Comuna 13 Medellin, Reise

Comuna 13 Medellin: Vom gefährlichsten Viertel zum Street-Art-Magnet

14.06.2026 - 06:26:31 | ad-hoc-news.de

Comuna 13 Medellin in Kolumbien steht heute für bunte Street-Art, Rolltreppen und Stadtwandel. Wie aus einem Kampfgebiet ein Symbol der Hoffnung wurde.

Comuna 13 Medellin, Reise, Wahrzeichen
Comuna 13 Medellin, Reise, Wahrzeichen

Wenn sich in Medellin die Abendsonne über die Hänge legt, leuchten in der Comuna 13 (auf Deutsch sinngemäß „Bezirk 13“) die Hauswände in Orange, Pink und Türkis, Rap-Beats dröhnen durch die Gassen und Rolltreppen gleiten wie futuristische Bänder den Hügel hinauf. Comuna 13 Medellin war einst berüchtigt als eines der gefährlichsten Viertel Kolumbiens – heute ziehen die Straßenkunst und der Community-Spirit Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.

Comuna 13 Medellin: Das ikonische Wahrzeichen von Medellin

Comuna 13 Medellin, am steilen Westhang der kolumbianischen Metropole Medellin gelegen, gilt heute als ein Symbol für den tiefgreifenden Wandel der Stadt. Das ehemalige Hotspot-Viertel des kolumbianischen Drogenkriegs ist inzwischen zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Medellins geworden. Straßengalerien, Freiluft-Rolltreppen und soziale Projekte machen den Stadtteil zu einem lebendigen Labor für urbane Transformation.

Kolumbien war jahrzehntelang geprägt von Konflikten zwischen Staat, Guerilla, paramilitärischen Gruppen und Drogenkartellen. Medellin, die einstige Hochburg des Drogenbosses Pablo Escobar, stand weltweit für Gewalt. Comuna 13, eines der ärmeren und dicht besiedelten Randviertel, wurde dabei zu einem Synonym für extreme Unsicherheit. Heute dominiert statt Militärpräsenz die Kreativszene: Wandbilder erzählen von Hoffnung, Tanzgruppen treten auf den Straßen auf, und lokale Guides erklären, wie der Wandel möglich wurde.

Für Reisende aus Deutschland ist Comuna 13 Medellin damit weit mehr als ein Fotospot. Das Viertel erzählt eine Geschichte, die an große Transformationen auch in europäischen Städten erinnert – nur deutlich radikaler. Wer Medellin verstehen will, kommt an einem Besuch der Comuna 13 kaum vorbei.

Geschichte und Bedeutung von Comuna 13

Die Geschichte der Comuna 13 ist eng mit der rasanten Urbanisierung Medellins verbunden. Ab den 1960er- und 1970er-Jahren wuchsen an den Hängen um das Tal von Medellin informelle Siedlungen. Viele Zugezogene waren Binnenvertriebene aus ländlichen Regionen, die vor Gewalt oder Armut flohen. Die Comuna 13 entwickelte sich dabei zu einem dicht bebauten Hügelviertel mit engen, teils unbefestigten Wegen, einfachen Häusern und wenig staatlicher Infrastruktur.

In den 1980er- und 1990er-Jahren eskalierte die Gewalt: Medellin wurde durch den Drogenhandel des Medellin-Kartells, paramilitärische Gruppen und Guerillaorganisationen erschüttert. Comuna 13 lag strategisch wichtig an Routen aus den Bergen in die Stadt und weiter in Richtung Pazifikküste. Dadurch wurde der Stadtteil zum umkämpften Territorium zwischen staatlichen Sicherheitskräften, Guerilla und paramilitärischen Milizen. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner bedeutete der Alltag ständige Unsicherheit.

International bekannt wurde Comuna 13 durch groß angelegte Militäroperationen des kolumbianischen Staates zu Beginn der 2000er-Jahre. Diese Einsätze verfolgten das Ziel, bewaffnete Gruppen zu vertreiben und staatliche Kontrolle wiederherzustellen. Zeitzeugen berichten von Hausdurchsuchungen, Ausgangssperren und teils schweren Menschenrechtsverletzungen. Die traumatischen Erfahrungen dieser Zeit prägen bis heute viele Wandbilder und Erinnerungsprojekte im Viertel.

