Canyonlands-Nationalpark, Reise

Canyonlands-Nationalpark: Der wilde Grand Canyon von Moab

14.06.2026 - 05:35:34 | ad-hoc-news.de

Der Canyonlands-Nationalpark bei Moab, USA, ist wilder, stiller und ursprünglicher als viele bekannte Parks. Warum sich die Reise aus Deutschland hierher besonders lohnt.

Canyonlands-Nationalpark, Reise, USA
Canyonlands-Nationalpark, Reise, USA

Über Tagehorizonte spannt sich ein roter Felskontinent, zerschnitten von tief eingeschnittenen Schluchten, in denen der Colorado sein grünes Band zieht: Der Canyonlands-Nationalpark (Canyonlands National Park, wörtlich „Land der Canyons“) nahe Moab in den USA ist eine der ursprünglichsten Canyonszenerien Nordamerikas – und für viele Reisende aus Deutschland noch immer ein Geheimtipp neben dem bekannteren Grand Canyon.

Canyonlands-Nationalpark: Das ikonische Wahrzeichen von Moab

Der Canyonlands-Nationalpark liegt im Südosten des US-Bundesstaates Utah, rund 50 km südwestlich der Outdoor-Hochburg Moab. Die Landschaft wirkt wie eine gewaltige Steintreppe, die vom hochgelegenen Colorado-Plateau bis tief hinunter in die Flusscanyons von Colorado River und Green River führt. Wind, Wasser und Zeit haben hier über Millionen Jahre einen skulpturalen Stein-Labyrinthgarten geschaffen, der zu den eindrucksvollsten Canyonlandschaften des amerikanischen Westens zählt.

Während der nahe Arches-Nationalpark vor allem für seine filigranen Naturbrücken bekannt ist, steht der Canyonlands-Nationalpark für Weite, Tiefe und Einsamkeit. Besucher erleben Panoramen, die eher an Marslandschaften erinnern als an vertraute mitteleuropäische Gebirge. Besonders markant ist der Blick vom Aussichtspunkt „Island in the Sky“: Ein Tafelbergplateau fällt hier bis zu mehrere hundert Meter in abgestuften Felsbändern ab, bevor die Schluchten von Colorado und Green River beginnen.

Für Reisende aus Deutschland ist Canyonlands zugleich spektakuläre Fotokulisse und intensives Naturerlebnis. Die Reisezeit investiert man hier nicht für Vergnügungsparks oder Shopping-Malls, sondern für geologische Tiefenzeit: Die Felsen sind zum Teil hunderte Millionen Jahre alt und dokumentieren eine Erdgeschichte, die weit vor der Entstehung Europas und des späteren Deutschlands begonnen hat.

Geschichte und Bedeutung von Canyonlands National Park

Die Geschichte des Canyonlands-Nationalparks ist wesentlich jünger als die seiner Gesteine, aber sie spiegelt typische Entwicklungen des amerikanischen Naturschutzgedankens wider. Lange Zeit war das heute geschützte Gebiet nur schwer zugänglich. Rancher nutzten Teile des Landes als Weidegebiet, lokal gab es Uranabbau, und tiefe Schluchten bildeten natürliche Barrieren. Erst im 20. Jahrhundert rückte die Region stärker ins Bewusstsein, als sich im US-Bundesstaat Utah und auf Bundesebene ein verstärktes Interesse an der Bewahrung spektakulärer Landschaften entwickelte.

In den 1960er-Jahren gewann der Gedanke an einen Nationalpark für das Gebiet zwischen Colorado und Green River an Fahrt. Der amerikanische National Park Service setzte sich dafür ein, diese eigenständige Canyonszenerie als Schutzgebiet zu etablieren. Politische Debatten drehten sich um die Größe des Parks, um Nutzungsrechte und um den Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Interessen und Naturschutz. Schließlich wurde Canyonlands National Park in der Regierungszeit von Präsident Lyndon B. Johnson gegründet, um diese wilde Landschaft langfristig zu bewahren. Das genaue Gründungsdatum und die gesetzliche Grundlage sind in der US-Gesetzgebung dokumentiert; für Besucherentscheidungen ist heute vor allem wichtig, dass das Gebiet dauerhaft unter dem strengen Schutzstatus des US-Nationalparksystems steht.

