Altstadt Pingyao, Pingyao Gucheng

Altstadt Pingyao: Chinas Zeitkapsel der Ming-Dynastie entdecken

20.05.2026 - 11:24:08 | ad-hoc-news.de

Die Altstadt Pingyao, lokal Pingyao Gucheng, gilt als eine der am besten erhaltenen historischen Stadtanlagen Chinas. Warum sie sich für Reisende aus Deutschland wie eine Reise in die Ming-Zeit anfühlt.

Altstadt Pingyao, Pingyao Gucheng, China
Altstadt Pingyao, Pingyao Gucheng, China

Wer durch die kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt Pingyao läuft, taucht in ein China ein, das andernorts längst verschwunden ist. Hinter den mächtigen Mauern von Pingyao Gucheng (wörtlich „Altstadt Pingyao“) wirken Hofhäuser, Tempel und Bankhäuser, als wäre die Zeit seit der Ming-Dynastie stehen geblieben.

Altstadt Pingyao: Das ikonische Wahrzeichen von Pingyao

Die Altstadt Pingyao liegt in der nordchinesischen Provinz Shanxi, rund 600 km südwestlich von Peking. Für chinesische Kulturbehörden und die UNESCO ist Pingyao Gucheng eine Art „Lehrbuch-Stadt“: Nur wenige andere Orte in China zeigen eine so vollständig erhaltene Stadtanlage aus der Zeit der Ming- (1368–1644) und frühen Qing-Dynastie (1644–1911). Die UNESCO spricht von einem „außergewöhnlich gut erhaltenen Beispiel einer traditionellen Han-Chinesischen Stadt“ mit einer städtebaulichen Struktur und Architektur, die die wirtschaftliche und kulturelle Blüte Nordchinas im 14. bis 19. Jahrhundert widerspiegelt.

Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Vierteln in China, die stark rekonstruiert oder neu aufgebaut wurden, blieb die Altstadt Pingyao über Jahrhunderte weitgehend von großflächigen Modernisierungswellen verschont. Fachmedien wie „GEO Saison“ und „National Geographic Deutschland“ betonen, dass hier nicht nur einzelne Tempel oder Paläste, sondern eine komplette Stadtstruktur mit Stadtmauer, Straßennetz und Wohnhöfen authentisch erlebbar ist. Für Reisende aus Deutschland, die China jenseits der Megacity-Skyline kennenlernen möchten, ist Pingyao damit eines der wichtigsten historischen Reiseziele des Landes.

Auch visuell hebt sich die Altstadt Pingyao von vielen anderen Attraktionen ab: Statt gläserner Hochhäuser dominieren graue Ziegel, geschnitzte Holztore, rote Laternen und verwinkelte Gassen. Nach Sonnenuntergang verwandelt sich die Innenstadt in eine fast filmhafte Bühne mit warmem Licht und stillen Innenhöfen – ein Kontrastprogramm zu Peking oder Shanghai, das sich gerade für eine mehrtägige Kulturreise anbietet.

Geschichte und Bedeutung von Pingyao Gucheng

Die Ursprünge von Pingyao reichen laut der chinesischen Provinzregierung Shanxi bis in die Zeit der Westlichen Zhou-Dynastie zurück, also etwa in das 11. bis 8. Jahrhundert v. Chr. Die heutige Stadtstruktur der Altstadt Pingyao geht jedoch im Wesentlichen auf die Ming-Dynastie zurück. Die Stadtmauer erhielt ihre heutige Form im 14. Jahrhundert. Laut UNESCO und der Verwaltung des „Pingyao Ancient City Scenic Area“ wurde der Mauerring im Jahr 1370 fertiggestellt, also nur wenige Jahre nachdem in Europa der Hundertjährige Krieg noch andauerte – und rund 500 Jahre vor der Gründung des Deutschen Reiches.