Parallel zu diesem sicherheitspolitischen Ansatz begann Medellin ab den 2000er-Jahren, stadtplanerisch neue Wege zu gehen. Unter dem Schlagwort „soziale Stadtplanung“ investierte die Stadtverwaltung in benachteiligte Viertel. Ziel war es, die physische Isolation zu überwinden und Bewohnerinnen und Bewohner besser an das Stadtleben anzubinden. Comuna 13 spielte dabei eine zentrale Rolle: Der Bau einer Seilbahnlinie als Teil des öffentlichen Verkehrssystems sowie später der berühmten Freiluft-Rolltreppen wurde international beachtet.

Heute steht Comuna 13 Medellin für einen doppelten Wandel: einerseits für sinkende Gewalt und mehr Präsenz staatlicher Infrastruktur, andererseits für Selbstorganisation und kulturelle Initiativen von unten. Lokale Kollektive, Rapper, Graffiti-Künstlerinnen und soziale Projekte betonen, dass der grundlegende Wandel nicht allein auf Stadtplanung zurückzuführen ist, sondern auf den Einsatz der Bewohnerinnen und Bewohner selbst.

Für deutsche Leserinnen und Leser ist ein Vergleich hilfreich: Während etwa Berliner Quartiere wie Kreuzberg oder Neukölln gentrifizierungsbedingte Wandlungsprozesse kennen, war Comuna 13 jahrzehntelang in einem Ausmaß von Gewalt geprägt, das in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg kaum denkbar war. Die heute sichtbare Lebendigkeit ist vor diesem Hintergrund umso bemerkenswerter.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist Comuna 13 keine klassische Sehenswürdigkeit mit monumentalen Bauwerken. Das Besondere ist der städtische Zusammenhang: terrassenartig angeordnete Häuser, eng verschachtelte Gassen und die spektakuläre Lage an einem steilen Hang. Aus der Ferne wirkt das Viertel wie ein farbiges Mosaik, das sich von den grünen Hügeln abhebt.

Das bekannteste architektonische Element sind die offenen Rolltreppen („escaleras eléctricas“), die in mehreren Segmenten den Hang hinaufführen. Sie verbinden unterschiedliche Ebenen der Comuna 13 und verkürzen den Weg, den früher nur steile Treppen oder schmale Pfade boten. Die Rolltreppen sind Teil des öffentlichen Verkehrssystems und können kostenlos genutzt werden. Für Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet dies eine spürbare Erleichterung im Alltag, für Besucherinnen und Besucher ein unerwartetes futuristisches Element im dicht bebauten Viertel.

Die Rolltreppen sind überdacht, teilweise mit orangefarbenen Konstruktionen, die sich optisch von den Häuserzeilen absetzen. Sie erinnern entfernt an moderne Bergbahnen in europäischen Skigebieten, stehen hier jedoch mitten in einer ehemals marginalisierten Siedlung. Stadtplaner weltweit diskutieren Comuna 13 deshalb als Beispiel dafür, wie Infrastruktur gezielt soziale Ungleichheit verringern kann.

Mindestens ebenso prägend ist die Straßenkunst. Großformatige Murals bedecken Hauswände, Stützmauern und Treppenaufgänge. Viele Werke sind in kräftigen Farben gehalten und zeigen Motive wie Vögel, Kinder, Gesichter, abstrakte Formen oder Symbole der Hoffnung. Häufig verarbeiten die Künstlerinnen und Künstler die Geschichte der Gewalt im Viertel – Panzer, Soldaten, Schmetterlinge oder gebrochene Ketten sind wiederkehrende Motive.

Zahlreiche Kunstwerke sind Teil von geführten Routen. Lokale Guides erklären, welche Botschaften hinter den Bildern stehen und welche Künstlerkollektive aktiv sind. Rap- und Breakdance-Gruppen treten oft spontan auf kleinen Plätzen auf. So entsteht für Besuchende das Bild eines lebendigen Freiluft-Kulturzentrums, das zugleich Gedenkraum ist.

