Waldbrände Indonesien, Orang-Utans

Waldbrände auf Borneo: Mehr als 50 Orang-Utans gerettet

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 10:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ranger, Feuerwehrleute und Soldaten kämpfen gegen die Flammen, während Naturschützer verletzte Menschenaffen bergen. Der Rauch verschärft die Gesundheitsgefahr in Indonesien, Malaysia und Singapur.

Folgen für Tiere und Nachbarländer

  • Im Nationalpark Tanjung Puting flogen Hubschrauber am Sonntag mehr als zwei Dutzend Löscheinsätze.
  • Zwischen August und Oktober wurden im Westen Kalimantans mehr als 50 Orang-Utans in Sicherheit gebracht.
  • Rund 60 Prozent der geschätzt 57.000 Orang-Utans auf Borneo sind von den Folgen der Brände betroffen.
  • Die schweren Waldbrände bedrohen Menschen und Tiere gleichermaßen. - Bild: -/National Disaster Management Agency (BNPB)/dpa
  • Ein Orang-Utan-Weibchen klammert sich während eines Waldbrandes an eine Baumkrone. - Bild: -/Borneo Orangutan Survival/dpa
  • Ein gerettetes Jungtier trug schwere Verbrennungen davon. - Bild: -/Borneo Orangutan Survival/dpa
  • Dichter Smog liegt über dem Flughafen von Kuala Lumpur. - Bild: Vincent Thian/AP/dpa
Die schweren Waldbrände bedrohen Menschen und Tiere gleichermaßen.  - Bild: -/National Disaster Management Agency (BNPB)/dpa Ein Orang-Utan-Weibchen klammert sich während eines Waldbrandes an eine Baumkrone.  - Bild: -/Borneo Orangutan Survival/dpa Ein gerettetes Jungtier trug schwere Verbrennungen davon. - Bild: -/Borneo Orangutan Survival/dpa Dichter Smog liegt über dem Flughafen von Kuala Lumpur.  - Bild: Vincent Thian/AP/dpa

Brände setzen Borneos Orang-Utans zu

Rettungskräfte holen in Indonesien immer mehr Orang-Utans aus brennenden Wäldern auf Borneo und Sumatra. Für Menschen ist der Rauch ebenfalls eine große Gefahr, auch in den Nachbarländern Malaysia und Singapur.

Löscharbeiten im Nationalpark

Allein am Sonntag flogen Hubschrauber nach Angaben des indonesischen Forstministeriums mehr als zwei Dutzend Löscheinsätze über dem Nationalpark Tanjung Puting in der Provinz Zentralkalimantan. Dichter Rauch und schlechte Sicht behinderten die Löscharbeiten.

Ranger, Feuerwehrleute, Soldaten und Polizisten versuchten am Boden, die Flammen mit Wasser aus Flüssen und Brunnen einzudämmen. Indonesien erlebt nach anhaltender Trockenheit eine der schwersten Waldbrandsaisons seit Jahren.

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Rettung verletzter Menschenaffen

Zwischen August und Oktober seien allein im Westen von Kalimantan mehr als 50 Tiere aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht worden, teilten lokale Naturschutzbehörden und die indonesische Organisation YIARI mit.

Die Organisation BOS berichtete von dramatischen Rettungsaktionen. Ende September wurde ein drei bis vier Jahre altes Weibchen mit einem Betäubungspfeil und einem großen Auffang-Netz aus einer Baumkrone im brennenden Dschungel geborgen.

Das erschöpfte Orang-Utan-Weibchen erlitt schwere Brandverletzungen an Händen und Füßen; die Atemwege waren durch Rauch stark belastet. Die Waldbrände träfen eine Art, die nur noch auf Borneo und Sumatra lebe und deren Lebensraum seit Jahren durch Abholzung und andere menschliche Eingriffe schrumpfe.

Gefahr durch Torfbrände

Auf der Suche nach Wasser können die Tiere gezwungen sein, vom schützenden Blätterdach auf den Waldboden hinabzusteigen. Dort droht ihnen Gefahr durch Torfbrände, die sich unter der Erdoberfläche ausbreiten und lange unbemerkt weiterglimmen können.

Nach Angaben des Tiermediziners Raden Wisnu Nurcahyo von der Gadjah-Mada-Universität in Yogyakarta sind rund 60 Prozent der geschätzt 57.000 Orang-Utans auf Borneo von den Folgen der Waldbrände betroffen.

Smog belastet Südostasien

In Teilen Sumatras und Borneos wurden weiterhin gesundheitsschädliche bis gefährliche Belastungen gemessen. Die Menschen in betroffenen Gebieten wurden aufgerufen, Aktivitäten im Freien einzuschränken und Masken zu tragen.

In Süd-Sumatra versuchen die Behörden gemeinsam mit dem Wetterdienst und dem Militär, durch künstliche Wetterbeeinflussung Regen auszulösen und die Rauchbelastung zu verringern. Dazu setzen sie Trockeneis und Natriumchlorid ein.

Die Auswirkungen reichen über Indonesien hinaus. In Teilen Malaysias und Singapurs beeinträchtigt der Smog seit Tagen den Alltag und führte bereits zu Schulschließungen; viele Menschen leiden unter Atemwegsproblemen.

Nach Angaben des Luftqualitätsdienstes IQAir gehörten Singapur und Kuala Lumpur am Wochenende zu den fünf Großstädten mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit.

Die Waldbrände treffen eine Region, in der Feuer während ausgeprägter Trockenzeiten regelmäßig außer Kontrolle geraten können. Besonders problematisch sind Torfbrände: Sie breiten sich unterirdisch aus, lassen sich schwer erkennen und können über längere Zeit Rauch freisetzen.

Für Indonesien verbindet sich die akute Brandgefahr mit einem langfristigen Verlust von Lebensräumen. Abholzung, Entwässerung von Torfgebieten und die Umwandlung von Waldflächen verringern die Rückzugsräume der Orang-Utans bereits unabhängig von der aktuellen Brandsaison. Die Tiere können Feuer zwar in einzelnen Gebieten überstehen, verlieren danach aber Nahrung, Wasserstellen und sichere Baumkronen.

Gesundheitsrisiko reicht über Indonesien hinaus

Der Rauch macht die Brände zu einem grenzüberschreitenden Gesundheitsproblem. Feinstaub und andere Schadstoffe können Atemwegserkrankungen verschärfen und den Alltag beeinträchtigen; besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Maßnahmen wie weniger Aktivitäten im Freien und das Tragen geeigneter Masken zielen deshalb nicht nur auf den Schutz vor kurzfristigen Beschwerden, sondern auf eine Verringerung der Schadstoffbelastung.

Die Rettung einzelner Orang-Utans lindert die unmittelbare Not, ersetzt aber keinen Schutz der verbliebenen Wälder. Entscheidend sind die Eindämmung der Brände, der Erhalt intakter Lebensräume und eine konsequente Vorsorge in der Trockenzeit. Der aktuelle Smog zeigt zudem, dass Waldschutz in Borneo und Sumatra Folgen für mehrere Staaten Südostasiens hat.

Deutschlandfunk: „Höchste Alarmstufe Waldbrände in Indonesien: Giftige Rauchwolken in Teilen Südostasiens“ (18.10.2026)

Der Beitrag habe die grenzüberschreitende Luftverschmutzung und die höchste Alarmstufe in Teilen Südostasiens betont. Er bestätige die Belastung von Indonesien, Malaysia und Singapur, setze den Schwerpunkt aber stärker auf Schulen, Flüge und Atemwegsprobleme als auf die Rettung der Orang-Utans.

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