Canyonlands-Nationalpark: Wo Utahs Wildnis endlos wird
17.06.2026 - 10:57:45 | ad-hoc-news.deWenn die Sonne über dem Canyonlands-Nationalpark aufgeht und die ersten Strahlen die zerfurchten Plateaus, tief eingeschnittenen Schluchten und einsamen Felsnadeln in rotes Licht tauchen, wirkt der Süden Utahs wie eine fremde Planetenkulisse. Im Canyonlands National Park (sinngemäß „Land der Canyons“) treffen gewaltige Naturkräfte, geologische Zeiträume und fast grenzenlose Weite aufeinander – eine Landschaft, die viele USA-Reisende erst nach dem berühmteren Arches National Park entdecken, dann aber nicht mehr vergessen.
Canyonlands-Nationalpark: Das ikonische Wahrzeichen von Moab
Der Canyonlands-Nationalpark liegt im Südosten des US-Bundesstaats Utah, rund 50 km von der Outdoor-Hochburg Moab entfernt. Die Region ist Teil des Colorado-Plateaus, einer Hochlandlandschaft, die durch den Colorado River und seine Nebenflüsse in Millionen von Jahren tief eingeschnitten wurde. Für Reisende aus Deutschland ist Canyonlands oft der „zweite Blick“ nach Arches – ruhiger, wilder und noch ursprünglicher.
Die US-Nationalparkverwaltung (National Park Service, NPS) beschreibt Canyonlands als einen Park, der in vier Hauptbereiche gegliedert ist: „Island in the Sky“, „The Needles“, „The Maze“ und die Flusslandschaft entlang von Colorado River und Green River. Diese Bezirke sind durch tiefe Canyons voneinander getrennt und nicht direkt miteinander verbunden. Laut NPS ist „Island in the Sky“ der meistbesuchte und am einfachsten zugängliche Teil, während „The Maze“ zu den abgelegensten Gebieten im gesamten Nationalpark-System zählt.
Für Besucherinnen und Besucher aus der DACH-Region ist gerade diese Vielfalt interessant: Einfache Aussichtspunkte nahe der Straße, anspruchsvolle Tageswanderungen, mehrtägige Backcountry-Touren, Rafting auf dem Colorado River oder Offroad-Pisten für erfahrene Fahrerinnen und Fahrer mit Allradfahrzeugen – Canyonlands reicht von sehr niedrigschwelligen Naturerlebnissen bis hin zu Expeditionserfahrungen. Reiseführer wie „Marco Polo USA Südwesten“ und das ADAC Reisemagazin zu den US-Nationalparks betonen immer wieder, dass Canyonlands gegenüber anderen Parks im Südwesten deutlich weniger überlaufen ist und daher ein authentisches Gefühl von Einsamkeit und Größe vermittelt.
Geschichte und Bedeutung von Canyonlands National Park
Die Landschaft des Canyonlands National Park ist geologisch betrachtet ein Archiv von Hunderten Millionen Jahren Erdgeschichte. Schichten aus Sandstein, Kalkstein und anderen Sedimentgesteinen wurden auf dem uralten Meeresboden des Colorado-Plateaus abgelagert, gehoben und schließlich vom Wasser des Colorado River und des Green River tief eingeschnitten. Geologische Darstellungen des US Geological Survey und Interpretationsmaterial des National Park Service erklären, dass die heute sichtbaren Gesteinsschichten weit älter sind als viele Bauwerke und Kulturlandschaften Europas – teilweise stammen sie aus dem Erdmittelalter und sogar aus dem Paläozoikum.
Archäologisch ist die Region seit Tausenden von Jahren besiedelt. Die heutige Parklandschaft war Teil des Siedlungsraums indigener Völker, insbesondere der Ancestral Puebloans (früher Anasazi genannt) und später der Navajo und Ute. In Felsnischen und an Canyonwänden finden sich bis heute Petroglyphen (Felsritzungen) und Piktogramme (Felsmalereien). Der National Park Service verweist auf mehrere bedeutende Felskunststätten innerhalb und in der Umgebung des Parks, zu denen Besucher jedoch meist nur mit respektvollem Abstand gelangen – als Zeugnisse einer Kultur, die lange vor der europäischen Kolonisation des Kontinents existierte.
