Federation Square Melbourne, Melbourne

Federation Square Melbourne: urbanes Wohnzimmer mit Kanten

17.06.2026 - 14:21:22 | ad-hoc-news.de

Zwischen Kathedrale und Yarra River inszeniert der Federation Square Melbourne ein radikales Kultur- und Architekturstatement. Warum dieser Platz in Australien für Reisende aus Deutschland viel mehr ist als nur ein Treffpunkt.

Federation Square Melbourne, Melbourne, Reise
Federation Square Melbourne, Melbourne, Reise

Wer in Melbourne aus der Straßenbahn steigt und plötzlich auf ein kantiges Mosaik aus Sandstein, Glas und Metall blickt, steht mitten in einem der umstrittensten und zugleich beliebtesten Orte Australiens: dem Federation Square Melbourne (auf Deutsch sinngemäß „Platz der Föderation“), lokal schlicht Federation Square genannt. Direkt gegenüber des viktorianischen Flinders Street Station-Gebäudes und nur wenige Schritte vom Yarra River entfernt, hat sich dieser Platz in knapp zwei Jahrzehnten vom Architektur-Skandal zum urbanen Wohnzimmer der Stadt entwickelt.

Federation Square Melbourne: Das ikonische Wahrzeichen von Melbourne

Der Federation Square Melbourne liegt im Herzen von Melbourne, an der Kreuzung von Flinders Street und Swanston Street, und wird oft als modernes Gegenstück zur historischen Flinders Street Station und zur gotischen St Paul’s Cathedral beschrieben. Hier prallen viktorianische Pracht, sakrale Architektur und zeitgenössisches Design aufeinander. Die großen Freiflächen des Platzes sind mit warmen Sandsteinplatten belegt, die leicht an einen mediterranen Stadtplatz erinnern, während die Gebäudefassaden mit einem geometrischen Muster aus Metall, Glas und Stein spielen.

Das Ensemble beherbergt heute einige der wichtigsten Kulturinstitutionen Victorias, darunter das Ian Potter Centre: NGV Australia (Teil der National Gallery of Victoria, mit Fokus auf australische Kunst) sowie das Australian Centre for the Moving Image (ACMI), das sich mit Film, Fernsehen, Games und digitaler Kultur beschäftigt. Die offizielle Verwaltung des Platzes stellt Federation Square bewusst als „Cultural and Civic Precinct“ vor – als kulturelles und bürgerliches Zentrum, in dem sich Stadtgesellschaft, Touristen und Kunst auf Augenhöhe begegnen.

Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist Federation Square ein idealer Einstieg in Melbourne: Der Platz bündelt Architektur, Kunst, Gastronomie und öffentliches Leben in unmittelbarer Nähe zu wichtigen Verkehrsachsen. Ähnlich wie der Potsdamer Platz in Berlin oder der MuseumsQuartier-Komplex in Wien markiert der Square einen Wendepunkt in der Stadtentwicklung – nur mit deutlich radikaleren, postmodernen Formen.

Geschichte und Bedeutung von Federation Square

Die Geschichte von Federation Square beginnt im späten 20. Jahrhundert mit der Idee, ein bislang zerschnittenes Areal zwischen Bahnlinien, Flinders Street und dem Yarra River in ein neues öffentliches Zentrum zu verwandeln. Der Name „Federation“ erinnert an die Gründung des Australischen Bundes (Commonwealth of Australia) im Jahr 1901, als sich die bisherigen britischen Kolonien zu einem föderalen Nationalstaat zusammenschlossen. Der Platz wurde als Symbol dieses föderalen Gedankens und der modernen australischen Identität konzipiert.

In den 1990er-Jahren schrieb der Bundesstaat Victoria einen internationalen Architekturwettbewerb aus. Gewonnen haben ein Team aus australischen und britischen Architekten: das in Melbourne ansässige Büro Lab Architecture Studio zusammen mit dem in London ansässigen Büro Bates Smart. Die Jury suchte ausdrücklich nach einem Entwurf, der keine klassische Platzarchitektur im europäischen Sinn reproduziert, sondern ein zeitgenössisches, offenes Kulturcluster schafft.

