Altstadt Lijiang, Lijiang Gucheng

Altstadt Lijiang: Chinas Wasserlabyrinth in den Yulong-Bergen

24.05.2026 - 06:14:22 | ad-hoc-news.de

Die Altstadt Lijiang, lokal Lijiang Gucheng, verzaubert mit Kanälen, Holzarchitektur und Naxi-Kultur. Warum dieses Welterbe in Lijiang, China, Reisende aus Deutschland besonders fasziniert.

Altstadt Lijiang, Lijiang Gucheng, UNESCO-Welterbe
Altstadt Lijiang, Lijiang Gucheng, UNESCO-Welterbe

Zwischen klaren Bergbächen und den schneebedeckten Gipfeln des Yulong-Schneebergs öffnet sich ein Labyrinth aus Gassen, Holzhäusern und Kanälen: die Altstadt Lijiang, lokal Lijiang Gucheng („Altstadt Lijiang“). Laternen spiegeln sich im Wasser, Holzbrücken verbinden kleine Plätze, aus Teehäusern klingt leise Musik – ein Altstadt-Ensemble, das in China seinesgleichen sucht.

Altstadt Lijiang: Das ikonische Wahrzeichen von Lijiang

Die Altstadt Lijiang ist das historische Herz der Stadt Lijiang im Südwesten Chinas, in der Provinz Yunnan. Sie liegt auf rund 2.400 m Höhe in einem Hochtal am Fuß des Yulong-Schneebergs. Laut UNESCO gehört die Altstadt seit 1997 zum Welterbe, weil hier ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel einer über Jahrhunderte gewachsenen Handelsstadt entlang der alten Tee- und Pferdestraße erhalten ist.

Was Lijiang Gucheng so einzigartig macht, ist die Kombination aus traditioneller Holzarchitektur, einem ausgeklügelten Wassersystem mit Kanälen und Brunnen sowie der lebendigen Kultur der Naxi-Minderheit. Die Deutsche Welle beschreibt Lijiang als einen der atmosphärisch dichtesten historischen Orte Chinas, in dem Alltag und Tourismus auf engstem Raum zusammentreffen. Für Reisende aus Deutschland erinnert der erste Eindruck ein wenig an eine Mischung aus Fachwerk-Altstadt und venezianischen Gassen – nur mit schneebedeckter Bergkulisse im Hintergrund.

Gleichzeitig ist die Altstadt ein Symbol für den tiefgreifenden Wandel des chinesischen Tourismus: Zwischen originalen Naxi-Häusern haben sich Boutique-Hotels, Cafés und Souvenirläden etabliert. Die Herausforderung, die auch UNESCO und ICOMOS in Berichten betonen, besteht darin, Authentizität und wirtschaftliche Nutzung in Balance zu halten.

Geschichte und Bedeutung von Lijiang Gucheng

Die Geschichte von Lijiang Gucheng reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Nach Berichten der UNESCO und des chinesischen Kulturministeriums entwickelte sich die Stadt spätestens seit der Zeit der Ming-Dynastie (14.–17. Jahrhundert) zu einem wichtigen Handelszentrum. Sie lag an der sogenannten „Tee- und Pferdestraße“, einer Nebenroute der Seidenstraßen-Netzwerke, über die Tee aus Yunnan, Salz und Pferde zwischen China, Tibet und Südostasien gehandelt wurden.

Über Generationen wurde Lijiang von der einheimischen Naxi-Elite regiert, den sogenannten Mu-Fürsten. Historiker verweisen darauf, dass diese lokale Dynastie zwar dem chinesischen Kaiser tributpflichtig war, aber im Alltag eine weitgehende Autonomie bewahrte. Die Hofanlagen der Mu-Familie, die in Teilen rekonstruiert wurden, sind bis heute eine der zentralen Sehenswürdigkeiten im Altstadtbereich.

Die Naxi sind eine ethnische Minderheit mit eigener Sprache und kulturellen Traditionen. Besonders markant ist die Dongba-Kultur, ein religiöses und schriftkulturelles System, in dem Piktogramme verwendet werden. Fachbeiträge von National Geographic und chinesischen Kulturbehörden beschreiben Dongba als eine der wenigen noch lebenden Bilderschriften der Welt. In Lijiang Gucheng finden sich heute Museen, Wandinschriften und Kunsthandwerksläden, die diese Schrift zeigen.