Schon lange vor der Gründung des Nationalparks war Canyonlands allerdings Lebensraum indigener Völker. Archäologische Funde belegen, dass hier über Jahrtausende hinweg verschiedene Gruppen lebten oder saisonal jagten. Felszeichnungen und Felsmalereien – sogenannte Petroglyphen und Piktogramme – dokumentieren eine tiefe kulturelle Verbindung zur Landschaft. Sie werden heute als empfindliches Kulturerbe angesehen, das Besucher*innen nur mit Respekt und Abstand betrachten sollten. Viele dieser Stätten sind nicht groß ausgeschildert, um sie vor Vandalismus zu schützen; Ranger weisen immer wieder darauf hin, dass keinerlei Berührungen oder Kreidezeichnungen an diesen Kunstwerken erlaubt sind.

Für die Tourismusregion um Moab war die Einrichtung des Nationalparks ein Wendepunkt. Aus einer eher abgelegenen Kleinstadt entwickelte sich ein Zentrum für Outdoor-Tourismus mit internationalem Publikum. Hotels, Campingplätze, geführte Touren und Infrastruktur wurden schrittweise ausgebaut, ohne dass der Nationalpark selbst zur „Vergnügungslandschaft“ wurde. Große Teile des Parks sind bis heute nur über Schotterpisten, Mehrtages-Wanderungen oder Bootstouren erreichbar – ein deutlicher Kontrast zu stark erschlossenen Sehenswürdigkeiten wie etwa dem Grand Canyon South Rim.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Der Canyonlands-Nationalpark ist keine architektonische Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn wie eine Kathedrale oder ein Museum. Die „Architektur“ besteht hier aus geologischen Formationen: Tafelberge, Felstürme, Bögen und natürliche Brücken bilden eine Felslandschaft, die an gigantische Skulpturen erinnert. Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen den horizontalen Schichtungen des Gesteins und den vertikalen Einschnitten der Canyons.

Der Park ist in drei Hauptbereiche (Districts) gegliedert, die für Besucher sehr unterschiedliche Erlebnisse bieten:

  • Island in the Sky: Das am leichtesten zugängliche Plateau nördlich von Moab, mit asphaltierten Straßen und kurzen Wanderwegen zu spektakulären Aussichtspunkten. Hier entstehen die meisten ikonischen Fotos, etwa vom Mesa Arch, einem Felsbogen, durch den bei Sonnenaufgang die ersten Strahlen über den Canyonboden ziehen.
  • The Needles: Südlich gelegener Bereich, der nach schlanken, nadelartigen Sandsteinspitzen benannt ist. Er ist ein Wanderparadies mit mehrtägigen Trekkingrouten und weniger Autoverkehr als Island in the Sky. Die Felsformationen sind hier filigraner und stärker gegliedert.
  • The Maze: Der abgelegenste und am schwierigsten zugängliche Teil, ein wahres Labyrinth aus Canyons und Felsriegeln. Er ist nur erfahrenen Offroad-Fahrern und gut vorbereiteten Wanderern zu empfehlen. Der National Park Service weist diesen Bereich ausdrücklich als „very remote“ aus und betont die Notwendigkeit detaillierter Planung.

Besonders bekannte „Natur-Bauwerke“ innerhalb des Parks sind der bereits erwähnte Mesa Arch, der gewaltige Upheaval Dome mit seiner kraterartigen Struktur sowie die Flusslandschaft an der Mündung von Green und Colorado River, die als „Confluence“ bezeichnet wird. Geologen diskutieren bis heute Details der Entstehungsgeschichte einzelner Formationen, etwa ob Upheaval Dome durch einen Meteoriteneinschlag oder tektonische Prozesse entstanden ist. Solche Fragen sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung; für Besucher genügt oft der staunende Blick in diese geologischen Anomalien.

Künstlerisch spielt Canyonlands als Motiv in der amerikanischen Landschaftsmalerei eine zunehmende Rolle. Fotograf:innen und Maler:innen nutzen die klaren Linien, das tiefe Blau des Himmels und die warmen Rottöne des Sandsteins, um ikonische Bilder des „Wilden Westens“ zu schaffen. Ähnlich wie der Grand Canyon oder Monument Valley steht der Canyonlands-Nationalpark damit auch für eine kulturelle Ikonografie der Weite und Freiheit, die weit über die USA hinauswirkt.