Als der Südwesten der USA im 19. Jahrhundert verstärkt von europäischen Siedlern erschlossen wurde, galt die Gegend des heutigen Canyonlands als „wasteland“, als unbrauchbare Wüstenlandschaft, die allenfalls für Viehzucht in abgelegenen Rängen oder als Rückzugsgebiet diente. Erst im 20. Jahrhundert setzten sich Naturschützer und Fotografen für den Erhalt der spektakulären Canyonlandschaft ein. Der Naturfotograf und Bergführer Bates Wilson, später Superintendent des benachbarten Arches National Park, gilt als eine der Schlüsselfiguren für die Gründung von Canyonlands. In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren warb er gegenüber Politik und Öffentlichkeit für einen Nationalparkstatus.
US-Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnete am 12. September 1964 den Gründungsakt, mit dem der Canyonlands National Park offiziell eingerichtet wurde. Damit ist der Park jünger als viele bekannte Schutzgebiete der USA, aber dennoch seit Jahrzehnten ein Kernstück der amerikanischen Naturschutzpolitik. Die Fläche des Parks beträgt heute rund 1.366 km² – etwa doppelt so groß wie Berlin. Im Vergleich: Der Grand Canyon National Park, den viele deutsche Reisende als Referenz kennen, ist deutlich größer, bietet aber eine andere, linearere Canyonstruktur. Canyonlands wirkt kleinteiliger, verzweigter, fast labyrinthisch.
Der National Park Service weist darauf hin, dass Canyonlands Teil eines größeren Netzwerkes geschützter Landschaften in Utah ist, zu dem unter anderem der Arches National Park, der Dead Horse Point State Park und verschiedene Bureau-of-Land-Management-Gebiete gehören. Auch ohne formellen UNESCO-Welterbestatus wird die Region von Geologinnen, Ökologen und Landschaftsplanerinnen als Landschaft von internationaler Bedeutung beschrieben, da sie exemplarisch die Erosionskraft des Wassers im ariden Klima darstellt.
Architektur, „Land-Art“ und besondere Merkmale der Landschaft
Im Unterschied zu klassischen Wahrzeichen aus Stein oder Beton ist der Canyonlands-Nationalpark kein Bauwerk, sondern eine natürliche Kathedrale aus Gestein. Die „Architektur“ dieser Landschaft wird durch geologische Prozesse geformt. Der National Park Service und Fachliteratur wie Bildbände von National Geographic stellen besonders die folgenden Merkmale heraus:
1. Island in the Sky – die Hochebene über dem Abgrund
„Island in the Sky“ ist eine hoch gelegene Tafelberg-Region, die wie eine Insel über den umliegenden Canyons schwebt. Die Hochebene liegt etwa 600 m über den Flusstälern des Colorado und des Green River. Entlang des Randes führen kurze Spaziergänge zu Aussichtspunkten, an denen der Blick dutzende Kilometer weit über verzweigte Canyons und Plateaus schweift. Besonders bekannt sind Viewpoints wie der Mesa Arch, der sich bei Sonnenaufgang in ein leuchtendes Felsportal verwandelt, oder der Grand View Point, der eine Panoramaansicht der tief eingeschnittenen Canyons bietet.
Der Mesa Arch ist ein natürlich entstandener Bogen aus Sandstein, deutlich kleiner, aber in seiner Wirkung nicht weniger ikonisch als manche Felsbrücken im benachbarten Arches National Park. Reisebilder von Medien wie GEO Saison und Merian zeigen, wie der Arch bei tiefem Sonnenstand von innen heraus zu glühen scheint – ein Motiv, das Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok nachhaltig prägt.
2. The Needles – Felsnadeln und bunte Gesteinsschichten
„The Needles“ im südlichen Teil des Parks ist geprägt von auffälligen, säulenartigen Felsformationen, die wie Nadeln und Türme aus mehrfarbigem Sandstein wirken. Die Region ist schwieriger zu erreichen und setzt auf längere Wanderungen, teilweise mit Kletterpassagen oder unwegsamem Gelände. Topografische Karten des NPS zeigen ein Netz von Trails, das sich durch Canyons, über Slickrock-Platten (glatte Sandsteinflächen) und durch enge Durchgänge windet. Diese Landschaft ist weniger für einen kurzen Foto-Stopp, sondern eher für ganztägige oder mehrtägige Touren geeignet.