Ein weiterer Einschnitt in der jüngeren Geschichte der Altstadt war das schwere Erdbeben von Lijiang im Jahr 1996. Medienberichte aus China und Analysen der UNESCO betonen, dass ein Großteil der traditionellen Holzhäuser zwar beschädigt, aber nicht vollständig zerstört wurde. Die Folge war ein groß angelegtes Restaurierungsprogramm, das wenige Jahre später in die Anerkennung als UNESCO-Welterbe mündete. Dieser Wiederaufbau prägte das heutige Erscheinungsbild der Altstadt maßgeblich.

Die UNESCO hebt in ihrer Begründung hervor, dass Lijiang ein „herausragendes Beispiel für eine gut erhaltene Altstadt mit einem komplexen, historischen Wassersystem“ darstellt. Die Kanäle leiten das Wasser einer nahe gelegenen Quelle durch die Stadt, versorgen Brunnen, Höfe und Gärten. Dieses System war nicht nur funktional, sondern auch ein wichtiges Element städtischer Ästhetik und sozialer Ordnung.

In der chinesischen Denkmalpflege gilt Lijiang als Modellfall dafür, wie historische Stadtkerne im Kontext eines stark wachsenden Inlandstourismus geschützt und gleichzeitig wirtschaftlich genutzt werden können. Studien von ICOMOS und chinesischen Universitäten analysieren regelmäßig die Auswirkungen des Besucherzustroms und die Maßnahmen gegen Übertourismus, etwa Besucherlenkung, Beschränkungen für Neubauten und Vorgaben für Fassaden.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die Architektur der Altstadt Lijiang ist eine Mischung aus Han-chinesischen, tibetischen und lokalen Naxi-Einflüssen. Laut UNESCO besteht der größte Teil der Bebauung aus zweigeschossigen Holzhäusern, deren Obergeschoss oft leicht über das Erdgeschoss hinausragt. Die Dächer sind in traditioneller chinesischer Weise mit geschwungenen Linien, Ziegeldächern und fein geschnitzten Holzelementen gestaltet.

Typisch sind Innenhöfe, die Licht und Luft in die Wohn- und Arbeitsbereiche bringen. Viele Häuser sind um einen zentralen Hof angeordnet, der oft mit Blumen, Bonsais oder Wasserbecken gestaltet ist. Diese Hofarchitektur erinnert deutsche Reisende teilweise an die Innenhöfe südeuropäischer Altstädte, kombiniert jedoch mit asiatischen Dachformen und Holzschnitzereien.

Das historische Wassersystem ist eines der markantesten Merkmale von Lijiang Gucheng. Nach Angaben der UNESCO und offizieller Stadtinformationen wird das Wasser aus einer Quelle im nördlich gelegenen Schwarzer-Drache-Teich (Heilongtan) in ein Netz aus Kanälen geleitet. In vielen Straßen fließen ein oder mehrere Kanäle parallel zu den Wegen, häufig von Steinmauern eingefasst und mit kleinen Brücken überspannt. Diese Verbindung von Wasser und Stadtplanung trägt wesentlich zur besonderen Atmosphäre bei.

Kulturell spielt die Naxi-Musik eine zentrale Rolle. Sie basiert auf teils sehr alten chinesischen Musiktraditionen, die in Lijiang bewahrt und weiterentwickelt wurden. Die Deutsche Welle und chinesische Kulturinstitutionen berichten über Naxi-Musikensembles, die in traditionellen Kostümen auf historischen Instrumenten auftreten. Abends bieten einige Veranstaltungsorte in der Altstadt Konzerte, in denen diese Musik vorgestellt wird. Für Besucherinnen und Besucher aus Europa können diese Aufführungen einen eindrucksvollen Einblick in eine weniger bekannte Spielart ostasiatischer Musik bieten.