Anders als bei klassischen Kunstmuseen mit klaren Öffnungszeiten und Eintrittspreisen ist die Kunst in Comuna 13 öffentlich, frei zugänglich und ständig in Bewegung. Neue Murals kommen hinzu, alte werden übermalt. Für Fotografie-Fans ist das Viertel ein Traum: enge Gassen, bunt bemalte Wände, Fernblicke auf Medellin und Alltagsszenen verschmelzen zu einem vielfältigen Motivteppich.

Besonderes Merkmal ist auch die Verknüpfung von Verkehrsinfrastruktur und Kunst. Die Stationen der Rolltreppen sind häufig mit Grafitti verziert, Geländer und Dächer bieten Ausblicke. An manchen Punkten ergeben sich Panoramen über das ganze Aburrá-Tal, in dem Medellin liegt. Hier wird sichtbar, wie nah Armut und Modernisierung, Unsicherheit und Aufbruch beieinander liegen.

Für deutsche Reisende mag die Mischung aus Improvisation und urbaner Kreativität ungewohnt sein. Während in Deutschland öffentliche Kunst oft durch Behörden kuratiert wird, entspringt die Szenen in Comuna 13 stark der lokalen Community. Dies bringt eine besondere Authentizität mit sich – aber auch eine Dynamik, bei der sich Details ständig verändern.

