Neue Ära für Aretha Franklin als ewige Queen of Soul
19.05.2026 - 20:05:57 | ad-hoc-news.deIm Sommer 1967 steht Aretha Franklin in einem New Yorker Studio am Mikrofon, als sie Respect aufnimmt und die Popgeschichte neu kalibriert. Aus einem R&B-Song von Otis Redding wird unter ihrer Regie eine Hymne für Bürgerrechtsbewegung und Feminismus, getragen von dieser unverwechselbaren Stimme zwischen Gospelbrenner und Soul-Bekenntnis. Mehr als fünf Jahrzehnte später ist Aretha Franklin im Streaming, in Filmen und auf Tribute-Bühnen präsenter denn je.
Aktuelle Entwicklung rund um Aretha Franklin
Auch nach ihrem Tod im August 2018 bleibt das Vermächtnis von Aretha Franklin dynamisch und sichtbar. In den vergangenen Jahren sind mehrere groß kuratierte Veröffentlichungen, Filme und Tribute-Projekte erschienen, die die Bedeutung der US-amerikanischen Sängerin für eine neue Generation fassbar machen. Dazu gehören etwa die Kinobiografie Respect mit Jennifer Hudson in der Hauptrolle, die 2021 in die deutschen Kinos kam, sowie das aufwendig restaurierte Konzertdokument Amazing Grace, das bereits 2018 hierzulande im Kino und später im Home-Entertainment-Sektor veröffentlicht wurde.
Wie das Fachmagazin Rolling Stone und der US-Sender CNN übereinstimmend herausgearbeitet haben, gehört Aretha Franklin in den aktuellen Bestenlisten der wichtigsten Stimmen der Musikgeschichte weiterhin zur absoluten Spitze. In einer 2023 aktualisierten Liste der 200 größten Sängerinnen und Sänger aller Zeiten landet sie bei Rolling Stone auf einem der vordersten Plätze, was ihren Status als Referenzfigur für Soul, R&B und Pop unterstreicht. Parallel dazu bleibt ihr Katalog bei Streamingdiensten wie Spotify und Apple Music stabil stark nachgefragt, verstärkt durch Kurationsprojekte der großen Labels.
Auch der Katalog ihrer Plattenfirma Atlantic Records wird immer wieder in neuen Editionen aufbereitet. So wurden zentrale Alben wie I Never Loved a Man the Way I Love You, Lady Soul und Aretha Now in den vergangenen Jahren mehrfach remastert und zum Teil um Bonusmaterial ergänzt. Laut Berichten von Billboard und Variety erwägen Rechteinhaber weiterhin gezielte Archivprojekte, um bislang unveröffentlichte Live- und Studioaufnahmen in den Markt zu bringen, allerdings meist ohne konkrete Veröffentlichungstermine, die zum aktuellen Zeitpunkt verlässlich genannt werden könnten.
Für das deutsche Publikum spielt auch die Einbindung von Aretha Franklin in Serien- und Film-Soundtracks eine wesentliche Rolle. Titel wie Respect, (You Make Me Feel) Like a Natural Woman oder Think tauchen immer wieder in Produktionen von Netflix, öffentlich-rechtlichen Sendern und internationalen Hollywood-Studios auf. Medienanalysen, etwa von Der Spiegel und der Süddeutschen Zeitung, verweisen darauf, dass diese Platzierungen maßgeblich dazu beitragen, die Musik der Queen of Soul für jüngere Hörerinnen und Hörer sichtbar zu halten.
Hinzu kommen Tribute-Konzerte von großen aktuellen Künstlerinnen und Künstlern, die Songs aus dem Repertoire der Sängerin ins Programm nehmen. Auf Festivals und in TV-Shows greifen etwa Alicia Keys, Jennifer Hudson, Fantasia Barrino oder auch europäische Soul- und Pop-Stimmen immer wieder zu Aretha-Nummern. Die Grammy-Organisation würdigte die Sängerin bereits zu Lebzeiten mehrfach, unter anderem mit dem Grammy Lifetime Achievement Award und mehreren Ehrungen im Rahmen von Tribute-Shows. Stand: 19.05.2026.
