Frauen, Deutschland

Nancy Faeser: Müssen Opfer häuslicher Gewalt stärken

18.06.2023 - 11:24:46 | dpa.de

Zwei Drittel der Opfer häuslicher Gewalt sind Frauen. Und die Zahlen steigen fast überall. Die Bundesinnenministerin schlägt Alarm.

Eine junge Frau in einem Frauenhaus: Bundesinnenministerin Nancy Faeser appelliert an Opfer häuslicher Gewalt, die Taten anzuzeigen. - Foto: Peter Steffen/dpa
Eine junge Frau in einem Frauenhaus: Bundesinnenministerin Nancy Faeser appelliert an Opfer häuslicher Gewalt, die Taten anzuzeigen. - Foto: Peter Steffen/dpa

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) appelliert an Opfer häuslicher Gewalt, die Taten häufiger anzuzeigen. «Es ist unerträglich, wenn Betroffene von häuslicher Gewalt aus Scham schweigen. Wir müssen sie stärken, die Taten anzuzeigen, damit mehr Täter strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können», sagte Faeser. Gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium und dem Bundeskriminalamt erstellt das Innenministerium derzeit ein bundesweites Lagebild zum Thema häusliche Gewalt, zuerst hatte die «Welt am Sonntag» darüber berichtet.

Nach Recherchen der Zeitung bei den Landeskriminalämtern und Innenministerien der Bundesländer wurden im vergangenen Jahr deutschlandweit 179.179 Opfer häuslicher Gewalt polizeilich registriert. Das entspreche einem Anstieg von 9,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021. Insgesamt hätten 15 Bundesländer deutlich mehr Opfer als noch im Vorjahr gemeldet - nur in Bremen/Bremerhaven sank die Zahl. Zwei Drittel der Betroffenen sind nach Informationen der «WamS» Frauen.

«Es ist ein furchtbarer Gedanke, dass das eigene Zuhause zu einem Ort des Schreckens werden kann. Gewalt in den eigenen vier Wänden betrifft viele Frauen, aber auch Kinder und Pflegebedürftige», sagte Innenministerin Faeser dazu. Es gehe um Schläge und Misshandlungen, aber auch um Stalking und Psychoterror.

«Um gezielt handeln zu können, sind valide und verlässliche Daten unverzichtbar. In diesem Bereich haben wir leider ein sehr großes Dunkelfeld», sagte Faeser weiter. Die Daten sollen daher in das Lagebild einfließen, das am 3. Juli in Berlin vorgestellt werden soll.

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