Die Stadt entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte von einer regionalen Festungsstadt zu einem bedeutenden Handelszentrum. Besonders im 18. und 19. Jahrhundert spielte Pingyao eine Schlüsselrolle im chinesischen Finanzwesen. Dort entstanden einige der ersten chinesischen Wechsel- und Bankenhäuser, die sogenannten „Piaohao“. Die bekannteste Institution war die Rishengchang-Bank, die im 19. Jahrhundert ein Netzwerk von Filialen in ganz China unterhielt. In Fachpublikationen der Asiatischen Entwicklungsbank sowie in Berichten chinesischer Wirtschaftshistoriker wird Pingyao daher oft als Wiege des traditionellen chinesischen Bankwesens bezeichnet.

Mit dem Aufstieg moderner Banken in den Küstenstädten verlor Pingyao ab dem frühen 20. Jahrhundert an Bedeutung. Die Stadt verarmte – und genau diese wirtschaftliche Stagnation trug paradoxerweise dazu bei, dass die historische Bausubstanz nicht durch großflächige Neubauten ersetzt wurde. Als China im späten 20. Jahrhundert stärker industrialisierte, blieb Pingyao zunächst am Rand der Entwicklungen. Das änderte sich erst, als der kulturelle Wert der Altstadt erkannt und systematisch geschützt wurde.

1997 wurde die Altstadt Pingyao in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. In der Begründung hebt das Welterbekomitee hervor, dass Pingyao „ein hervorragendes Beispiel für eine traditionelle Han-Stadt aus der Zeit der Ming und Qing“ darstellt und sowohl im Grundriss als auch in der Architektur weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Seither fließen erhebliche Mittel in Restaurierungen, und Pingyao entwickelte sich zu einem Modellfall für Denkmalschutz in China. Der chinesische Staatsrat stellt die Stadt in offiziellen Publikationen regelmäßig als Beispiel dafür dar, wie historisches Erbe und moderner Tourismus in Einklang gebracht werden sollen.

Besonders für Reisende aus Deutschland ist die historische Einordnung wichtig: Während viele europäische Altstädte mittelalterlich oder barock geprägt sind, spiegelt Pingyao eine ganz andere, gleichzeitig entstandene Stadttradition wider. So erinnern die Stadtmauer und der sternförmige Straßenverlauf manchen Besuchenden an europäische Festungsstädte, aber Details wie die Ausrichtung nach Feng-Shui-Prinzipien, die konsequente Nord-Süd-Ausrichtung der Hauptachse und die klare Trennung von Wohn-, Handels- und Tempelvierteln unterscheiden Pingyao deutlich von etwa Rothenburg ob der Tauber oder der Lübecker Altstadt.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die Altstadt Pingyao ist umgeben von einer fast quadratischen Stadtmauer mit einer Länge von rund 6 km. Laut UNESCO und der Provinzregierung Shanxi ist die Mauer zwischen 10 und 12 m hoch und verfügt über 72 Wachtürme sowie mehrere große Stadttore. Diese Türme symbolisieren nach gängiger Interpretation die 72 Schüler des Konfuzius – ein Hinweis darauf, wie stark die konfuzianische Gelehrtenkultur die Stadt geprägt hat. Der Mauerring mit seinen Zinnen, Torbauten und steilen Treppen kann an verschiedenen Stellen bestiegen werden und bietet einen weiten Blick über die Dächer der Altstadt.

Innerhalb der Mauern ist der Grundriss von Pingyao streng axial organisiert. Eine zentrale Nord-Süd-Achse, die heutige Süd- und Nordstraße, bildet die Hauptachse mit dicht aneinandergereihten Geschäften, Restaurants und Gasthäusern. Von ihr verzweigen kleinere Ost-West-Gassen in die Wohnquartiere. Laut städtebaulichen Analysen chinesischer Denkmalbehörden spiegelt diese Struktur klassische Prinzipien chinesischer Stadtplanung wider: eine klare Hierarchie der Straßen, eine bewusste Ausrichtung nach Himmelsrichtungen und eine strikte Trennung von repräsentativen und alltäglichen Bereichen.