Zur besseren Orientierung im Werk der Künstlerin lassen sich einige zentrale Eckpunkte zusammenfassen:
- Durchbruch mit dem Atlantic-Debütalbum I Never Loved a Man the Way I Love You im Jahr 1967
- Prägende Hits: Respect, Chain of Fools, Think, (You Make Me Feel) Like a Natural Woman
- Mehrfach ausgezeichnet mit Grammy Awards, darunter auch in den Kategorien R&B und Gospel
- Erste Frau, die 1987 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wurde
- Langfristiger Einfluss auf Pop- und R&B-Stars von Beyoncé über Adele bis hin zu deutschen Soul-Acts
Wer Aretha Franklin ist und warum sie gerade jetzt zählt
Aretha Franklin, geboren 1942 in Memphis und aufgewachsen in Detroit, gilt als Inbegriff der Soul-Sängerin. Ihre Stimme verband die emotionale Wucht des Gospels mit der Direktheit des Rhythm and Blues und der melodischen Zugänglichkeit des Pops. Gleichzeitig stand sie stets in einem engen Dialog mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der Frauenbewegung in den USA. Songs wie Respect wurden zu musikalischen Manifesten für Selbstbestimmung, Würde und politische Teilhabe.
Für die deutsche Musikszene ist die Künstlerin nicht nur eine stilprägende Figur, sondern auch eine Art Messlatte für vokale Exzellenz. Viele hiesige Sängerinnen, von Joy Denalane bis Cassandra Steen, verweisen in Interviews auf die Queen of Soul als maßgeblichen Referenzpunkt. Musikzeitschriften wie Musikexpress und laut.de ordnen ihr Werk regelmäßig in die Kanonlisten der wichtigsten Alben der Popgeschichte ein, was die anhaltende Relevanz des Katalogs bestätigt.
Warum Aretha Franklin auch heute noch zählt, lässt sich an mehreren Ebenen ablesen. Zum einen ist da die technische Perfektion ihrer Stimme, die dennoch nie steril klingt, sondern von Brüchen und emotionaler Überladung lebt. Zum anderen sind ihre Interpretationen oft so dominant, dass sie die ursprünglichen Kompositionen gleichsam überschreibt. Der Otis-Redding-Song Respect oder die Carole-King-Komposition (You Make Me Feel) Like a Natural Woman sind für viele Hörerinnen und Hörer untrennbar mit ihrer Version verbunden.
Drittens bleibt die politische Dimension ihrer Kunst relevant. In einer Zeit, in der Debatten über Rassismus, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung erneut hohe gesellschaftliche Aufmerksamkeit erfahren, wirken die Botschaften ihrer Songs erstaunlich aktuell. Wenn sie in Live-Aufnahmen die Worte dehnt, improvisiert und sich scheinbar aus der Struktur des Songs löst, entsteht ein Moment der kollektiven Katharsis, der über die reine Unterhaltung weit hinausgeht.
Schließlich ist Aretha Franklin eine Brückenfigur zwischen verschiedenen musikalischen Welten. Sie steht zugleich für die Kirchenkultur der Black Churches in den USA, für den säkularen Soul der 1960er- und 1970er-Jahre, für den glatten Pop der 1980er und für das Traditionsbewusstsein des Jazz. Diese Vielschichtigkeit macht ihr Werk anschlussfähig für sehr unterschiedliche Hörergruppen, von Classic-Rock-Fans bis zu jungen R&B-Hörerinnen, die über Sampling oder Film-Soundtracks auf ihre Songs stoßen.
Herkunft und Aufstieg
Aretha Franklin wuchs als Tochter des bekannten Baptistenpredigers C. L. Franklin in einem Umfeld auf, in dem Musik, Spiritualität und Politik eng miteinander verflochten waren. Der Familienhaushalt in Detroit war ein Treffpunkt prominenter Musiker und Bürgerrechtler, darunter Mahalia Jackson, Martin Luther King Jr. und andere Protagonisten der afroamerikanischen Community. Früh sang die junge Aretha im Kirchenchor, begleitete sich am Klavier und zeigte ein Talent, das Beobachter schnell als außergewöhnlich beschrieben.
