Berngau, Waffenkontrolle

Waffenkontrolle in Berngau: Zwei Behördenmitarbeiter getötet

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 14:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei der Kontrolle eines legalen Waffenbesitzers in Berngau wurden zwei Beschäftigte des Landratsamts getötet. Das Ergebnis der Obduktion bestätigt mehrere Schüsse als Todesursache; die Ermittlungen laufen weiter.

Bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle sind zwei Behördenmitarbeiter getötet worden. (Archivbild) - Bild: Daniel Löb/dpa
Bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle sind zwei Behördenmitarbeiter getötet worden. (Archivbild) - Bild: Daniel Löb/dpa

Innenausschuss berät über Berngau

  • Die 54-jährige Mitarbeiterin und ihr 45-jähriger Kollege starben jeweils durch mehrere Schüsse.
  • Die Kontrolle fand am Donnerstag in einem Haus in der Gemeinde Berngau statt.
  • Der 60-jährige Tatverdächtige liegt nach seiner Festnahme weiterhin in einem Krankenhaus.

Nach einer tödlichen Gewalttat bei einer Waffenkontrolle in der Oberpfalz liegt das Obduktionsergebnis vor.

Mehrere Schüsse als Todesursache

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth teilte mit, dass die beiden Behördenmitarbeiter jeweils durch mehrere Schüsse starben.

Die Frau war 54 Jahre alt, ihr Kollege 45 Jahre. Beide arbeiteten beim Landratsamt Neumarkt in der Oberpfalz.

Unangekündigter Termin in Berngau

Die Mitarbeiter wollten den 60-Jährigen am Donnerstag zu einer routinemäßigen, unangekündigten Waffenkontrolle in seinem Haus in der Gemeinde Berngau aufsuchen.

Der Mann war legal im Besitz mehrerer Schusswaffen. Die Ermittlungen zu Motiv und Tathergang dauern an.

Tatverdächtiger bleibt im Krankenhaus

Bei seiner Festnahme wurde der deutsche Tatverdächtige schwer verletzt. Nach Angaben der Ermittler konnte er bislang nicht vernommen werden.

Der Mann war laut Innenministerium von März 1988 bis Februar 1991 in Ausbildung bei der bayerischen Polizei. Er schied 1991 auf eigenen Antrag aus dem Polizeidienst in Bayern aus.

Herrmann äußert sich im Innenausschuss

Die Tat soll am Mittwoch Thema im Innenausschuss des Bayerischen Landtags sein. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will sich nach Angaben eines Sprechers dazu äußern.

Routinekontrollen mit erheblichem Risiko

Waffenkontrollen gehören zu den Aufgaben der kommunalen Verwaltung und sollen prüfen, ob Waffenbesitzer die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Der tödliche Angriff in Berngau zeigt, dass solche Termine trotz ihres routinemäßigen Charakters in eine akute Gefahrensituation umschlagen können.

In Bayern gibt es rund 200.000 Besitzer von Waffenberechtigungsausweisen und etwa 10.000 Waffenkontrollen pro Jahr. Damit betrifft die Debatte nicht nur einzelne Behörden, sondern eine regelmäßig wiederkehrende Verwaltungsaufgabe. Entscheidend ist, wie Risiken vor einem Termin bewertet werden und wann Mitarbeiter Unterstützung durch Polizei oder zusätzlich geschulte Kräfte benötigen.

Politische Prüfung der Schutzmaßnahmen

Als mögliche Konsequenzen stehen veränderte Einsatzabläufe, eine engere Abstimmung mit Polizeibehörden und persönliche Schutzausrüstung im Raum. Einige Behörden prüfen bereits, ob Mitarbeiter bei Kontrollen begleitet werden oder ob Schutzstandards angepasst werden müssen.

Für die Beschäftigten und ihre Angehörigen steht zunächst die Verarbeitung des Geschehens im Vordergrund. Politisch wird der Innenausschuss des Bayerischen Landtags am Mittwoch beraten, welche Sicherheitsvorkehrungen bei unangekündigten Kontrollen angemessen sind. Das Obduktionsergebnis klärt die Todesursache, lässt Motiv und genauen Ablauf der Tat aber weiterhin offen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR: „Nach Tod von Waffenkontrolleuren: Sicherheit auf dem Prüfstand“ (12.10.2026)

Der Bericht bestätige den tödlichen Angriff auf zwei Beschäftigte des Landratsamts bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle in Berngau. Er setze den Schwerpunkt auf die Wiederöffnung der Behörde und die Frage, wie Mitarbeiter künftig besser geschützt werden könnten; dabei nenne er unter anderem Begleitungen durch pensionierte Polizisten und die Prüfung von Schutzausrüstung.

Übergreifend bestehe Einigkeit über die schwere Belastung für die Behörde und den Beratungsbedarf bei Sicherheitsmaßnahmen. Offen bleibe, welche Standards bayernweit gelten und ob sich daraus verbindliche Änderungen für Waffenkontrollen ergeben würden.

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