Zugunglück in Spanien: EUStA prüft Gelder für Strecke
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 13:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen betreffen zwei Unglücke
- Die EUStA ließ in Madrid Unterlagen bei Adif, AESF und dem spanischen Rechnungshof sichten.
- Am 18. Januar starben nahe Adamuz 46 Menschen bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge.
- Das zweite Verfahren bezieht sich auf EU-Gelder für Sicherheits-, Signal- und Kommunikationssysteme.
EUStA prüft EU-Gelder nach Zugunglück bei Urda
Die EU-Staatsanwaltschaft hat neun Tage nach dem Zugunglück in Spanien mit 69 Toten eine Untersuchung wegen möglichen Betrugs mit EU-Mitteln begonnen. In Madrid sichtete die spanische Polizei im Auftrag der Behörde Unterlagen beim Schienenbetreiber Adif, bei der staatlichen Eisenbahnsicherheitsagentur AESF und beim spanischen Rechnungshof.
Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass EU-Gelder für die Instandhaltung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla nicht ordnungsgemäß verwendet worden sein könnten.
Erster Unfall im Januar 2026
Auf der ältesten spanischen Hochgeschwindigkeitsstrecke ereigneten sich in diesem Jahr zwei schwere Zugunglücke. Am 18. Januar starben nahe Adamuz in Andalusien 46 Menschen, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten.
Als wahrscheinlicher Grund gilt der Bruch einer Schiene. Dadurch entgleiste ein Zug und stieß anschließend mit dem entgegenkommenden Zug zusammen.
Zweites Verfahren betrifft Sicherheitstechnik
Nach dem Unfall bei Adamuz eröffnete die EUStA bereits ein erstes Ermittlungsverfahren wegen möglichen Subventionsbetrugs bei der Verwendung von Geldern für die Erneuerung der Gleise.
Am Mittwoch der vergangenen Woche fuhr nahe Urda rund 130 Kilometer südlich von Madrid ein Zug mit hoher Geschwindigkeit auf einen stehenden Zug auf. Dabei starben 69 Menschen.
Ausfall des Zugsicherungssystems im Fokus
Die Ermittlungen zur Ursache konzentrieren sich auf den Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehler bei den Anweisungen aus dem Kontrollzentrum des Netzbetreibers Adif.
Das nun begonnene zweite Ermittlungsverfahren bezieht sich auf EU-Gelder für die Erneuerung und Modernisierung der Sicherheits-, Signal- und Kommunikationssysteme.
Das Verfahren der Europäischen Staatsanwaltschaft erweitert die Aufarbeitung des Zugunglücks von der unmittelbaren Unfallursache auf die Finanzierung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass EU-Mittel für die Instandhaltung und Modernisierung der Strecke Madrid–Sevilla nicht ordnungsgemäß verwendet worden sein könnten.
Besonders relevant ist der zeitliche Zusammenhang mit zwei schweren Unfällen auf derselben Hochgeschwindigkeitsverbindung. Beim ersten Unglück nahe Adamuz im Januar 2026 starben 46 Menschen; beim zweiten Unfall nahe Urda kamen 69 Menschen ums Leben. Die beiden Ermittlungsverfahren der EUStA beziehen sich auf unterschiedliche Verwendungszwecke: zunächst auf die Erneuerung der Gleise, nun auf Sicherheits-, Signal- und Kommunikationssysteme.
Finanzierung wird zum Sicherheitsfaktor
Für die öffentliche Aufklärung ist entscheidend, ob technische Ausfälle, Wartungsmängel und organisatorische Fehler voneinander getrennt oder als zusammenhängende Defizite bewertet werden. Die Untersuchung kann dabei klären, ob Fördermittel korrekt beantragt, vergeben und eingesetzt wurden und ob Kontrollmechanismen funktioniert haben.
Für Bahnreisende steht zunächst die Sicherheit der betroffenen Strecke im Vordergrund. Politisch dürfte das Verfahren zudem den Druck auf Betreiber, Aufsichtsbehörden und die spanische Regierung erhöhen, transparente Angaben zu Wartung, Zugsicherung und Verantwortlichkeiten vorzulegen.