Die Dongba-Kultur zeigt sich nicht nur in Ritualen, sondern auch im Stadtbild. In Lijiang Gucheng finden sich Schilder, Wandgemälde und Kunsthandwerk, die die charakteristischen Piktogramme verwenden. Museen und Kulturzentren erläutern dabei die Bedeutung einzelner Zeichen. Für ein deutsches Publikum ist dies oft eine überraschende Begegnung mit einem Schriftsystem, das eher an prähistorische Felsmalereien als an moderne Schriftzeichen erinnert.

Zugleich ist die Altstadt Lijiang ein lebendiger Raum. Zwischen traditionellen Häusern haben sich Teehäuser, kleine Galerien, Restaurants und Boutiquen etabliert. Reiseführer wie Marco Polo und der ADAC heben hervor, dass hier historische Struktur und touristische Nutzung besonders eng verzahnt sind. Das führt zu einer intensiven, manchmal auch überfüllten Atmosphäre – gerade in den Hauptgassen rund um den Sifang-Platz, den zentralen Platz der Altstadt.

Abseits dieser Hauptwege finden sich jedoch nach wie vor ruhigere Wohnviertel, in denen das Alltagsleben der Einheimischen sichtbar ist: Menschen waschen Gemüse in den Kanälen, ältere Bewohner sitzen in der Sonne, Kinder spielen auf kleinen Brücken. Diese Kontraste erklären, warum Kulturzeitschriften wie GEO und Merian die Altstadt Lijiang häufig als „Stadt der Übergänge“ beschreiben – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen lokaler Kultur und globalem Tourismus.

