Bay of Fundy, Saint John, Kanada, Wahrzeichen, Reise, Tourismus, Naturphänomen, Gezeiten, Atlantik, Kultur, Geschichte

Bay of Fundy: Wo der Ozean bei Saint John die Weltordnung sprengt

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 10:27 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Die Bay of Fundy bei Saint John in Kanada gilt als Küstenwunder mit extremen Gezeiten – was deutsche Reisende dort erwartet und wie man dieses Naturphänomen aus nächster Nähe erlebt.

Bay of Fundy, Saint John, Kanada, Wahrzeichen, Reise, Tourismus, Naturphänomen, Gezeiten, Atlantik, Kultur, Geschichte, Kanada-Reise, DACH-Region, Saint John, Küste
Bay of Fundy, Saint John, Kanada, Wahrzeichen, Reise, Tourismus, Naturphänomen, Gezeiten, Atlantik, Kultur, Geschichte, Kanada-Reise, DACH-Region, Saint John, Küste

Zwischen Felsenklippen, Nebelschwaden und dem endlosen Grau-Blau des Atlantiks zeigt die Bay of Fundy (sinngemäß „Fundy-Bucht“) an der Küste von Saint John in Kanada jeden Tag, wie radikal sich eine Landschaft in wenigen Stunden verwandeln kann. Wer hier steht, sieht, wie das Meer dutzende Meter zurückweicht, Boote plötzlich im Trockenen liegen und rote Klippen ihre ganze Höhe preisgeben – nur um kurz darauf wieder von Wasser umspült zu werden.

Bay of Fundy: Das ikonische Wahrzeichen von Saint John

Die Bay of Fundy liegt zwischen den kanadischen Provinzen New Brunswick und Nova Scotia und reicht bis an die Stadt Saint John, die gewissermaßen ihr westliches Tor bildet. Die Bucht gilt als eines der spektakulärsten Küstengebiete Nordamerikas, weil hier einige der höchsten Gezeitenunterschiede der Erde gemessen werden – immer wieder wird ein maximaler Tidehub von rund 14 bis über 16 m genannt, je nach Messort entlang der Bucht. Aus naturkundlicher Perspektive ist sie ein Labor für Ozeanografie, Geologie und Küstendynamik; aus Sicht von Reisenden ist sie ein dramatisches Bühnenbild, das zweimal täglich sein Aussehen nahezu komplett verändert.

Saint John selbst ist die älteste eingetragene Stadt Kanadas und historisch eng mit der Bay of Fundy verbunden. Die Hafenanlagen, das historische Zentrum und mehrere Aussichtspunkte ermöglichen den Blick auf das Spiel der Gezeiten. Besonders eindrücklich ist das Naturphänomen der „Reversing Falls“, wo der Saint John River in die Bay of Fundy mündet und die Strömung bei Flut zeitweise umzukehren scheint. Für deutsche Reisende ist die Bucht deshalb weniger ein einzelnes Fotomotiv als vielmehr ein Küstenraum, den man im Verlauf eines Tages erlebt und dessen Dynamik man bewusst beobachtet.

Anders als klassisch klar umrissene Wahrzeichen – etwa das Brandenburger Tor in Berlin – ist die Bay of Fundy ein Naturmonument, dessen Grenze fließend ist und das mit dem Atlantik verbunden bleibt. Gleichwohl wird die Bucht häufig als eigenständige Destination betrachtet, mit einer Vielzahl von Aussichtspunkten, Küstenwegen, kleinen Orten und Nationalparks entlang ihrer Ufer. Saint John spielt dabei als Stadt eine besondere Rolle: Sie bietet urbane Infrastruktur, Hotels und Restaurants und gleichzeitig schnellen Zugang zu den Küstenlandschaften der Fundy-Küste.

