Bayern, Deutschland

Ausnahmezustand in München: Was wir wissen und was nicht

01.10.2025 - 18:31:23 | dpa.de

Zwei Tote, Sprengfallen in einem brennenden Haus und eine Drohung gegen das größte Volksfest der Welt: Was bisher über die Ereignisse in München bekannt ist.

  • Mehrere Wagen gingen in Flammen auf. - Foto: Roland Freund/dpa
    Mehrere Wagen gingen in Flammen auf. - Foto: Roland Freund/dpa
  • Die Wiesn war stundenlang gesperrt. - Foto: Christof Rührmair/dpa
    Die Wiesn war stundenlang gesperrt. - Foto: Christof Rührmair/dpa
  • Die Ermittler sehen das Motiv des Täters bisher im familiären Bereich.  - Foto: Regina Wank/dpa
    Die Ermittler sehen das Motiv des Täters bisher im familiären Bereich. - Foto: Regina Wank/dpa
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Ein abgebranntes Haus mit Sprengfallen, zwei Tote, zwei Verletzte und eine Sprengstoffdrohung gegen die Wiesn: Rund um die Geschehnisse in München sind noch Fragen offen. Ein Überblick.

Was wir wissen:

  • Der Brand: Am Morgen gibt es in einem Wohnhaus im Münchner Stadtteil Lerchenau Explosionen und ein Feuer. In dem Haus werden Sprengvorrichtungen gefunden, vor Ort steht außerdem ein völlig ausgebrannter Transporter, bei weiteren ausgebrannten Autos in der Nähe wird ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Worum es sich dabei handelt, sagt die Polizei zunächst nicht.
  • Die Opfer: Zwei Frauen, eine 21-Jährige und eine 81-Jährige, werden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Nach Polizeiangaben befindet sich zudem eine tote Person im betroffenen Wohngebäude - allerdings ist es zunächst zu gefährlich, sie zu bergen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich dabei um den 90 Jahre alten Hausbesitzer und Vater des mutmaßlichen Täters handelt.
  • Der mutmaßliche Täter: Tatverdächtig ist ein 57 Jahre alter Deutscher mit Wohnsitz in Starnberg. Er ist nach Polizeiangaben bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten - er sei «bislang ein unbeschriebenes Blatt», auch im Bereich des Staatsschutzes, heißt es. Der Mann wird morgens schwerverletzt am Lerchenauer See gefunden, der in der Nähe des brennenden Hauses ist. Später stirbt er. Die Polizei geht davon aus, dass er Suizid beging. Er hat einen Rucksack mit einer Sprengvorrichtung bei sich. An seiner Meldeadresse gibt es im Laufe des Vormittags Durchsuchungen. Die 21-jährige Verletzte ist die Tochter des Verdächtigen, die 81-Jährige seine Mutter. 
  • Der Ablauf: Die Behörden gehen davon aus, dass der 57-Jährige das Haus und die Autos wegen eines Familienstreits angezündet und die Sprengfallen deponiert hat. Er hinterlässt einen Brief mit Drohungen gegen das Oktoberfest. Daraufhin wird die Wiesn stundenlang gesperrt.
  • Die Wiesn: Das größte Volksfest bleibt am Mittwoch stundenlang geschlossen. Die Stadt schreibt von einer «unspezifischen Sprengstoffdrohung im Zusammenhang mit der Explosion im Münchner Norden». Das Oktoberfestgelände wird abgesucht, 25 bis 30 Spürhunde sind im Einsatz und mehr als 500 Polizisten. Auch Mitarbeiter müssen die Wiesn verlassen. Am Nachmittag teilt OB Reiter mit: Um 17.30 Uhr macht die Wiesn wieder auf. Als es endlich so weit ist, strömen Tausende Feierwillige auf das Gelände.

Was wir nicht wissen:

  • Die Hintergründe: Die genauen Hintergründe der Tat sowie das Motiv sind zunächst unklar. Die Polizei geht davon aus, dass das Haus «im Rahmen eines Familienstreits» angezündet wurde. Der 57-Jährige hat dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zufolge die Vaterschaft seiner Tochter angezweifelt - und sich deshalb auch an die Behörden gewandt. Ein medizinisches Gutachten habe die Vaterschaft zwar bestätigt, der Mann habe aber argumentiert, dass das Analyse-Institut bestochen worden sei, sagte Herrmann. Das Gutachten sei nach Ansicht des Mannes falsch gewesen. Mit diesem Thema wandte sich der 57-Jährige mit einer Petition an den Bayerischen Landtag und setzte sich auch mit dem Bundesjustizministerium in Verbindung. Der Landtag habe sich 2024 mit der Petition beschäftigt und diese nach Mitteilungen aus zuständigen Staatsministerien für erledigt erklärt, so der Minister. Bis heute habe sich der Mann aber offenbar nicht mit der Situation abfinden wollen. Ein politisches Motiv schließen die Behörden derzeit aus.

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