Bereits als Teenager nahm sie für das traditionsreiche Gospel-Label Checker erste Aufnahmen auf, bevor sie in den frühen 1960ern bei Columbia Records einen Vertrag unterschrieb. Diese Phase ist für Historiker interessant, weil die Plattenfirma die Sängerin eher als Jazz- und Pop-Interpretin positionierte, was ihrem eigentlichen Kern nicht vollständig entsprach. Trotz respektabler Kritiken blieb der kommerzielle Durchbruch zunächst aus. Wie der Guardian und die BBC retrospektiv analysiert haben, fehlte den Columbia-Produktionen die Erdung im Gospel und im Southern Soul, die später zum Markenzeichen werden sollte.
Der Wendepunkt kam mit dem Wechsel zu Atlantic Records Mitte der 1960er-Jahre. Produzent Jerry Wexler erkannte, dass Aretha Franklin ihre größte Wirkung entfaltet, wenn sie in einem organischen Bandkontext arbeitet, der von Blues, Soul und Gospel getragen wird. Die Sessions im Fame Studio in Muscle Shoals, Alabama, und in New Yorker Studios brachten einen neuen, raueren Sound hervor. 1967 erschien das Album I Never Loved a Man the Way I Love You, das mit Respect einen Jahrhundertsong enthielt.
Das Album markierte den Beginn einer Serie von hochproduktiven Jahren. Innerhalb kurzer Zeit veröffentlichte die Sängerin Werke wie Aretha Arrives, Lady Soul und Aretha Now, die allesamt starke Singles hervorbrachten und sich in den Billboard R&B Albums und den Billboard 200 platzieren konnten. Die Offiziellen Deutschen Charts verzeichneten einige dieser Alben und Singles später im Rahmen von Reissues und Best-of-Kompilationen, während sich in der ursprünglichen Veröffentlichungsphase die internationale Vermarktung vor allem auf die USA und Großbritannien konzentrierte.
Der Aufstieg der Künstlerin fiel in eine Zeit massiver gesellschaftlicher Umbrüche. In den USA eskalierten die Konflikte um Bürgerrechte, Vietnamkrieg und Geschlechterrollen. Aretha Franklin unterstützte mit Auftritten und Benefiz-Konzerten verschiedene Initiativen, blieb dabei aber immer in erster Linie Künstlerin. In Interviews betonte sie, dass ihre Musik eine Form des Ausdrucks sei, die Politik und persönliche Erfahrung nicht voneinander trenne, sondern in Klang übersetze.
Zu den Höhepunkten ihrer frühen Karriere zählen legendäre Live-Auftritte, etwa im Fillmore West in San Francisco oder bei TV-Sendungen wie dem Ed Sullivan Show-Format. Diese Performances zeigten eine Sängerin auf dem Zenit ihrer Kräfte, die mühelos zwischen Balladenintensität und explosiven Uptempo-Nummern wechselte. Die Mitschnitte wurden später als Live-Alben wie Aretha Live at Fillmore West für die Nachwelt gesichert und zählen heute zu den Referenzaufnahmen des Soul.
Signature-Sound, Stil und Schlüsselwerke
Der Signature-Sound von Aretha Franklin lässt sich nicht auf einen einzigen Stil reduzieren, doch einige Konstanten ziehen sich durch ihre Diskografie. Im Zentrum steht ihre Stimme, die mit einem beeindruckenden Tonumfang und der Fähigkeit zu spontanen Melodieverzierungen arbeitet, ohne je den Song als Ganzes aus dem Blick zu verlieren. Typisch sind plötzliche Registerwechsel, lange gehaltene Töne mit Vibrato und Call-and-Response-Interaktionen mit Backgroundchören, die aus der Gospeltradition stammen.
Instrumental ist ihr klassischer Sound vom Zusammenspiel aus Orgel, Klavier, Bläsersektion und einer erdigen Rhythmusgruppe geprägt. In den Atlantic-Jahren bestimmten Studiomusiker wie die Muscle Shoals Rhythm Section und Produzenten wie Jerry Wexler, Tom Dowd und Arif Mardin den Klangrahmen. Während die frühen Columbia-Aufnahmen stärker auf orchestrale Arrangements setzten, stand bei Atlantic der Groove im Vordergrund. Songs wie Chain of Fools oder Think leben von markanten Gitarrenriffs, pulsierenden Bässen und einem Schlagzeug, das eher treibt, als nur zu begleiten.
