Eurythmics, Rockmusik

Neue Ära für Eurythmics – Pop-Duo bleibt ikonisch

14.06.2026 - 12:00:20 | ad-hoc-news.de

Eurythmics prägen bis heute den Sound zwischen Synth-Pop und Rock. Warum das Duo um Annie Lennox und Dave Stewart relevant bleibt.

Pedalboard mit mehreren bunten Effektpedalen und Kabeln am Bühnenboden
Eurythmics - Werkzeugkasten des Sounds: Ein dicht belegtes Pedalboard mit roten, gelben und schwarzen Effektgeräten wartet am Bühnenboden. 14.06.2026 - Bild: THN

Als Eurythmics Anfang der 1980er-Jahre mit dem futuristischen Song Sweet Dreams (Are Made of This) die Charts eroberten, traf das Duo den Nerv einer ganzen Generation und prägte den Sound des frühen MTV-Zeitalters.

Von Sweet Dreams bis heute: der bleibende Moment

Das britische Duo Eurythmics, bestehend aus Annie Lennox und Dave Stewart, zählt zu den prägendsten Pop-Acts der 1980er-Jahre. Mit ihrer Mischung aus Synth-Pop, New Wave, Rock-Elementen und markanten visuellen Konzepten schufen sie einen Stil, der bis heute nachhallt. Der internationale Durchbruch kam mit dem 1983 erschienenen Album Sweet Dreams (Are Made of This), dessen Titelsong weltweit in die Topregionen der Charts stürmte und in mehreren Ländern zur Hymne einer neuen Pop-Ära wurde.

Besonders auffällig war die visuelle Präsenz der Band. Annie Lennox inszenierte sich im Video zu Sweet Dreams (Are Made of This) mit androgynem Kurzhaar-Look und orangem Haar, was sie zu einer Ikone für eine selbstbewusste, gender-normbrechende Pop-Ästhetik machte. Dave Stewart blieb eher im Hintergrund, prägte aber entscheidend die Klangarchitektur der Songs mit Synthesizern, Gitarren und Studiotechnik, die damals auf der Höhe der Zeit war.

In den folgenden Jahren gelang es Eurythmics, sich nicht auf einem Sound auszuruhen. Alben wie Touch, Be Yourself Tonight und Revenge verbanden elektronische Elemente mit Soul, Rock und Pop und zeigten eine Band, die ständig nach neuen Ausdrucksformen suchte. Hits wie Here Comes the Rain Again, There Must Be an Angel (Playing with My Heart) oder Missionary Man festigten ihren Ruf als Songwriter mit Gespür für einprägsame Hooks und starke atmosphärische Dichte.

Auch wenn die Studioproduktion stark elektronisch geprägt war, überzeugten Eurythmics auf der Bühne als druckvoller Live-Act. Lennox' Stimme, die mühelos zwischen zerbrechlicher Intimität und kraftvollen Soul-Ausbrüchen wechseln konnte, traf auf eine Band, die die komplexen Studioarrangements souverän ins Live-Setting übertrug. In der Rückschau gelten die Tourneen der 1980er und frühen 1990er oft als Blaupause für poppige, aber zugleich musikalisch ambitionierte Arenashows.

  • 1983: Durchbruch mit Sweet Dreams (Are Made of This)
  • Mitte der 1980er: weitere Erfolgsalben wie Touch und Be Yourself Tonight
  • Späte 1980er bis frühe 1990er: experimentellere Phase mit Rock- und Soul-Einflüssen
  • 2000er-Jahre: punktuelle Comebacks, Retrospektiven und Ehrungen

Annie Lennox und Dave Stewart: zwei starke Persönlichkeiten

Um zu verstehen, warum Eurythmics bis heute so einflussreich sind, lohnt sich der Blick auf die beiden kreativen Köpfe dahinter. Annie Lennox, in Schottland geboren, gilt als eine der markantesten Pop- und Rockstimmen ihrer Generation. Bevor sie mit Stewart das Duo gründete, hatte sie bereits als Sängerin und Flötistin in anderen Projekten Erfahrungen gesammelt, unter anderem in der New-Wave-Band The Tourists.

Dave Stewart brachte als Gitarrist, Songwriter und Produzent eine starke Studioorientierung mit. Seine Fähigkeit, unterschiedliche musikalische Einflüsse – von Reggae bis Blues, von Synthesizer-Pop bis Rock – in einen konsistenten Sound zu gießen, war ein wesentlicher Baustein des Erfolgs. Diese Aufgabenteilung, Lennox als zentrale Stimme und visuelle Figur, Stewart als Soundarchitekt und Co-Songwriter, machte die Dynamik des Duos aus.