Comuna 13 Medellin besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise innerhalb Medellins
    Comuna 13 liegt im Westen von Medellin, an einem Hang über dem Tal. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist der typische Ausgangspunkt das Stadtzentrum oder Viertel wie El Poblado oder Laureles, in denen viele Unterkünfte liegen. Die Anreise erfolgt in der Regel per Taxi, App-Taxi oder Metro plus Zubringerbus. Häufig fahren Gäste zur Metrostation San Javier, die als Tor zur Comuna 13 gilt. Von dort geht es zu Fuß, mit Kleinbussen oder im Rahmen organisierter Touren weiter Richtung Rolltreppenbereich. Wegen der steilen Lage ist festes Schuhwerk empfehlenswert.
  • Anreise ab Deutschland
    Direktflüge von Deutschland nach Medellin gibt es in der Regel nicht. Üblich sind Verbindungen mit Umstieg, etwa über große internationale Drehkreuze wie Bogotá, Madrid, Amsterdam, Paris oder Panama-Stadt. Von Frankfurt/Main, München oder Berlin aus beträgt die reine Flugzeit (ohne Umstieg) in der Regel deutlich über 10 Stunden; inklusive Umstieg summiert sich die Reise häufig auf 14 bis 18 Stunden. Medellin verfügt über den internationalen Flughafen José María Córdova im benachbarten Rionegro. Von dort sind es je nach Verkehrslage etwa 45 bis 90 Minuten mit Taxi oder Shuttle in die Stadtviertel, aus denen Ausflüge zur Comuna 13 starten. Deutsche Staatsbürger sollten bei der Flugbuchung auf ausreichend Transitzeit achten, insbesondere bei Umstiegen außerhalb Europas.
  • Einreisebestimmungen
    Kolumbien liegt außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Deutsche Staatsbürger sollten die jeweils aktuellen Einreise- und Visabestimmungen, Nachweispflichten (zum Beispiel Rückflugticket, finanzielle Mittel) sowie mögliche gesundheitliche Hinweise rechtzeitig vor der Reise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Auch Transitbestimmungen in Drittstaaten können relevant sein, wenn der Flug über nicht-europäische Drehkreuze führt. Eine Auslandskrankenversicherung wird für Reisen nach Kolumbien dringend empfohlen, da die europäische Krankenversicherungskarte dort keine Gültigkeit hat.
  • Zeitzone und Klima
    Medellin liegt ganzjährig in einer Zeitzone, die gegenüber Mitteleuropa in der Regel einen Unterschied von –6 Stunden zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) aufweist. Während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) beträgt der Zeitunterschied in der Regel –7 Stunden. Medellin wird wegen seines milden Klimas oft als „Stadt des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Die Temperaturen bewegen sich meist zwischen rund 18 und 28 °C. Klassische Jahreszeiten wie in Deutschland gibt es nicht, aber es existieren niederschlagsreichere Monate. Regenschauer können abrupt auftreten, daher ist eine leichte Regenjacke sinnvoll.
  • Öffnungszeiten und beste Besuchszeit
    Comuna 13 ist ein Wohnviertel, kein klassisches Museum mit festen Öffnungszeiten. Die Rolltreppen sind als Teil der öffentlichen Infrastruktur an den Tagesbetrieb angepasst, allerdings können Servicezeiten variieren. Vor einem Besuch empfiehlt sich die Rückfrage bei lokalen Anbietern oder der offiziellen Tourismusinformation Medellins. Für Reisende aus Deutschland bietet sich ein Besuch vor allem tagsüber und am späten Nachmittag an, wenn Licht und Sicherheitssituation günstiger sind. In den Abendstunden wirkt das Viertel zwar atmosphärisch, zugleich sind dann weniger geführte Touren unterwegs, und manche Bereiche können weniger belebt sein. Es ist ratsam, aktuelle Sicherheitsempfehlungen vor Ort und in seriösen Reiseführern zu prüfen.
  • Eintritt und Touren
    Der Zugang zur Comuna 13 selbst ist nicht eintrittspflichtig, da es sich um einen offenen Stadtteil handelt. Viele Besucherinnen und Besucher entscheiden sich jedoch für geführte Rundgänge. Diese werden von lokalen Guides oder Agenturen angeboten. Preise können je nach Leistungsumfang (Größe der Gruppe, Dauer, inkludierte Snacks oder Transport) stark variieren. Da sich genaue Beträge und Währungsumrechnungen regelmäßig ändern, empfiehlt sich eine aktuelle Recherche kurz vor der Reise. Üblich ist, dass Besuchende zusätzlich ein Trinkgeld in bar geben, besonders bei Touren von Community-Projekten.
  • Sprache vor Ort
    Amtssprache in Kolumbien ist Spanisch. In touristisch geprägten Bereichen von Comuna 13 sprechen viele Guides neben Spanisch auch Englisch. Deutschkenntnisse sind deutlich seltener, können aber gelegentlich bei spezialisierten Reiseveranstaltern vorkommen. Für selbstständige Erkundungen ist es hilfreich, einige grundlegende spanische Redewendungen zu beherrschen. Viele Hinweisschilder und Murals sind ausschließlich auf Spanisch gestaltet, was den Besuch besonders authentisch wirken lässt.
  • Zahlung und Trinkgeld
    Offizielle Währung in Kolumbien ist der kolumbianische Peso (COP). In vielen kleineren Läden, Snackständen und bei Straßenkünstlern in Comuna 13 wird überwiegend Bargeld erwartet. Kreditkarten sind eher in Cafés oder Restaurants mit touristischer Ausrichtung verbreitet. Für deutsche Reisende ist es sinnvoll, ausreichend kleinere Scheine dabeizuhaben, um Getränke, Snacks, Souvenirs oder Trinkgelder zahlen zu können. Trinkgeld hat einen wichtigen Stellenwert – insbesondere bei Touren, Straßenperformances und Fotografen, die ihre Motive anbieten. Karten- und Mobile-Payment-Lösungen wie Apple Pay oder Google Pay sind in einigen Bereichen Medellins zunehmend anzutreffen, können in einem Viertel wie der Comuna 13 aber nicht selbstverständlich vorausgesetzt werden.
  • Sicherheit und Verhalten
    Obwohl sich die Lage in Comuna 13 im Vergleich zu früher deutlich verbessert hat, bleibt es ein einfaches Wohnviertel mit eigenen sozialen Herausforderungen. Reisende sollten aufmerksam bleiben, Wertgegenstände nicht offen zeigen und sich an die Hinweise lokaler Guides halten. Tagsüber sind bestimmte Routen, insbesondere rund um die Rolltreppen, stark frequentiert und gelten als etabliert für Besucher. Nachtbesuche sollten möglichst nur im Rahmen geführter Touren erwogen werden. Fotografieren von Menschen sollte stets respektvoll und möglichst nach Einverständnis erfolgen. Bewohnerinnen und Bewohner sind keine Kulisse, sondern Gastgeber einer lebendigen Gemeinschaft.
  • Kleiderordnung und Komfort
    Eine strenge Kleiderordnung existiert nicht, jedoch sind bequeme, geschlossene Schuhe wegen der steilen Wege und Treppen empfehlenswert. Leichte Kleidung ist tagsüber angenehm, eventuell kombiniert mit einer dünnen Jacke für kühlere Abendstunden oder Regenschauer. Ein kleiner Rucksack ist praktischer als große Taschen. Aus Rücksicht auf die lokale Bevölkerung sollten allzu freizügige Outfits vermieden werden, um unnötige Aufmerksamkeit zu vermeiden.
  • Fotografieren und Social Media
    Comuna 13 ist ein Instagram-Liebling und häufig auf Social-Media-Plattformen präsent. Viele Murals sind ausdrücklich als Fotomotive gedacht. Dennoch gilt: Menschen, insbesondere Kinder, sollten nicht ohne Erlaubnis fotografiert werden. Einige Künstlerinnen und Künstler oder Performer bitten um einen kleinen Beitrag, wenn ihre Arbeit gezielt in Szene gesetzt wird. Wer Aufnahmen veröffentlicht, sollte sich bewusst sein, dass es sich um einen realen Lebensraum handelt. Respektvolle Bildunterschriften und der Verzicht auf reißerische Darstellung sind Teil eines verantwortungsvollen Reisestils.

