen. - Zeitverschiebung
Griechenland liegt in der osteuropäischen Zeitzone. In der Regel beträgt der Zeitunterschied zu Mitteleuropa (MEZ/MESZ) +1 Stunde. Wenn es in Deutschland 12:00 Uhr ist, ist es in Delphi meist 13:00 Uhr. Während der Sommerzeit stellen sowohl Deutschland als auch Griechenland die Uhren um, sodass der Unterschied konstant bleibt. - Gesundheit und Sicherheit
Für EU-Bürger, darunter deutsche Staatsangehörige, gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) bzw. die Rückseite der deutschen Krankenkassenkarte. Sie ermöglicht die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen im öffentlichen System zu den Bedingungen des Gastlandes. Eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung kann dennoch sinnvoll sein, insbesondere für Rücktransport und private Einrichtungen. Die Ausgrabungsstätte selbst gilt als sicher, dennoch sollten Besucher auf unebene Wege achten und bei Hitze ausreichend trinken. - Einreisebestimmungen
Griechenland ist Mitglied der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Deutsche Staatsbürger können in der Regel mit gültigem Personalausweis oder Reisepass einreisen. Da sich rechtliche Rahmenbedingungen ändern können, sollten Reisende die aktuellen Einreisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. - Besuchsdauer und Routenempfehlung
Für einen ersten Besuch ist ein ganzer Tag empfehlenswert: Vormittags das Archäologische Museum, das den inhaltlichen Schlüssel zur Stätte liefert, nachmittags die Ruinen mit Apollon-Tempel, Theater und Stadion. Wer Zeit hat, sollte zusätzlich das Heiligtum der Athena Pronaia und das moderne Städtchen Delphi mit seinen Tavernen einplanen. Viele Reiseveranstalter kombinieren Delphi in Rundreisen mit Athen, den Meteora-Klöstern oder den Badeorten am Golf von Korinth. - Fotografie und Verhalten
Auf dem Gelände von Delphi ist Fotografieren im Freien in der Regel erlaubt, solange keine Drohnen eingesetzt und keine Absperrungen überschritten werden. Im Museum gelten teilweise gesonderte Regeln, insbesondere für Blitzlicht oder Stative; Hinweisschilder und das Personal geben Auskunft. Aus Respekt vor der historischen und religiösen Bedeutung sollten Besucher nicht auf antiken Mauern sitzen oder klettern und keine Steine oder Pflanzen mitnehmen.
Warum Delfoi auf jede Delphi-Reise gehört
Delphi bietet einen seltenen Dreiklang aus Landschaft, Architektur und Mythologie. Wer über die antiken Stufen steigt, blickt nicht nur auf alte Steine, sondern auf die Kulisse einer Welt, in der Götter, Orakel und Stadtstaaten untrennbar miteinander verwoben waren. Für viele Besucher aus Deutschland ist es gerade diese Verbindung von rational nachvollziehbarer Geschichte und schwer greifbarem Mythos, die den Reiz ausmacht.
Im Vergleich zu anderen berühmten Stätten in Griechenland, etwa der Akropolis in Athen oder Olympia auf dem Peloponnes, wirkt Delphi kompakter, zugleich aber dramatischer in die Landschaft eingebettet. Die Aussicht vom Theater auf das Tal mit seinen silbrig glänzenden Olivenhainen gehört zu den Momenten, die sich tief einprägen – ähnlich eindrucksvoll wie der Blick vom Areopag-Felsen auf die Akropolis oder vom Turm des Kölner Doms über den Rhein.
Auch kulturell lohnt sich der Abstecher: Die nahe gelegene Ortschaft Delphi bietet zahlreiche Unterkünfte von einfachen Pensionen bis zu komfortablen Hotels, traditionelle Tavernen mit griechischer Küche sowie kleinere Läden mit regionalen Produkten. Die Bergstadt Arachova, etwa 10 km entfernt, ist für ihre Steinhäuser, ihre Winter- und Skisaison am Parnass sowie für ihre lebhafte Atmosphäre bekannt. In Kombination lässt sich Delphi daher gut als Baustein einer Kultur- und Naturreise durch Mittelgriechenland planen.