3. The Maze – eines der einsamsten Gebiete der Lower 48
„The Maze“ gilt als einer der abgelegensten und anspruchsvollsten Bereiche im gesamten US-Nationalpark-System. Der National Park Service warnt explizit, dass Reisen in The Maze nur für sehr erfahrene Outdoor-Fans mit umfangreicher Vorbereitung geeignet sind. Es gibt keine einfachen, asphaltierten Zufahrten, nur schwer befahrbare Offroad-Pisten und kaum Infrastruktur. Für Reisende aus Deutschland, die mit Nationalparks in Europa vergleichen, entspricht diese Abgeschiedenheit eher einer Expedition in wirkliche Wildnis als einem klassischen Parkbesuch.
4. Flüsse, Whitewater und Canyonboote
Der Colorado River und der Green River bilden die Lebensadern des Parks. Über weite Strecken gleiten sie träge durch tiefe Schluchten, an anderen Stellen stürzen sie durch Stromschnellen, die von professionellen Raftinganbietern als „Whitewater“-Passagen klassifiziert werden. Informationsmaterial des NPS und etablierter Veranstalter betont, dass Bootsfahrten im Park – ob mit Kanu, Raft oder Motorboot (in zugelassenen Zonen) – nur mit gründlicher Planung, Genehmigungen und teilweise mit lizenzierten Guides sinnvoll sind. Für deutsche Reisende, die vielleicht die Mosel oder den Rhein als Referenz kennen, ist die Dimension der Schluchten und die Kraft des Wassers eine gänzlich andere Erfahrung.
5. Licht, Farben und Sternenhimmel
Die vielleicht subtilste, aber eindrücklichste Besonderheit des Canyonlands-Nationalparks ist das Spiel von Licht und Farbe. Bei tief stehender Sonne leuchten die roten, orangefarbenen und ockerfarbenen Gesteinsschichten intensiv, während die Schatten die Tiefe der Canyons betonen. Reiseberichte in renommierten Medien wie der „Süddeutschen Zeitung“ oder der „FAZ“, die den Südwesten der USA porträtieren, heben immer wieder hervor, wie sehr sich der Charakter der Landschaft je nach Tageszeit, Wetter und Jahreszeit verändert.
Hinzu kommt der Nachthimmel: Teile von Canyonlands liegen in einer Region mit sehr geringer Lichtverschmutzung. Der Park wurde von der International Dark-Sky Association (IDA) als „International Dark Sky Park“ ausgezeichnet – ein Hinweis darauf, dass der Sternenhimmel hier besonders klar sichtbar ist. Solche Auszeichnungen werden auch in anderen US-Parks vergeben und sind ein Qualitätsmerkmal für Astrofotografie und nächtliche Naturerlebnisse.
Canyonlands-Nationalpark besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
Für Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Canyonlands in der Regel Teil einer größeren Rundreise durch den amerikanischen Südwesten, oft kombiniert mit Arches, Bryce Canyon, Zion, Monument Valley oder dem Grand Canyon. Damit die Reise gelingt, sind einige praktische Punkte wichtig.
- Lage und Anreise ab Deutschland
Der Canyonlands-Nationalpark liegt im Osten Utahs, das nächstgelegene Städtchen mit touristischer Infrastruktur ist Moab. Von Deutschland aus führen die meisten Flugrouten zunächst in eine große US-Drehscheibe, etwa Denver, Salt Lake City, Las Vegas oder Los Angeles. Nonstop-Flüge aus Deutschland gehen zum Beispiel von Frankfurt oder München in mehrere US-Großstädte; von dort aus wird in der Regel ein Inlandsflug nach Salt Lake City oder Grand Junction und anschließend eine Autofahrt von mehreren Stunden eingeplant. Da Flugpläne sich ändern, sollten Reisende die aktuellen Verbindungen stets bei Airlines oder Reiseportalen prüfen.