Warum Comuna 13 auf jede Medellin-Reise gehört

Comuna 13 Medellin ist mehr als ein bunter Hintergrund für Selfies. Das Viertel erzählt von Flucht, Verarmung, Gewalt, aber auch von Solidarität, Kreativität und Neuanfang. Für deutsche Reisende eröffnet dieser Ort eine Perspektive auf Lateinamerika, die über stereotype Bilder von Karibikstränden oder nur von Drogenserien hinausgeht.

Wer die Comuna 13 besucht, erlebt, wie Stadtplanung, Kunst und Community-Arbeit zusammenwirken können. Die Rolltreppen und Graffiti allein wären nicht ausreichend, um den Wandel zu erklären; erst im Zusammenspiel mit Bildungsprojekten, Musikschulen, Frauengruppen und Jugendinitiativen entsteht ein nachhaltiger Effekt. Viele Touren binden Besuche bei lokalen Projekten ein, etwa kleinen Bibliotheken, Sozialzentren oder Jugendkunstwerkstätten. Hier zeigt sich, dass Tourismus vor Ort auch Einnahmen schafft, die wieder ins Viertel zurückfließen können.

In unmittelbarer Nähe lassen sich weitere Sehenswürdigkeiten Medellins einbinden. So liegt die Metro-Seilbahn, die in höher gelegene Stadtteile und an die Hänge führt, nicht weit entfernt. Wer ein umfassenderes Bild der Stadt erhalten möchte, kann einen Besuch in der Comuna 13 mit Stationen wie dem Plaza Botero im Zentrum, der modernen Bibliothek „Parque Biblioteca España“ (je nach aktueller Nutzungssituation) oder einer Fahrt mit der Seilbahn kombinieren. Dadurch wird deutlich, wie sehr Medellin in den vergangenen zwei Jahrzehnten seine Identität verändert hat.

Für viele Besucherinnen und Besucher ist der Aufenthalt in der Comuna 13 einer der emotionalsten Momente einer Kolumbien-Reise. Die Kombination aus Begegnungen mit Bewohnern, künstlerischem Ausdruck und dem Wissen um die schmerzhafte Vergangenheit berührt. Im Gegensatz zu klassischen Touristenattraktionen ist hier nichts vollkommen „poliert“. Es bleibt sichtbar, dass Herausforderungen wie Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität nicht vollständig verschwunden sind. Gerade dieser Realismus macht die Erfahrung so eindrücklich.