Zu den zentralen Studioalben im Werk von Aretha Franklin zählen Kritikerinnen zufolge vor allem:
I Never Loved a Man the Way I Love You (1967): Dieses Album gilt als der Moment, in dem sich alle Stilmittel der Künstlerin bündelten. Neben Respect finden sich hier Stücke wie Do Right Woman, Do Right Man, die intime Balladenkunst und kämpferische Haltung verbinden.
Lady Soul (1968): Mit Songs wie Chain of Fools, (You Make Me Feel) Like a Natural Woman und Ain't No Way festigt die Sängerin ihren Status. Die Platte mischt eigene Interpretationen zeitgenössischer Hits mit neuen Originalen.
Amazing Grace (1972): Das Live-Gospel-Album, aufgenommen in der New Temple Missionary Baptist Church in Los Angeles, zeigt die Sängerin in ihrem kirchlichen Element. Begleitet von Chor und Band, führt sie traditionelle Gospels und eigene Songs in einer spirituellen Intensität auf, die viele Kritiker als Gipfel ihres künstlerischen Schaffens betrachten.
Spätere Werke wie Sparkle (Soundtrack zum gleichnamigen Film), Who Zoomin' Who aus den 1980ern mit dem Hit Freeway of Love oder das Album A Rose Is Still a Rose aus den 1990ern, produziert unter anderem von Lauryn Hill, zeigen, wie flexibel die Künstlerin stilistische Trends aufgreifen konnte, ohne ihre Identität zu verlieren. In diesen Jahren arbeitete sie mit Produzenten zusammen, die aus der zeitgenössischen R&B- und Popwelt kamen, und öffnete sich moderneren Sounds.
Charakteristisch für ihr Songrepertoire ist die Mischung aus Eigenmaterial und Coverversionen. Aretha Franklin war eine Meisterin darin, fremde Songs so zu interpretieren, dass sie wie persönliche Statements wirkten. Ihre Version von Simon-&-Garfunkel-Klassiker Bridge over Troubled Water oder die Bearbeitung von The Band-Song The Weight sind Beispiele dafür, wie sie mit Phrasierung, Harmoniewechseln und emotionaler Intensität neue Lesarten etablierte.
Inhaltlich kreisen ihre Songs um Liebe, Verletzlichkeit, Selbstbehauptung und spirituelle Suche. Anders als viele Rock-Acts ihrer Zeit arbeitete sie nur selten mit explizit politischen Texten, vielmehr sind es die Kontexte, in denen die Songs gesungen wurden, und die Art ihrer Darbietung, die ihnen eine politische Dimension verleihen. Das gilt insbesondere für Auftritte bei Bürgerrechtsveranstaltungen oder bei der Beerdigung von Martin Luther King Jr., bei der sie sang.
Live galt Aretha Franklin über Jahrzehnte als kompromisslose Künstlerin, die Erwartungen nicht immer bediente, aber im besten Fall einen fast religiösen Intensitätsgrad erreichte. Konzerte in europäischen Metropolen, auch in Deutschland, wurden von Medien wie der FAZ oder Deutschlandfunk Kultur immer wieder als Ereignisse beschrieben, bei denen die Grenze zwischen Bühne und Publikum zu verschwimmen schien. Auch wenn nicht jede Tour perfekt organisiert war, blieb der Eindruck einer Sängerin, die im Moment lebt und ihre Songs jedes Mal neu formt.
Kulturelle Wirkung und Vermächtnis
Die kulturelle Wirkung von Aretha Franklin reicht weit über die Verkaufszahlen ihrer Platten hinaus. Sie ist eine Ikone der afroamerikanischen Kultur, ein Symbol für weibliche Selbstbestimmung und eine Schlüsselfigur in der globalen Popgeschichte. Der Titel Queen of Soul, den Medien ihr bereits in den späten 1960ern verliehen, hat sich als feste Größe etabliert. In Lexika, Musikgeschichtsbüchern und Dokumentationen steht ihr Name stellvertretend für eine ganze Ära.
Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die institutionelle Anerkennung. Aretha Franklin gewann im Laufe ihrer Karriere mehr als ein Dutzend Grammy Awards, darunter Auszeichnungen in den Kategorien Best Female R&B Vocal Performance und Best Soul Gospel Performance. Die Recording Academy ehrte sie zudem mit Sonderpreisen für ihr Lebenswerk. 1987 wurde sie als erste Frau überhaupt in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen, ein Schritt, den viele Beobachter damals als überfällig beschrieben.
Zertifizierungsorganisationen wie die RIAA in den USA vergaben für zahlreiche Singles und Alben der Künstlerin Gold- und Platin-Auszeichnungen. In Großbritannien zeichnete die BPI wichtige Veröffentlichungen aus, während in Deutschland die BVMI für Kompilationen und Reissues teils Goldstatus vermeldete. Genaue Zahlen variieren je nach Markt und Quelle, doch die Tendenz ist klar: Der Katalog der Sängerin gehört zu den kommerziell und kulturell wertstabilsten im Soul- und R&B-Segment.
Auf künstlerischer Ebene ist der Einfluss von Aretha Franklin in unzähligen Stimmen nachhörbar. Sängerinnen wie Whitney Houston, Mariah Carey, Beyoncé, Mary J. Blige oder Adele haben sich ausdrücklich auf die Queen of Soul als Referenz berufen. In Deutschland verweisen Künstlerinnen aus Soul, Pop und Jazz immer wieder auf sie, etwa in Interviews mit Magazinen wie Jazz thing oder Rolling Stone Deutschland. Die Art, wie Franklin Vibrato einsetzt, wie sie Phrasen dehnt und unerwartete Tonhöhen ansteuert, hat das Vokabular des modernen Gesangs geprägt.
Kulturelle Schlüsselmomente verstärken dieses Vermächtnis. Legendär ist ihr Auftritt bei der Amtseinführung von Barack Obama im Januar 2009, bei dem sie die US-Nationalhymne sang und mit einem markanten Hut zum Meme und Symbol zugleich wurde. Auch TV-Auftritte bei Preisverleihungen, etwa als sie 1998 bei den Grammys kurzfristig für den erkrankten Luciano Pavarotti einsprang und Nessun Dorma sang, sind in das kollektive Gedächtnis eingegangen. Diese Momente illustrieren, wie selbstverständlich sie sich zwischen Pop, Soul und klassischem Repertoire bewegte.
In der akademischen Auseinandersetzung dient Aretha Franklin zudem als Referenzfall für die Verbindung von populärer Musik, Geschlecht und Race. Kulturwissenschaftliche Studien untersuchen ihre Karriere unter dem Aspekt der Agency, also der Handlungsmacht einer schwarzen Künstlerin in einem von männlichen und weißen Strukturen dominierten Musikgeschäft. Die Art, wie sie über Vertragsfragen verhandelte, Kontrollrechte über ihre Aufnahmen einforderte oder sich gegen problematische Berichterstattung wehrte, wird dabei als Vorbild für spätere Generationen interpretiert.
Die Film- und Serienwelt hat in den vergangenen Jahren ebenfalls erheblich dazu beigetragen, die Geschichte der Sängerin neu zu erzählen. Neben der bereits erwähnten Kinobiografie Respect gibt es Dokumentationen wie Amazing Grace, die lange als verschollen galten, bevor sie restauriert und veröffentlicht werden konnten. Medien wie die New York Times und die Süddeutsche Zeitung hoben hervor, dass diese Filme einen unmittelbaren Zugang zur Bühnenpräsenz der Künstlerin bieten, der über klassische Studioaufnahmen hinausgeht.
Auch im digitalen Zeitalter bleibt das Vermächtnis der Sängerin lebendig. Auf Plattformen wie YouTube werden historische Live-Auftritte millionenfach aufgerufen. Memes, TikTok-Clips und Instagram-Reels nutzen Ausschnitte aus Songs wie Respect oder Think, um Botschaften von Selbstachtung und Empowerment zu transportieren. Damit erreicht Aretha Franklin ein Publikum, das zur Zeit ihrer größten Charterfolge noch gar nicht geboren war.
Häufige Fragen zu Aretha Franklin
Wer war Aretha Franklin und warum wird sie Queen of Soul genannt?