Auch nach der Hochphase von Eurythmics blieben beide als Solo-Künstler und Produzenten aktiv. Lennox veröffentlichte erfolgreiche Soloalben wie Diva und Medusa, auf denen sie ihren charakteristischen Gesang in eher zurückgenommenen, teils orchestralen Arrangements präsentierte. Stewart arbeitete mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, produzierte und schrieb Songs für internationale Stars und blieb so eng mit der Popindustrie verbunden.

Die gegenseitige Wertschätzung der beiden ist ein weiterer Grund, warum das Projekt Eurythmics im Rückblick als stabiler, wenn auch nicht dauerhafter Verbund wahrgenommen wird. Phasen der Pause führten nicht zu einem vollständigen Bruch, sondern eher zu einer schrittweisen Verlagerung der Aktivitäten in andere Projekte. Wenn das Duo zu besonderen Anlässen wieder zusammenfand, knüpfte es meist nahtlos an die alte chemische Spannung an.

Vom Londoner Underground in die globalen Charts

Die Geschichte von Eurythmics beginnt im London der späten 1970er-Jahre, als Punk, New Wave und frühe elektronische Experimente die britische Poplandschaft neu formten. Annie Lennox und Dave Stewart hatten sich bereits in The Tourists kennengelernt und beschlossen, ein neues Projekt zu starten, das ihnen mehr künstlerische Freiheit ermöglichen sollte. Unter dem Namen Eurythmics entwickelte das Duo zunächst im Studio einen eigenständigen Sound, bei dem Drumcomputer, Synthesizer und analoge Effekte mit Gitarren und Bass verschmolzen.

Die ersten Veröffentlichungen hatten noch keinen durchschlagenden kommerziellen Erfolg, zeichneten sich aber schon durch eine besondere atmosphärische Dichte aus. Der große Wendepunkt kam mit dem Album Sweet Dreams (Are Made of This), das 1983 erschien. Der Titelsong, getragen von einem markanten Synthesizer-Riff, einem hypnotischen Bass und Lennox' klarer, leicht distanzierter Stimme, traf perfekt das Lebensgefühl einer globalisierten Popkultur, die im Musikfernsehen ihre neue Bühne fand.

Mit dem Erfolg von Sweet Dreams (Are Made of This) öffneten sich auch die Türen zu internationalen Tourneen, größeren Produktionsbudgets und einer stetig wachsenden Fanbasis. Kritiker lobten die Band dafür, dass sie trotz kommerzieller Erfolge experimentierfreudig blieb und nicht einfach das Erfolgsrezept wiederholte. Die folgenden Alben zeigten, dass Eurythmics bereit waren, Risiken einzugehen und neue stilistische Wege zu beschreiten.

In den späten 1980er-Jahren verschob sich der Fokus leicht in Richtung organischerer Instrumentierung. Gitarren, Schlagzeug und Bläser traten stärker in den Vordergrund, während die Synthesizer weiterhin für die charakteristische Klangfarbe sorgten. Diese Entwicklung spiegelte den allgemeinen Trend in der Popmusik wider, in dem viele Acts versuchten, sich vom rein elektronischen Klangbild zu lösen, ohne ihre Wurzeln komplett zu vergessen.

Gleichzeitig wuchs der internationale Einfluss der Band. In Europa, Nordamerika und darüber hinaus wurden Eurythmics zu einem Fixpunkt im Radio und bei großen TV-Formaten. Die Kombination aus starken Melodien, markanter visueller Inszenierung und einer gewissen künstlerischen Eigenwilligkeit sorgte dafür, dass sie sich deutlich von vielen zeitgenössischen Acts abhoben.

Alben, Songs und Klangwelten: das Herz des Eurythmics-Sounds

Der typische Klang von Eurythmics lässt sich schwer auf eine Formel reduzieren, doch einige Elemente kehren immer wieder. Zentrale Rolle spielt Annie Lennox' Stimme, die gleichermaßen kalt und distanziert wie warm und soulig klingen kann. Diese Ambivalenz prägt vor allem Songs wie Sweet Dreams (Are Made of This) oder Here Comes the Rain Again, in denen Melancholie und Pop-Appeal Hand in Hand gehen.

Auch die Produktion ist entscheidend. Dave Stewart und seine Co-Produzenten setzten früh auf eine Kombination aus analogen Synthesizern, Drumcomputern und klassischem Band-Recording, was den Songs eine zugleich futuristische und organische Note verleiht. Auf Alben wie Touch oder Be Yourself Tonight lassen sich diese Mischformen gut nachvollziehen: Einerseits pulsierende elektronische Grooves, andererseits echte Bläser, Chöre und Gitarren, die eine gewisse Wärme ins Klangbild bringen.

Textlich bewegen sich Eurythmics zwischen introspektiven Momenten und gesellschaftlichen Beobachtungen. Viele Songs thematisieren Einsamkeit, Entfremdung, Sehnsucht oder die Suche nach Identität in einer sich rasant verändernden Welt. Dabei verzichten Lennox und Stewart meist auf plakative Aussagen und setzen stattdessen auf suggestive Bilder und Stimmungen.