Aus Perspektive der DACH-Region bietet Comuna 13 zudem Stoff für Reflexion über den Umgang mit schwierigen Stadtvierteln. Während in europäischen Städten Debatten um Verdrängung, Mietpreise und Sicherheit intensiv geführt werden, zeigt Medellin ein anderes Modell: Infrastrukturprojekte, die den Alltag erleichtern, verknüpft mit kultureller Förderung und lokaler Eigeninitiative. Das Viertel ist damit ein spannendes Ziel für Architekturfans, Stadtentdeckerinnen, sozial Interessierte und alle, die urbane Räume gern in ihrer ganzen Komplexität erkunden.

Comuna 13 Medellin in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien ist Comuna 13 Medellin längst zu einem visuellen Markenzeichen der Stadt geworden. Videos von Rolltreppenfahrten, Drohnenaufnahmen über den bunten Häusern, Street-Dance-Clips und Mural-Fotostrecken verbreiten sich auf Plattformen wie YouTube, Instagram und TikTok. Viele Reisende teilen persönliche Eindrücke von Begegnungen mit Guides, Künstlerinnen und Bewohnern. Dabei schwingt oft Bewunderung für die kreative Energie des Viertels mit, aber auch Respekt vor der schwierigen Vergangenheit.

Häufige Fragen zu Comuna 13 Medellin

Wo liegt Comuna 13 Medellin genau?

Comuna 13 ist ein Stadtbezirk im Westen der kolumbianischen Metropole Medellin. Er erstreckt sich über einen steilen Hang oberhalb des Talbodens, in dem das Stadtzentrum und mehrere wichtige Verkehrsachsen liegen. Für Besucherinnen und Besucher ist der Bereich rund um die Metrostation San Javier und die dort anschließenden Viertel mit Rolltreppen und Street-Art besonders relevant.

Warum war Comuna 13 früher so gefährlich?

Comuna 13 entwickelte sich in den 1980er- und 1990er-Jahren zu einem wichtigen Terrain für Drogenhandel und bewaffnete Gruppen, weil die Lage an den Hängen als Zugangskorridor in die Stadt und Richtung ländliche Regionen strategische Bedeutung hatte. Gleichzeitig führten Armut, fehlende staatliche Präsenz und Binnenmigration zu einer angespannten sozialen Lage. Militäroperationen und Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen bewaffneten Akteuren machten das Viertel zeitweise zu einem Symbol für die eskalierende Gewalt in Kolumbien.

Ist ein Besuch der Comuna 13 heute sicher?

Die Sicherheitssituation hat sich im Vergleich zu den 1990er-Jahren deutlich verbessert. Der Bereich rund um die Rolltreppen und die etablierten Besuchsrouten ist tagsüber in der Regel stark frequentiert und wird von vielen Reisegruppen genutzt. Wie in anderen großen Städten sollten Grundregeln der Vorsicht gelten: Wertsachen nicht offen tragen, Menschenansammlungen aufmerksam beobachten und im Zweifel den Rat lokaler Guides befolgen. Die aktuelle Lage sollte vor der Reise über seriöse Quellen wie das Auswärtige Amt und anerkannte Reiseführer überprüft werden.

Wie viel Zeit sollte man für Comuna 13 einplanen?

Für einen ersten Eindruck und eine geführte Tour inklusive Rolltreppen, Street-Art-Stopps, Fotopausen und ggf. kurzer Einkehr in ein Café sollten etwa zwei bis drei Stunden eingeplant werden. Wer zusätzlich in Ruhe fotografieren, Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern führen oder Projekte besuchen möchte, kann problemlos einen halben Tag einplanen. Durch die Lage am Hang kann das Gehen anstrengender sein als in flachen Stadtvierteln; Pausen einzuplanen ist sinnvoll.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch?

Medellin hat ein ganzjährig mildes Klima, weshalb Comuna 13 grundsätzlich das ganze Jahr über besucht werden kann. Viele Reisende bevorzugen die trockeneren Monate oder Tage mit stabiler Wetterlage, um die Aussicht und die Street-Art im Freien zu genießen. Unabhängig von der Jahreszeit sind Vormittag und später Nachmittag oft besonders angenehm: Das Licht ist fotofreundlich, und die Temperaturen sind moderat. Bei Regen können Wege rutschig werden, weshalb wetterfeste Schuhe empfehlenswert sind.

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