Bhaktapur Durbar Square: Königliche Plätze und Newari-Architektur
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 12:18 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Bhaktapur Durbar Square in der Stadt Bhaktapur im Kathmandu-Tal von Nepal ist der ehemalige königliche Platz des Malla-Königreichs und prägt bis heute das historische Zentrum mit Palästen, Pagodentempeln und engen Gassen. Als Teil des UNESCO-Welterbes Bhaktapur zeigt der Platz eine dicht gewobene Kombination aus Backsteinarchitektur, Holzschnitzereien und offenen Höfen, in denen sich religiöse und weltliche Bauten unmittelbar begegnen.
Bhaktapur Durbar Square als königlicher Mittelpunkt des Malla-Reiches
Bhaktapur war vom 13. bis zum 18. Jahrhundert Residenzstadt des hinduistischen Malla-Geschlechts, dessen Herrscher von hier aus ein eigenes Königreich innerhalb des Kathmandu-Tals regierten. Der Durbar Square, das eigentliche Palastareal, diente als politisches und religiöses Zentrum des Königreichs von Bhaktapur, in dessen unmittelbarer Umgebung sich wichtige Tempel und Verwaltungsgebäude konzentrierten.Der Platz wurde im 13. Jahrhundert dem Malla-Hof zugeordnet und blieb bis zur Eroberung des Königreichs im Jahr 1769 Sitz der Herrscher.
Nach außen öffnet sich der Platz als langgezogene Fläche, die auf einer Seite vom ehemaligen Königspalast gesäumt wird und auf der anderen Seite von Tempeln unterschiedlicher Größe und Bauform geprägt ist. Die stadtgeschichtlich bedeutsame Rolle als königlicher Hof ist im Stadtbild daran ablesbar, dass sich hier Palastflügel, Tempelplattformen, steinerne Säulen mit Herrscherfiguren und kleinere Schreine dicht aneinanderreihen.Die Monumentenzone von Bhaktapur Durbar Square ist seit 1979 Teil des UNESCO-Welterbes, womit der historische Rang der Anlage über das Kathmandu-Tal hinaus anerkannt wurde.
Paläste, Tore und Höfe: Architektur und Materialien
Das auffälligste Bauwerk am königlichen Platz ist der sogenannte Palast der fünfundfünfzig Fenster, ein mehrgeschossiger Backsteinbau mit einer langen Front, deren Holzfenster in dichter Folge die Fassade gliedern.Der Palast mit seinen reich geschnitzten Fenstern entstand im 15. Jahrhundert und ist ein Beispiel dafür, wie tragende Backsteinwände und ornamental bearbeitetes Holz im Newari-Baustil zusammenwirken. Die Fensterreihen bilden ein horizontales Band, das durch einzelne größere Öffnungen und geschnitzte Rahmen akzentuiert wird.
Zum Palast gehört ein besonders kunstvoll gestaltetes Eingangstor, das sogenannte Goldene Tor. Es ist als reich verzierte Metallarbeit in eine Backsteinmauer eingefügt und zeigt Figuren, Ornamente und ein dichtes Relief aus mythologischen Motiven.Das Goldene Tor gilt als Meisterwerk der Repoussé-Technik, bei der Metall von der Rückseite her getrieben wird, um plastische Formen zu schaffen. Hinter dem Tor öffnet sich ein Hofsystem, das sich im Lauf der Jahrhunderte aus zahlreichen einzelnen Innenhöfen zusammensetzte und in seiner erhaltenen Form noch mehrere große Höfe und kleinere Durchgänge umfasst.
Tempelensemble und städtischer Raum
Rund um den Palast gruppieren sich zahlreiche Tempel, die überwiegend in der Pagodenbauweise errichtet sind, also mit übereinander gestuften, weit über die Wände auskragenden Dächern. Ein wichtiger Tempel ist der Vatsala-Devi-Tempel, ein steinerner Bau mit hoher Plattform, der durch eine Kombination aus feiner Steinbearbeitung und freistehenden Figuren hervorsticht. In der Nähe des Palastes befindet sich zudem eine Säule mit einer Statue von König Bhupatindra Malla, die an die Rolle dieses Herrschers in der Baugeschichte der Stadt erinnert.Bhupatindra Malla gehört zu den wichtigsten Bauherren der Platzanlage, von dessen Regierungszeit zahlreiche Palastteile und Tempel stammen.
Der Platz bildet zusammen mit weiteren benachbarten Bereichen ein zusammenhängendes Altstadtgefüge, das in der Denkmalpflege als Monumentenzone beschrieben wird. Dazu gehören neben dem eigentlichen Durbar Square weitere Plätze wie Taumadhi, Dattatreya und das Töpferviertel, die alle durch enge Straßen und Gassen mit dem königlichen Hof verbunden sind.Die UNESCO-Erfassung bezieht die historische Stadtstruktur rund um den Platz mit ein, sodass sich der Denkmalstatus nicht nur auf einzelne Bauwerke, sondern auf das Gesamtbild einer mittelalterlichen Newari-Stadt beziehen lässt.
Bhaktapur Durbar Square besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Bhaktapur Durbar Square liegt im Zentrum der Stadt Bhaktapur im Kathmandu-Tal in Nepal; aus Kathmandu führen Straßenverbindungen über die östliche Talroute nach Bhaktapur.
- Der Platz selbst ist weitgehend frei von motorisiertem Verkehr und wird von gepflasterten Wegen, Treppenstufen und Höfen geprägt, sodass ein Besuch längere Wegstrecken zu Fuß über zum Teil unebenen Untergrund umfasst.
- Im Umfeld des Platzes liegen weitere historische Bereiche wie Taumadhi-Platz und Dattatreya-Viertel, die sich an einem Rundgang durch die Altstadt gut verbinden lassen.
- Amtssprache ist Nepali, gezahlt wird in Nepalesischen Rupien.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Bhaktapur Durbar Square auf Social-Media-Plattformen
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Bhaktapur Durbar Square: häufige Fragen
Wo liegt Bhaktapur Durbar Square?
Bhaktapur Durbar Square liegt in der Stadt Bhaktapur im Kathmandu-Tal von Nepal, östlich der Hauptstadt Kathmandu, und bildet das historische Zentrum der Altstadt.
Was bietet ein Besuch von Bhaktapur Durbar Square?
Ein Besuch führt durch ein zusammenhängendes Ensemble aus königlichen Palästen, Pagodentempeln, reich geschnitzten Holzfassaden und Innenhöfen, das die Stadtgeschichte des Malla-Königreichs unmittelbar im Straßenbild zeigt.
Was kennzeichnet Bhaktapur Durbar Square besonders?
Kennzeichnend ist die Verbindung aus Palastarchitektur wie dem Palast der fünfundfünfzig Fenster, kunstvollen Toren wie dem Goldenen Tor und der Einstufung der monumentalen Altstadtzone als UNESCO-Welterbe.