Die Besucherzentren des Nationalparks – etwa das Island in the Sky Visitor Center – sind bewusst schlicht gehalten. Sie bieten Informationen, kleine Ausstellungen und Ranger-Programme, ohne von der Landschaft abzulenken. Die Architektur orientiert sich dabei eher an praktischen Gesichtspunkten und fügt sich mit flachen Baukörpern und natürlichen Materialien in die Umgebung ein. Ziel ist es, den menschlichen Eingriff so unauffällig wie möglich zu halten.

Canyonlands-Nationalpark besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Der Canyonlands-Nationalpark liegt im Südosten Utahs auf dem Colorado-Plateau, etwa 50 km von Moab entfernt. Für Reisende aus Deutschland bieten sich Flüge über große internationale Drehkreuze in den USA an, typischerweise nach Salt Lake City, Denver oder Las Vegas. Von Frankfurt, München oder Berlin aus sind – je nach Verbindung – ein bis zwei Umstiege erforderlich. Die reine Flugzeit über den Atlantik liegt meist zwischen 10 und 12 Stunden, hinzu kommen Umsteigezeiten und ein anschließender Inlandsflug. Von Salt Lake City bis Moab sind es mit dem Mietwagen rund 380 km, die in etwa 4 bis 5 Stunden Fahrzeit über gut ausgebaute Highways zurückgelegt werden können. Öffentlicher Linienverkehr existiert nur eingeschränkt, daher ist ein Auto praktisch unverzichtbar.
  • Fortbewegung im und um den Park
    Im Gegensatz zu manchen europäischen Nationalparks gibt es im Canyonlands-Nationalpark keine dichten Busnetze oder Seilbahnen. Die meisten Besucher nutzen einen Mietwagen oder Wohnmobil. Die Hauptstraße zum District Island in the Sky ist asphaltiert und gut zu fahren, ebenso die Zufahrt zu den wichtigsten Aussichtspunkten. Viele Pisten im Inneren der Canyons sind jedoch nur mit Geländewagen und spezieller Genehmigung zu befahren, teils sind sie technisch anspruchsvoll. Geführte Jeep-Touren ab Moab sind eine Alternative, wenn Offroad-Erfahrung fehlt. Für Wanderer ist wichtig: Trinkwasser und Sonnenschutz müssen selbst mitgebracht werden, da es im Park nur wenige Wasserstellen und kaum Schatten gibt.
  • Öffnungszeiten
    Der Canyonlands-Nationalpark ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Witterungsbedingungen können jedoch bestimmte Straßen und Pisten zeitweise unpassierbar machen, etwa nach starken Regenfällen oder Schneefällen im Winter. Die Öffnungszeiten der Besucherzentren variieren saisonal; sie sind in der Hauptsaison über weite Teile des Tages geöffnet, außerhalb der Saison können die Zeiten kürzer sein. Öffnungszeiten können sich ändern – aktuelle Informationen sollten direkt bei der Verwaltung des Canyonlands-Nationalparks bzw. beim National Park Service geprüft werden.
  • Eintritt
    Für den Zugang mit Pkw wird in US-Nationalparks typischerweise eine Fahrzeuggebühr für mehrere Tage erhoben, in Canyonlands ebenso. Die Preise werden vom National Park Service in US-Dollar festgesetzt und gelegentlich angepasst. Für Reisende, die mehrere Nationalparks im Westen der USA besuchen möchten (etwa Arches, Bryce Canyon, Zion, Grand Canyon), lohnt sich oft der sogenannte America-the-Beautiful-Pass, der ein Jahr lang für zahlreiche Nationalparks und andere Schutzgebiete gilt. Da sich die konkreten Beträge ändern können, sollten aktuelle Eintrittspreise vor der Reise direkt beim National Park Service oder über offizielle Informationsportale abgefragt werden. Für die grobe Urlaubsplanung ist hilfreich, den Eintritt als moderaten Fixposten im Reisebudget einzuplanen, üblicherweise im Bereich mehrerer zehn Euro (umgerechnet aus der Gebühr in US-Dollar).
  • Beste Reisezeit
    Das Klima im Canyonlands-Nationalpark ist geprägt von heißen, trockenen Sommern und teils kalten Wintern. Frühling (etwa April bis Mai) und Herbst (September bis Oktober) gelten vielen Reisenden als beste Reisezeit: Die Temperaturen sind deutlich angenehmer als im Hochsommer, und die Sicht ist oft klar. Im Sommer können Temperaturen am Tag deutlich über 30 °C steigen, in den Canyons kann sich die Hitze stauen, was Wanderungen anstrengend macht. Im Winter können Schnee und Eis vor allem auf den höher gelegenen Plateaus auftreten; zugleich sind dann weniger Besucher unterwegs, und die tief stehende Sonne taucht die Felsen in ein besonders warmes Licht. Wer Sonnenaufgänge oder -untergänge fotografieren möchte, sollte auch an die rasch absinkenden Temperaturen nach Sonnenuntergang denken.
