Babylon, Hillah

Babylon und die Stadt aus glasierten Ziegeln

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 16:54 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Babylon bei Hillah bewahrt Mauern, Paläste und das Ischtartor einer mesopotamischen Metropole – zwischen Euphrat und Erinnerung

Bauhaus-Poster als Abstraktion von Ausgrabungen von Babylon in Hillah, Irak
Bauhaus-Poster als geometrische Abstraktion von Ausgrabungen von Babylon in Hillah Irak, kraeftige Grundfarben und harte, Illustration mit AI erstellt.

Babylon liegt bei Hillah im Irak am Euphrat. Die Ruinen verbinden die Namen Hammurabi und Nebukadnezar II. mit Mauern, Palästen, Tempeln und dem Ischtartor aus glasierten Ziegeln.

Babylon am Euphrat und die Macht der Mauern

Die antike Stadt entstand im späten 3. Jahrtausend v. Chr. und wurde unter Hammurabi im 18. Jahrhundert v. Chr. zu einem politischen Zentrum. Hammurabi regierte von 1792 bis 1750 v. Chr. und machte Babylon zur Hauptstadt seines Reiches.

Am Euphrat entwickelte sich eine Stadt mit religiösen Anlagen, Palästen, Wohnvierteln und befestigten Bereichen. Babylon am Euphrat lag in Mesopotamien, südlich von Bagdad und nahe dem heutigen Hillah.

Die Stadtgeschichte umfasst mehrere Herrschaftsphasen. Unter assyrischer Herrschaft wurde Babylon 689 v. Chr. zerstört und später wiederaufgebaut. Die sichtbaren Ruinen stammen vor allem aus der neubabylonischen Zeit, die von 626 bis 539 v. Chr. dauerte.

Nebukadnezar II. und das Ischtartor

Die neubabylonische Epoche ist eng mit Nebukadnezar II. verbunden. Er regierte von 605 bis 561 v. Chr. und ließ Babylon mit Palästen, Tempeln, Mauern und Toranlagen ausbauen.

Das Ischtartor gehörte zur inneren Stadtmauer. Es entstand um 575 v. Chr. und war mit glasierten Ziegeln verkleidet. Darauf erscheinen Reliefs von Löwen, Stieren und Mischwesen.

Durch das Tor verlief die Prozessionsstraße. Ihre Verbindung mit dem Heiligtum des Stadtgottes Marduk gehört zu den prägenden räumlichen Beziehungen der Anlage. Das Ischtartor aus glasierten Ziegeln zählt zu den markantesten Bauteilen Babylons.

Das Original des Ischtartors befindet sich im Pergamonmuseum in Berlin. Am historischen Ort stehen archäologische Reste und Rekonstruktionen im Zusammenhang mit der Stadtanlage.

Paläste, Tempel und die sichtbaren Stadtviertel

Das Ruinenfeld besteht aus mehreren großen Siedlungshügeln. Babil bezeichnet den Bereich mit Resten eines Palastes. Qasr umfasst den Palastbereich, das Ischtartor und den Tempel Emah.

Amran ibn Ali wird mit dem Heiligtum Esagila verbunden, dem großen Tempelbezirk des Marduk. Merkes markiert einen Wohnbereich der antiken Stadt. Humra enthält Reste des Zikkurats Etemenanki und eines Theaters aus hellenistischer Zeit.

Die Bauwerke bestanden überwiegend aus Lehmziegeln. Gebrannte und glasierte Ziegel treten an besonders gestalteten Teilen hervor. Die Reliefs der Prozessionsstraße zeigen Tiere in schreitender Haltung und bilden eine Folge einzelner Bildfelder.

Babylon wurde 2019 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Babylon steht auf der Welterbeliste als Zeugnis der neubabylonischen Kultur und ihrer Stadtarchitektur.

Die Eintragung bezieht sich auf die Ruinen der Stadt, auf Befestigungen, Tore, Paläste und Tempel sowie auf die umgebende Kulturlandschaft. Der Ort verbindet archäologische Spuren mit einer Epoche, in der Babylon Hauptstadt des Neubabylonischen Reiches war.

Babylon besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Babylon liegt bei Hillah im zentralen Irak, rund 85 Kilometer südlich von Bagdad. Die Anreise aus Richtung Bagdad führt über Straßen durch die Ebene am Euphrat.
  • Das Gelände besteht aus weitläufigen Ruinenfeldern mit Lehmziegelmauern, Erdaufschüttungen und archäologischen Arealen. Zwischen den benannten Hügeln liegen offene Wege und unebene Bodenflächen.
  • Amtssprache ist Arabisch, gezahlt wird in Irakischen Dinar.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Babylon: häufige Fragen

Wo liegt Babylon?

Babylon liegt bei Hillah im Irak am Euphrat, rund 85 Kilometer südlich von Bagdad. Die Ruinen gehören zur Provinz Babil.

Was bietet ein Besuch in Babylon?

Zu sehen sind Ruinen von Mauern, Palästen, Tempeln, Prozessionswegen und Toranlagen. Das Gelände vermittelt die räumliche Struktur einer mesopotamischen Stadt.

Wodurch ist Babylon gekennzeichnet?

Babylon ist mit Hammurabi, Nebukadnezar II., dem Ischtartor und der neubabylonischen Epoche verbunden. Die Anlage steht seit 2019 auf der UNESCO-Welterbeliste.

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