Die Gebäude selbst sind überwiegend einstöckige oder zweistöckige Hofhäuser aus grauen Ziegeln mit Innenhöfen. Typisch sind geschnitzte Holzfassaden, reich verzierte Dachtraufen mit Drachen- und Wolkenmotiven sowie dekorative Ziegelreliefs. Kunsthistoriker verweisen darauf, dass viele Wohnhöfe in Pingyao einen selten hohen Erhaltungsgrad aufweisen: Vom Eingangstor über die Hofpflasterung bis zu den Schlafräumen haben sich Strukturen erhalten, die sonst in China oft modernisiert wurden. Für Besucherinnen und Besucher aus Europa bieten diese Höfe eine anschauliche Vorstellung davon, wie wohlhabende Familien in der Ming- und Qing-Zeit lebten.

Zu den wichtigsten Einzeldenkmälern in Pingyao Gucheng zählen der Stadtgott-Tempel, mehrere Konfuzius-Tempel und die ehemaligen Bankhäuser. Besonders bekannt ist das Rishengchang-Bankmuseum, das in einem originalen Gebäudekomplex untergebracht ist. Nach Angaben der lokalen Kulturbehörde zeigt das Museum historische Bankdokumente, Geldtruhen, Reisetruhen der Kuriere und detaillierte Modelle, die die Funktionsweise des traditionellen chinesischen Bankwesens erklären. Deutsche Reisende mit Interesse an Wirtschafts- und Finanzgeschichte finden hier eine seltene Gelegenheit, eine frühe Form globaler Finanznetze aus ostasiatischer Perspektive kennenzulernen.

Ein weiteres architektonisches Highlight ist der Stadtturm („Gulou“) an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen. Er markiert den Mittelpunkt von Pingyao und war traditionell ein Ort der Zeitmessung und Kommunikation – hier wurde mit Trommeln und Glocken der Tagesrhythmus der Stadt angezeigt. Reiseführer wie Marco Polo und Merian beschreiben den Blick vom Turm über das Meer aus grauen Ziegeldächern als eine der eindrucksvollsten Perspektiven auf die Altstadt.

Neben der Baukunst spielt auch das immaterielle Kulturerbe eine zunehmende Rolle. Laut Berichten der chinesischen Kulturverwaltung finden regelmäßig traditionelle Opernaufführungen, Laternenfeste und Handwerksdemonstrationen in den Straßen von Pingyao statt. Besucherinnen und Besucher können etwa Papierkunst, Scherenschnitte, Lackarbeiten oder lokale Snacks kennenlernen. Dabei bemühen sich die Behörden nach eigenen Angaben, zwischen touristischer Inszenierung und authentischen Traditionen zu vermitteln – ein Balanceakt, der in vielen Welterbestädten diskutiert wird.

