Tödlicher Sturz in Südtirol: Deutscher Urlauber fällt 200 Meter in die Tiefe
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin 57 Jahre alter Deutscher ist beim Wandern im Südtiroler Altfasstal oberhalb von Meransen rund 200 Meter tief abgestürzt und ums Leben gekommen.
Sturz auf dem Dolomiten-Höhenweg
Der Mann war nach Angaben der Bergrettung gemeinsam mit seiner Ehefrau auf dem Dolomiten-Höhenweg 6 unterwegs. Auf etwa 2.300 Metern Höhe geriet er aus ungeklärten Gründen ins Stolpern und stürzte in die Tiefe.
Für den Urlauber kam jede Hilfe zu spät. Andere Wanderer beobachteten das Unglück und alarmierten die Rettungskräfte.
Ehefrau wird betreut
Die etwa gleichaltrige Ehefrau verfolgte den Absturz aus nächster Nähe. Sie wurde zu ihrer Unterkunft ins Tal gebracht und dort von der Notfallseelsorge betreut.
Der Tote wurde anschließend mit einem Hubschrauber ins Tal geflogen. Angaben zur Herkunft des Mannes machten die Behörden zunächst nicht.
Mehrere tödliche Unfälle in den vergangenen Jahren
Südtirol ist die nördlichste Region Italiens und gehört zu den beliebten Wandergebieten der Alpen. Auch zahlreiche deutsche Urlauber verbringen dort ihre Ferien.
Auf dem betroffenen Wanderweg kam es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach zu tödlichen Unfällen.
Wandern in hochalpinem Gelände
Der Unfall ereignete sich auf rund 2.300 Metern Höhe im Altfasstal oberhalb von Meransen. Der Dolomiten-Höhenweg 6 führt durch hochalpines Gelände, in dem ausgesetzte Passagen, steile Hänge und wechselnde Wetterbedingungen besondere Anforderungen an Trittsicherheit und Orientierung stellen.
Ein Sturz über 200 Meter zeigt die Folgen eines kurzen Kontrollverlusts an einem exponierten Wegabschnitt. Auch erfahrene Wanderer können durch loses Geröll, Nässe, Müdigkeit oder eine unerwartete Bewegung ins Straucheln geraten. In solchen Lagen begrenzen die Geländeform und die Tiefe eines Absturzes die Möglichkeiten, noch rechtzeitig einzugreifen.
Bedeutung für Urlauber
Südtirol zählt zu den besonders beliebten Bergregionen für deutschsprachige Urlauber. Die Nähe gut erschlossener Ferienorte darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Wege rasch in abgelegenes und schwer zugängliches Gelände führen. Rettungseinsätze benötigen dort häufig spezialisierte Bergretter und Hubschrauber.
Für Angehörige und Augenzeugen endet ein solcher Notfall nicht mit der Bergung. Die Betreuung der Ehefrau durch die Notfallseelsorge macht deutlich, dass neben der medizinischen Versorgung auch psychologische Hilfe erforderlich ist. Für Wanderer bleibt die zentrale Vorsorge, Touren an Erfahrung, Wetter und Kondition anzupassen und exponierte Stellen besonders konzentriert zu passieren.