  • Gesundheit und Sicherheit
    Für Besucher aus Deutschland ist Canyonlands vor allem ein Thema von Hitze, Trockenheit und Höhe. Das Parkgebiet liegt deutlich über dem Meeresspiegel, was in Kombination mit trockener Luft zu schneller Dehydrierung führen kann. Pro Person und Tag sollte für Wanderungen ausreichend Trinkwasser mitgeführt werden, gängige Empfehlungen liegen bei mehreren Litern pro Person – insbesondere in den Sommermonaten. Ein breitkrempiger Hut, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille und leichte, lange Kleidung sind sinnvoll. Gute Wanderschuhe mit Profil sind empfohlen, da die Pfade über Fels, Sand und teils Geröll führen. Die Parkverwaltung weist darauf hin, dass Besucher regelmäßig auf dem Rückweg mehr Höhenmeter bewältigen als auf dem Hinweg, da viele Wege erst hinab in die Canyons führen und der Aufstieg zum Schluss kommt.
  • Sprache vor Ort
    Im Canyonlands-Nationalpark und in Moab wird Englisch gesprochen. In touristischen Betrieben sind Englischkenntnisse ausreichend verbreitet; Deutschkenntnisse sind eher selten. Reisende aus der DACH-Region sollten sich auf Kommunikation auf Englisch einstellen – insbesondere bei sicherheitsrelevanten Informationen, etwa in Ranger-Talks, Wegbeschreibungen oder Warnhinweisen. Es empfiehlt sich, grundlegende englische Vokabeln zu Wanderwegen, Wetter, Sicherheit und Ausrüstung zu beherrschen.
  • Zahlung, Währung und Trinkgeld
    In den USA ist der US-Dollar die Währung. Zahlungen per Kreditkarte sind im Umfeld der Nationalparks weit verbreitet, sowohl an Tankstellen, in Hotels als auch bei vielen Veranstaltern. Bargeld ist vor allem für kleinere Beträge, Trinkgelder und gelegentliche Barzahlungen sinnvoll. In den USA ist Trinkgeld (Tip) ein wichtiger Bestandteil des Einkommens vieler Beschäftigter im Servicebereich. In Restaurants sind 15 bis 20 % des Rechnungsbetrags üblich, in Hotels werden dem Reinigungspersonal und Gepäckträgern kleine Beträge zugesteckt. Für geführte Touren, etwa Offroad- oder Rafting-Touren, ist ebenfalls ein Trinkgeld für die Guides üblich, häufig im Bereich von 10 bis 20 % des Tourpreises. Girokarten aus dem deutschen System werden nicht überall akzeptiert; gängige Kreditkarten (Visa, Mastercard, je nach Anbieter auch andere) sind die zuverlässigste Option. Mobile Payment via Smartphone ist verbreitet, aber nicht flächendeckend, insbesondere in ländlichen Regionen.
  • Einreisebestimmungen und Versicherungen
    Für einen Besuch des Canyonlands-Nationalparks reisen Deutsche in der Regel über die USA ein. Die Einreisebestimmungen können sich ändern; deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Einreisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für Touristenaufenthalte kommt häufig das visumfreie Programm mit elektronischer Reisegenehmigung (ESTA) in Betracht, dessen Bedingungen aber stets aktuell geprüft werden müssen. Eine Auslandskrankenversicherung, die auch in den USA gültig ist und Rücktransport abdeckt, ist dringend zu empfehlen, da medizinische Leistungen in den USA sehr kostspielig sein können.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung
    Der Canyonlands-Nationalpark liegt in der Mountain Time Zone der USA. Gegenüber der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) besteht üblicherweise eine Zeitdifferenz von –8 Stunden, während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) verkürzt sich diese Differenz üblicherweise auf –8 Stunden, abhängig von den jeweiligen Umstellungsregeln. Für genaue Zeitdifferenzen sollten Reisende vor Abflug die jeweils aktuelle Konstellation prüfen. Praktisch bedeutet dies: Wenn es in Deutschland Mittag ist, ist es in Canyonlands in der Regel früher Morgen.
  • Fotografieren und Drohnen
    Fotografie ist an den meisten Aussichtspunkten und auf Wanderwegen erlaubt und ein zentraler Teil des Besuchserlebnisses. Professionelle Foto- oder Filmprojekte können jedoch eine Genehmigung benötigen, insbesondere wenn sie mit größerer Ausrüstung einhergehen oder kommerziellen Charakter haben. Drohnen (Unmanned Aircraft) sind in vielen US-Nationalparks zum Schutz von Wildtieren, Besucherinnen und Besuchern sowie aus Sicherheitsgründen stark reguliert oder grundsätzlich verboten. Reisende sollten sich deshalb vorab beim National Park Service über die jeweils geltenden Regeln informieren, statt eine Drohne unbedacht einzusetzen.