Altstadt Lijiang besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Die Altstadt Lijiang liegt in der Provinz Yunnan im Südwesten von China, etwa 500 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Kunming. Lijiang besitzt einen eigenen Flughafen, den Lijiang Sanyi International Airport, der laut offiziellen Tourismusinformationen vor allem Inlandsflüge bedient. Aus Deutschland führen die gängigsten Routen über große asiatische Drehkreuze wie Peking, Shanghai, Guangzhou, Chengdu oder Kunming. Von Frankfurt, München oder Berlin aus sollte mit mindestens einem Umstieg und einer Gesamtflugzeit von meist 13 bis 16 Stunden gerechnet werden, je nach Verbindung und Aufenthalt. Von Kunming aus ist Lijiang per Inlandsflug oder mit Hochgeschwindigkeitszügen und Fernbussen erreichbar; die Fahrzeiten können je nach Verbindung mehrere Stunden betragen.
    Für individuelle Planung empfiehlt sich der Blick auf aktuelle Flugpläne und Bahnverbindungen, da sich diese in China in relativ kurzen Abständen ändern können.
  • Orientierung vor Ort
    Die Altstadt Lijiang ist weitgehend fußläufig. Autos sind in vielen Gassen nicht zugelassen, sodass der historische Charakter bewahrt bleibt. Die meisten Unterkünfte für internationale Reisende befinden sich entweder direkt in Lijiang Gucheng oder in unmittelbarer Nähe der Altstadt. Der Hauptzugang erfolgt meist über die südlichen und östlichen Eingänge, wo sich auch Informationsschalter und Besucherzentren befinden.
  • Öffnungszeiten
    Als Stadtviertel ist die Altstadt Lijiang grundsätzlich rund um die Uhr zugänglich. Einzelne Museen, Tempel, die Residenz der Mu-Familie, Aussichtspunkte oder Kulturzentren haben jedoch eigene Öffnungszeiten. Da diese sich nach lokalen Feiertagen und saisonalen Gegebenheiten richten und ändern können, sollten Reisende die jeweils aktuellen Zeiten vor Ort oder auf den offiziellen Informationsseiten der Stadt Lijiang prüfen. Eine verlässliche, allgemeine Uhrzeit-Angabe lässt sich aufgrund der dynamischen Entwicklung des Tourismus nur eingeschränkt treffen.
  • Eintritt und Gebühren
    Für den Zugang zu bestimmten Bereichen des historischen Zentrums und einigen Sehenswürdigkeiten können Eintritts- oder Instandhaltungsgebühren erhoben werden. Deren genaue Höhe wird von den lokalen Behörden festgelegt und kann sich ändern. Deswegen sollten Reisende aktuelle Angaben zu Tickets und möglichen Altstadt-Pässen direkt bei den offiziellen Tourismusstellen von Lijiang oder in ihrer Unterkunft erfragen. Zur groben Orientierung berichten größere Reiseführer davon, dass für zentrale Attraktionen und kombinierte Tickets typischerweise ein Betrag im zweistelligen Eurobereich pro Person entstehen kann, wobei vor Ort in der Regel in Renminbi (CNY) bezahlt wird. Der Umrechnungskurs zum Euro schwankt.
  • Beste Reisezeit
    Die Provinz Yunnan ist für ihr vergleichsweise mildes Klima bekannt. Lijiang liegt allerdings auf einem Hochplateau, sodass die Sonneneinstrahlung stärker und die Nächte kühler sein können. Reisemagazine wie GEO und ADAC nennen Frühling und Herbst als besonders angenehme Reisezeiten, weil die Temperaturen dann moderat sind und die Sicht auf die Berge oft klar ist. In den Sommermonaten kann es zu stärkeren Regenfällen kommen, während es im Winter nachts deutlich abkühlen kann. Da Lijiang ein sehr beliebtes Ziel im chinesischen Inlandstourismus ist, ist in Zeiten nationaler Feiertage – etwa zum Chinesischen Neujahr oder zum Nationalfeiertag Anfang Oktober – mit besonders großem Andrang zu rechnen. Wer die Altstadt ruhiger erleben möchte, wählt möglichst Reisetermine außerhalb dieser Ferienzeiten und besucht die Hauptgassen früh am Morgen oder später am Abend.
  • Sprache
    Die Hauptverkehrssprache in Lijiang ist Mandarin-Chinesisch; in der lokalen Bevölkerung wird zudem die Sprache der Naxi gesprochen. Englisch wird in vielen Hotels, in großen Reisebüros und in touristisch geprägten Restaurants zumindest grundlegend verstanden. In kleineren Läden oder privaten Gästehäusern sind Fremdsprachenkenntnisse jedoch nicht selbstverständlich. Für deutsche Reisende ist es hilfreich, einige wichtige Wörter auf Chinesisch zu notieren oder eine Offline-Übersetzungs-App bereitzuhalten. Hinweisschilder in der Altstadt sind zunehmend zweisprachig (Chinesisch/Englisch), was die Orientierung erleichtert.
  • Zahlung und Geld
    In China ist mobile Zahlung über Apps wie Alipay und WeChat Pay weit verbreitet. Internationale Kreditkarten werden vor allem in größeren Hotels, gehobenen Restaurants und in manchen Geschäften akzeptiert, aber nicht unbedingt überall. In kleineren Läden, auf Märkten oder in traditionellen Teehäusern spielt Bargeld nach wie vor eine wichtige Rolle. Reisende aus Deutschland sollten daher nach Ankunft in China ausreichend Renminbi (CNY) abheben oder wechseln. Girocards (Debitkarten deutscher Banken) funktionieren nicht immer zuverlässig an chinesischen Geldautomaten; Kreditkarten internationaler Anbieter sind in der Regel besser geeignet. Apple Pay und Google Pay sind je nach Bankanbindung nutzbar, jedoch weniger flächendeckend verbreitet als chinesische Bezahlsysteme. Ein kleines Trinkgeld ist in klassischen Restaurants nicht üblich, kann in sehr touristischen Betrieben aber vorkommen. Im Zweifel genügt höfliches Bezahlen des Rechnungsbetrags, außer wenn ein Servicezuschlag ausdrücklich ausgewiesen ist.
  • Gesundheit und Versicherungen
    Für Reisen nach China ist eine Auslandskrankenversicherung empfehlenswert, da die europäische Krankenversicherungskarte dort nicht gilt. Medizinische Versorgung ist in größeren Städten wie Lijiang in Krankenhäusern und Kliniken grundsätzlich verfügbar, Standards können jedoch von deutschen Verhältnissen abweichen. Für konkrete Gesundheits- und Impfempfehlungen sollten Reisende vorab ärztlichen Rat einholen und sich über Tropeninstitute oder Reisemedizinische Beratungen informieren.
  • Einreisebestimmungen und Visum
    China hat für ausländische Staatsbürger spezifische Einreise- und Visaregeln, die sich im Laufe der Zeit ändern können. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen, Visapflichten und Hinweise zur Sicherheitslage beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Die dortigen Informationen werden regelmäßig aktualisiert und sind maßgeblich für die Reiseplanung.
  • Zeitverschiebung zu Deutschland
    China verwendet landesweit eine einheitliche Zeit, die China Standard Time (CST), die acht Stunden vor der koordinierten Weltzeit liegt (UTC+8). Im Vergleich zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) bedeutet dies in der Regel einen Zeitunterschied von +7 Stunden im Winter und +6 Stunden im Sommer, wenn in Deutschland die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) gilt. Für die Reiseplanung – etwa bei Flugzeiten oder Hotel-Check-ins – sollte dieser Zeitunterschied einkalkuliert werden.
  • Kleidung und Höhenlage
    Mit rund 2.400 m über dem Meer liegt Lijiang höher als jede deutsche Großstadt. Die Sonneneinstrahlung kann dadurch intensiver sein, während die Temperaturen insbesondere nachts schneller sinken. Eine Kombination aus leichten Schichten, warmer Jacke für Abende und Sonnenschutz (Hut, Sonnenbrille, Sonnencreme) ist empfehlenswert. Für Spaziergänge auf Kopfsteinpflaster eignen sich feste, bequeme Schuhe.
  • Fotografie und Respekt
    Die Altstadt Lijiang ist ein sehr fotogener Ort. Das Fotografieren von Straßen, Plätzen und Gebäuden ist in der Regel unproblematisch. Bei Aufnahmen von Personen – insbesondere älteren Naxi-Bewohnerinnen und Bewohnern, Straßenhändlern oder Musikern – ist es aus Respekt ratsam, vorher freundlich zu fragen. In manchen Tempeln oder religiösen Einrichtungen können Fotografierverbote gelten; entsprechende Hinweise sollten beachtet werden.

