Vermisstes Flugzeug: US-Küstenwache sucht sechs Menschen vor Ostküste
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 00:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die US-Küstenwache sucht vor der Ostküste der Vereinigten Staaten nach einem Kleinflugzeug mit sechs Menschen an Bord, dessen Kontakt am frühen Samstagmorgen abbrach.
Suche auf dem Wasser und aus der Luft
Nach Angaben der Küstenwache im Nordosten der USA, die sich auf die Luftfahrtbehörde FAA beruft, fahnden Suchtrupps auf dem Wasser sowie aus der Luft nach der Maschine. Kanadas Verkehrsminister Steven MacKinnon teilte mit, dass vier der sechs Menschen an Bord Kanadier seien.
Notfall vor dem Kontaktabbruch
Der Flughafen Nantucket erklärte, das Flugzeug habe vor dem Abbruch der Verbindung noch einen Notfall deklariert. Die genauen Umstände des Vorfalls seien jedoch unklar.
Flug nach Boston
Nach Daten des Flugdienstes Flightradar24 startete die Gulfstream G100 mit dem Kennzeichen C-GRJP um 00:41 Uhr von Bermuda. Nach gut einer Stunde brach das Signal abrupt über dem Ozean ab.
Die Maschine sollte nach Boston im US-Bundesstaat Massachusetts fliegen. Registriert ist sie auf Latitude Air Ambulance, ein auf medizinische Transporte spezialisiertes Unternehmen mit Sitz im kanadischen Hamilton.
Suche über offenem Meer
Das Verschwinden ereignete sich auf einer stark beflogenen Route zwischen Bermuda und der US-Ostküste. Nach dem Start in Bermuda lag der letzte aufgezeichnete Punkt über dem Atlantik; dadurch erstreckt sich das Suchgebiet über Wasser und kann nur mit Flugzeugen, Schiffen und technischen Ortungsverfahren systematisch eingegrenzt werden.
Besondere Bedeutung hat die zuvor gemeldete Notfalldeklaration. Sie deutet auf eine akute Situation an Bord oder technische Probleme hin, erlaubt allein aber noch keine Aussage über die Ursache des Kontaktabbruchs. Entscheidend für die weitere Rekonstruktion sind deshalb die letzten Funkkontakte, die Flugdaten und mögliche Signale von Rettungssystemen.
Internationale Zuständigkeiten
Der Fall berührt mehrere Zuständigkeitsbereiche: Der Flug begann auf Bermuda, das Flugzeug ist in Kanada registriert, und die Suche findet vor der US-Küste statt. Die Beteiligung kanadischer Stellen ist zudem naheliegend, weil sich unter den sechs gemeldeten Insassen vier Kanadier befinden sollen.
Was nun geklärt werden muss
Für Angehörige und Einsatzkräfte steht zunächst die Ortung der Maschine im Mittelpunkt. Danach müssen die Behörden klären, wann und warum der Kontakt abriss, ob die Notfalldeklaration technisch oder medizinisch bedingt war und ob sich aus den Flugdaten Hinweise auf eine Kursänderung ergeben. Bis dahin bleibt die Zahl der Insassen ebenso ein zentraler Bestandteil der laufenden Suchmaßnahmen wie der genaue letzte Standort.
