Tuttlingen: Polizei erschießt bewaffneten Mann am Rathaus
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem Polizeieinsatz am Rathaus in Tuttlingen ist ein bewaffneter 27-Jähriger erschossen worden, nachdem er nach Angaben des Landeskriminalamts auf die eintreffenden Beamten geschossen hatte.
Polizei trifft im Innenhof auf den Mann
Der Mann war mit einer Pistole im Bereich des Rathauses aufgefallen. Die Einsatzkräfte trafen ihn schließlich im Innenhof an, wo er nach dpa-Informationen mit seiner Waffe saß. Eine Sprecherin des Landeskriminalamts sagte, er habe unmittelbar das Feuer eröffnet.
Die Polizisten machten daraufhin von ihren Schusswaffen Gebrauch. Der 27-Jährige wurde getroffen und starb trotz Reanimationsversuchen noch vor Ort. Polizeibeamte wurden nicht verletzt.
Ermittlungen durch das Landeskriminalamt
Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen. Wie viele Schüsse die Beamten abgaben und weshalb sich der Mann am Rathaus aufhielt, war zunächst offen.
Bei dem Getöteten handelte es sich den Angaben zufolge um einen afghanischen Staatsangehörigen, der in Tuttlingen wohnte und bereits früher polizeilich in Erscheinung getreten war. Ein Stadtsprecher sagte, der Mann habe sich auch im Rathaus aufgehalten; ob er dort Mitarbeiter bedroht habe, sei nicht bekannt.
Rathaus bleibt geschlossen
Das Rathaus blieb für den Rest des Tages geschlossen. Mitarbeiter, die nicht als Zeugen benötigt wurden, wurden nach Hause geschickt. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt; die Polizei bat darum, den Bereich zu meiden und erklärte, für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.
Nach Angaben des Landeskriminalamts blieben Beamte vor Ort, um den Tatort zu durchsuchen und Zeugen zu befragen. Augenzeugen berichteten von Schüssen, hektischen Szenen und großer Bestürzung in den umliegenden Geschäften und Lokalen.
Polizeilicher Schusswaffengebrauch unter besonderer Kontrolle
Wenn Einsatzkräfte bei einem bewaffneten Gegenüber schießen, werden die Umstände regelmäßig umfassend untersucht. Dazu gehören die Rekonstruktion des Ablaufs, die Sicherung des Tatorts, die Auswertung von Zeugenaussagen und die Prüfung der eingesetzten Waffen. Bei tödlichen Einsätzen liegt die Zuständigkeit häufig bei Ermittlungsbehörden außerhalb der unmittelbar beteiligten Dienststelle.
Für die Bevölkerung in Tuttlingen hatte der Einsatz vor allem unmittelbare Auswirkungen: Das Rathaus wurde geschlossen, der Bereich abgesperrt und Passanten wurden aufgefordert, den Ort zu meiden. Die Polizei erklärte zugleich, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Für Beschäftigte, Anwohner und Augenzeugen bleibt neben den Ermittlungen die Verarbeitung des Erlebten ein zentraler Aspekt.
Offene Fragen zum Ablauf
Ungeklärt sind nach der Meldung insbesondere das Motiv des 27-Jährigen, sein genauer Aufenthalt im Rathaus und die Zahl der von den Beamten abgegebenen Schüsse. Diese Punkte sind für die rechtliche und taktische Bewertung des Einsatzes entscheidend. Auch die Befragung von Zeugen und die kriminaltechnische Untersuchung des Innenhofs dürften den weiteren Ermittlungsstand bestimmen.