Der Bau von Federation Square begann Ende der 1990er-Jahre. Die Fertigstellung zog sich bis Anfang der 2000er-Jahre hin, gleichzeitig stiegen die Kosten deutlich an. Offizielle Angaben sprechen von einer erheblichen Überschreitung der ursprünglich veranschlagten Budgetsumme, was in der lokalen Presse teils heftig kritisiert wurde. Dennoch blieb das Projekt politisch gewollt, da Melbourne seine Position als Kulturmetropole im asiatisch-pazifischen Raum stärken wollte.

Der Platz wurde 2002 offiziell eröffnet und spielte kurz darauf eine prominente Rolle bei nationalen Ereignissen. Er diente als Bühne für öffentliche Live-Übertragungen von Sportereignissen, wie den Australian Open oder Cricket-Turnieren, und wurde schnell zum bevorzugten Ort für Public Viewing. Auch nationale Gedenkveranstaltungen, Konzerte und Festivals nutzten die Bühnen und Großbildschirme von Federation Square. Diese Funktion als kollektives Wohnzimmer erinnert aus deutscher Perspektive an große Fanmeilen oder Public-Viewing-Plätze bei Fußballweltmeisterschaften.

In den ersten Jahren nach der Eröffnung war der Platz umstritten. Viele Einwohner Melbournes empfanden den architektonischen Stil als „un-australisch“ oder zu kantig und chaotisch. Dennoch wuchs mit der Zeit die Akzeptanz. Heute wird Federation Square in offiziellen Tourismusmaterialien als ein Kernbestandteil der Stadtidentität präsentiert. Die Tourismusbehörde von Victoria hebt hervor, dass der Square jährlich Millionen von Besuchern anzieht und als zentrale Drehscheibe für kulturelle Veranstaltungen dient.

Ein weiterer Aspekt seiner Bedeutung ist die Rolle als Schnittstelle zwischen Stadt und Flussufer. Über Treppen und Durchgänge ist der Federation Square mit den Uferpromenaden am Yarra River und den Birrarung Marr Parkanlagen verbunden. Damit bildet er ein Bindeglied zwischen dicht bebautem Central Business District und den Erholungsflächen am Wasser – ein wichtiges Thema in der Stadtplanung international.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist Federation Square ein Beispiel für eine stark geometrische, teilweise deconstructivistische Sprache. Die Architekturbüros Lab Architecture Studio und Bates Smart schufen ein Ensemble aus Gebäuden, das sich nicht durch glatte Fassaden, sondern durch ein scheinbar zerlegtes, kristallines Gefüge auszeichnet. Die Gebäudefronten sind mit einem sogenannten „Zink-Triangulated-Facade“-System verkleidet: ein Muster aus dreieckigen Paneelen aus Metall, Glas und Stein, das dem Platz seine markante Erscheinung verleiht.

Die Farbpalette reicht von hellen Sandstein- und Ockertönen bis zu kühlem Grau und Silber. Die verwendeten Sandsteinplatten stammen aus dem australischen Bundesstaat Victoria, was eine regionale Verankerung der Materialität schafft. Durch die gebrochenen Kanten, verwinkelten Treppen und ineinander verschobenen Ebenen entsteht eine räumliche Komplexität, die sich beim Begehen immer wieder neu erschließt. Für Besucher wirkt der Platz je nach Standpunkt und Lichtstimmung anders – ein Effekt, der bei Fotografinnen und Fotografen sehr beliebt ist.

Innen beherbergen die Gebäude eine Mischung aus Museen, Galerien, Veranstaltungsräumen, Studios, Büros und Gastronomiebetrieben. Zu den wichtigsten Einrichtungen zählen:

  • Ian Potter Centre: NGV Australia – ein Teil der National Gallery of Victoria, der sich ausschließlich auf australische Kunst konzentriert, von der Kolonialzeit über indigene Kunst bis hin zur zeitgenössischen Szene.
  • ACMI – Australian Centre for the Moving Image – ein Museum und Medienzentrum, das sich Film, Fernsehen, Videospielen und digitaler Kunst widmet und regelmäßig interaktive Ausstellungen und Festivals veranstaltet.
  • Mehrzweckhallen und Eventflächen, auf denen Konzerte, Talks, Festivals und kulturelle Programme von Kleinveranstaltungen bis hin zu Großevents stattfinden.

