Schleswig-Holstein, Deutschland

Experten suchen weiter nach dem befreiten Buckelwal

28.03.2026 - 13:45:01 | dpa.de

Umweltschützer und Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei suchen in der Ostsee nach dem befreiten Buckelwal. Gerettet ist der Meeressäuger bisher nicht - sicher ist er erst im Atlantik.

  • Nach der überraschenden Rettung des Wals vor Timmendorfer Strand begleiteten Mitglieder der Meeresschutzorganisation sowie von Greenpeace das Tier mit Schlauchbooten.  - Foto: Marcus Brandt/dpa
    Nach der überraschenden Rettung des Wals vor Timmendorfer Strand begleiteten Mitglieder der Meeresschutzorganisation sowie von Greenpeace das Tier mit Schlauchbooten. - Foto: Marcus Brandt/dpa
  • Das Boot «Uecker» von der Wasserschutzpolizei suchte den Wal am Samstag an der Ostseeküste. - Foto: Philip Dulian/dpa
    Das Boot «Uecker» von der Wasserschutzpolizei suchte den Wal am Samstag an der Ostseeküste. - Foto: Philip Dulian/dpa
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Einen Tag nachdem sich der auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand gestrandete Buckelwal befreit hat, geht die Suche danach weiter. Umweltschützer und Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei sind mit Booten unterwegs.

Ein Boot der Wasserschutzpolizei fahre seit dem frühen Morgen die Küste ab, sagte ein Sprecher dieser Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Polizeiboot «Walfisch» sei zudem auf Streife unterwegs und unterstütze die Suche dadurch indirekt. Drohnen werden laut Sprecher bei der Suche aktuell nicht eingesetzt. 

Auch die Organisation Greenpeace war am Samstag mit zwei Booten an der Suche beteiligt, sagte eine Sprecherin der dpa. Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd war am Samstag nach eigenen Angaben nicht mit eigenen Booten auf dem Wasser unterwegs. 

Sichtung bisher nicht bestätigt

Der befreite Buckelwal ist möglicherweise in der Ostsee bei Wismar gesehen worden. Dazu habe es am Samstagvormittag eine Sichtungsmeldung gegeben, sagte Diana Meyen, Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund. 

«Es sind Wal-Sichtungen gemeldet worden, die sind bisher nicht bestätigt worden», sagte der Sprecher des Schweriner Umweltministeriums, Claus Tantzen, der dpa. Die Wasserschutzpolizei suche demnach seit dem Morgen in der Ostsee im Bereich der Wismarer Bucht und ein weiteres Boot suche auf seiner Routine-Streife zwischen Warnmünde und Kühlungsborn. Es sei wichtig, dass Privatleute das Tier mit möglichem «Whale-Watching» nicht weiter stressen. 

Wal hat einen schwierigen Weg

Die Experten wollen den Wal finden, um ihn weiter in tieferes Wasser der Ostsee zu drängen. Im Idealfall findet der junge Wal den Weg von der Ostsee zurück in den Atlantik. Das ist laut Experten ein langer und schwieriger Weg. Wal-Sichtungen können Menschen auf der Homepage des Meeresmuseums und per Telefon über eine spezielle Nummer melden.

Ein Sender konnte an dem Tier nicht angebracht werden, da die Haut zu sehr erkrankt ist, sagte eine Expertin vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). 

Sobald das Suchteam den Wal gefunden hat, wollen die Helfer über die nächsten Schritte entscheiden. Regen und Wolken erschwerten die Suche am Samstag.

Experten sorgen sich um das Tier

Der Buckelwal war am Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. Nach tagelangen Bemühungen zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht selbst von einer Sandbank vor Timmendorfer Strand durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne freigeschwommen. 

Nach der überraschenden Rettung des Wals vor Timmendorfer Strand machen sich Experten Sorgen um den Meeressäuger. Das Tier schwamm am Freitagnachmittag aus der Lübecker Bucht in Richtung Mecklenburg, allerdings in Küstennähe und war zeitweise auch wieder in flacheres Wasser gekommen. 

Es sei vor Warnkenhagen (Nordwestmecklenburg) gesehen worden, sagte eine Sprecherin von Sea Shepherd. Mitglieder der Meeresschutzorganisation sowie von Greenpeace begleiteten das Tier mit Schlauchbooten. Nach mehreren Stunden beendeten sie die Beobachtung. 

Warum der Wal vor Timmendorfer Strand aufgetaucht war, ist bislang unklar. Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Sie können nach Expertenangaben auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und in der Ostsee landen. Auch Unterwasserlärm könne eine Rolle spielen.

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