Geschichte und Bedeutung von Bay of Fundy

Die Geschichte der Bay of Fundy reicht weit vor jede schriftliche Überlieferung zurück. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass indigene Gemeinschaften bereits seit Jahrtausenden entlang dieser Bucht lebten und sie als Nahrungsquelle und Verkehrsweg nutzten. Heute wird zumeist darauf verwiesen, dass die Fundy-Küste für First Nations wie die Mi’kmaq und Maliseet eine zentrale Rolle spielte, lange bevor europäische Seefahrer im 16. und 17. Jahrhundert die Region kartierten. Für Leser:innen in Deutschland hilft ein Vergleich: Die indigenen Traditionen an der Bay of Fundy sind deutlich älter als viele europäische Stadtgründungen und reichen in ihrer Kontinuität weiter zurück als die Geschichte etwa von Hamburg oder Köln.

Im Zuge der kolonialen Expansion wurden Teile der Fundy-Küste zu wichtigen Stationen der europäischen Schifffahrt. Frankreich und Großbritannien konkurrierten in den damaligen nordamerikanischen Kolonien um Vorherrschaft; Häfen an der Bay of Fundy dienten als Ankerplätze für Handelsschiffe, Fischfangflotten und militärische Operationen. Saint John entwickelte sich zu einem bedeutenden Hafen in der Provinz New Brunswick und wurde im 18. Jahrhundert formal als Stadt registriert. Historiker betonen, dass sich die Stadt im 19. Jahrhundert zu einem Handelszentrum und industriellen Standort am Atlantik wandelte, mit Werften, Holzexport und Fischfang.

Im 20. Jahrhundert verlagerte sich die Bedeutung der Bay of Fundy zunehmend in Richtung Naturschutz, Wissenschaft und Tourismus. Ozeanografen untersuchten die außergewöhnlichen Gezeiten, Geologen die Küstenerosion und Fossilienfunde. Mehrere Abschnitte der Küste wurden als Schutzgebiete ausgewiesen – etwa der Fundy National Park weiter nordöstlich in New Brunswick oder der Cape Chignecto Provincial Park in Nova Scotia. Sie stehen beispielhaft für die Bemühungen Kanadas, die empfindlichen Küstenökosysteme zu bewahren, während gleichzeitig ein naturverträglicher Tourismus ermöglicht wird.

International ist die Bay of Fundy zwar (noch) kein offiziell anerkanntes UNESCO-Welterbe, sie wurde in der Vergangenheit aber im Rahmen von Welterbe-Nominierungsprozessen diskutiert und als geologisch und ökologisch bedeutend eingestuft. Fachpublikationen weisen darauf hin, dass insbesondere die Fossilienvorkommen und die starke Gezeitenenergie der Bucht wissenschaftlich herausragend sind. In der öffentlichen Wahrnehmung – auch in deutschen Reiseführern – wird die Bay of Fundy oft in einem Atemzug mit weltbekannten Naturwundern wie dem Grand Canyon oder den Niagara-Fällen genannt, wenngleich sie weniger „laut“ und touristisch überlaufen ist.

Für Kanada ist die Bay of Fundy ein identitätsstiftender Küstenraum. Sie ist Teil der touristischen Marke der Atlantikprovinzen und wird von regionalen Tourismusorganisationen als Symbol für die Kraft des Meeres und die rauen Küstenlandschaften des Landes inszeniert. Saint John profitiert davon, indem die Stadt als urbaner Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Fundy-Küste positioniert wird – auch für Besucher:innen aus Europa, die oft über größere Drehkreuze wie Toronto oder Montréal anreisen und dann weiter in die Atlantikregion fliegen.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Auch wenn die Bay of Fundy selbst ein Naturphänomen ist, bilden die Stadt Saint John und die Küstenorte entlang der Bucht einen architektonischen und kulturellen Rahmen. Saint John verfügt über ein historisches Zentrum mit Gebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, darunter Lagerhäuser, Handelshäuser und Wohnhäuser im viktorianischen Stil. Nach einem großen Stadtbrand im 19. Jahrhundert wurde ein Teil des Zentrums neu aufgebaut; in der heutigen Architektur spiegelt sich eine Mischung aus britisch geprägter Kolonialarchitektur und späteren nordamerikanischen Einflüssen.

Entlang der Bay of Fundy finden sich immer wieder Leuchttürme, kleine Kirchen und Holzhäuser, die das Landschaftsbild prägen. Diese Bauwerke sind weniger spektakulär im Sinne großer Monumente, tragen aber wesentlich zur Atmosphäre bei. Für deutsche Reisende, die etwa die Leuchtturm-Landschaften der Bretagne kennen, wirkt die Fundy-Küste mit ihren hölzernen Leuchttürmen und den weiten Ausblicken vergleichbar, aber deutlich rauer und von stärkeren Gezeiten gezeichnet.