Warum Canyonlands National Park auf jede Moab-Reise gehört

Für viele Reisende, die die Region Moab besuchen, steht zunächst der Arches-Nationalpark mit seinen berühmten Felsbögen im Fokus. Doch wer Canyonlands auslässt, verpasst die andere, tiefere Seite dieser Landschaft. Während Arches für filigrane Formen steht, liefert der Canyonlands-Nationalpark die große Bühne: mächtige Plateaus, weite Horizonte und Schluchten, in denen sich der Colorado River durch den Fels gefressen hat. Das Erlebnis unterscheidet sich klar von europäischen Gebirgen oder Schluchten – die Dimensionen und Farben sind einzigartig.

Besonders eindrücklich ist ein Besuch zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Wenn das Licht flach über die Canyonränder streicht, beginnen die Gesteinsschichten zu leuchten, Schatten zeichnen die Konturen der Tafelberge nach, und die Luft wirkt kristallklar. Selbst kurze Spaziergänge zu gut erreichbaren Aussichtspunkten wie Grand View Point oder Green River Overlook eröffnen in kurzer Zeit Panoramen, die viele Reisende als Höhepunkt ihres gesamten USA-Aufenthalts beschreiben. Für geübte Wanderer bieten sich längere Touren an, etwa hinab in die Canyons oder in die Needles-Region, wo man mit etwas Planung und Vorsicht relativ schnell Bereiche findet, in denen man nur wenigen anderen Menschen begegnet.

Auch für Familien mit Kindern sind ausgesuchte Bereiche des Canyonlands-Nationalparks geeignet. Kurze, gut markierte Wege, Picknickplätze und klare Beschilderungen machen es leicht, Naturerlebnisse dosiert zu planen. Gleichzeitig ist wichtig, Kindern früh den respektvollen Umgang mit dieser Landschaft zu vermitteln: auf den Wegen bleiben, keine Steine oder Pflanzen mitnehmen, Müll wieder mitnehmen. Der National Park Service bietet in vielen Parks Junior-Ranger-Programme an, in denen Kinder spielerisch mehr über Natur und Schutzgebiete lernen können; Informationen hierzu gibt es in den Besucherzentren.

In Kombination mit anderen Attraktionen des amerikanischen Südwestens – etwa Bryce Canyon, Zion, Capitol Reef oder dem Monument Valley – lässt sich Canyonlands gut in eine größere Rundreise einbinden. Für Reisende aus Deutschland, die häufig nur begrenzt Urlaubstage zur Verfügung haben, ist es sinnvoll, die Route sorgfältig zu planen, um Fahrzeiten, Erholungspausen und intensive Naturerlebnisse auszubalancieren. Moab dient dabei als strategischer Ausgangspunkt: Von hier aus erreicht man neben Canyonlands auch den Arches-Nationalpark und zahlreiche weitere Outdoor-Aktivitäten wie Mountainbiken, Rafting oder Canyoning.