Für eine Rundreise mit Mietwagen bietet sich eine Anreise per Flug nach Las Vegas oder Salt Lake City an; je nach Route beträgt die Fahrzeit nach Moab etwa 4–7 Stunden. Öffentlicher Verkehr ist im ländlichen Utah nur begrenzt verfügbar, die meisten Besuche erfolgen mit Mietwagen oder Wohnmobil. - Öffnungszeiten und Zugang
Der Canyonlands-Nationalpark ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet, einzelne Straßen und Bereiche können jedoch saisonal oder witterungsbedingt geschlossen werden. Besucherzentren wie das „Island in the Sky Visitor Center“ haben feste Öffnungszeiten, die je nach Saison variieren. Da sich Zeiten ändern können, empfiehlt der National Park Service, vor der Anreise die aktuelle Situation auf der offiziellen Website des Parks zu prüfen. Auch kurzfristige Sperrungen wegen Schnee, Überschwemmungen oder Straßenarbeiten sind möglich. - Eintritt und Nationalparkpässe
Für den Zugang mit einem Fahrzeug wird in den US-Nationalparks in der Regel eine „Entrance Fee“ pro Fahrzeug erhoben, die für mehrere Tage gilt. Die genauen Beträge können sich ändern und sind in US-Dollar festgelegt. Für viele Reisende lohnt sich der Erwerb des „America the Beautiful – The National Parks and Federal Recreational Lands Pass“, der für ein Jahr Zugriff auf zahlreiche Nationalparks und andere Schutzgebiete bietet. Bei der Kostenplanung können Reisende grob in Euro umrechnen (z. B. rund 35–40 € (entspricht einem variablen Dollarpreis), Wechselkurse schwanken), sollten aber stets die aktuellen Angaben des National Park Service prüfen. - Beste Reisezeit
Die Region um Moab hat ein trocken-heißes Wüstenklima mit ausgeprägten Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) gelten als besonders angenehme Reisezeiten, da die Temperaturen moderat sind und viele Wanderwege gut begehbar bleiben. Im Hochsommer können Temperaturen in den tieferen Canyonbereichen deutlich über 30 °C steigen; dann ist es ratsam, Wanderungen auf die frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden zu legen. Der Winter bringt teilweise Schnee, besonders auf den höheren Lagen von „Island in the Sky“. Dies kann zauberhafte Kontraste aus rotem Fels und weißem Schnee bieten, aber auch zu Straßensperrungen führen. Reisemedien wie der ADAC und die Deutsche Zentrale für Tourismus empfehlen für aktive Outdoor-Reisen im Südwesten meist den späten Frühling oder frühen Herbst. - Wandern, Sicherheit und Permits
Viele Aussichtspunkte in „Island in the Sky“ liegen nur wenige Gehminuten vom Parkplatz entfernt und sind auch für weniger geübte Wanderer zugänglich. Dennoch gilt: Die Höhenlage, die Trockenheit und die intensive Sonneneinstrahlung sollten nicht unterschätzt werden. Der National Park Service warnt eindringlich vor Dehydrierung und Hitzeschlägen und empfiehlt, pro Person mehrere Liter Wasser pro Tag mitzuführen, Sonnenschutz zu verwenden und geeignete Kleidung (Kopfbedeckung, geschlossene Schuhe) zu tragen. Für längere Wanderungen, Übernachtungen im Backcountry oder Fahrten in entlegene Regionen wie „The Maze“ sind oft Genehmigungen („Permits“) erforderlich, die im Voraus beantragt werden müssen. Wer geführte Touren bucht, sollte auf zertifizierte Anbieter achten. - Sprache, Zahlung und Trinkgeld
In Moab und im Umfeld von Canyonlands wird Englisch gesprochen, Deutschkenntnisse sind eher selten. Mit soliden Englischgrundkenntnissen kommen Reisende gut zurecht, viele Hinweistafeln und Broschüren des Parks sind ausschließlich auf Englisch. Bezahlt wird in den USA mit US-Dollar, gängige Kreditkarten (VISA, Mastercard, teilweise American Express) werden in Hotels, Restaurants, Tankstellen und im Visitor Center weit verbreitet akzeptiert. EC-/Girocards aus dem deutschen System sind nicht immer zuverlässig einsetzbar. Mobile Payment (z. B. Apple Pay, Google Pay) ist zunehmend verbreitet, sollte aber nicht als einziges Zahlungsmittel dienen. Trinkgeld ist Teil der US-Kultur: In Restaurants sind 15–20 % üblich, auch Guides, Shuttlefahrer und Hotelpersonal freuen sich über Tip. - Zeitzone und Zeitverschiebung
