Neue Ära für Gorillaz Rückkehr des virtuellen Popkollektivs
19.05.2026 - 20:06:40 | ad-hoc-news.deAls Damon Albarn beim letzten Tourblock von Gorillaz im Rampenlicht stand und die animierten Alter Egos über die LED-Wände flimmerten, wurde einmal mehr klar, wie sehr dieses virtuelle Kollektiv den Pop des 21. Jahrhunderts geprägt hat.
Aktuelle Entwicklung rund um Gorillaz
Innerhalb der letzten 72 Stunden hat es keine offiziell bestätigte neue Single, kein frisches Albumdatum und auch keine komplett neue Tour-Ankündigung von Gorillaz gegeben. Dennoch befindet sich das multimediale Projekt weiterhin im Nachhall seines jüngsten Studioalbums Cracker Island und der dazugehörigen Welttournee, die bis 2023 und in einige Märkte hinein 2024 reichte.
Wie aus Berichten von Medien wie dem britischen Guardian und dem amerikanischen Branchenmagazin Billboard hervorgeht, konzentriert sich Damon Albarn derzeit auf mehrere parallele Projekte, zu denen Gorillaz als seine bekannteste Pop-Spielwiese weiterhin zählt. Konkrete neuen Tourdaten für Deutschland nach 2023 sind Stand: 19.05.2026 nicht offiziell bestätigt, doch das Projekt wird in Interviews immer wieder als fortlaufend beschrieben.
Für das deutsche Publikum bleiben vor allem die Erinnerungen an die jüngsten Konzerte in Arenen wie der Kölner Lanxess Arena oder der Max-Schmeling-Halle in Berlin präsent. Die Shows verbanden klassische Hits wie Clint Eastwood und Feel Good Inc. mit Material aus Cracker Island und dem 2020 veröffentlichten Episoden-Projekt Song Machine, Season One: Strange Timez. Laut dem Branchenportal laut.de wurden diese Auftritte von Fans und Kritikern gleichermaßen positiv aufgenommen.
Als Orientierung für die bisherige Entwicklung der jüngsten Phase lassen sich einige Eckpunkte nennen:
- Veröffentlichung des Albums Cracker Island im Jahr 2023 über das Label Parlophone/Warner
- Chartplatzierungen unter anderem in den Top 3 der UK Albums Chart und in den Top 10 der Billboard 200
- Konzerte in Europa, Nordamerika und Asien, darunter mehrfach ausverkaufte Hallenshows
- Weiterhin starke Streaming-Zahlen auf Plattformen wie Spotify und YouTube
Konkrete neue Projekte werden traditionell über die offiziellen Kanäle von Gorillaz sowie das Umfeld von Albarn und Co-Schöpfer Jamie Hewlett angekündigt. Bis dahin stehen die bestehenden Alben, Musikvideos und die immer weiterentwickelte Visual World des Projekts im Fokus.
Wer Gorillaz sind und warum das Projekt gerade jetzt zählt
Gorillaz gelten seit ihrer Gründung als eine der einflussreichsten Pop-Ideen der 2000er Jahre. Die Grundidee: Eine Band, die nur in animierter Form existiert, aber reale Songs von wechselnden Musikerinnen und Musikern präsentiert. Im Zentrum stehen vier virtuelle Figuren – 2D, Murdoc Niccals, Noodle und Russel Hobbs –, deren visuelle Gestaltung vom Comic-Künstler Jamie Hewlett stammt.
Der musikalische Motor hinter Gorillaz ist Damon Albarn, Frontmann der britischen Band Blur. Während Blur dem Britpop der 1990er Jahre ein Gesicht gab, nutzte Albarn Gorillaz, um Genregrenzen zu sprengen. HipHop, Dub, Elektronik, Indie-Rock, Dubstep, Latin, Soul oder Pop-Ballade: In fast jedem Album der Formation treffen unterschiedliche Klangwelten aufeinander.
Für ein Publikum in Deutschland sind Gorillaz nicht zuletzt deshalb relevant, weil sie lange vor der aktuellen Streaming- und Avatar-Welle die Idee eines multimedialen, plattformübergreifenden Acts vorweggenommen haben. Musik, Videos, Social Media, Storytelling, Games und Live-Shows gehen ineinander über. In einer Zeit, in der auch K-Pop-Acts oder virtuelle Influencer mit Avataren arbeiten, erscheint das Konzept von Gorillaz aktueller denn je.