Die National Gallery of Victoria beschreibt das Ian Potter Centre als weltweit erste große öffentliche Galerie, die ausschließlich der australischen Kunst gewidmet ist. Das unterstreicht die ambitionierte kulturelle Rolle des Areals: Federation Square ist nicht nur ein architektonisches Statement, sondern auch ein kuratierter Raum für nationale Kunstproduktion und -reflexion.

Der Platz selbst bildet durch seine Treppenanlagen, Podeste und offenen Flächen eine Art Amphitheater. Im Zentrum befindet sich eine große, nach unten geneigte Fläche, die sich ideal für Freiluftveranstaltungen eignet. Bei großem Publikumsandrang füllen sich die Stufen mit Menschen, die die riesigen LED-Bildschirme nutzen, um Sportereignisse oder Konzerte zu verfolgen. In den Abendstunden erzeugen Lichtinstallationen und Projektionen auf den Fassaden eine besondere Atmosphäre.

Künstlerisch ist Federation Square außerdem durch wechselnde Installationen und temporäre Kunstprojekte geprägt. Immer wieder nutzen lokale und internationale Künstlerinnen und Künstler den Platz als Bühne, um mit großformatigen Skulpturen, Projektionen oder Performances zu experimentieren. So wird die Architektur nicht nur Kulisse, sondern aktiver Teil der Kunst.

Städteplaner und Architekturkritiker betonen häufig die Rolle von Federation Square als „nicht-hierarchischer Raum“. Im Gegensatz zu traditionellen Plätzen, die oft durch ein zentrales Monument oder eine dominante Fassade strukturiert werden, ist hier die Vielfalt der Blickrichtungen und Bewegungswege das prägende Element. Das spiegelt den pluralistischen Anspruch einer modernen, multikulturellen Stadtgesellschaft wider und macht den Platz besonders anschlussfähig für Besucher aus verschiedenen Kulturen – auch aus Deutschland.

