Wolf in Hamburg: Fotofalle bestätigt Tier im Klövensteen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 20:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWolf erreicht Hamburger Klövensteen
- Die Hamburger Umweltbehörde bestätigte den Wolf anhand eines Fotos aus einer Fotofalle.
- Das Forstgebiet Klövensteen liegt an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein.
- Für Meldungen stehen die E-Mail-Adresse wolfsberatung@bukea.hamburg.de und die Hotline 0174 6330335 bereit.
Wolf im Klövensteen bestätigt
Im Hamburger Westen ist erneut ein Wolf unterwegs. Mehrere Meldungen über Sichtungen im Bereich des Klövensteen bestätigten sich durch das Foto einer Fotofalle, wie ein Sprecher der Umweltbehörde der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Behörde gibt Verhaltenstipps
Bei einer Begegnung sollen Bürger Ruhe bewahren und Abstand halten. Sie sollen sich dem Tier nicht nähern, es nicht verfolgen oder füttern und nicht weglaufen, sondern sich bei Bedarf durch lautes Sprechen oder Klatschen bemerkbar machen und langsam zurückziehen.
Hunde müssen im Klövensteen und in angrenzenden Gebieten unbedingt an der kurzen Leine geführt werden. Sichtungen können dem Wolfsmonitoring per E-Mail an wolfsberatung@bukea.hamburg.de oder über die Telefon-Notfallhotline 0174 6330335 gemeldet werden.
Klövensteen liegt an der Landesgrenze
Das Forst- und Naherholungsgebiet liegt im Westen Hamburgs an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Die Umweltbehörde teilte mit, damit sei eindeutig, dass es sich um einen Wolf im Hamburger Westen handelt.
Früherer Wolf gelangte bis in die Innenstadt
Ende März war ein Wolf aus dem Hamburger Westen bis zur Binnenalster gelaufen. Zuvor hatte er sich in eine Einkaufspassage in Altona verirrt und dort nach Behördenangaben in Panik eine Frau verletzt.
Die Polizei fing das Jungtier am Jungfernstieg ein. Anschließend wurde es mit einem Sender versehen und in Niedersachsen ausgewildert. Wenige Wochen später rissen die Funksignale ab; die Umweltbehörde geht davon aus, dass das Tier tot ist.
Der Klövensteen ist ein großes Forst- und Naherholungsgebiet im Hamburger Westen und grenzt unmittelbar an Schleswig-Holstein. Dadurch können Wölfe, die weite Strecken zurücklegen, zwischen den Bundesländern wechseln, ohne auf dicht besiedelte Bereiche beschränkt zu bleiben.
Für Spaziergänger und Hundebesitzer steht deshalb vor allem das Verhalten bei einer Begegnung im Mittelpunkt. Abstand, Ruhe und eine kurze Leine verringern das Risiko, dass ein Tier sich bedrängt fühlt oder ein Hund den Wolf verfolgt. Fachleute empfehlen grundsätzlich, Wölfe nicht anzulocken, zu füttern oder zu verfolgen.
Monitoring soll Begegnungen einordnen
Die bestätigte Fotofallen-Aufnahme liefert den Behörden einen belastbaren Nachweis für die Anwesenheit des Tieres. Weitere Meldungen und Bildaufnahmen können helfen, Aufenthaltsorte, Bewegungsmuster und gegebenenfalls die Identität des Wolfs zu bestimmen. Für die Bevölkerung bleibt das Wolfsmonitoring zugleich die zentrale Anlaufstelle, um Sichtungen gebündelt zu erfassen.
Der Fall erinnert außerdem an die Ereignisse im Frühjahr, als ein Wolf bis in die Hamburger Innenstadt gelangte und nach Behördenangaben in einer Altonaer Einkaufspassage eine Frau verletzte. Dieses frühere Geschehen erklärt die erhöhte Aufmerksamkeit, bedeutet aber nicht automatisch, dass von jedem Wolf eine akute Gefahr ausgeht.
Verhalten im Naherholungsgebiet
Wer dem Tier begegnet, sollte nicht weglaufen, sondern sich langsam zurückziehen und sich bei Bedarf durch lautes Sprechen oder Klatschen bemerkbar machen. Hunde sollten im Klövensteen und angrenzenden Gebieten kurz angeleint bleiben. Sichtungen sollen an das Wolfsmonitoring der Hamburger Umweltbehörde gemeldet werden.
