Tuttlingen: Polizei erschießt Mann nach Schüssen auf Beamte am Rathaus
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem Polizeieinsatz nahe dem Rathaus in Tuttlingen ist ein 27 Jahre alter Mann erschossen worden, nachdem er nach Angaben des Landeskriminalamts mit einer Pistole auf die eintreffenden Beamten geschossen hatte.
Tödlicher Schusswechsel im Innenhof
Der Mann war mit einer Pistole in der Hand im Bereich des Rathauses aufgefallen. Polizeikräfte trafen ihn schließlich im Innenhof, wo er unmittelbar das Feuer eröffnete. „Er hat direkt geschossen“, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts.
Die Polizisten machten daraufhin von ihren Schusswaffen Gebrauch. Der Mann wurde getroffen und starb trotz Reanimationsversuchen noch vor Ort, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
Landeskriminalamt übernimmt Ermittlungen
Wie viele Schüsse die Beamten abgaben, war zunächst nicht bekannt. Auch der Grund, warum sich der Mann mit einer Pistole am Rathaus aufhielt, blieb zunächst ungeklärt. Nach Angaben des Landeskriminalamts hatte der 27-Jährige die afghanische Staatsangehörigkeit, wohnte in Tuttlingen und war bereits früher polizeilich in Erscheinung getreten.
Rathaus bleibt geschlossen
Der Einsatzort wurde weiträumig abgesperrt. Die Polizei bat darum, den Bereich um das Rathaus zu meiden, erklärte aber, für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Die Stadt Tuttlingen teilte mit, das Rathaus bleibe für den Rest des Donnerstags geschlossen.
Nach Angaben des Landeskriminalamts waren weiterhin Beamte vor Ort, um den Tatort zu durchsuchen und Zeugen zu befragen. Bilder vom Einsatz zeigten mehrere Polizisten bei einer am Boden liegenden Person; die Beamten trugen Schutzwesten, einer von ihnen einen Helm.
Tuttlingen als Zentrum der Medizintechnik
Tuttlingen liegt im Süden Baden-Württembergs und hat gut 38.000 Einwohner. Die Stadt gilt als wichtiges Zentrum der Medizintechnik-Branche.
Unabhängige Ermittlungen nach tödlichem Polizeieinsatz
Nach tödlichen Schusswechseln zwischen Polizei und bewaffneten Personen übernimmt in Baden-Württemberg regelmäßig das Landeskriminalamt die Ermittlungen. Das soll die Rekonstruktion des Geschehens von den unmittelbar beteiligten Einsatzkräften trennen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem der Ablauf der Begegnung, die abgegebenen Schüsse und die Frage, ob der Einsatz den geltenden rechtlichen Voraussetzungen entsprach.
Für die Bewertung sind Zeugenaussagen, Spuren am Tatort, die Dienstwaffen der Beamten und gegebenenfalls Aufnahmen aus der Umgebung entscheidend. Auch die Vorgeschichte des 27-Jährigen und sein bereits bekanntes Auftreten bei der Polizei können für die Ermittler eine Rolle spielen, erklären aber für sich genommen nicht, warum es zu dem Schusswechsel kam.
Rathaus als gesperrter Einsatzort
Die vorübergehende Schließung des Rathauses betrifft Beschäftigte, Besucher und den kommunalen Publikumsverkehr. Weil die Polizei den Bereich weiträumig absperrte und weitere Beamte Zeugen befragten sowie Spuren sicherten, können Einschränkungen über den unmittelbaren Einsatz hinausreichen. Zugleich soll die Bevölkerung nach Polizeiangaben keiner Gefahr ausgesetzt sein.
Tuttlingen ist mit gut 38.000 Einwohnern ein regionales Zentrum im Süden Baden-Württembergs und international von der Medizintechnik geprägt. Der Vorfall ereignete sich damit an einem zentralen Ort des städtischen Alltags; die Hintergründe des bewaffneten Auftretens und die genaue Dynamik des Schusswechsels müssen die laufenden Ermittlungen klären.