Ein besonderes Merkmal der Bay of Fundy sind die durch die Gezeiten geformten Küstenformen, etwa die steilen Klippen, Felstürme und Buchten mit weiten Schlickfeldern. In einigen Abschnitten, etwa bei Hopewell Rocks weiter nördlich, ragen säulenartige Felsformationen aus dem Wasser, die bei Ebbe vollständig sichtbar werden und bei Flut teilweise im Meer verschwinden. In der Nähe von Saint John verleihen Felsvorsprünge, bewaldete Hänge und tiefe Einschnitte der Küste eine dramatische Silhouette.

Künstlerinnen und Künstler, Fotograf:innen und Schriftsteller:innen nutzen die Bay of Fundy seit Jahrzehnten als Motiv. Landschaftsmalereien zeigen häufig den Kontrast zwischen dem roten, oft eisenhaltigen Gestein der Klippen und dem wechselnden Wasserstand. In der Fotografie sind Langzeitbelichtungen populär, bei denen die Bewegung des Wassers über die Gezeiten hinweg eingefangen wird. Literatur und Reiseberichte beschreiben die Bucht häufig als melancholisch, mystisch oder als Ort des Übergangs zwischen Land und Meer.

Die wissenschaftliche Besonderheit der Bay of Fundy – die extremen Gezeiten – wird nicht nur erforscht, sondern teilweise auch touristisch inszeniert. Es gibt Aussichtsplattformen, Besucherzentren und Informationsangebote, die das Phänomen erklären. Ozeanograf:innen verweisen darauf, dass die Gezeitenhöhe durch die Geometrie der Bucht und Resonanzeffekte verstärkt wird: Die Form der Bay of Fundy begünstigt eine Art „Schwingung“ des Wassers, die mit den Gezeitenzyklen des Atlantiks übereinstimmt und dadurch besonders hohe Unterschiede zwischen Ebbe und Flut erzeugt.

Entlang der Bucht werden immer wieder Projekte diskutiert, die die Gezeitenenergie zur Stromerzeugung nutzen. Tidenkraftwerke gelten international als eine mögliche erneuerbare Energiequelle, und die Bay of Fundy wird aufgrund ihrer starken Gezeiten als potenzieller Standort solcher Anlagen genannt. In der Praxis sind viele dieser Projekte jedoch mit Umweltfragen verbunden, da Eingriffe in sensible Küstensysteme die Lebensräume von Meeressäugern, Fischen und Vögeln beeinflussen können.

