Zugspitze: Bergwacht findet Knochen und zwei GoPro-Kameras
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 11:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFunde am Höllentalferner
- Die Bergwacht Grainau fand bei der Aktion neben Müll auch zwei GoPro-Kameras und mehrere Knochen.
- Die Aufräumaktion fand am Samstag im Höllentalferner an der Zugspitze statt.
- Die Polizei untersucht die Knochen und prüft mögliche Zusammenhänge mit Vermisstenfällen.
Bei einer Aufräumaktion am Höllentalferner an der Zugspitze haben Ehrenamtliche der Bergwacht Müll, verlorene Ausrüstung und mehrere Knochen gefunden.
Übung mit Polizeihubschrauberstaffel
Die Bergwachtlerinnen und Bergwachtler hatten am Samstag gemeinsam mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern eine Übung im Höllental absolviert und sie mit Naturschutz verbunden.
Im Rahmen der Gebirgsflugausbildung trainierte die Hubschrauberbesatzung Landungen und Einsätze mit der Rettungswinde in schwierigem Gelände. Die Bergwacht wurde dafür an verschiedenen Stellen des Höllentalferners abgesetzt.
Ramadama bringt Ausrüstung ans Licht
Anschließend begannen die Ehrenamtlichen mit der Aufräumaktion, die auf Bairisch „Ramadama“ genannt wird. Sie sammelten unter anderem Plastikflaschen und weiteren Alltagsmüll ein.
Außerdem kamen alte oder beschädigte Kleidungsstücke, Schlafsäcke, Rucksäcke, Grödel, Steigeisen und Stöcke zum Vorschein. Zu den besonderen Funden zählten zwei GoPro-Kameras und mehrere Knochen.
Polizei untersucht Knochen
Die Knochen werden nun durch die Polizei weiter untersucht. Dabei sollen sie unter anderem im Zusammenhang mit möglichen Vermisstenfällen überprüft werden.
Gletscher als Archiv der Berggeschichte
Der Höllentalferner liegt an einem stark frequentierten Zugang zur Zugspitze. In Gletscher- und Geröllgebieten können Gegenstände durch Schmelze, Bewegung des Eises und Lawinen lange verborgen bleiben und später wieder zum Vorschein kommen.
Die Funde zeigen zugleich, dass alpine Aufräumaktionen mehr leisten als den Abtransport von Abfällen. Neben sichtbarem Müll werden dabei auch Ausrüstungsreste geborgen, die Hinweise auf frühere Aufenthalte oder Unfälle geben können. Besonders persönliche Gegenstände wie Rucksäcke oder Kameras können für die Zuordnung relevant sein.
Die Untersuchung der Knochen durch die Polizei folgt deshalb einem naheliegenden sicherheitsbehördlichen Schritt. Ein möglicher Zusammenhang mit Vermisstenfällen muss anhand forensischer Befunde und vorhandener Daten geprüft werden. Für Bergsteiger und Besucher bleibt die Aktion ein Hinweis darauf, dass sich Umwelt- und Rettungsarbeit im Hochgebirge unmittelbar überschneiden.