Altstadt Pingyao besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Pingyao liegt in der Provinz Shanxi in Nordchina. Für Reisende aus Deutschland bietet sich in der Regel ein Flug nach Peking oder Taiyuan an. Von Frankfurt, München oder Berlin aus bestehen ganzjährig Verbindungen nach Peking mit Umstieg über internationale Drehkreuze; die reine Flugzeit liegt je nach Verbindung meist bei rund 9 bis 11 Stunden.
    Von Peking aus ist Pingyao per Hochgeschwindigkeitszug erreichbar. Der Bahnhof „Pingyao Gucheng“ liegt außerhalb der Altstadt und wird von schnellen Verbindungen aus Richtung Peking und Xian angefahren. Offizielle Informationen der chinesischen Bahn und gängige Reiseführer geben eine Fahrzeit von etwa 3 bis 4 Stunden von Peking nach Pingyao an. Alternativ fährt von der Provinzhauptstadt Taiyuan ein Zug in etwa 1 Stunde nach Pingyao. Innerhalb der Stadt erfolgt der Transfer vom Bahnhof zur Altstadt meist per Taxi oder Shuttlebus.
  • Orientierung vor Ort
    Die Altstadt Pingyao ist weitgehend fußläufig. Motorisierter Verkehr ist in größeren Teilen des historischen Zentrums eingeschränkt, weshalb Besucher sich auf Spaziergänge, Fahrräder oder elektrische Karts verlassen. Viele Unterkünfte befinden sich direkt in historischen Hofhäusern innerhalb der Stadtmauer.
  • Öffnungszeiten
    Die Altstadt als solche ist prinzipiell rund um die Uhr zugänglich, da innerhalb der Mauern ein bewohntes Stadtviertel liegt. Für einzelne Sehenswürdigkeiten wie Stadtmauerabschnitte, Tempel oder Museen gelten jedoch feste Öffnungszeiten, die typischerweise im Bereich von etwa 8:00 bis 18:00 Uhr liegen. Da sich Regelungen ändern können, empfiehlt sich ein aktueller Blick auf die offizielle Website der Verwaltung des „Pingyao Ancient City Scenic Area“ oder auf Informationsseiten der lokalen Tourismusbehörden. Hinweis: Öffnungszeiten können variieren – direkt bei der Altstadt Pingyao oder den jeweiligen Attraktionen prüfen.
  • Eintritt
    Die Gassen von Pingyao Gucheng sind als Stadtviertel frei begehbar. Für den Zugang zu einem Bündel von Sehenswürdigkeiten – etwa Stadtmauer, wichtige Tempel und Museen – wird ein Kombiticket angeboten. Reiseführer und Tourismusinformationen nennen hierfür einen Preisrahmen von umgerechnet mehreren Dutzend Euro; genaue Preise schwanken und werden regelmäßig angepasst. Bei der Planung sollte daher mit einem Budget im mittleren zweistelligen Bereich in Euro gerechnet werden, abhängig vom Wechselkurs zu Renminbi (CNY). Es empfiehlt sich, aktuelle Tarife direkt auf offiziellen Seiten oder vor Ort zu erfragen.
  • Beste Reisezeit
    Shanxi hat ein kontinentales Klima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Viele Reiseverlage empfehlen Frühling (etwa April bis Juni) und Herbst (etwa September bis Oktober) als besonders angenehme Jahreszeiten: Die Temperaturen sind moderat, die Luft oft klar, und die Besucherdichte ist meist geringer als in den Hauptferienzeiten. Im Hochsommer kann es heiß werden, im Winter dagegen sehr kalt, mit Temperaturen deutlich unter 0 °C. Besonders beliebt sind Abende und frühe Morgenstunden, wenn die Gassen weniger voll sind und das Licht für Fotografien besonders stimmungsvoll ist. Zudem lohnt es sich, chinesische Feiertage wie das Goldene-Woche-Nationalfeiertag Anfang Oktober zu meiden, da dann mit sehr hohem Besucheraufkommen zu rechnen ist.
  • Sprache und Kommunikation
    Amtssprache ist Hochchinesisch (Mandarin). In vielen kleineren Betrieben in Pingyao wird wenig Englisch gesprochen. In Hotels, die sich auf internationale Gäste eingestellt haben, findet sich allerdings meist wenigstens grundlegendes Englisch. Deutsch wird so gut wie nicht gesprochen. Eine Übersetzungs-App sowie ein Hotelvisitenkärtchen in chinesischer Schrift erleichtern die Orientierung. Wegbeschilderungen in der Altstadt sind zunehmend zweisprachig (Chinesisch/Englisch).
  • Zahlungsmittel und Trinkgeld
    China hat sich in den letzten Jahren stark zu einer Mobile-Payment-Gesellschaft entwickelt. Einheimische zahlen überwiegend mit Apps wie Alipay oder WeChat Pay. Internationale Kreditkarten werden in vielen Hotels der Mittel- und Oberklasse sowie in einigen Restaurants akzeptiert, in kleineren Läden aber nicht immer. Für Reisende aus Deutschland empfiehlt es sich daher, eine gängige Kreditkarte (Visa, Mastercard) mitzuführen und zusätzlich etwas Bargeld in Renminbi (CNY) bereitzuhalten. Girocard (frühere EC-Karten) sind außerhalb der Eurozone häufig nicht nutzbar.
    Trinkgeld ist in China traditionell weniger verbreitet als in Europa. In touristischen Regionen hat sich jedoch eingebürgert, bei gutem Service in Hotels oder bei privaten Führungen ein kleines Trinkgeld zu geben. In einfachen Restaurants wird Trinkgeld nicht erwartet.
  • Gesundheit und Sicherheit
    Für Reisen nach China ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll, da die europäische Krankenversicherungskarte dort nicht gilt. Größere Städte wie Taiyuan und Peking verfügen über moderne Krankenhäuser. In der Altstadt Pingyao selbst sollte man auf unebenes Kopfsteinpflaster achten und gutes Schuhwerk tragen. Wie in vielen touristischen Regionen gilt: Wertsachen eng am Körper tragen und auf Taschendiebe in dichtem Gedränge achten. Die Kriminalitätsrate gilt insgesamt als niedrig, dennoch sind übliche Vorsichtsmaßnahmen ratsam.
  • Einreisebestimmungen und Visum
    Für die Einreise nach China benötigen deutsche Staatsbürger in der Regel ein Visum, das vorab bei den zuständigen chinesischen Vertretungen beantragt werden muss. Die Bestimmungen ändern sich mitunter. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen und eventuelle Hinweise zu Sicherheitslage, Gesundheitsvorschriften oder Visaregeln beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen.
  • Zeitverschiebung
    Ganz China folgt einer einheitlichen Zeitzone. Gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) beträgt die Zeitverschiebung in der Regel +7 Stunden, während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) +6 Stunden. Wer in Pingyao ankommt, sollte daher mit einem deutlichen Jetlag rechnen und die ersten Tage ruhig angehen.
  • Fotografieren und Verhalten
    In den Gassen der Altstadt Pingyao ist Fotografieren im öffentlichen Raum grundsätzlich erlaubt und weit verbreitet. In Tempeln oder Museen können besondere Regeln gelten; Hinweisschilder sind meist eindeutig. Respektvolle Kleidung ist in religiösen Stätten angemessen, extrem freizügige Outfits werden dort ungern gesehen. Beim Besuch traditioneller Wohnhöfe, die noch bewohnt sind, sollte vorher um Erlaubnis gefragt werden, bevor Menschen oder Innenräume fotografiert werden.

