Yucatán, Naegleria fowleri

Yucatán sperrt sechs Seen nach Tod durch Hirnamöbe

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 04:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem Todesfall eines 34-jährigen Wasserskilehrers reagieren die Behörden mit einer gezielten Sperrung von Gewässern in Mérida. Für natürliche Cenoten und andere Badeorte wurde keine allgemeine Schließung bekanntgegeben.

Behörden sperren sechs Gewässer in Mérida

  • Yucatáns Gesundheitsminister Alberto Alcocer teilte den Nachweis von Naegleria-Einzellern in sechs von neun untersuchten Seen mit.
  • Die gesperrten Gewässer liegen in Mérida und werden für Freizeitaktivitäten wie Wasserski genutzt.
  • Der betroffene 34-jährige Wasserskilehrer starb im September an einer durch Naegleria fowleri verursachten Hirninfektion.
Yucatán ist ein beliebtes Reiseziel - auch für deutsche Touristen. (Archivbild) - Bild: Denis Düttmann/dpa

Sechs künstliche Seen in Mérida gesperrt

Nach dem Tod eines 34 Jahre alten Mannes durch eine Infektion mit Naegleria fowleri haben die Behörden im mexikanischen Bundesstaat Yucatán sechs künstliche Seen gesperrt. In sechs von neun untersuchten Gewässern der Stadt Mérida wurden Einzeller der Gattung Naegleria nachgewiesen.

Todesfall nach Arbeit als Wasserskilehrer

Der Mann war im September an einer durch Naegleria fowleri verursachten Hirninfektion gestorben. Er hatte als Wasserskilehrer an einem künstlichen See gearbeitet, in dem der Erreger nachgewiesen wurde.

Alle sechs betroffenen Gewässer werden für Freizeitaktivitäten genutzt. Dazu zählen Wasserski, Kajakfahren und Stand-up-Paddling.

Keine generelle Sperrung natürlicher Badegewässer

Die betroffenen Seen liegen in Mérida und sind künstlich angelegt. Yucatán ist bei Urlaubern unter anderem wegen der Maya-Ruinen von Chichén Itzá und der natürlichen Süßwasserbecken, die als Cenoten bekannt sind, beliebt.

Die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen betreffen die sechs künstlichen Seen in Mérida. Eine generelle Sperrung natürlicher Badegewässer wurde nicht bekanntgegeben.

Erreger gelangt über die Nase ins Gehirn

Infektionen mit Naegleria fowleri sind extrem selten, verlaufen jedoch fast immer tödlich. Der Einzeller kommt vor allem in warmen Gewässern der Subtropen und Tropen vor.

Gelangen die Erreger beim Schwimmen durch die Nase in den Körper, können sie das Gehirn erreichen und eine schwere Hirnhautentzündung auslösen. In vielen Fällen führt die Erkrankung zu Koma und Tod.

Naegleria fowleri ist kein gewöhnlicher Parasit, sondern ein freilebender Einzeller, der vor allem in warmem Süßwasser vorkommt. Eine Infektion entsteht nicht durch das Verschlucken des Wassers, sondern wenn kontaminiertes Wasser in die Nase gelangt. Von dort kann der Erreger das Gehirn erreichen und eine primäre amöbische Meningoenzephalitis auslösen.

Das Risiko für einzelne Badende bleibt trotz des schweren Krankheitsverlaufs äußerst gering. Die Sperrung der sechs künstlichen Seen in Mérida ist deshalb eine gezielte Vorsichtsmaßnahme für Gewässer, in denen der Erreger beziehungsweise Einzeller der Gattung Naegleria nachgewiesen wurde. Sie betrifft nach den vorliegenden Angaben nicht pauschal die natürlichen Cenoten oder sämtliche Badegewässer der Halbinsel.

Bedeutung für Reisende

Für Besucher Yucatáns ergibt sich daraus vor allem ein praktischer Hinweis: Sperrungen und örtliche Anweisungen sollten beachtet werden, insbesondere bei Aktivitäten wie Wasserski, Kajakfahren oder Stand-up-Paddling. Beim Baden in warmem Süßwasser lässt sich das Risiko durch das Vermeiden des Eintauchens des Kopfes und durch Nasenklammern möglicherweise weiter reduzieren; einen vollständigen Schutz bieten diese Maßnahmen nicht.

Die Erkrankung entwickelt sich nach einer Infektion meist rasch und ist fast immer tödlich. Symptome wie starke Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Nackensteife oder Bewusstseinsstörungen nach einem Aufenthalt in warmem Süßwasser erfordern sofortige medizinische Abklärung. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei Naegleria fowleri nicht bekannt.

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