Aretha Franklin war eine US-amerikanische Sängerin, Pianistin und Songwriterin, die 1942 in Memphis geboren wurde und als eine der wichtigsten Stimmen der Pop- und Soulgeschichte gilt. Den Titel Queen of Soul erhielt sie, weil ihre Mischung aus Gospel, Rhythm and Blues und Pop in den 1960er- und 1970er-Jahren stilbildend war und weil sie mit Songs wie Respect oder Chain of Fools eine emotionale Intensität erreichte, die bis heute als Referenz gilt.
Welche Songs von Aretha Franklin gelten als besonders wichtig?
Zu den Schlüsselsongs von Aretha Franklin gehören Respect, (You Make Me Feel) Like a Natural Woman, Chain of Fools, Think und I Say a Little Prayer. Diese Titel wurden in zahlreichen Bestenlisten von Magazinen wie Rolling Stone, NME oder Musikexpress als wegweisend für Soul und Pop eingeordnet. Darüber hinaus spielen Live-Aufnahmen wie ihre Version von Amazing Grace eine zentrale Rolle für ihr künstlerisches Profil.
Welche Alben von Aretha Franklin sollte man gehört haben?
Wer einen Einstieg in das Werk der Künstlerin sucht, kommt an Alben wie I Never Loved a Man the Way I Love You, Lady Soul und Amazing Grace kaum vorbei. Diese Veröffentlichungen zeigen unterschiedliche Facetten ihres Schaffens, von der radikal groovenden Studioarbeit über hymnische Soul-Balladen bis hin zur spirituellen Intensität eines Gospel-Gottesdienstes. Ergänzend bieten Best-of-Kompilationen einen Überblick über Hits aus mehreren Jahrzehnten.
Welche Rolle spielte Aretha Franklin für Bürgerrechtsbewegung und Feminismus?
Aretha Franklin war eng mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den USA verbunden und unterstützte diese mit Benefizkonzerten und öffentlichen Auftritten. Songs wie Respect wurden von Aktivistinnen und Aktivisten als Hymnen für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung genutzt. Für feministische Debatten war ihre Darstellung starker, eigenständiger Frauenfiguren in den Songtexten ebenso wichtig wie ihre Präsenz als erfolgreiche schwarze Künstlerin in einem von Männern dominierten Geschäft.
Wie wird Aretha Franklin heute geehrt?
Heute wird Aretha Franklin durch Tribute-Konzerte, Neuauflagen ihrer Alben, Film- und Dokumentarprojekte sowie durch die beständige Präsenz ihrer Songs in Streaming-Playlists geehrt. Institutionen wie die Rock & Roll Hall of Fame, die Grammy-Organisation und internationale Kulturmagazine widmen ihr regelmäßig Sonderformate und Rückblicke. In vielen Städten in den USA tragen Straßen, Plätze oder Schulen ihren Namen, was ihren Status als kulturelle Leitfigur unterstreicht.
Aretha Franklin in den sozialen Netzwerken und im Streaming
Auch wenn Aretha Franklin zu Lebzeiten nicht im Zeitalter von TikTok, Instagram und Streamingdiensten sozialisiert wurde, ist ihre Musik heute auf sämtlichen digitalen Plattformen präsent. Kuratierte Playlists, Archivkanäle und Fan-Accounts sorgen dafür, dass historische Konzertmitschnitte, TV-Auftritte und Interviews jederzeit abrufbar sind. Für viele jüngere Hörerinnen und Hörer beginnt der Zugang zur Queen of Soul mit einem Algorithmus-Vorschlag in einer Streaming-App oder einem viralen Clip in den sozialen Medien.
Aretha Franklin – Stimmungen, Reaktionen und Trends in den sozialen Netzwerken:
Mehr Berichterstattung bei AD HOC NEWS und in anderen Medien
Wer tiefer in das Leben und Werk von Aretha Franklin einsteigen möchte, findet im Netz eine Vielzahl von Ressourcen, von ausführlichen Biografien über Podcast-Serien bis zu historischen Konzertmitschnitten. Offizielle Seiten, große Musikmagazine und Kulturressorts renommierter Zeitungen bieten vertiefende Analysen, Interviews und Hintergrundberichte, die das in diesem Artikel skizzierte Bild weiter ausdifferenzieren.
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