Walid Raad und die institutionelle Präsenz seiner Archivwerke
25.06.2026 - 18:32:59 | ad-hoc-news.deWalid Raad hat mit seinem Langzeitprojekt The Atlas Group die künstlerische Auseinandersetzung mit dem libanesischen Bürgerkrieg nachhaltig geprägt. Seine zwischen Dokumentation und Fiktion oszillierenden Archive, Vorträge und Installationen sind längst in den Sammlungen führender Museen verankert, wie etwa das MoMA und die Tate zeigen.
Walid Raad in Museums- und Sammlungskontexten
Walid Raads Werkkomplex The Atlas Group (1989-2004) ist in mehreren zentralen Museumssammlungen vertreten, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Fotografien und Drucke aus dem Projekt führt. Auch die Tate in London hält Arbeiten aus Raads seriellen Fotoarbeiten und Videoarbeiten.
Das Stedelijk Museum in Amsterdam widmete Raad bereits 2015 eine umfassende Einzelausstellung, welche Installationen, Fotografien und Lecture Performances zusammenführte. Diese institutionelle Sichtbarkeit hat seine Position als Schlüsselfigur einer konzeptuellen, postkolonial informierten Dokumentarfotografie deutlich gefestigt.
Sammlungen, Erwerbungen und Ausstellungsstationen
Raads Arbeiten befinden sich nachweislich in Sammlungen wie dem MoMA in New York, der Tate in London und dem Stedelijk Museum in Amsterdam, oft mit Schwerpunkt auf den Serien The Atlas Group und Scratching on things I could disavow. In diesen Häusern wurden seine Werke seit den 2000er Jahren wiederholt gezeigt.
Das MoMA präsentierte Walid Raad 2015 in einer großen Überblicksausstellung, die seine Archive zum libanesischen Bürgerkrieg und spätere Arbeiten zum Kunstsystem der Golfstaaten zusammenzog. Diese Schau gilt seither als Referenzpunkt für die museale Rezeption seines Oeuvres.
Alle News und Hintergruende zu Walid Raad
Vertiefende Analysen zu Walid Raads Werk, zu Museumsbeteiligungen und Sammlungsankäufen finden Sie gebündelt in unserem laufend aktualisierten Dossier.
Was die Werkpraxis von Walid Raad auszeichnet
Walid Raad arbeitet überwiegend konzeptuell mit Fotografie, Video, Texten und performativen Vorträgen. Zentral ist die Konstruktion fiktiver Archive, die reale historische Ereignisse wie die Kriege im Libanon überlagern, kommentieren und neu rahmen.
Die Serie The Atlas Group versammelt vermeintliche Dokumente verschiedener Protagonisten, deren Autorschaft und Faktizität bewusst unklar bleibt. In Scratching on things I could disavow untersucht Raad die neu entstehenden Kunstinstitutionen im Nahen Osten und reflektiert die politischen Ökonomien des globalen Kunstmarkts.
Wo Walid Raad im kunsthistorischen Diskurs steht
Walid Raad gilt als zentrale Figur einer künstlerischen Praxis, die Dokumentarfotografie, Konzeptkunst und postkoloniale Theorie eng verschränkt. Seine Arbeiten werden häufig im Kontext von Künstlern wie Allan Sekula oder Hito Steyerl diskutiert, die Bilderpolitik und Machtverhältnisse analysieren.
Im Ergebnis hat sich Raad mit seiner hybriden Form aus Archivinstallation und Lecture Performance eine Position gesichert, in der museale Institutionen nicht nur Ausstellungsorte, sondern selbst Untersuchungsobjekte seiner Arbeit sind.
Walid Raad auf einen Blick
- Kuenstler: Walid Raad
- Medium / Gattung: Konzeptkunst, Fotografie, Installation, Lecture Performance
- Geburtsjahr & -ort: 1967, Chbanieh, Libanon
- Wirkungsort(e): Studio in New York, lehrt an der Cooper Union
- Aktiv seit: spaete 1980er Jahre, fruehe Ausstellungen ab den 1990er Jahren
- Wichtige Werkgruppen: The Atlas Group (1989-2004), Scratching on things I could disavow, We Decided To Let Them Say “We Are Convinced” Twice.
- Aktuelle/letzte Ausstellung: Walid Raad, Ueberblicksschau im MoMA, New York, 12. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016
- Wichtige Sammlungen: Museum of Modern Art (New York), Tate (London), Stedelijk Museum (Amsterdam)
- Auszeichnungen: Hasselblad Award 2011, Deutsche Boerse Photography Prize 2007 (Shortlist)
- Naechster Termin: aktuell kein angekuendigter Termin im 30-Tage-Fenster
Haeufige Fragen zu Walid Raad
Welche Rolle spielt Walid Raad mit The Atlas Group in Museumsammlungen?
Arbeiten aus The Atlas Group befinden sich unter anderem im MoMA in New York und in der Tate in London, wo Fotografien, Drucke und Videoarbeiten aus der Serie in den Sammlungen verzeichnet sind.
Wie verbindet Walid Raad Fiktion und Dokumentation in seiner Kunst?
Raad konstruiert fiktive Archive mit erfundenen Protagonisten und Dokumenten, die reale historische Ereignisse wie den libanesischen Bürgerkrieg reflektieren und den Anspruch objektiver Geschichtsschreibung bewusst unterlaufen.
In welchen Medien arbeitet Walid Raad vorrangig?
Er arbeitet mit Fotografie, Video, Text, Installationen und Lecture Performances, die häufig als vielschichtige Ausstellungs- und Vortragssituationen realisiert werden und den Betrachter in die Konstruktion von Geschichte einbeziehen.
Dieser Artikel wurde a.i.-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft. Alle Angaben ohne Gewaehr; Auktionsresultate, Ausstellungstermine und Auszeichnungen koennen sich kurzfristig aendern.