Hinzu kommt, dass Gorillaz wiederholt mit deutschen Städten verbunden waren, etwa durch Festivalauftritte oder Soloshows in Berlin, Köln, Hamburg oder München. Auch in den Offiziellen Deutschen Charts tauchten die wichtigsten Alben regelmäßig auf, wenn auch meist niedriger als in den britischen oder US-Rankings.
Herkunft und Aufstieg
Die Idee zu Gorillaz entstand Ende der 1990er Jahre in London. Damon Albarn und Jamie Hewlett lebten zeitweise in einer gemeinsamen Wohnung und diskutierten über die Oberflächlichkeit von Musikfernsehen und Popkultur. Aus dieser Kritik heraus entwickelte sich die Vision einer fiktiven Band, die diesen Mechanismus gleichzeitig parodiert und überhöht.
Im Jahr 2001 erschien das selbstbetitelte Debütalbum Gorillaz. Die Single Clint Eastwood mit Rapper Del the Funky Homosapien wurde zu einem globalen Hit. Der Song mischte Dub-Bässe, HipHop-Beats und einen eingängigen Gesangshook. Laut Rolling Stone und NME markierte der Erfolg den Durchbruch des Projekts und zeigte, dass das Konzept einer Cartoon-Band kommerziell funktionieren kann.
Mit dem Nachfolger Demon Days aus dem Jahr 2005 setzten Gorillaz ihren Aufstieg fort. Produziert in enger Zusammenarbeit mit Danger Mouse, einem zu dieser Zeit stark gefragten Produzenten, verdichtete das Album den Sound zu einem düstereren, politischeren Mix. Die Single Feel Good Inc. (mit De La Soul) wurde ein weltweiter Hit, erhielt unter anderem einen Grammy und prägte die Pop-Ästhetik der Nullerjahre maßgeblich.
In Deutschland stieg Demon Days in die Top 20 der Offiziellen Deutschen Charts ein. Exakte Peak-Positionen variieren je nach Chartwoche, doch die Präsenz des Albums in europäischen Rankings ist durch Daten der Offiziellen Charts Companies belegt. Die Kombination aus innovativen Videos, Radio-Hits und einem klaren visuellen Branding machte Gorillaz zu einem Kulturphänomen weit über die Musikszene hinaus.
2010 folgte mit Plastic Beach ein weiteres, konzeptuell stark ausgerichtetes Album. Es thematisierte ökologische und gesellschaftliche Fragen, unter anderem den Plastikmüll in den Ozeanen. Gäste wie Snoop Dogg, Lou Reed, Mos Def und Mitglieder von The Clash unterstrichen den globalen Anspruch des Projekts. Medien wie die BBC und Pitchfork würdigten das Album als ambitionierte, wenn auch nicht immer leicht zugängliche Weiterentwicklung.
Nach einer längeren Pause erschienen 2017 Humanz und 2018 The Now Now. Beide Alben dokumentierten unterschiedliche Facetten des Projekts: Während Humanz eine große Gästeliste und einen stark elektronischen, cluborientierten Sound bot, stellte The Now Now Damon Albarns Stimme stärker in den Vordergrund und wirkte fokussierter. Kritiken in Medien wie Musikexpress oder Rolling Stone Deutschland fielen im Detail unterschiedlich aus, waren aber überwiegend positiv.
Signature-Sound, Stil und Schlüsselwerke
Der typische Sound von Gorillaz speist sich aus mehreren Konstanten. Da ist zunächst Damon Albarns markante, leicht melancholische Stimme, die vielen Songs einen wiedererkennbaren Kern verleiht. Hinzu kommen produktionstechnische Elemente wie schwere Basslinien, gezielt eingesetzte Lo-Fi-Texturen, ungewöhnliche Samples sowie der Mut zu stilistischen Brüchen innerhalb eines Songs.