Kunsthistoriker und Reisejournalisten betonen, dass ein Besuch des Museums den Zugang zu den Ruinen deutlich vertieft: Wer den Wagenlenker von Delphi, die Giebelplastiken und den Omphalos gesehen hat, versteht die Bedeutung der einzelnen Fundstellen innerhalb des Heiligtums besser. Viele Rundgänge sind so aufgebaut, dass zuerst das Museum besucht wird, gefolgt von der Stätte – eine Struktur, die sich besonders für Erstbesucher bewährt hat.
Für Familien mit größeren Kindern bietet Delphi die Möglichkeit, antike Geschichte anschaulich erlebbar zu machen: Statt nur von Orakeln, Göttern und Tempeln zu lesen, können junge Besucher den Weg selbst gehen, auf den Steinstufen sitzen und sich vorstellen, wie Athener Delegationen mit Weihegaben heraufzogen. Einige deutschsprachige Reiseführer geben dazu konkrete Vorschläge für kindgerechte Erklärungen und Rallyes, auch wenn die Beschilderung vor Ort überwiegend auf Griechisch und Englisch erfolgt.
Reise- und Kulturmagazine aus dem deutschsprachigen Raum ordnen Delphi häufig als „Must-See“ für Erstbesuche in Griechenland ein – zusammen mit Athen, Santorin oder den Meteora-Klöstern. Im Gegensatz zu vielen Inselzielen ist Delphi dabei stark saisonunabhängig: Selbst in den Wintermonaten strahlt die Stätte, bei entsprechendem Wetter, eine besondere Ruhe und Klarheit aus, die viele als authentischer erleben als den sommerlichen Trubel.
Delphi in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist Delphi seit Jahren ein beliebtes Motiv für Reisefotografie, historische Kurzformate und Reels mit meditativem Charakter. Besonders häufig geteilt werden Sonnenaufgänge über dem Tal, Panoramaaufnahmen aus dem Theater und Nahansichten des Wagenlenkers im Museum. Reiseinfluencer nutzen Delphi zudem gern als Kontrastprogramm zu Strandszenen – als kulturelles Highlight innerhalb einer Griechenland-Rundreise.
Delphi — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Delphi
Wo liegt Delphi genau?
Delphi liegt in Mittelgriechenland in der Region Phokis, etwa 180 km nordwestlich von Athen, oberhalb des Pleistos-Tals mit Blick in Richtung Golf von Korinth. Die Stätte befindet sich am Südwesthang des Parnass-Gebirges in etwa 500–600 m Höhe.
Warum war das Orakel von Delfoi so bedeutend?
Das Orakel von Delfoi galt in der Antike als Stimme des Gottes Apollon. Stadtstaaten, Könige und Privatpersonen konsultierten die Pythia, um Entscheidungen zu Krieg, Kolonisation, Gesetzgebung oder persönlichen Fragen zu treffen. Da die Antworten religiös legitimiert waren, hatten sie großes Gewicht und beeinflussten die Geschichte des östlichen Mittelmeerraums nachhaltig.
Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch von Delphi einplanen?
Für einen ausführlichen Besuch der archäologischen Stätte und des Archäologischen Museums sollten mindestens ein ganzer Tag oder zwei halbe Tage eingeplant werden. So bleibt genug Zeit, die wichtigsten Bereiche – Apollon-Tempel, Heilige Straße, Theater, Stadion, Athena-Heiligtum – ohne Zeitdruck zu erleben und zwischendurch Pausen einzulegen.
Wann ist die beste Reisezeit für Delphi aus deutscher Sicht?
Besonders angenehm sind Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober), wenn die Temperaturen milder sind und das Licht sehr klar sein kann. Im Hochsommer ist es oft heiß und voller, während der Winter zwar kühler, aber ruhiger ist. Wer Hitze meiden möchte, besucht die Stätte im Sommer am besten früh morgens oder am späten Nachmittag.
Eignet sich Delphi auch für Familien mit Kindern?
Ja, Delphi eignet sich durchaus für Familien, besonders mit etwas älteren Kindern. Die Wege sind allerdings teilweise steil und uneben, sodass Kinder trittsicher sein sollten. Mit einer guten Vorbereitung – kurzen Geschichten zu Göttern, Helden und dem Orakel – wird der Besuch zu einem lebendigen Geschichtsunterricht in beeindruckender Kulisse.
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