Warum Lijiang Gucheng auf jede Lijiang-Reise gehört

Für viele Besucherinnen und Besucher ist die Altstadt Lijiang der emotionale Höhepunkt einer Reise nach Yunnan. Wer aus der modernen Neustadt durch eines der Altstadttore tritt, erlebt einen deutlichen Bruch: Statt breiter Straßen und Hochhäuser dominieren enge Gassen, duftende Garküchen und das Plätschern der Kanäle. Reisemagazine wie Merian und GEO heben hervor, dass gerade dieser Übergang den Reiz des Ortes ausmacht.

Ein Spaziergang durch Lijiang Gucheng beginnt häufig am Sifang-Platz, dem zentralen Marktplatz mit Pflastersteinen und umliegenden Holzhäusern. Von hier aus verzweigen sich Gassen in alle Richtungen. In den frühen Morgenstunden, wenn noch wenige Reisegruppen unterwegs sind, wirkt der Platz fast wie eine Bühne, auf der der Alltag langsam beginnt: Lieferanten rollen Handkarren, es duftet nach Nudelsuppe, und Ladenbesitzer stellen ihre Auslagen auf.

Tagsüber laden zahlreiche Teehäuser und Cafés dazu ein, den Blick über die Dachlandschaft schweifen zu lassen. Manche Terrassen bieten Ausblicke auf den Yulong-Schneeberg, der bei klarer Sicht als schneeweiße Silhouette über der Stadt thront. Wer höher hinaus möchte, kann einen der Aussichtspunkte nahe der Altstadt erklimmen, von denen aus sich die Struktur von Gassen und Kanälen besonders gut erkennen lässt.

Für kulturinteressierte Gäste lohnt sich der Besuch von Museen, in denen die Geschichte der Naxi, die Dongba-Kultur und die Rolle der Tee- und Pferdestraße erläutert werden. Die UNESCO betont, dass Lijiang nicht nur architektonisch, sondern auch als Beispiel einer lebendigen Minderheitenkultur von globaler Bedeutung ist. Mit Führungen – häufig in Englisch, gelegentlich durch lokale Guides – lässt sich dieser Kontext besser verstehen.