Federation Square Melbourne besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise in Melbourne: Federation Square liegt direkt gegenüber der ikonischen Flinders Street Station im Zentrum von Melbourne. Vom Stadtzentrum aus ist der Platz bequem zu Fuß erreichbar; zahlreiche Tramlinien halten in unmittelbarer Nähe. Für Reisende, die aus den Vororten oder vom Flughafen kommen, bietet sich die Anreise mit Bahn oder Bus zum Hauptbahnhof und ein kurzer Fußweg an.
  • Anreise aus Deutschland: Von Deutschland aus gibt es in der Regel keine durchgehenden Nonstop-Flüge nach Melbourne, aber zahlreiche Umsteigeverbindungen über internationale Drehkreuze wie Singapur, Doha, Dubai, Abu Dhabi oder Hongkong. Ab Frankfurt am Main, München, Berlin oder Düsseldorf ist mit einer Reisezeit von in der Regel 20 bis 24 Stunden zu rechnen, je nach Verbindung und Aufenthaltsdauer beim Umstieg. Nach Ankunft am Flughafen Melbourne Tullamarine führt ein Shuttlebus oder eine Kombination aus Bus und Bahn in das Stadtzentrum, von wo aus der Platz in wenigen Minuten erreichbar ist.
  • Öffnungszeiten: Der eigentliche Platz von Federation Square ist öffentlich zugänglich und in der Regel rund um die Uhr frei begehbar. Die Museen, Galerien, Cafés und Restaurants im Ensemble haben individuelle Öffnungszeiten, die sich saisonal und je nach Veranstaltung ändern können. Für konkrete Besuchszeiten empfiehlt sich ein Blick auf die offiziellen Informationsseiten von Federation Square, des Ian Potter Centre: NGV Australia sowie von ACMI. Öffnungszeiten können variieren – vor einem Besuch sollten aktuelle Angaben direkt bei Federation Square Melbourne und den jeweiligen Einrichtungen geprüft werden.
  • Eintritt: Der Zugang zum Platz selbst ist kostenfrei. In vielen Ausstellungen des Ian Potter Centre: NGV Australia ist der Eintritt ebenfalls kostenfrei, während für Sonderausstellungen Eintrittspreise erhoben werden können. Auch im ACMI sind Teile des Angebots kostenlos, andere Programmteile wie Sonderausstellungen oder Veranstaltungen können kostenpflichtig sein. Die Preise variieren, daher sollte man sich vorab online informieren. Für eine grobe Orientierung ist bei größeren Sonderausstellungen mit Eintrittspreisen im Bereich einiger Euro (umgerechnet aus Australischen Dollar) zu rechnen; konkrete Beträge unterliegen Wechselkursen und können sich ändern.
  • Währung und Zahlung: In Australien wird mit Australischen Dollar (AUD) bezahlt. Für Reisende aus Deutschland ist Kartenzahlung weit verbreitet und oft die bequemste Option; gängige Kreditkarten werden in der Regel akzeptiert, ebenso kontaktlose Zahlungen per Smartphone. Bargeld wird weiterhin genutzt, aber viele Cafés und Restaurants in innerstädtischen Lagen sind auf Kartenzahlung ausgerichtet. Für die Umrechnung lohnt sich ein aktueller Blick auf Wechselkurse; Preise können zur Orientierung in Euro angegeben werden, werden aber vor Ort in Dollar abgerechnet.
  • Trinkgeldkultur: Trinkgeld hat in Australien nicht dieselbe Verbindlichkeit wie in vielen europäischen Ländern. In Cafés und Bars ist ein Trinkgeld nicht zwingend, wird aber bei gutem Service geschätzt – oft in Form von aufgerundeten Beträgen oder einem kleinen Extra von etwa 5 bis 10 Prozent. In Restaurants mit Bedienung sind 10 Prozent bei sehr gutem Service üblich, jedoch nicht verpflichtend. Ein „Service Charge“ ist meist nicht automatisch inkludiert; entsprechende Hinweise finden sich auf der Rechnung. Auf dem Federation Square selbst findet man typischerweise eine Mischung aus ungezwungener, international geprägter Gastronomie mit flexibler Handhabung von Trinkgeld.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung: Melbourne liegt in der Zeitzone Australian Eastern Standard Time (AEST) beziehungsweise in der Sommerzeit in Australian Eastern Daylight Time (AEDT). Im Vergleich zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beträgt die Zeitverschiebung in der Regel zwischen +8 und +10 Stunden, abhängig davon, ob in Europa bzw. in Australien gerade Sommerzeit gilt. Reisende aus Deutschland sollten bei der Planung ihres Besuchs und bei der Kommunikation mit Zuhause die deutliche Zeitdifferenz berücksichtigen.
  • Klima und beste Reisezeit: Melbourne hat ein gemäßigtes Klima mit warmen bis heißen Sommern und milden bis kühlen Wintern. Die oft zitierte Redewendung „four seasons in one day“ spielt auf das wechselhafte Wetter an: Es kann innerhalb eines Tages stark schwanken. Für einen Besuch von Federation Square gelten Frühling (September bis November) und Herbst (März bis Mai) als besonders angenehm, mit moderaten Temperaturen und vielen Veranstaltungen im Freien. Im Sommer können die Temperaturen deutlich über 30 °C steigen, was den Platz bei direkter Sonneneinstrahlung sehr warm werden lässt, während der Winter kühl und teilweise regenreich sein kann.
  • Sprache: Offizielle Sprache ist Englisch. In Melbourne, einer multikulturellen Metropole, werden zahlreiche andere Sprachen gesprochen, darunter auch Deutsch, allerdings deutlich weniger verbreitet als Englisch oder Sprachen aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Für Reisende aus Deutschland sind Englischkenntnisse hilfreich, um sich in Museen, in der Gastronomie und im öffentlichen Verkehrssystem zurechtzufinden. Beschilderung, Museumsinformationen und Programme am Federation Square sind überwiegend auf Englisch.
  • Einreise und Visum: Für deutsche Staatsbürger gelten für Australien spezifische Einreise- und Visabestimmungen, die sich ändern können. Vor Reiseantritt sollten Reisende die aktuellen Hinweise und Anforderungen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie bei den australischen Behörden prüfen. In der Regel ist für touristische Aufenthalte ein elektronisches Visum oder eine Einreisegenehmigung erforderlich. Darüber hinaus wird dringend empfohlen, vor der Reise den Status zu Einfuhrbestimmungen, Gesundheitsanforderungen und Sicherheitslage zu prüfen.
  • Gesundheit und Versicherung: Australien verfügt über ein gut ausgebautes Gesundheitssystem, allerdings ist die medizinische Versorgung für nicht-ansässige Besucher nicht automatisch kostenlos. Für Reisende aus Deutschland wird daher empfohlen, eine Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Deckung abzuschließen, die auch Australien einschließt. Spezifische Impfungen sind für einen Besuch Melbournes bei sonst gesunden Reisenden meist nicht vorgeschrieben; trotzdem sollten Standardimpfungen überprüft werden. Konkrete medizinische Ratschläge gehören in die Zuständigkeit ärztlicher Fachstellen und offizieller Gesundheitsbehörden.
  • Sicherheit: Melbourne gilt im internationalen Vergleich als relativ sichere Großstadt. Wie in allen Metropolen sollten Reisende jedoch übliche Vorsichtsmaßnahmen beachten, insbesondere in Menschenmengen, bei Großveranstaltungen und nachts. Federation Square ist stark frequentiert, was ein Gefühl von öffentlicher Präsenz schafft, gleichzeitig sollten Wertsachen im Blick behalten werden.
  • Fotografieren und Verhalten: Fotografieren ist auf dem offenen Platz in der Regel problemlos möglich und ausdrücklich erwünscht – die Architektur lädt dazu ein. Innerhalb von Museumsräumen und Ausstellungen können jedoch Einschränkungen gelten, etwa Fotografierverbote für bestimmte Werke oder Bereiche. Es empfiehlt sich, Beschilderungen zu beachten oder im Zweifel beim Personal nachzufragen. Grundsätzlich wird ein respektvolles Verhalten erwartet, insbesondere bei kulturellen Veranstaltungen und bei Darstellungen, die mit der Geschichte australischer Ureinwohner (First Nations) verbunden sind.