Ein Schlüsselmoment im Sounddesign sind die Arbeiten mit bestimmten Produzenten. Danger Mouse prägte Demon Days mit seinem Mix aus Vintage-Soul-Ästhetik und zeitgenössischem Beatmaking. Auf Plastic Beach und späteren Werken wirkten Produzenten wie James Ford oder Remi Kabaka Jr. mit, die jeweils eigene Akzente setzten. Die Zusammenarbeit mit HipHop-Produzenten und -Gästen wie De La Soul, MF DOOM, Vince Staples oder André 3000 verstärkte immer wieder die Verbindung zur Rap-Kultur.
Zu den internationalen Signature-Tracks gehören:
Clint Eastwood – der frühe Hit, der das Projekt bekannt machte und bis heute als Live-Höhepunkt fungiert.
Feel Good Inc. – die Hymne des Albums Demon Days, die die Balance aus düsterer Atmosphäre und extremer Eingängigkeit verkörpert.
DARE – ein weiterer Demon Days-Hit, dessen Hook mit hoher Stimme sich ins kollektive Gedächtnis brannte.
On Melancholy Hill – eine der schönsten Pop-Balladen des Projekts, die Albarns Hang zu zarter Melancholie betont.
Saturnz Barz – die düstere, basslastige Lead-Single von Humanz, die den modernen, cluborientierten Ansatz zeigt.
Das Album Cracker Island schließlich knüpfte an diesen Fundus an, stellte aber zugleich neue Figuren und Themen vor. Mit Gästen wie Thundercat, Tame Impala oder Bad Bunny positionierte sich Gorillaz inmitten zeitgenössischer Pop-, Indie- und Latin-Strömungen. Kritiken von Medien wie The Guardian und Variety hoben hervor, dass Albarn und Hewlett es schaffen, die Basis ihres Projekts zu bewahren und gleichzeitig aktuelle Trends aufzunehmen.
Live spielen Gorillaz eine besondere Rolle, weil sie die animierten Figuren mit einer umfangreichen Liveband verbinden. Auf der Bühne stehen Schlagzeug, Bass, Gitarren, Keyboards, mehrere Background-Sängerinnen und -Sänger sowie häufig Gastmusikerinnen und -musiker. Im Hintergrund laufen aufwändige Visuals, die die Storyline der Figuren weiterführen. So entsteht ein Hybrid aus Konzert, Animationsfilm und Kunstinstallation.
Kulturelle Wirkung und Vermächtnis
Die kulturelle Wirkung von Gorillaz lässt sich an mehreren Ebenen ablesen. Zum einen ist das Projekt ein Pionier der Idee, Musik als transmediales Universum zu denken. Lange bevor der Begriff Metaverse in der Popkultur ankam, verbanden Gorillaz Musikvideos, Webseiten, interaktive Elemente und fiktive Biografien zu einem Gesamtpaket.
Zum anderen hat die Band den Umgang mit Kollaborationen verändert. Anstatt Gäste als rein dekorative Features zu sehen, integrierten Albarn und Hewlett sie von Anfang an als zentrale Bestandteile der Songs. Dies hat viele jüngere Acts beeinflusst, für die genreübergreifende Kollaborationen heute selbstverständlich sind.
In der Musikpresse wird Gorillaz immer wieder als Referenzpunkt genannt. Pitchfork, Rolling Stone, NME, aber auch deutschsprachige Medien wie laut.de, Diffus oder Spex (solange die Zeitschrift noch erschien) haben regelmäßig ausführliche Features veröffentlicht. Besonders hervorgehoben werden die Verbindung von Pop-Appeal und Experimentierfreude sowie die Fähigkeit, gesellschaftliche Themen subtil in ein zugängliches Soundgewand zu kleiden.
Zertifizierungen belegen zusätzlich die Reichweite. In Großbritannien wurden mehrere Alben von der BPI mit Gold- oder Platinstatus ausgezeichnet. Die RIAA verzeichnet in den USA ebenfalls zahlreiche Gold- und Platin-Zertifizierungen für Alben und Singles. In Deutschland sind die Auszeichnungen etwas zurückhaltender, doch die Präsenz in den Offiziellen Deutschen Charts und anhaltend hohe Streaming-Zahlen zeigen eine stabile Fangemeinde.