In der Umgebung der Altstadt bieten sich Ausflüge an, etwa ins nahegelegene Dorf Shuhe, das ebenfalls historische Strukturen bewahrt hat, oder zum Schwarzer-Drache-Teich, dessen Pavillons und Wasserflächen eine ruhigere Alternative zum geschäftigen Zentrum bilden. Wer mehr Zeit mitbringt, kann Touren in alpine Landschaften, zu tibetisch geprägten Dörfern oder zu Schluchten und Terrassenfeldern im weiteren Umland organisieren.

Für Reisende aus Deutschland ist Lijiang Gucheng besonders attraktiv, weil es mehrere Erfahrungen bündelt: die Begegnung mit einer anderen Schrift- und Musikkultur, das Erleben einer historischen Handelsstadt, die Auseinandersetzung mit Fragen des Welterbeschutzes – und gleichzeitig sehr sinnliche Eindrücke von Licht, Wasser und Holz. Viele große Medien, darunter die Deutsche Welle und internationale Kulturmagazine, stellen Lijiang regelmäßig in den Kontext globaler Debatten um nachhaltigen Tourismus.

Wer sich auf die Altstadt einlässt, sollte Zeit einplanen: Ein kurzer Fotostopp wird dem Ort kaum gerecht. Empfehlenswert ist, mindestens zwei Übernachtungen in oder nahe der Altstadt einzuplanen. So bleibt neben dem Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten auch Muße, die Altstadt zu verschiedenen Tageszeiten zu erleben – vom stillen Morgen über den belebten Nachmittag bis zur abendlichen Beleuchtung.

Altstadt Lijiang in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien ist die Altstadt Lijiang längst ein etabliertes Motiv: Die Kombination aus historischen Holzhäusern, Laternen und Wasserläufen sorgt für zahlreiche Bilder und Videos, die die besondere Atmosphäre des Ortes transportieren.

Häufige Fragen zu Altstadt Lijiang

Wo liegt die Altstadt Lijiang genau?

Die Altstadt Lijiang befindet sich in der Stadt Lijiang in der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas. Sie liegt auf einem Hochplateau in etwa 2.400 m Höhe am Fuß des Yulong-Schneebergs. Vom modernen Stadtzentrum ist sie fußläufig oder mit kurzen Taxifahrten gut erreichbar.

Warum ist Lijiang Gucheng UNESCO-Welterbe?

Die UNESCO hat die Altstadt Lijiang 1997 in die Liste des Welterbes aufgenommen, weil sie ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel einer historischen Handelsstadt entlang der Tee- und Pferdestraße darstellt. Besonders hervorgehoben werden die traditionelle Holzarchitektur, das komplexe Wassersystem und die lebendige Kultur der Naxi-Minderheit.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?

Für einen ersten Eindruck reichen einige Stunden, um die wichtigsten Gassen und Plätze zu sehen. Empfehlenswert ist jedoch ein Aufenthalt von mindestens zwei Tagen, um neben den Hauptsehenswürdigkeiten auch ruhigere Viertel, Museen und die Umgebung zu entdecken und die Altstadt zu unterschiedlichen Tageszeiten zu erleben.

Welche Besonderheiten gibt es für Reisende aus Deutschland?

Reisende aus Deutschland sollten die Höhenlage von rund 2.400 m, die Zeitverschiebung (meist +6 oder +7 Stunden gegenüber Deutschland) sowie die andere Zahlungskultur (starke Verbreitung mobiler Bezahlsysteme, Renminbi als Währung) beachten. Englisch wird vor allem im touristischen Bereich gesprochen, ansonsten ist eine Übersetzungs-App hilfreich. Vor der Reise sollten die aktuellen Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt geprüft und eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden.

Wann ist die beste Reisezeit für Lijiang?

Frühling und Herbst gelten als besonders angenehme Reisezeiten, da die Temperaturen moderat und die Sicht auf die umliegenden Berge häufig klar ist. In den Sommermonaten kann es zu stärkeren Regenfällen kommen, im Winter sind die Nächte kühl. Starker Andrang herrscht zu chinesischen Feiertagen wie dem Neujahrsfest oder dem Nationalfeiertag Anfang Oktober.

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