Canyonlands liegt in der Mountain Time Zone (MT). Gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beträgt die Zeitverschiebung in der Regel –8 Stunden, gegenüber der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) –8 Stunden oder –7 Stunden, abhängig von den jeweiligen Umstellungen auf Sommerzeit in Europa und den USA. Reisende sollten bei der Planung von Flügen, Mietwagenabholung und gebuchten Touren genau auf lokale Uhrzeiten achten. - Gesundheit und Versicherung
Für Reisen in die USA ist eine Auslandskrankenversicherung dringend empfohlen, da medizinische Leistungen sehr teuer sein können. Eine herkömmliche europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) ist in den USA nicht gültig. Ergänzend ist es sinnvoll, eine Reiserücktrittsversicherung und gegebenenfalls eine spezielle Mietwagenversicherung zu prüfen. In den Nationalparks selbst gibt es nur begrenzte medizinische Versorgung, oft in Form von Ranger-Stationen oder kleineren Kliniken in den nächstgelegenen Orten. - Einreisebestimmungen
Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte in den USA in der Regel eine elektronische Einreisegenehmigung (ESTA) oder ein Visum, je nach Reisedauer und -zweck. Da Einreisebestimmungen sich ändern können, sollten Reisende die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de sowie der US-Botschaft prüfen. Auch Informationen zu Zollbestimmungen, Sicherheitskontrollen und erlaubten Reiseutensilien werden dort aktuell gehalten.
Warum Canyonlands National Park auf jede Moab-Reise gehört
Für viele deutsche Reisende steht der Arches National Park mit seinen spektakulären Felsbögen ganz oben auf der Liste – und Canyonlands wird erst auf den zweiten Blick entdeckt. Wer sich jedoch die Zeit nimmt, beide Parks zu erleben, erkennt schnell: Canyonlands ist nicht die „kleine Schwester“, sondern eine ganz eigene Welt.
1. Weite und Stille
Während einige Nationalparks der USA in den letzten Jahren stark an Besucherzahlen gewonnen haben und zeitweise überfüllt wirken, gilt Canyonlands – insbesondere außerhalb der Hauptsaison – als vergleichsweise ruhig. Medienberichte und Erfahrungsberichte renommierter Reiseverlage betonen immer wieder die fast meditative Stille, die sich bereits wenige hundert Meter abseits der Parkplätze einstellt. Statt Stau und Selfie-Hotspots dominiert das Gefühl, in einer endlosen Landschaft unterwegs zu sein.
2. Vielfalt auf engem Raum
Die Kombination aus Hochebene („Island in the Sky“), Felsnadeln („The Needles“), Wildnis („The Maze“) und Flusslandschaften macht Canyonlands zu einem kompakten Lehrbuch der Wüstengeologie. Für Naturinteressierte aus Deutschland ist dies eine seltene Gelegenheit, unterschiedliche Erosionsformen, Gesteinsschichten und Vegetationszonen im direkten Vergleich zu erleben. Der National Park Service bietet Ranger-geführte Programme an, in denen geologische Zusammenhänge, Flora und Fauna verständlich erklärt werden, sofern saisonal verfügbar.
3. Fotografie-Highlights
Die ikonischen Motive des Parks – Mesa Arch im Gegenlicht, der Blick vom Grand View Point oder die Serpentinen der Schotterstraße „Shafer Trail Road“ – sind aus Bildbänden und Kalendern bekannt. Fotografen aus der ganzen Welt nutzen das warme Morgen- und Abendlicht, um die Formen und Farben des Colorado-Plateaus festzuhalten. Für Reisende, die ihre Eindrücke teilen möchten, bieten der frühmorgendliche Besuch am Mesa Arch oder der Blick über die Canyons bei Sonnenuntergang besondere Momente.
4. Kombination mit Arches und weiteren Zielen
Moab ist das Drehkreuz für mehrere Natur-Highlights: Arches National Park, Canyonlands-Nationalpark, Dead Horse Point State Park und zahlreiche Mountainbike- und Offroad-Strecken im Umland. Wer aus der DACH-Region anreist, kann in einer Woche mehrere dieser Ziele kombinieren, ohne ständig das Hotel wechseln zu müssen. Reiseführer von NZZ-Buchverlag oder anderen etablierten Häusern empfehlen häufig Moab als mehrtägigen Standort, von dem aus Tagesausflüge in die Umgebung unternommen werden.
