Zugspitze, Felssturz

Zugspitze: Großer Felssturz setzt sich trotz fehlender Gefahr fort

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 08:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

An der Zugspitze haben sich mehrere Kubikmeter Gestein gelöst und eine große Staubwolke ausgelöst. Die Abbrüche setzten sich am Mittwoch fort, Wege und Gebäude sind nach Angaben der Bergwacht jedoch nicht betroffen.

An der Zugspitze gab es einen großen Felssturz. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa
An der Zugspitze gab es einen großen Felssturz. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa

An der Zugspitze haben sich mehrere Kubikmeter Felsen gelöst und eine große Staubwolke verursacht.

Gestein bröckelt weiter

Verletzt wurde niemand. Der am Dienstag bemerkte Abbruch ereignete sich auf einem Kamm an der deutsch-österreichischen Grenze und setzte sich auch am Mittwoch fort.

„Da löst sich immer wieder was“, sagte der stellvertretende Bereitschaftsleiter Franz Dörfler von der Bergwacht Grainau. „Anscheinend bröselt es jetzt auch wieder nach.“

Ungewöhnliche Dimension

Überraschend seien Felsstürze an der Zugspitze inzwischen nicht mehr, sagte Dörfler. Die Dimension des aktuellen Ereignisses sei für den 2.962 Meter hohen Berg jedoch ungewöhnlich. „In dem Ausmaß ist es definitiv nicht öfter, aber es ist auch nicht überraschend“, erklärte er.

Keine Gefahr für Wege und Gebäude

Wie viel Gestein genau abbrach, sei schwer einzuschätzen, da das Gebiet nicht zugänglich ist. Mitarbeiter der Zugspitzbahnen beobachteten die Lage aus der Entfernung; die Abbruchstelle sei schwer einsehbar.

Nach Angaben Dörflers sind weder Gebäude noch Wege in dem Gebiet von dem Felssturz betroffen.

Permafrost verliert stabilisierende Wirkung

Dörfler zufolge wird das Gestein an der Zugspitze vom Permafrost zusammengehalten. Mit dem Klimawandel und steigenden Temperaturen schwinde dieser dauerhaft gefrorene Untergrund, wodurch Gesteinsabbrüche zunähmen.

Permafrost als stabilisierender Faktor

Der Felssturz steht im Zusammenhang mit den besonderen Bedingungen hochalpiner Gipfelregionen. Permafrost bezeichnet dauerhaft gefrorenen Untergrund. In den Felsklüften wirkt das Eis stabilisierend, weil es Gestein miteinander verbindet. Steigen die Temperaturen, kann diese Bindung schwächer werden.

Zusätzlich führen wiederholte Wechsel zwischen Gefrieren und Auftauen zu Spannungen im Gestein. Wasser dringt in Risse ein, dehnt sich beim Gefrieren aus und kann die Klüfte vergrößern. Dadurch lösen sich einzelne Brocken, aber auch größere Felspartien. Die Bergwacht ordnet den Vorgang an der Zugspitze in diesen Zusammenhang ein.

Keine akute Gefahr für Wege und Gebäude

Für Besucher und Beschäftigte ist entscheidend, dass nach den vorliegenden Angaben weder Wege noch Gebäude im betroffenen Gebiet gefährdet sind. Die Abbruchstelle liegt in schwer zugänglichem Gelände und wird aus der Entfernung beobachtet. Eine unmittelbare Sperrung oder Evakuierung ist damit nicht verbunden.

Der Vorgang zeigt dennoch, dass sich Sicherheitsfragen im Hochgebirge verändern. Auch wenn einzelne Felsstürze nicht automatisch auf eine unmittelbare Gefahr für touristische Infrastruktur hindeuten, müssen Betreiber und Rettungsdienste instabile Bereiche beobachten und Routen gegebenenfalls anpassen. Für Wanderer und Bergsteiger bleibt es wichtig, Absperrungen und Hinweise vor Ort zu beachten.

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