Oktoberfest 2026, Freefall-Tower Hangover

Tödlicher Unfall auf dem Oktoberfest: Mitarbeiter stirbt nach Gondel-Treffer am „Hangover“

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 18:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein 52 Jahre alter Security-Mitarbeiter ist auf dem Münchner Oktoberfest von der Gondel des Freefall-Towers „Hangover“ getroffen worden und später im Krankenhaus gestorben. Polizei und Kriminalpolizei ermitteln, während das Fahrgeschäft nach einer Sicherheitsüberprüfung wieder freigegeben wurde.

  • Die Ermittlungen, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Die Ermittlungen, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Der Unfall hatte sich am späten Abend ereignet. - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Der Unfall hatte sich am späten Abend ereignet. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Betreiber und Mitarbeiter des Fahrgeschäfts zeigten sich schockiert. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Betreiber und Mitarbeiter des Fahrgeschäfts zeigten sich schockiert. - Bild: Sven Hoppe/dpa
Die Ermittlungen, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen. - Bild: Sven Hoppe/dpa Der Unfall hatte sich am späten Abend ereignet. - Bild: Felix Hörhager/dpa Betreiber und Mitarbeiter des Fahrgeschäfts zeigten sich schockiert. - Bild: Sven Hoppe/dpa

Ein 52 Jahre alter Security-Mitarbeiter des Fahrgeschäfts „Hangover“ ist auf dem Münchner Oktoberfest von einer herabfahrenden Gondel getroffen worden und später im Krankenhaus gestorben.

Unfall am späten Abend

Der Unfall ereignete sich am Montag gegen 21.50 Uhr an dem 85 Meter hohen Freefall-Tower. Der Mann aus Serbien wurde eingeklemmt; Einsatzkräfte reanimierten ihn und brachten ihn unter laufender Reanimation in ein Krankenhaus, wo er kurze Zeit später starb.

Der Bereich um das Fahrgeschäft wurde für den Rettungseinsatz abgesperrt. Die Fallgeschwindigkeit des Turms beträgt laut Homepage des Fahrgeschäfts bis zu 90 Kilometer pro Stunde, wobei die Gondel vor der Ankunft am Boden deutlich abgebremst wird.

Ermittlungen dauern voraussichtlich länger

Die Münchner Kriminalpolizei untersucht die genauen Umstände des mutmaßlichen Betriebsunfalls. Dabei soll auch geklärt werden, ob jemandem ein Vorwurf gemacht werden kann. Nach Einschätzung der Polizei können die Ermittlungen Tage oder Wochen dauern.

Der Mitarbeiter hielt sich nach Polizeiangaben in einem Bereich unterhalb der Gondel auf, in dem er sich nicht hätte befinden dürfen. Warum er dort war, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei bat Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich zu melden.

Fahrgeschäft nach Prüfung freigegeben

Der TÜV stellte bei einer Sicherheitsüberprüfung am Dienstag nach Angaben der Betreiberfamilie keinen technischen Mangel fest. Das Ordnungsamt gab den „Hangover“ anschließend wieder frei.

Fahrgäste wurden laut Polizei und Aicher Ambulanz körperlich nicht verletzt. Kriseninterventionsteams betreuten Menschen, die den Unfall beobachtet hatten. Der Betreiber und die Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller zeigten sich bestürzt; beim Schaustellergottesdienst am Donnerstag soll Raum zum Trauern sein.

Zweiter Vorfall in diesem Jahr

Der Unfall ist in diesem Jahr bereits der zweite Vorfall mit einem Fahrgeschäft auf der Wiesn. Am Samstag mussten Besucher eines stehengebliebenen Drehkarussells etwa zwei Minuten lang kopfüber ausharren. Ursache war vermutlich ein defekter Sensor; nach einer erneuten TÜV-Prüfung wurde das Karussell noch am selben Abend wieder freigegeben.

Frühere Unfälle verliefen teils schwerer: 2024 starb ein 20-Jähriger bei einer Testfahrt am „Olympia Looping“. Im Vorjahr verletzte sich ein Arbeiter beim Abbau lebensgefährlich. Das Oktoberfest dauert noch bis zum 4. Oktober.

Hohe Sicherheitsstandards, aber kein vollständiger Schutz

Das Oktoberfest zählt zu den größten Volksfesten der Welt und zieht jährlich mehr als sechs Millionen Menschen an. Während der 16 Festtage arbeiten dort mehrere hundert Einsatzkräfte, darunter Ärzte, Polizei und Sanitätsdienste. Die Größe des Geländes, die hohe Besucherzahl und der durchgehende Betrieb machen die Koordination von Rettung, Ordnung und Fahrgeschäftsaufsicht besonders anspruchsvoll.

Bei Fahrgeschäften wird zwischen der Sicherheit der Fahrgäste und dem Arbeitsschutz des Personals unterschieden. Die TÜV-Prüfung konzentriert sich auf die technische Sicherheit der Anlage; die Ermittlungen zum tödlichen Unfall müssen zusätzlich klären, wie der Mitarbeiter in den Gefahrenbereich gelangen konnte und ob betriebliche Abläufe, Absperrungen oder menschliches Fehlverhalten eine Rolle spielten. Dass das Fahrgeschäft nach der Überprüfung wieder freigegeben wurde, beantwortet daher nicht automatisch die straf- oder arbeitsrechtlichen Fragen.

Was nun entscheidend ist

Für Besucher bedeutet der Vorfall nach den vorliegenden Angaben keine unmittelbare Gefahr: Körperlich verletzt wurde von den Fahrgästen niemand. Zugleich zeigt der Unfall, dass technische Kontrollen allein nicht jede Gefahr ausschließen. Polizei und Staatsanwaltschaft müssen nun Zeugenaussagen, mögliche Videoaufnahmen und die Arbeits- und Sicherheitsorganisation am Fahrgeschäft auswerten. Die Ergebnisse können darüber entscheiden, ob Abläufe angepasst, Verantwortlichkeiten benannt oder zusätzliche Schutzmaßnahmen für Beschäftigte verlangt werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR: „Tödlicher Wiesn-Unfall: Hergang unklar, Polizei sucht Zeugen“ (22.09.2026)

Der Bericht bestätige den tödlichen Unfall und hebe hervor, dass die Polizei mögliche Zeugen sowie Videoaufnahmen suche. Anders als die dpa-Meldung ordne er die technischen Kontrollen auf dem Oktoberfest ausführlicher ein und schreibe, der TÜV prüfe die Fahrgeschäfte im Auftrag der Stadt vollständig; offen bleibe weiterhin, warum sich der Mitarbeiter im Gefahrenbereich aufgehalten habe.

DER SPIEGEL: „Oktoberfest in München: Mitarbeiter stirbt bei Unfall mit Free-Fall-Turm“ (22.09.2026)

Der Artikel bestätige, dass der 52-Jährige nach dem Unfall im Krankenhaus gestorben sei und Fahrgäste nicht in Gefahr gewesen seien. Er setze einen anderen Schwerpunkt auf die Belastung der Sicherheits- und Rettungskräfte durch das mehrere Millionen Besucher anziehende Volksfest und beschreibe die Wiesn-Sanitätsstation als umfangreich ausgestattete Einrichtung.

Beide Berichte stellten den Tod des Mitarbeiters, die laufenden Ermittlungen und die fehlende Gefährdung der Fahrgäste übereinstimmend heraus. Unterschiede gebe es vor allem bei der Einordnung der Sicherheitsstrukturen; die zentrale offene Frage bleibe der genaue Unfallhergang.

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