Warum Federation Square auf jede Melbourne-Reise gehört

Federation Square ist mehr als eine Sehenswürdigkeit auf einer Liste. Der Platz bündelt in komprimierter Form viele Aspekte, die Melbourne ausmachen: die Mischung aus historischer und moderner Architektur, die starke Kulturorientierung, die Begeisterung für Veranstaltungen im öffentlichen Raum und die Offenheit gegenüber internationalen Einflüssen. Wer sich hier für eine Weile auf die Stufen setzt, erlebt, wie sich Büroangestellte in der Mittagspause, Studierende, Familien, Straßenkünstler und Touristen mischen.

Für kunstinteressierte Reisende aus Deutschland bietet der Square einen direkten Zugang zu australischer Kunst und Medienkultur – vom Ian Potter Centre: NGV Australia mit seinen Sammlungen indigener und zeitgenössischer Kunst bis zu den experimentellen Ausstellungen im ACMI. Diese Einrichtungen erlauben Einblicke in Themen wie koloniale Geschichte, Identitätsdiskurse oder die Rolle der Film- und Gamesindustrie in Australien, ohne dass man die Stadt verlassen muss.

Gleichzeitig ist Federation Square ein idealer Ausgangspunkt, um die Umgebung zu erkunden. In unmittelbarer Nähe liegen die Uferpromenaden am Yarra River mit Restaurants und Bars, die historische St Paul’s Cathedral, die Flinders Street Station als fotografisches Wahrzeichen sowie die kleinen Gassen (Laneways) des Central Business District mit Street-Art, Cafés und Boutiquen. Wer den Fluss entlang spaziert, erreicht die Sportarenen von Melbourne – inklusive des berühmten Melbourne Cricket Ground – und weitere Parkanlagen.

Reiseführer wie Marco Polo und Verlage mit Australien-Schwerpunkt heben Federation Square regelmäßig als Pflichtstopp für Erstbesucher hervor. Für deutschsprachige Reisende ist der Platz außerdem ein geeigneter Ort, um ein Gefühl für die Lebensart der Stadt zu bekommen: weniger formell als in vielen europäischen Hauptstädten, oft draußen, häufig von Kultur begleitet – und mit einer bemerkenswert entspannten Haltung selbst bei großen Menschenansammlungen.

