Dazu Shike: Steinbilderwelten an den Felswänden von Chongqing
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 06:58 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Dazu Shike bezeichnet die Felsskulpturen von Dazu im Verwaltungsgebiet von Chongqing in China, ein weitläufiges Ensemble aus in Sandstein gehauenen religiösen Bildern, das über mehrere Jahrhunderte entstanden ist und als UNESCO-Welterbe anerkannt wurde.
Dazu Shike: Sandsteinreliefs zwischen Hügeln und Tälern
Dazu Shike liegt im Dazu-Distrikt westlich des dicht bebauten Zentrums von Chongqing und verteilt sich über mehrere bewaldete Hügelzüge mit steilen Felswänden. Die Reliefs und Skulpturen sind direkt in den Sandstein dieser Hänge gearbeitet und bilden ganze Bildprogramme entlang von Felsgalerien und Nischen. Ein Teil der herausragenden Ensembles befindet sich am Nordberg Beishan und am Baodingshan, einem Hügel, dessen Hänge dicht mit Reliefs und Figuren übersät sind.Reliefs an mehreren Berggruppen Die Felsperspektive mit Felswänden, Terrassen, Treppen und in den Stein eingelassenen Bildern prägt den gesamten Eindruck des Ortes und macht Dazu Shike zu einem Landschaftsraum, in dem Natur und Bildkunst ineinander übergehen.
Die Stätten gehören zum UNESCO-Welterbe und sind unter der Sammelbezeichnung Dazu Rock Carvings mit der Kennnummer 912 verzeichnet, was die besondere Bedeutung der Felsskulpturen im Kontext der chinesischen Höhlen- und Grottenkunst hervorhebt.UNESCO-Eintrag mit der Welterbe-Kennnummer 912 Unter dem Namen Dazu Shike sind mehrere Felsstandorte zusammengefasst, die im Distrikt verteilt liegen und gemeinsam ein zusammenhängendes Steinbildergebiet bilden, dessen Ausdehnung sich über Hänge, Täler und Bachläufe erstreckt.
Felsskulpturen von Dazu: Figuren, Reliefs und Inschriften
Das Herz von Dazu Shike bilden die in den Sandstein gearbeiteten Skulpturen und Reliefs, die buddhistische, daoistische und konfuzianische Motive zeigen und durch Inschriften mit Erläuterungen und Texten ergänzt sind.Felsskulpturen mit religiösen Themen Viele Figuren sind vollplastisch aus dem Fels gelöst, andere erscheinen als Hoch- oder Flachreliefs in langen Bildstreifen, die Szenen aus Lehrtexten, Alltagsleben und religiösen Erzählungen verbinden. Neben Bodhisattvas, Buddhas und daoistischen Gestalten finden sich Darstellungen von konfuzianisch geprägten Familien- und Alltagsszenen, die in den Steinbildern nebeneinander stehen.
Die große Anzahl von Skulpturen in Dazu Shike ist bemerkenswert; unter der Welterbe-Bezeichnung werden zahlreiche Felsplätze mit Zehntausenden von Figuren und umfangreichen Inschriften zusammengefasst.Sammlung mit vielen Skulpturen und Inschriften Die Bildwerke zeigen sowohl streng symmetrische Arrangements als auch dicht komprimierte Szenen mit vielen Figuren, wobei die Oberfläche des Felsens an vielen Stellen fast vollständig von Reliefs bedeckt ist. Farbspuren an einigen Figuren belegen, dass Teile der Skulpturen ursprünglich farbig gefasst waren, auch wenn ein Großteil der polychromen Gestaltung im Lauf der Jahrhunderte verblasst ist.
Entstehung über mehrere Dynastien und Hauptstandorte
Die Entwicklung von Dazu Shike setzt in der Tang-Dynastie ein und zieht sich über die Song-Zeit, sodass die Felsbilder eine lange Entstehungsphase zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert dokumentieren.Datierung der Felsbilder zwischen 9. und 13. Jahrhundert Frühe Arbeiten im 9. Jahrhundert stehen neben späteren, komplexen Programmen des 12. und 13. Jahrhunderts, was in der stilistischen Entwicklung der Figuren und in der Ausarbeitung der Reliefs sichtbar ist. Aufeinanderfolgende Bildhauer- und Mönchsgenerationen haben die vorhandenen Felsflächen ergänzt und erweitert, sodass die heutige Gestalt des Ortes das Resultat eines langen, geschichtlichen Schichtungsprozesses ist.
Zu Dazu Shike gehören mehrere benannte Standorte im Dazu-Distrikt, darunter Beishan, Baodingshan, Nanshan, Shizhuanshan und Shimenshan, die als eigenständige Felssparten mit jeweils eigenen Bildprogrammen auftreten.Fünf Hauptstandorte im Dazu-Distrikt In der Welterbeliste werden diese Orte als Mehrfachstandort geführt; sie sind durch Straßen und Wege miteinander verbunden, liegen aber jeweils an eigenen Hanglagen mit differierenden Blickbeziehungen ins Umland. Einige besonders bekannte Ensembles werden mit dem Namen ihrer Hügel bezeichnet, etwa die Bildanlagen am Baodingshan, die sich über eine Hangfläche mit vielen Reliefs erstrecken.
Dazu Shike besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Dazu Shike liegt im Dazu-Distrikt westlich des Stadtzentrums von Chongqing; Ausgangspunkt für viele Besuche ist Chongqing, von wo Straßenverbindungen in den Distrikt und weiter zu den Felsstandorten führen.
- Im Gelände bewegen sich Besucher überwiegend auf angelegten Wegen, Treppen und Stegen entlang von Felswänden, sodass Strecken mit Stufen und Gefälle zu bewältigen sind und einzelne Treppenpassagen über längere Abschnitte durch den Hang führen.
- Im unmittelbaren Umfeld der Felsskulpturen liegen neben Hügeln und Tälern auch kleinere Gewässer und Bachläufe, die das Relief der Landschaft zusätzlich gliedern und den Wegverlauf an den Hängen und durch Senken strukturieren.
- Dazu Shike liegt im Südwesten von China; Amtssprache ist Chinesisch, gezahlt wird in Renminbi (Yuan).
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Dazu Shike auf Social-Media-Plattformen
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Dazu Shike: häufige Fragen
Wo liegt Dazu Shike genau?
Dazu Shike liegt im Dazu-Distrikt westlich des urbanen Zentrums von Chongqing im Südwesten von China und erstreckt sich über mehrere Hügel- und Hanglagen mit Sandsteinfelsen.
Was bietet ein Besuch von Dazu Shike?
Ein Besuch führt entlang von Felswänden mit dicht gearbeiteten Skulpturen, Reliefs und Inschriften, die buddhistische, daoistische und konfuzianische Motive sowie Szenen aus dem historischen Alltagsleben zeigen.
Was kennzeichnet Dazu Shike im Vergleich zu anderen Orten?
Kennzeichnend ist die Kombination aus großer Zahl an Sandsteinfiguren, der langen Entstehungszeit zwischen Tang- und Song-Dynastie und der dichten Verteilung der Reliefs über mehrere benannte Standorte wie Beishan und Baodingshan im Dazu-Distrikt.
