Zara, Halloween-Kostüm

Zara zieht KZ-ähnliches Halloween-Kostüm für Kinder zurück

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 11:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Zara hat ein Kinderkostüm mit blau-weißen Streifen aus dem Verkauf genommen. Kritiker sahen darin Ähnlichkeiten zur Kleidung von Häftlingen in Konzentrationslagern der NS-Zeit.

Die spanische Modekette Zara hat ein Halloween-Kinderkostüm aus dem Verkauf genommen, das Kritiker an KZ-Kluft erinnerte.  - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Die spanische Modekette Zara hat ein Halloween-Kinderkostüm aus dem Verkauf genommen, das Kritiker an KZ-Kluft erinnerte. - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die spanische Modekette Zara hat ein Halloween-Kostüm für Kinder aus dem Verkauf genommen, nachdem Kritiker Ähnlichkeiten zur Kluft von KZ-Häftlingen während der NS-Diktatur beanstandet hatten.

Streifen, Nummern und Stacheldraht-Optik

Das Kostüm bestand aus einer Jacke und einer Hose mit blauen und weißen Längsstreifen. Beide Teile wirkten absichtlich abgetragen. Aufdrucke erinnerten an Stacheldraht, Aufnäher an den Ärmeln erweckten den Eindruck von Häftlingsnummern.

Der israelische Journalist Dov Gil-Har kritisierte auf der Plattform X, Zara entsetze Kunden in Europa mit einem Kostüm im Stil nationalsozialistischer Konzentrationslager.

Zara bedauert Missverständnis

Im Online-Angebot des Moderiesen war das Kostüm anschließend nicht mehr zu finden. Zara Home erklärte, man bedauere jedes Missverständnis, das dieses Halloween-Bräutigam-Kinderkostüm verursacht haben könne. Es sei weder in den Filialen noch online weiterhin erhältlich.

Die Frage, warum die Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung bei internen Kontrollen nicht aufgefallen sei, beantwortete das Unternehmen nicht.

Frühere Kontroversen

Es ist nicht das erste Mal, dass Zara wegen Produkten mit Bezügen zum Nationalsozialismus in die Kritik gerät. 2014 zog das Unternehmen ein blau-weiß gestreiftes Kinderhemd mit einem gelben sechszackigen Stern auf der linken Brust zurück. Das Motiv erinnerte an den sogenannten Judenstern, den die Nationalsozialisten jüdischen Menschen in Deutschland zur öffentlichen Kennzeichnung aufzwingen ließen.

Bereits 2007 hatte Zara eine Stofftasche mit Blumenmustern und Hakenkreuzen im Sortiment angeboten und anschließend zurückgezogen.

Historisch belastete Gestaltung

Die Kritik richtet sich nicht gegen ein beliebiges Streifenmuster, sondern gegen die Kombination mehrerer Gestaltungselemente: blaue und weiße Längsstreifen, künstlich abgetragene Kleidung, stacheldrahtähnliche Aufdrucke und aufgenähte Nummern. In ihrer Verbindung kann diese Gestaltung an die Kennzeichnung und Ausgrenzung von Häftlingen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern erinnern.

Für Modeunternehmen entsteht daraus eine besondere Verantwortung. Produkte werden international entwickelt, gestaltet, fotografiert und verkauft; historische Bedeutungen können in einzelnen Märkten unterschiedlich wahrgenommen werden. Gerade bei Kinderkostümen ist die Schwelle für öffentliche Kritik niedrig, weil eine Verharmlosung nationalsozialistischer Verbrechen oder eine spielerische Inszenierung von Häftlingskleidung als besonders problematisch gilt.

Wiederholte Rückzüge bei Zara

Der Vorgang steht zudem im Zusammenhang mit früheren Kontroversen um Zara-Produkte. 2014 nahm das Unternehmen ein blau-weiß gestreiftes Kinderhemd mit einem gelben sechszackigen Stern zurück, nachdem es an den sogenannten Judenstern erinnert hatte. Bereits 2007 war eine Tasche mit Hakenkreuzmustern aus dem Sortiment genommen worden.

Der aktuelle Rückzug begrenzt zunächst die unmittelbare Verbreitung des Kostüms. Für Zara stellt sich darüber hinaus die Frage, wie historische und politische Symbolik in den internen Design- und Freigabeprozessen geprüft wird. Für Kundinnen und Kunden bedeutet der Fall, dass auffällige Produkte nicht nur nach ihrem dekorativen Zweck, sondern auch nach möglichen historischen Bezügen bewertet werden müssen.

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