Bay of Fundy besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Die Bay of Fundy erstreckt sich zwischen New Brunswick und Nova Scotia, mit Saint John als wichtigem Zugangspunkt auf der New-Brunswick-Seite. Für Reisende aus Deutschland führt der Weg in der Regel zunächst über einen Interkontinentalflug nach Kanada, etwa nach Toronto, Montréal oder Halifax. Von dort aus gibt es Inlandsflüge nach Saint John in der Provinz New Brunswick. Aus Städten wie Frankfurt, München oder Berlin ist mit einer Gesamtflugzeit – inklusive Umstieg – von grob 10 bis 14 Stunden zu rechnen, abhängig von Verbindung und Saison. Alternativ kann man nach Halifax fliegen und von dort mit dem Mietwagen entlang der Küste zur Bay of Fundy fahren, was mehrere Hundert Kilometer umfasst und sich gut mit einer Rundreise durch die Atlantikprovinzen verbinden lässt.
  • Öffnungszeiten
    Als Naturraum hat die Bay of Fundy keine klassischen Öffnungszeiten. Küstenbereiche, öffentliche Aussichtspunkte und Strände sind meist rund um die Uhr zugänglich, sofern keine lokalen Beschränkungen bestehen. Nationalparks, Besucherzentren und geführte Touren rund um die Bucht haben hingegen konkrete Öffnungszeiten und saisonale Betriebszeiten, die variieren können. Es empfiehlt sich, die jeweils aktuellen Angaben direkt bei den entsprechenden Einrichtungen oder Touranbietern sowie bei der regionalen Tourismusorganisation zu prüfen. In einigen Küstenabschnitten können Sicherheitsgründe – etwa starke Strömungen oder Felseinbrüche – zu zeitweiligen Sperrungen führen.
  • Eintritt
    Für den Besuch der Bay of Fundy als Küstenlandschaft fallen in vielen Fällen keine direkten Eintrittskosten an, da Strände, öffentliche Wege und Aussichtspunkte frei zugänglich sind. Kosten können jedoch bei bestimmten Attraktionen, geführten Bootstouren, Whale-Watching-Ausfahrten, Nationalparks oder spezialisierten Gezeiten-Beobachtungspunkten entstehen. Hier werden Eintritts- oder Ticketpreise meist in kanadischen Dollar angegeben, je nach Angebot können sie deutlich variieren. Als grobe Orientierung sollten Reisende aus Deutschland mit zweistelligen Beträgen im Bereich von rund 20 bis 80 € (entsprechende Beträge in kanadischen Dollar) für organisierte Ausfahrten oder kombinierte Erlebnispakete rechnen, wobei die tatsächlichen Preise von Saison, Anbieter und Leistungsumfang abhängen. Da Wechselkurse schwanken, ist ein Blick auf aktuelle Währungsinformationen sinnvoll, bevor man vor Ort bucht.
  • Beste Reisezeit
    Die Küste der Bay of Fundy ist ganzjährig erlebbar, wirkt aber je nach Jahreszeit völlig unterschiedlich. Die meisten internationalen Besucher:innen kommen während der nordamerikanischen Sommermonate und des frühen Herbsts, also etwa von Juni bis Oktober. In dieser Zeit sind die Temperaturen milder, viele touristische Angebote aktiv, und die Wahrscheinlichkeit ruhigen Wetters ist erhöht. Gleichzeitig kann es in beliebten Orten und Nationalparks zu mehr Andrang kommen. Frühling und Spätherbst bieten eine ruhigere Atmosphäre, sind jedoch wettertechnisch wechselhafter – Nebel und Regen gehören in dieser Region ohnehin zum Alltag. Winterbesuche sind möglich, verlangen aber Erfahrung im Umgang mit Schnee, Eis und Kälte. Unabhängig von der Jahreszeit sollten Reisende die Zeiten von Ebbe und Flut im Voraus prüfen, um die Gezeiten bewusst zu erleben; lokale Tourismusstellen und Informationszentren stellen Gezeitenkalender bereit.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten
    In der Provinz New Brunswick ist Englisch die dominierende Sprache, Französisch wird in Teilen der Provinz ebenfalls gesprochen. Deutschkenntnisse sind weniger verbreitet, dafür wird Englisch von den meisten Dienstleistern, Gastbetrieben und Touranbietern genutzt. Aus deutscher Perspektive ist eine Reise zur Bay of Fundy daher mit guten Englischkenntnissen deutlich einfacher. Bei Zahlungen sind Kreditkarten – etwa Visa und Mastercard – weit verbreitet, auch kontaktlose Zahlungen per Smartphone werden zunehmend akzeptiert. Bargeld in kanadischen Dollar ist vor allem in kleineren Orten und bei einfachen Einrichtungen sinnvoll. Trinkgeld ist in Kanada üblich: In Restaurants liegt ein Trinkgeld häufig im Bereich von rund 15 bis 20 % der Rechnungssumme, bei Touren oder Führungen wird eine Anerkennung für gute Leistung geschätzt. Fotografieren ist an den meisten Orten erlaubt, allerdings sollten Besucher:innen auf sensible Bereiche wie Brutgebiete von Vögeln, private Grundstücke und sicherheitsrelevante Zonen achten. Eine respektvolle Distanz zu Klippenkanten und der Verzicht auf riskante Selfies in gefährlichen Situationen sind aus Sicherheitsgründen ratsam.
  • Einreisebestimmungen
    Für deutsche Staatsbürger gelten für Reisen nach Kanada spezifische Einreisebestimmungen, die sich ändern können. In der Regel benötigen Besucher:innen aus Deutschland für touristische Aufenthalte einen gültigen Reisepass und – bei Einreise per Flugzeug – eine elektronische Reisegenehmigung (eTA), deren Details von den kanadischen Behörden festgelegt werden. Da sich Anforderungen, Fristen und Bedingungen im Laufe der Zeit ändern können, sollten deutsche Staatsbürger die aktuellen Einreisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie bei der kanadischen Regierung prüfen, bevor sie eine Reise zur Bay of Fundy planen. Für Aufenthalte in der EU üblichen Krankenversicherungsschutz reicht bei Reisen nach Kanada nicht aus; eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung ist empfehlenswert.