Einen besonderen Reiz entfaltet Federation Square bei Abendveranstaltungen. Wenn die Sonne über dem Central Business District untergeht, reflektieren die Glas- und Metallflächen das Licht, und die große Freifläche wird zur Bühne für Konzerte, Filmnächte oder Lichtinstallationen. An manchen Tagen wirkt der Platz eher wie ein Festivalgelände als wie ein klassischer Stadtplatz. Wer sich darauf einlässt, erhält eine sehr unmittelbare, sinnliche Erfahrung vom zeitgenössischen Australien – fernab von Kängurus und Küstenklischees.

Auch wer nur auf der Durchreise ist, kann Federation Square in einen Kurzaufenthalt integrieren: Ein Kaffee auf der Terrasse, ein schneller Rundgang durch eine der Galerien, ein Blick auf den Yarra River – und schon vermittelt sich ein Eindruck von Melbournes kreativer Seite. Für längere Aufenthalte lässt sich ein Besuch gut mit einem Rundgang durch die benachbarten Viertel, einen Abstecher in die berühmten Coffee-Shops der Stadt oder eine Fahrt mit der historischen City Circle Tram kombinieren.

Federation Square Melbourne in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien gehört Federation Square zu den meistfotografierten urbanen Motiven Melbournes. Vor allem die kontrastreiche Architektur und die dichte Atmosphäre bei Großveranstaltungen sorgen für bildstarke Inhalte, die internationale Aufmerksamkeit auf den Platz lenken. Viele Reisende nutzen Hashtags und Geotags, um ihre Eindrücke zu teilen und damit andere Melbourne-Besucher zu inspirieren.

Häufige Fragen zu Federation Square Melbourne

Wo liegt der Federation Square Melbourne genau?

Federation Square liegt im Zentrum von Melbourne im Bundesstaat Victoria, direkt an der Kreuzung von Flinders Street und Swanston Street. Er befindet sich gegenüber der historischen Flinders Street Station und in unmittelbarer Nähe zur St Paul’s Cathedral und zum Yarra River. Die Lage macht ihn zu einem leicht erreichbaren Ausgangspunkt für Stadterkundungen.

Wann wurde der Federation Square eröffnet und warum heißt er so?

Der Platz wurde Anfang der 2000er-Jahre nach mehreren Jahren Bauzeit offiziell eröffnet. Der Name „Federation Square“ erinnert an die Gründung des australischen Bundes im Jahr 1901, bei der sich die zuvor getrennten Kolonien zum Commonwealth of Australia zusammenschlossen. Der Platz soll als Symbol der modernen föderalen Nation dienen.

Was gibt es am Federation Square für Besucher aus Deutschland zu sehen?

Besucher aus Deutschland finden am Federation Square eine Mischung aus moderner Architektur, Kunst und urbanem Leben. Zu den wichtigsten Einrichtungen gehören das Ian Potter Centre: NGV Australia mit australischer Kunst, das Medienmuseum ACMI, regelmäßig stattfindende Veranstaltungen und große LED-Bildschirme für Public Viewing. Zudem laden Cafés, Restaurants und die Nähe zum Yarra River zum Verweilen ein.

Kostet der Besuch des Federation Square Eintritt?

Der Zugang zum Platz selbst ist kostenfrei. Viele Bereiche der Museen und Kulturinstitutionen im Federation Square sind ebenfalls kostenlos, vor allem Dauerausstellungen. Für Sonderausstellungen, spezielle Programme oder Veranstaltungen können Eintrittsgebühren anfallen. Konkrete Preise hängen von der jeweiligen Veranstaltung ab und sollten vorab auf den offiziellen Informationsseiten geprüft werden.

Wann ist die beste Reisezeit, um Federation Square zu besuchen?

Der Federation Square kann das ganze Jahr über besucht werden. Als besonders angenehm gelten die Frühlingsmonate (September bis November) und der Herbst (März bis Mai), wenn die Temperaturen mild sind und viele Veranstaltungen im Freien stattfinden. Im Sommer kann es sehr heiß werden, während der Winter kühler und gelegentlich regenreich ist. Unabhängig von der Jahreszeit lohnt sich ein Besuch am Abend, wenn der Platz beleuchtet ist und Veranstaltungen oder Projektionen stattfinden.

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