Warum Pingyao Gucheng auf jede Pingyao-Reise gehört

Für viele Reisende ist die Altstadt Pingyao der Höhepunkt einer Reise durch Nordchina. Während die Verbotene Stadt in Peking eher als höfisches Machtzentrum beeindruckt und Terrakotta-Armeen oder Pagoden vor allem als Einzelmonumente stehen, entfaltet Pingyao seine Wirkung als Gesamtbild: eine komplette Handelsstadt, in der Tempel, Wohnhöfe, Bankhäuser und Stadtmauer ein dichtes historisches Geflecht bilden. Reisejournalisten und Weltkulturerbe-Expertinnen betonen, dass Pingyao seltene Einblicke in das urbane Alltagsleben vergangener Jahrhunderte bietet.

Atmosphärisch ist insbesondere der Tagesverlauf spannend: Am frühen Morgen, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Läden öffnen, vermischt sich das alltägliche Stadtleben mit den ersten Touristengruppen. Am späten Nachmittag füllen sich die Gassen, Straßenküchen brutzeln, und von den Tempeln dringen Glockentöne über die Dächer. Abends sorgen rote Laternen, Teehäuser und traditionelle Aufführungen für ein fast theatralisches Ambiente. Viele Unterkünfte in historischen Hofhäusern bieten Innenhöfe, in denen es überraschend still ist – eine willkommene Pause nach einem Tag in den belebten Straßen.

Reisende aus Deutschland schätzen zudem, dass Pingyao mit anderen Zielen kombinierbar ist. Häufige Reiserouten führen von Peking über Datong (mit seinen buddhistischen Höhlentempeln) nach Pingyao und weiter Richtung Xian oder nach Süden. So lässt sich die Altstadt als wichtiger Baustein einer zwei- bis dreiwöchigen China-Reise integrieren. Wer sich speziell für Architektur interessiert, findet in Shanxi außerdem zahlreiche Tempelanlagen und traditionelle Dörfer, die gemeinsam mit Pingyao ein facettenreiches Bild der nordchinesischen Kultur ergeben.