Warum Bay of Fundy auf jede Saint John-Reise gehört

Wer nach Saint John reist, erlebt mit der Bay of Fundy mehr als nur einen weiteren Küstenabschnitt. Die auffallend starken Gezeiten sorgen dafür, dass sich die Landschaft innerhalb weniger Stunden auf sichtbare Weise verändert. Das macht den Besuch zu einem aktiven Erlebnis: Man kommt bei Ebbe an einen Strand, läuft weit hinaus auf den freiliegenden Meeresboden, sieht Felsen, die sonst unter Wasser liegen – und kehrt später zum selben Platz zurück, um zu sehen, wie das Meer den Bereich wieder komplett füllt.

Für Reisende aus Deutschland, die beispielsweise die Nordsee mit ihren Gezeiten kennen, ist die Bay of Fundy eine Steigerung des vertrauten Phänomens. Während an der Deutschen Bucht die Unterschiede zwischen Ebbe und Flut deutlich sind, erreichen sie an der Fundy-Küste Werte, die weltweit nur an wenigen Orten beobachtet werden. Die Kombination aus steilen Klippen, weitem Horizont und dem kraftvollen Auf- und Ab des Wassers erzeugt eine besondere Atmosphäre. Viele Besucher:innen berichten von einem Gefühl der Demut gegenüber der Natur, wenn sie die Bucht bei Sturm, Nebel oder dramatischem Licht erleben.

Saint John bietet als Stadt eine gute Basis, um die Bay of Fundy in verschiedene Richtungen zu erkunden. Hafenrundgänge, Spaziergänge durch das historische Zentrum, Besuche lokaler Märkte und Ausflüge zu Aussichtspunkten lassen sich zu einem abwechslungsreichen Programm kombinieren. Tages- oder Mehrtagesausflüge entlang der Küste führen zu kleineren Orten, Stränden, Wanderwegen und Nationalparks. Für deutsche Reisende, die eine Rundreise durch die Atlantikprovinzen planen, bietet die Bay of Fundy einen starken Kontrast zu städtischen Stationen wie Halifax oder Montréal und eine Alternative zu den bekannteren Niagara-Fällen im Süden Ontarios.

Ökologisch ist die Bay of Fundy ein sensibler Lebensraum, der durch die Gezeiten geprägt wird. Wattflächen, Salzmarschen und Felsbuchten bieten vielen Vogelarten, Meeressäugern und anderen Tieren eine Heimat. Whale-Watching-Touren nutzen die Anwesenheit von Walen in bestimmten Abschnitten der Bucht, insbesondere während bestimmter Jahreszeiten, um Besucher:innen Einblicke in das Leben dieser Meeressäuger zu geben. Gleichzeitig betonen Naturschützer, dass solche Aktivitäten sorgfältig reguliert werden müssen, um Störungen zu minimieren. Reisende, die sich für Tierbeobachtung interessieren, sollten Anbieter wählen, die transparent mit Schutzrichtlinien umgehen.

Die Bay of Fundy ist auch eine Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt Kanadas zu erleben: Indigene Perspektiven auf den Küstenraum, französischsprachige Gemeinschaften und anglophone Städte bilden einen kulturellen Flickenteppich. Kulinarisch spiegeln sich die maritime Prägung und der Einfluss verschiedener Traditionen in Fisch- und Meeresfrüchtegerichten, lokalen Biersorten und regionalen Spezialitäten wider. Wer die Bucht besucht, erlebt damit nicht nur Geologie und Ozeanografie, sondern auch alltägliche Lebenswelten in einer Atlantikregion, die im Vergleich zu den großen Metropolen Kanadas weniger im internationalen Rampenlicht steht.

