Waffenlager Remscheid, Kriegswaffenhandel

Waffenlager Remscheid: Zwei Kriegswaffenhändler zu Haftstrafen verurteilt

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Im Prozess um das große Waffenlager in Remscheid sind zwei geständige Kriegswaffenhändler zu zweieinhalb und dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Hauptangeklagte muss sich weiterhin vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten.

  • Das geheime Waffenarsenal lag hinter einer Art privatem Waffenmuseum mit Geheimtüren, versteckten Räumen und verborgenen Schließmechanismen. (Archivbild) - Bild: --/Polizei Wuppertal/dpa
    Das geheime Waffenarsenal lag hinter einer Art privatem Waffenmuseum mit Geheimtüren, versteckten Räumen und verborgenen Schließmechanismen. (Archivbild) - Bild: --/Polizei Wuppertal/dpa
  • Der Hauptangeklagte lief sich auf das Angebot der Staatsanwaltschaft im Prozess, anders als die nun verurteilten Mitangeklagten, nicht ein. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Der Hauptangeklagte lief sich auf das Angebot der Staatsanwaltschaft im Prozess, anders als die nun verurteilten Mitangeklagten, nicht ein. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Das geheime Waffenarsenal lag hinter einer Art privatem Waffenmuseum mit Geheimtüren, versteckten Räumen und verborgenen Schließmechanismen. (Archivbild) - Bild: --/Polizei Wuppertal/dpa Der Hauptangeklagte lief sich auf das Angebot der Staatsanwaltschaft im Prozess, anders als die nun verurteilten Mitangeklagten, nicht ein. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Im Prozess um das Waffenlager in Remscheid sind zwei geständige Kriegswaffenhändler zu zweieinhalb und dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Geständnisse führten zu Urteilen

Das Wuppertaler Landgericht sprach die 35 und 38 Jahre alten Männer wegen Handels mit Kriegswaffen schuldig. Der Vorsitzende Richter erklärte, ihre Geständnisse und die Aussagen verdeckter Ermittler ließen an ihrer Schuld keine Zweifel.

Beide Männer kamen nach fast einem Jahr Untersuchungshaft auf freien Fuß. Das Gericht sah keine Fluchtgefahr und ging davon aus, dass sie ihre restliche Haft antreten werden, sobald die Urteile rechtskräftig sind.

Hauptangeklagter weiter vor Gericht

Gegen den 60 Jahre alten Hauptangeklagten wird der Prozess fortgesetzt. Der Kfz-Meister hatte sich nicht auf das Angebot des Gerichts eingelassen, bei einem Geständnis höchstens acht Jahre Haft zu erhalten.

Die beiden Mitangeklagten hatten eingeräumt, beim Hauptangeklagten Maschinenpistolen für rund 2.000 Euro pro Stück sowie Munition gekauft zu haben. Im Gegenzug für ihre Geständnisse war ihnen ein Strafrahmen zwischen zwei und vier Jahren zugesichert worden.

Mehr als 300 Waffen sichergestellt

Das geheime Arsenal war im Oktober des vergangenen Jahres in einem Gebäude entdeckt worden, in dem sich eine Art privates Waffenmuseum befand. Waffen und Munition waren hinter Geheimtüren, Zwischenwänden und verborgenen Schließmechanismen versteckt; Munition lag zudem im Hohlraum eines Türrahmens.

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler rund 300 scharfe Schusswaffen sicher. Darunter waren 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, Präzisionsgewehre, elf Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen. Außerdem fanden sie 38 Handgranaten und fast 100.000 Schuss Munition.

Einer der größten Funde seit Jahrzehnten

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Mit den Urteilen gegen die beiden Käufer ist der Prozess wegen des weiterhin angeklagten mutmaßlichen Besitzers des Waffenarsenals noch nicht abgeschlossen.

Ein außergewöhnlicher Waffenfund

Die sichergestellten Waffen machen den Vorgang in Remscheid zu einem außergewöhnlichen Strafverfahren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Neben mehr als 300 Schusswaffen wurden auch Handgranaten und fast 100.000 Schuss Munition entdeckt.

Die räumliche Sicherung des Arsenals deutet auf eine langfristige und organisierte Lagerung hin: Ermittler fanden Geheimtüren, Zwischenwände, verborgene Schließmechanismen und Munition in einem Türrahmen. Damit beschränkt sich die Bedeutung des Falls nicht auf einzelne verbotene Waffen, sondern berührt auch die Frage, wie ein umfangreicher Bestand über längere Zeit verborgen bleiben konnte.

Prozess geht weiter

Das Urteil gegen die beiden geständigen Käufer beendet das Verfahren nicht. Gegen den 60-jährigen Hauptangeklagten, dem das Arsenal zugerechnet wird, wird weiterverhandelt. Für die juristische Bewertung dieses Komplexes bleiben daher insbesondere seine Rolle beim Aufbau und bei der Organisation des Waffenlagers sowie die weiteren Beweiserhebungen maßgeblich.

Für die beiden verurteilten Männer ist die Freilassung nach fast einem Jahr Untersuchungshaft an die Erwartung des Gerichts geknüpft, dass sie eine rechtskräftige Haftstrafe antreten werden. Die vereinbarten Strafrahmen zeigen zugleich, welche Bedeutung die Geständnisse und die Aussagen verdeckter Ermittler für den Abschluss dieses Verfahrensteils hatten.

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