Dazu Shike, Chongqing

Dazu Shike: Felsreliefs zwischen Religion und Alltag

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 19:38 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Dazu Shike bei Chongqing verbindet buddhistische, daoistische und konfuzianische Bildwelten mit Szenen aus dem chinesischen Alltag –

Architektur-Render von Dazu-Felszeichnungen in Chongqing, China bei Tageslicht
Moderner Architektur-Render zeigt Silhouette von Dazu-Felszeichnungen in Chongqing China, klare Linien und neutrales Tageslicht, Illustration mit AI erstellt.

Dazu Shike bezeichnet eine weitläufige Gruppe von Felsreliefs im Dazu-Distrikt der chinesischen Stadt Chongqing. In steilen Hängen stehen buddhistische, daoistische und konfuzianische Darstellungen neben Bildern aus dem sozialen Leben; die Verbindung von Religion und Alltag prägt das Erscheinungsbild der Anlage.

Die frühesten Arbeiten setzen im Jahr 650 ein. Ihre wichtigste künstlerische Entfaltung liegt zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert, als Bildhauer Figuren, Inschriften und Szenen direkt in den Fels arbeiteten.

Dazu Shike und die Bildsprache steiler Felswände

Die Felskunst verteilt sich über die Hänge des Dazu-Gebiets westlich des Stadtzentrums von Chongqing. Zu den fünf zentralen Gruppen gehören Beishan, Baodingshan, Nanshan, Shizhuanshan und Shimenshan. Jede dieser Anlagen besitzt eine eigene räumliche Ordnung und eine eigene Mischung aus religiösen Themen.

In den Steinflächen erscheinen Buddhafiguren, Bodhisattvas, Himmelswesen, daoistische Gottheiten und konfuzianische Motive. Daneben stehen Szenen mit Musikern, Tieren, Arbeitenden und Angehörigen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Die Reliefs bilden dadurch nicht nur Glaubensinhalte ab, sondern auch Vorstellungen von Ordnung, Bildung, Familie und Zusammenleben.

Die UNESCO beschreibt die Felsreliefs von Dazu als herausragende Folge von Skulpturen an steilen Hängen. Die Anlage verbindet plastische Figuren mit in den Stein eingetragenen Schriftzeichen und einer differenzierten Szenenfolge.

Dazu Shike zwischen Tang-Zeit und Südlicher Song-Dynastie

Die ersten bekannten Arbeiten in Dazu stammen aus der Tang-Zeit und reichen bis in das Jahr 650 zurück. Im Jahr 892 begann Wei Junjing, Präfekt von Changzhou, mit den Arbeiten am Beishan. Danach beteiligten sich lokale Verwaltungsbeamte, Grundbesitzer, Mönche, Nonnen und weitere Bewohner an der Gestaltung verschiedener Felsplätze.

Nach einer Unterbrechung setzte die Arbeit im Jahr 1078 während der Nördlichen Song-Dynastie wieder ein. Beishan erhielt weitere Bildwerke, während Nanshan und Shimenshan eigene Gruppen ausbildeten. Shizhuanshan verbindet Darstellungen des Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus innerhalb einer gemeinsamen Felsanlage.

Baodingshan entstand zwischen 1174 und 1252 unter der Leitung des Mönchs Zhao Zhifeng. Dort konzentrieren sich Szenen des esoterischen Buddhismus, darunter monumentale Figuren, religiöse Erzählungen und Darstellungen von Höllenbildern. Ein historischer Überblick zu Dazu nennt diese Phase als besonders wichtige Zeit für die Ausformung der Anlage.

Dazu Shike als steinerne Verbindung von Glauben und Alltag

Baodingshan liegt in einem hufeisenförmigen Tal. Die Felswand ist dort nicht mit einzelnen Figuren besetzt, sondern als zusammenhängende Folge von Bildfeldern gestaltet. Große Buddhafiguren, Schutzwesen und erzählende Szenen wechseln mit Schriftflächen und kleineren Darstellungen.

Beishan zeigt zahlreiche religiöse Skulpturen in dicht gereihten Nischen. Nanshan besitzt einen starken daoistischen Schwerpunkt. Shimenshan enthält Figuren des Jadekaisers und weiterer Gottheiten. Shizhuanshan stellt die drei großen chinesischen Denktraditionen in räumlicher Nähe nebeneinander.

Zu den auffälligen Themen gehören Darstellungen von Himmeln und Höllen, moralischen Entscheidungen, familiären Beziehungen und religiösen Ritualen. Landwirtschaft, Handwerk, Musik und Kleidung erscheinen als konkrete Einzelheiten. Die Felsbilder öffnen damit einen Blick auf gesellschaftliche Vorstellungen, die über eine rein sakrale Bildwelt hinausreichen.

Im Jahr 1999 wurde das Ensemble in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Der Status bezieht sich auf die außergewöhnliche künstlerische Qualität, die Vielfalt religiöser und weltlicher Themen sowie den Einblick in das chinesische Leben zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert. Die Welterbe-Nominierung von Dazu dokumentiert Lage und historische Einordnung der Felsgruppen.

Die Anlage ist kein einzelnes Monument mit einer einzigen Fassade. Ihr Charakter entsteht aus dem Nebeneinander mehrerer Felsorte, deren Figuren und Inschriften über das Dazu-Gebiet verteilt sind. Der Fels bleibt dabei stets Teil des Bildes: Er bildet Hintergrund, Rahmen und Träger der Skulpturen.

Dazu Shike besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Dazu Shike liegt im Dazu-Distrikt der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing. Die Felsgruppen befinden sich westlich des Stadtzentrums, im Übergangsraum zur Provinz Sichuan.
  • Die Anlagen liegen an steilen Berghängen. Der Besuch führt deshalb über Wege, Treppen und unterschiedlich geneigte Abschnitte im Gelände.
  • Die wichtigsten Felsgruppen heißen Beishan, Baodingshan, Nanshan, Shizhuanshan und Shimenshan. Sie liegen nicht an einem einzigen gemeinsamen Felsvorsprung.
  • Amtssprache ist Standardchinesisch, gezahlt wird in Renminbi. Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

Dazu Shike auf Social-Media-Plattformen

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Dazu Shike: häufige Fragen

Wo liegt Dazu Shike?

Dazu Shike liegt im Dazu-Distrikt der Stadt Chongqing im Südwesten Chinas. Die Felsgruppen verteilen sich über mehrere Berghänge.

Was bietet ein Besuch?

Zu sehen sind in den Fels gearbeitete Skulpturen, Reliefs und Inschriften. Die Motive reichen von buddhistischen Szenen bis zu Bildern aus Alltag, Musik und sozialem Leben.

Was kennzeichnet Dazu Shike?

Dazu Shike verbindet buddhistische, daoistische und konfuzianische Bildwelten. Die zentrale Entstehungszeit liegt zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert; 1999 erfolgte die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste.

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