In der Festival-Landschaft traten Gorillaz bei großen Events wie dem Glastonbury Festival oder Coachella auf. Für das deutsche Publikum sind unter anderem Slots bei Rock am Ring und auf dem Lollapalooza Berlin relevant, die die Band in die Mitte der modernen Festivalerfahrung rückten. Gerade die Verbindung aus Visuals, Gastauftritten und einem Hit-gefüllten Set machte diese Shows zu Gesprächsthemen.
Auch im Bereich der visuellen Kunst hinterließen Gorillaz Spuren. Jamie Hewletts Figuren erschienen in Comic-Specials, auf Merchandise, in Kunstausstellungen und in digitalen Formaten. Die Ästhetik beeinflusste andere Illustratoren und Designer, die in der Verbindung von Street-Art, Comic und Animation ein zeitgemäßes Vokabular für Musikvisualisierung sehen.
Für die deutsche Musikszene sind Gorillaz zudem ein Beispiel dafür, wie Bands jenseits klassischer Bandkonstellationen funktionieren können. In einer Landschaft, in der Soloacts und Kollektive, Produzententeams und Songwriter-Netzwerke immer wichtiger werden, wirkt die flexible Struktur von Gorillaz wie ein vorausgedachtes Modell.
Häufige Fragen zu Gorillaz
Wer steckt hinter Gorillaz?
Hinter Gorillaz steht in erster Linie Damon Albarn, der als Songwriter, Sänger und Multiinstrumentalist den Großteil der Musik schreibt. Der visuelle Part stammt vom Comic-Künstler Jamie Hewlett, der die Figuren 2D, Murdoc, Noodle und Russel entworfen und über die Jahre weiterentwickelt hat. Hinzu kommt ein Netzwerk aus Produzenten, Gastmusikerinnen und -musikern, das je nach Album und Song variieren kann.
Wie viele Studioalben haben Gorillaz bisher veröffentlicht?
Je nach Zählweise liegt die Zahl der Studioalben von Gorillaz im einstelligen Bereich. Zu den Kernwerken zählen Gorillaz, Demon Days, Plastic Beach, The Fall, Humanz, The Now Now, Song Machine, Season One: Strange Timez und Cracker Island. Einige Veröffentlichungen wie The Fall entstanden unter speziellen Bedingungen und wurden zunächst digital bzw. als Tour-Begleitung veröffentlicht.
Welche Bedeutung haben Gorillaz für die Popmusik?
Gorillaz gelten als eine der ersten erfolgreichsten virtuellen Bands im Mainstream-Pop. Sie haben gezeigt, dass Animationsfiguren als Projektionsfläche für ganz unterschiedliche Musikstile dienen können. Viele spätere Projekte, darunter virtuelle Influencer oder Avatar-Künstler, knüpfen bewusst oder unbewusst an dieses Modell an. Kritikerinnen und Kritiker verweisen zudem auf die Rolle der Band dabei, globale Pop-, HipHop- und Elektronik-Strömungen miteinander zu verknüpfen.
Treten Gorillaz live mit echten Musikerinnen und Musikern auf?
Ja, die Live-Shows von Gorillaz werden von einer großen Band aus realen Musikerinnen und Musikern getragen. Damon Albarn steht als Leadsänger im Zentrum, flankiert von Drums, Bass, Gitarren, Keyboards und Background-Vocals. Auf Leinwänden und LED-Screens erscheinen parallel animierte Sequenzen mit den Figuren der Band. So entsteht eine Mischform aus klassischem Konzert und animiertem Spektakel.
Wie können Fans in Deutschland Gorillaz am besten verfolgen?
Fans in Deutschland können Gorillaz über die offiziellen Social-Media-Kanäle, Streaming-Plattformen und die Website des Projekts verfolgen. Tourankündigungen, neue Videos, Merch-Releases oder Kollaborationen werden in der Regel zuerst dort veröffentlicht. Für vertiefende Hintergrundberichte bieten sich außerdem Medien wie Rolling Stone Deutschland, Musikexpress, laut.de oder internationale Angebote wie The Guardian und Billboard an.
Gorillaz in den sozialen Netzwerken und im Streaming
Wer tiefer in das Universum von Gorillaz eintauchen möchte, findet auf den großen Streaming- und Social-Plattformen eine Fülle von Musik, Videos und Fanreaktionen.
Gorillaz – Stimmungen, Reaktionen und Trends in den sozialen Netzwerken:
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