Mehrere Alben des Duos gelten inzwischen als Klassiker des Pop- und Rockkanons. Neben Sweet Dreams (Are Made of This) und Touch wird häufig auch Be Yourself Tonight als Schlüsselwerk genannt, weil es die Öffnung hin zu Soul- und Rock-Einflüssen besonders deutlich markiert. Spätere Werke zeigen, wie Eurythmics mit wechselnden Trends umgingen und ihren Sound immer wieder neu justierten, ohne ihre Identität zu verlieren.

Für viele Hörerinnen und Hörer sind es aber vor allem einzelne Songs, die im Gedächtnis bleiben. Die stringente Hook von Sweet Dreams (Are Made of This), die wehmütige Stimmung von Here Comes the Rain Again oder die hymnische Qualität von There Must Be an Angel (Playing with My Heart) sind Beispiele dafür, wie das Duo eingängige Melodien mit atmosphärischer Tiefe verbindet.

Einfluss, Anerkennung und Wirkung auf neue Generationen

Der kulturelle Einfluss von Eurythmics geht weit über die reinen Verkaufszahlen hinaus. In der Popgeschichte werden sie häufig als eine der Formationen genannt, die das Verhältnis zwischen Bild und Ton im Zeitalter von Musikvideos neu definiert haben. Die Zusammenarbeit mit Regisseuren, die starke, symbolische Bilderwelten entwickelten, machte viele ihrer Videos selbst zu kleinen Kunstwerken.

Darüber hinaus hatte insbesondere Annie Lennox als sichtbare Frontfigur eine enorme Strahlkraft. Ihr androgynes Auftreten, die bewusste Distanz zu gängigen Schönheitsidealen und die klare Haltung zu sozialen Themen machten sie zu einer Identifikationsfigur für Menschen, die sich in traditionellen Rollenbildern nicht wiederfanden. In Interviews und öffentlichen Auftritten betonte sie immer wieder die Bedeutung von Gleichberechtigung und individueller Freiheit.

Musikalisch hinterließen Eurythmics Spuren bei zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern der folgenden Generationen. Viele Acts aus Synth-Pop, Alternative, Indie und elektronischer Popmusik beziehen sich explizit auf den Sound des Duos oder covern dessen Songs. Die Mischung aus elektronischem Fundament, organischen Instrumenten und starken Popmelodien ist ein Schema, das bis in den heutigen Mainstream hineinwirkt.

Auch in der Rückschau durch Musikkritik und Fachpresse schneiden Eurythmics meist hervorragend ab. Viele Ranglisten zu den einflussreichsten Songs oder Videos der 1980er führen Sweet Dreams (Are Made of This) in prominenter Position. Gleichzeitig werden spätere Werke zunehmend wiederentdeckt und im Kontext einer breiteren Popgeschichte neu bewertet.

Ein weiterer Aspekt ihres Vermächtnisses ist die Art, wie sie als Duo mit kreativen Spannungen umgingen. Statt in einem öffentlichen Streit zu eskalieren, wählten Lennox und Stewart eher den Weg schrittweiser Distanzierung, die dennoch Raum für punktuelle Zusammenarbeiten ließ. Dieses Modell eines respektvollen künstlerischen Nebeneinanders gilt heute vielen als positives Gegenbeispiel zu dramatischen Bandauflösungen.

Fragen und Antworten zu Eurythmics

Wer sind Eurythmics und wie kam das Duo zusammen?

Eurythmics sind ein britisches Pop- und Rockduo, bestehend aus Annie Lennox und Dave Stewart. Die beiden lernten sich in der Band The Tourists kennen und gründeten anschließend ein eigenes Projekt, um ihre musikalischen Ideen freier umsetzen zu können.

Welche Songs von Eurythmics gelten als besonders wichtig?

Als besonders prägend gelten vor allem Sweet Dreams (Are Made of This), Here Comes the Rain Again und There Must Be an Angel (Playing with My Heart). Diese Songs zeigen exemplarisch die Mischung aus Synth-Pop, starken Melodien und markanter Stimme, für die das Duo bekannt ist.

Warum sind Eurythmics heute noch relevant?

Eurythmics haben einen Sound geprägt, der bis heute in vielen Pop- und Indieproduktionen nachhallt. Ihre visuellen Konzepte, die Art, wie sie Genderrollen im Pop infrage stellten, und die Verbindung von elektronischen und organischen Klängen machen sie zu einer Referenz für aktuelle Künstlerinnen und Künstler.

Eurythmics in den sozialen Netzwerken und im Streaming

Wer die Musik von Eurythmics neu entdecken oder wiederhören möchte, findet das Werk des Duos heute auf allen großen Streaming-Plattformen und in unzähligen Playlists, die die 1980er-Jahre und zeitlosen Pop feiern.

Mehr zu Eurythmics bei AD HOC NEWS und anderswo

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