Basilica di Superga, Turin

Basilica di Superga und die steinerne Krone über Turin

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 05:44 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Basilica di Superga verbindet Juvarras Barockkuppel, Savoyergräber und die Höhenlage über Turin zu einem vielschichtigen Ort.

Architektur-Render von Basilica di Superga in Turin, Italien bei Tageslicht
Moderner Architektur-Render zeigt Silhouette von Basilica di Superga in Turin Italien, klare Linien und neutrales, Illustration mit AI erstellt.

Die Basilica di Superga steht auf dem gleichnamigen Hügel östlich von Turin. Ihre große Kuppel, die vorgelagerte Säulenhalle und die beiden Glockentürme bilden eine weithin erkennbare Silhouette. Filippo Juvarra leitete den Bau von 1717 bis 1731.

Basilica di Superga als Barockarchitektur auf dem Hügel

Der Baukörper verbindet eine monumentale Front mit einem zentralen Kirchenraum. Vor der Fassade steht ein Portikus aus acht korinthischen Säulen. Darüber erhebt sich die Kuppel, die von zwei symmetrisch angeordneten Glockentürmen begleitet wird. Die Außenansicht setzt helle Steinflächen, Säulenordnungen und geschwungene Linien zu einer klar lesbaren Komposition zusammen.

Im Inneren bestimmen Stuck, Marmor und die vertikale Gliederung den Raum. Acht korinthische Säulen stehen an den Eckpfeilern und führen den Blick bis zum Tambour der Kuppel. Der Grundriss bildet ein unregelmäßiges Achteck, das in den Bereich des Presbyteriums übergeht. An den Seiten liegen größere und kleinere Kapellen.

Die Kuppel besteht aus zwei übereinanderliegenden Schalen. Zwischen ihnen liegt ein Hohlraum, der durch große Bögen gegliedert ist. Fenster am Tambour und weitere Öffnungen an den Kuppelrippen gehören zur architektonischen Gestalt. Die Basilica di Superga zeigt damit nicht nur eine repräsentative Oberfläche, sondern auch eine differenzierte Konstruktion.

Der Hauptaltar trägt ein weißes Marmorrelief von Bernardino Cametti. Dargestellt ist Vittorio Amedeo II. im Gebet vor Madonna und Kind, verbunden mit der Schlacht von Turin aus dem Jahr 1706. Die Seitenaltäre sind der Verkündigung und der Geburt Mariens gewidmet. Arbeiten von Agostino Cornacchini, Carlo Antonio Tantardini und weiteren Künstlern ergänzen die Ausstattung.

Von Vittorio Amedeo II. zu Juvarras Kirchenraum

Vittorio Amedeo II., Herzog von Savoyen und späterer König von Sardinien, gab den Bau nach dem Sieg über die französischen Truppen bei der Belagerung Turins 1706 in Auftrag. Die Grundsteinlegung erfolgte 1717. 1731 wurde das Gotteshaus eingeweiht und der Geburt Mariens gewidmet.

Filippo Juvarra, ein aus Sizilien stammender Architekt im Dienst des Hauses Savoyen, entwarf den Komplex. Zu seinen weiteren Arbeiten in der Region gehören die Palazzina di Caccia di Stupinigi und Teile der Residenzen des Hauses Savoyen. Die Grundsteinlegung im Jahr 1717 markiert den Beginn der vierzehnjährigen Bauphase.

Die Anlage gehört zur politischen und religiösen Geschichte des Piemont im frühen 18. Jahrhundert. Die Widmung an Maria, das Relief zur Schlacht von Turin und die Verbindung mit dem Haus Savoyen stehen im selben architektonischen Zusammenhang. Der Bau ist damit zugleich Wallfahrtskirche, dynastischer Erinnerungsort und barocke Residenzarchitektur.

Die Kirche wurde von Filippo Juvarra geprägt. Seine Planung reicht über die Fassade hinaus und umfasst Raumfolge, Kuppel, Kapellen und die Ausstattung des Presbyteriums. In der erhaltenen Form bleibt die Anlage als geschlossenes Zusammenspiel von Architektur und Bildprogramm lesbar.

Kuppel, Krypta und Savoyergräber

Unterhalb des Kirchenraums liegen die Grabstätten des Hauses Savoyen. Die Krypta enthält Sarkophage, Inschriften und funeräre Ausstattungsstücke. Dort wird die dynastische Geschichte nicht in einer Ausstellung erzählt, sondern durch die Lage der Gräber und die Gestaltung der Räume unmittelbar mit dem Bau verbunden.

Die Basilica di Superga ist der Geburt Mariens geweiht. Ein eigener Bereich erinnert an das Gelübde von 1706. In der Kapelle steht eine Holzstatue Unserer Lieben Frau der Gnaden. Der Hauptaltar nimmt das historische Ereignis mit einem weißen Carrara-Marmorrelief auf.

Über dem Kirchenraum bildet die Kuppel den architektonischen Schwerpunkt. Der Tambour, die Rippen und die Laterne staffeln den Aufstieg des Raumes. Zwei Glockentürme fassen die Front seitlich ein. Die Kuppel erreicht 75 Meter Höhe, während die Glockentürme 60 Meter messen.

Von der Anhöhe öffnet sich der Blick über Turin und das Piemont. Die Lage verbindet die Kirche mit der Stadtlandschaft und mit dem königlichen Palast von Rivoli. Der Komplex steht außerdem im Zusammenhang mit den Savoyerresidenzen, die seit 1997 zum UNESCO-Welterbe gehören.

Basilica di Superga besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Die Basilica di Superga liegt östlich von Turin auf dem Hügel Superga. Die historische Straßenbahnlinie Sassi–Superga führt von Turin zur Anhöhe.
  • Der Zugang zur Kuppel führt über Treppen und enge Innenbereiche. Der Kirchenraum, die Krypta und die Aussichtslage gehören zu unterschiedlichen Teilen des Komplexes.
  • In der Umgebung liegen der Naturpark der Hügel von Superga und die Stadt Turin. Die Adresse des Komplexes lautet Strada Basilica di Superga.
  • Amtssprache ist Italienisch, gezahlt wird in Euro.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Basilica di Superga: häufige Fragen

Wo liegt die Basilica di Superga?

Sie steht auf dem Hügel Superga östlich von Turin im Piemont. Die Straßenbahnlinie Sassi–Superga verbindet Turin mit der Anhöhe.

Was bietet ein Besuch der Anlage?

Zum Komplex gehören der Kirchenraum, die Kapellen, die Krypta mit den Savoyergräbern, die Kuppel und die Aussicht über Turin.

Was kennzeichnet die Basilica di Superga?

Die von Filippo Juvarra entworfene Barockkirche wurde von 1717 bis 1731 errichtet. Ihre Kuppel, der Säulenportikus und die Savoyergräber prägen den Ort.

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