Für Leser:innen in der DACH-Region ist die Bay of Fundy besonders interessant, weil sie gut mit anderen Reisebausteinen kombinierbar ist. Eine Reise nach Kanada lässt sich um Atlantikprovinzen erweitern, die im Vergleich zu klassischen US-Ostküstenzielen ruhiger und weniger überlaufen sind. Die Bay of Fundy bietet darüber hinaus fotografisch und emotional starke Motive, die sich von typischen europäischen Küstenlandschaften unterscheiden. Wer gerne auf Küstenwegen wandert, mit dem Mietwagen entlang rauer Küsten fährt oder naturwissenschaftliche Phänomene aus nächster Nähe erleben möchte, findet hier ein lohnendes Ziel.

Bay of Fundy in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Netzwerken taucht die Bay of Fundy immer wieder als Motiv für spektakuläre Gezeitenvergleiche, Fotostrecken von Klippenlandschaften und Reiseberichte aus den Atlantikprovinzen Kanadas auf. Viele Beiträge zeigen Vorher-nachher-Bilder von Ebbe und Flut oder Videos von Whale-Watching-Ausfahrten. Für Reisende kann ein Blick in die sozialen Medien helfen, aktuelle Eindrücke zu gewinnen, spezielle Aussichtspunkte zu entdecken oder die saisonale Stimmung vor Ort besser einzuschätzen.

Häufige Fragen zu Bay of Fundy

Wo liegt die Bay of Fundy genau?

Die Bay of Fundy liegt an der Atlantikküste Kanadas zwischen den Provinzen New Brunswick und Nova Scotia. Saint John in New Brunswick bildet einen wichtigen Zugangspunkt zur Bucht und dient vielen Reisenden als Ausgangsbasis, um Küstenabschnitte und Gezeitenphänomene zu erleben.

Warum sind die Gezeiten in der Bay of Fundy so extrem?

Die außergewöhnliche Höhe der Gezeiten in der Bay of Fundy wird vor allem auf die Form und Tiefe der Bucht sowie Resonanzeffekte zurückgeführt. Vereinfacht gesagt schwingt das Wasser in der Bucht im Rhythmus der Gezeiten des Atlantiks und verstärkt dabei den Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Dadurch entstehen Tidehübe, die weltweit zu den höchsten gehören.

Was ist das Besondere an einem Besuch der Bay of Fundy für Reisende aus Deutschland?

Für Reisende aus Deutschland ist besonders eindrucksvoll, wie stark sich die Landschaft in kurzer Zeit verändert. Wer die Nordsee kennt, erlebt an der Bay of Fundy eine dramatische Steigerung des Gezeitenphänomens, kombiniert mit steilen Klippen, maritimer Kultur und dem Küstenleben der kanadischen Atlantikprovinzen. Saint John bietet zugleich eine städtische Basis mit Infrastruktur und kulturellen Angeboten.

Wie erreicht man die Bay of Fundy am besten aus Deutschland?

In der Praxis führt die Anreise meist über einen Langstreckenflug von Deutschland zu einem größeren kanadischen Drehkreuz wie Toronto, Montréal oder Halifax und anschließend über einen Inlandsflug oder eine Mietwagenfahrt nach Saint John oder andere Orte an der Fundy-Küste. Die Gesamtflugzeiten variieren, bewegen sich aber häufig im Bereich von etwa 10 bis 14 Stunden inklusive Umstieg.

Wann ist die beste Zeit, um die Bay of Fundy zu besuchen?

Viele Reisende bevorzugen die Monate Juni bis Oktober, wenn das Wetter meist milder ist und die touristische Infrastruktur vollständig in Betrieb. Frühling und Spätherbst bieten ruhigere Bedingungen, können aber wettertechnisch anspruchsvoller sein. Unabhängig von der Jahreszeit ist es sinnvoll, lokale Gezeitenkalender zu nutzen, um die extremen Unterschiede zwischen Ebbe und Flut bewusst zu erleben.

Mehr zu Bay of Fundy auf AD HOC NEWS

de | unterhaltung | 69703403 |