Auch aus Perspektive der UNESCO-Welterbeliste spielt Pingyao eine herausragende Rolle. Experten des International Council on Monuments and Sites (ICOMOS), der die UNESCO fachlich berät, weisen darauf hin, dass weltweit nur wenige Stadtanlagen aus dieser Epoche vergleichbar geschlossen erhalten sind. Damit bietet Pingyao nicht nur schöne Fotomotive, sondern auch einen seltenen, wissenschaftlich wichtigen Referenzrahmen für die Erforschung traditioneller chinesischer Städte. Wer sich für Welterbestätten interessiert und bereits Klassiker wie die Altstadt von Dubrovnik, den Grand Canyon oder das Kölner Domensemble besucht hat, findet in Pingyao einen weniger bekannten, aber ebenso bedeutenden Baustein des globalen Kulturerbes.

Nicht zuletzt ist Pingyao auch ein Ort, an dem sich der Wandel im heutigen China beobachten lässt. Zwischen den historischen Fassaden entstehen neue Cafés, kleine Designläden und Gästehäuser, die moderne Ästhetik mit traditioneller Architektur verbinden. Offizielle Strategien für nachhaltigen Tourismus sollen laut chinesischen Behörden sicherstellen, dass die Altstadt nicht zur Kulisse verkommt, sondern ein lebendiger Stadtteil bleibt. Diese Entwicklung wird in internationalen Fachkreisen aufmerksam verfolgt – und macht Pingyao zu einem spannenden Ziel für alle, die verstehen möchten, wie sich China zwischen Vergangenheit und Zukunft neu erfindet.

Altstadt Pingyao in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien ist die Altstadt Pingyao längst ein visuelles Lieblingsmotiv: Auf Instagram, TikTok und YouTube zeigen Reisende nächtliche Laternenmeere, traditionelle Opernauftritte und Drohnenblicke über die Stadtmauer. Wer seine eigene Reise plant, kann sich dort einen aktuellen Eindruck von Stimmung, Lichtverhältnissen und typischen Fotospots verschaffen.

Häufige Fragen zu Altstadt Pingyao

Wo liegt die Altstadt Pingyao genau?

Die Altstadt Pingyao befindet sich in der Stadt Pingyao in der Provinz Shanxi im Norden Chinas, etwa auf halber Strecke zwischen Peking und Xian. Sie ist von einer historischen Stadtmauer umgeben und bildet ein klar abgegrenztes, bewohntes Stadtviertel.

Warum ist Pingyao Gucheng UNESCO-Welterbe?

Pingyao Gucheng wurde von der UNESCO ausgezeichnet, weil die Altstadt eine außergewöhnlich gut erhaltene, traditionelle chinesische Stadtanlage aus der Zeit der Ming- und Qing-Dynastie darstellt. Stadtmauer, Straßenraster und zahlreiche Hofhäuser, Tempel und Bankgebäude sind in seltener Geschlossenheit erhalten geblieben.

Wie viel Zeit sollte man für die Altstadt Pingyao einplanen?

Für einen ersten Eindruck reicht ein Tagesbesuch, doch viele Reisende empfehlen mindestens zwei Tage, um neben einem Rundgang auf der Stadtmauer auch Museen, Tempel und das abendliche Flair zu erleben. Wer die Atmosphäre in Ruhe genießen möchte, plant besser zwei Übernachtungen ein.

Eignet sich Pingyao für eine Reise mit Kindern?

Grundsätzlich ja, da die Altstadt autofrei oder verkehrsberuhigt ist und es viel zu entdecken gibt. Für Familien ist jedoch wichtig, dass das Kopfsteinpflaster uneben sein kann und es bei Hitze oder Kälte anstrengend wird. Kinder interessieren sich oft besonders für die Stadtmauer, die Türme und die bunten Laternen am Abend.

Wann ist die beste Reisezeit für Pingyao?

Als besonders angenehm gelten Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen moderat sind und die Luft oft klar ist. Im Sommer kann es heiß und voll werden, im Winter sehr kalt. Wer Chinas große Feiertagswochen meidet, vermeidet auch die größte Besucherdichte.

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