Im Vergleich zu stark frequentierten Parks wie dem Grand Canyon ist Canyonlands vielerorts ruhiger. Selbst an bekannten Aussichtspunkten verflüchtigt sich der Andrang oft nach wenigen Gehminuten abseits der Parkplätze. Wer Stille, Weite und eine gewisse Einsamkeit sucht, findet hier – mit der nötigen Vorbereitung – eine Landschaft, die diesen Wunsch erfüllt. Dieses Gefühl von „Amerika wie aus den Westernfilmen, aber ohne Kulisse“ ist einer der Gründe, warum Canyonlands bei Kennern des amerikanischen Westens einen besonderen Platz einnimmt.

Canyonlands-Nationalpark in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien spielt der Canyonlands-Nationalpark vor allem visuell eine große Rolle. Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube sind voll von Bildern und Videos, in denen etwa die ersten Sonnenstrahlen durch den Mesa Arch brechen oder Geländewagen tief unten auf den Serpentinen der Schafer Trail Road zu sehen sind. Gleichzeitig entstehen in vielen Reise-Communities Diskussionen darüber, wie man diese Hochglanzbilder mit einem verantwortungsvollen, nachhaltigen Reiseverhalten verbindet – ein Thema, das besonders für naturbewusste Reisende aus Deutschland an Bedeutung gewinnt.

Häufige Fragen zu Canyonlands-Nationalpark

Wo liegt der Canyonlands-Nationalpark genau?

Der Canyonlands-Nationalpark liegt im Südosten des US-Bundesstaates Utah auf dem Colorado-Plateau, etwa 50 km südwestlich der Stadt Moab. Die nächstgrößeren internationalen Anreisepunkte sind unter anderem Salt Lake City und Denver, von wo aus der Park in mehreren Stunden Fahrzeit mit dem Auto erreichbar ist.

Wie unterscheidet sich Canyonlands von anderen Parks im Südwesten der USA?

Canyonlands ist vor allem für seine gewaltigen Plateaus, tief eingeschnittenen Schluchten und die Zusammenflüsse von Colorado und Green River bekannt. Im Vergleich zu Parks wie Arches, Bryce Canyon oder Zion ist Canyonlands vielerorts einsamer und vermittelt stärker das Gefühl einer weitgehend unberührten Felswüste. Es gibt weniger Infrastruktur im Inneren der Canyons, dafür mehr Offroad-Routen und anspruchsvolle Wanderungen.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch von Canyonlands einplanen?

Für einen ersten Eindruck reicht ein Tag, an dem man vom District Island in the Sky aus mehrere Aussichtspunkte und kurze Wanderungen kombiniert. Wer intensiver wandern oder auch die Needles-Region erleben möchte, sollte mindestens zwei bis drei Tage einplanen. Für Offroad-Touren und Mehrtageswanderungen kommen je nach Route weitere Tage hinzu, insbesondere im abgelegenen Maze-District.

Ist der Canyonlands-Nationalpark für Familien mit Kindern geeignet?

Ja, ausgewählte Bereiche von Canyonlands sind gut für Familien mit Kindern geeignet. Kurze, markierte Wege zu Aussichtspunkten, Picknickplätze und Besucherzentren erleichtern die Planung. Wichtig sind jedoch ausreichend Wasser, Sonnenschutz und – je nach Alter der Kinder – eine realistische Einschätzung der Wanderstrecken. Tiefe Abgründe und ungesicherte Kanten erfordern besondere Aufmerksamkeit.

Wann ist die beste Reisezeit für Besucher aus Deutschland?

Frühling (April bis Mai) und Herbst (September bis Oktober) gelten als besonders angenehme Reisezeiten, da die Temperaturen moderat sind und die Sicht oft klar ist. Im Sommer kann es sehr heiß werden, was Wanderungen anstrengend macht; im Winter sind einzelne Straßen oder Wege durch Schnee und Eis beeinträchtigt, dafür ist der Besucherandrang geringer. Wer fotografieren möchte, findet zu allen Jahreszeiten reizvolle Lichtstimmungen, sollte aber die jeweiligen Wetter- und Tageslichtbedingungen berücksichtigen.

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