5. Verantwortungsvoller Tourismus
Mit zunehmendem Tourismus gewinnt das Thema Nachhaltigkeit auch in US-Nationalparks an Bedeutung. Der National Park Service und Organisationen wie „Leave No Trace“ appellieren an Besucher, auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben, keinen Müll zu hinterlassen, sensible Biokrusten (dunkle, lebende Bodenkrusten in Wüstengebieten) nicht zu zerstören und Wildtiere nicht zu füttern oder zu stören. Deutsche Reisende, die bereits Erfahrung mit Naturschutzgebieten in den Alpen oder in deutschen Nationalparks (z. B. Harz, Eifel, Sächsische Schweiz) haben, finden hier viele vertraute Prinzipien wieder – übertragen auf eine völlig andere Landschaft.
Canyonlands-Nationalpark in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
Die visuelle Kraft von Canyonlands macht den Park zu einem festen Bestandteil vieler Social-Media-Feeds, Reiseblogs großer Medien und Videoformate internationaler Sender. Spektakuläre Timelapse-Aufnahmen von Wolken über den Canyons, Sternenhimmel-Videos und Drohnenperspektiven (letztere nur dort, wo sie erlaubt sind, Drohnennutzung ist in vielen Nationalparks eingeschränkt) tragen dazu bei, dass das Interesse weltweit wächst.
Canyonlands-Nationalpark — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Canyonlands-Nationalpark
Wo liegt der Canyonlands-Nationalpark genau?
Der Canyonlands-Nationalpark liegt im Südosten des US-Bundesstaats Utah, rund 50 km von der Stadt Moab entfernt. Die Region ist Teil des Colorado-Plateaus und kann am besten mit dem Auto über gut ausgebaute Highways erreicht werden. Die nächstgelegenen größeren Flughäfen liegen in Salt Lake City und Grand Junction, häufig wird der Besuch im Rahmen einer Rundreise von Las Vegas oder Denver aus geplant.
Seit wann gibt es den Canyonlands National Park?
Der Canyonlands National Park wurde am 12. September 1964 durch einen Beschluss des US-Kongresses und die Unterschrift von Präsident Lyndon B. Johnson gegründet. Er gehört damit zu den jüngeren, aber nicht zu den jüngsten US-Nationalparks. Die geologische Geschichte der Landschaft reicht jedoch Hunderte Millionen Jahre weiter zurück und ist damit deutlich älter als die meisten Kulturdenkmäler Europas.
Welche Bereiche des Parks sind für Erstbesucher besonders geeignet?
Für einen ersten Besuch empfehlen der National Park Service und viele Reiseführer vor allem den Bereich „Island in the Sky“. Hier führen gut ausgebaute Straßen zu mehreren Aussichtspunkten wie Mesa Arch, Grand View Point oder Green River Overlook. Die Wege zu diesen Viewpoints sind meist kurz und ohne große Höhenunterschiede, sodass sie auch für Familien oder weniger geübte Wanderer gut machbar sind.
Wann ist die beste Reisezeit für Canyonlands für Reisende aus Deutschland?
Als besonders angenehm gelten Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober), da die Temperaturen moderat sind und viele Trails schneefrei und gut begehbar bleiben. Im Hochsommer kann es sehr heiß werden, im Winter sind einzelne Straßen und Wege wegen Schnee und Eis gesperrt. Wer viel wandern möchte, sollte Hitze meiden und Wanderungen auf die Morgen- und Abendstunden legen.
Wie kombiniere ich Canyonlands-Nationalpark am besten mit anderen Reisezielen?
Viele deutschsprachige Reisende kombinieren Canyonlands mit dem benachbarten Arches National Park sowie mit anderen Nationalparks des sogenannten „Mighty Five“ in Utah (Bryce Canyon, Zion, Capitol Reef). Moab eignet sich gut als Standort für mehrere Tage; von hier aus lassen sich Tagesausflüge nach Canyonlands, Arches und zum Dead Horse Point State Park unternehmen. Auch weiter entfernte Ziele wie Monument Valley oder der Grand Canyon können in einer längeren Rundreise eingeplant werden.
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