Oktoberfest 2026, Hangover Freefall-Tower

Tödlicher Oktoberfest-Unfall: Mitarbeiter stirbt nach Kollision mit Freefall-Gondel

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 11:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein 52 Jahre alter Mitarbeiter des Freefall-Towers «Hangover» ist nach einem Unfall auf dem Münchner Oktoberfest gestorben. Die Polizei ermittelt, warum er sich im Gefahrenbereich aufhielt; Fahrgäste wurden nicht verletzt.

  • Die Ermittlungen, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Die Ermittlungen, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Der Unfall hatte sich am späten Abend ereignet. - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Der Unfall hatte sich am späten Abend ereignet. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Betreiber und Mitarbeiter des Fahrgeschäfts zeigten sich geschockt. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Betreiber und Mitarbeiter des Fahrgeschäfts zeigten sich geschockt. - Bild: Sven Hoppe/dpa
Die Ermittlungen, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen. - Bild: Sven Hoppe/dpa Der Unfall hatte sich am späten Abend ereignet. - Bild: Felix Hörhager/dpa Betreiber und Mitarbeiter des Fahrgeschäfts zeigten sich geschockt. - Bild: Sven Hoppe/dpa

Ein 52 Jahre alter Mitarbeiter des Fahrgeschäfts «Hangover» ist nach einem Unfall am Montagabend auf dem Münchner Oktoberfest im Krankenhaus gestorben.

Gondel trifft Mitarbeiter

Der 85 Meter hohe Freefall-Tower lässt eine Gondel mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde in die Tiefe rauschen. Der Mann wurde von der herunterfahrenden Gondel getroffen und möglicherweise auch eingequetscht.

Einsatzkräfte belebten ihn zunächst wieder. Kurz darauf starb er an seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus; der Bereich um das Fahrgeschäft wurde für den Rettungseinsatz abgesperrt.

Polizei ermittelt zur Unfallursache

Zu den genauen Umständen des mutmaßlichen Betriebsunfalls wird ermittelt. Nach ersten Angaben soll sich der Mitarbeiter in einem Bereich aufgehalten haben, in dem er nicht hätte sein dürfen. Warum er dort war, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Die Polizei bittet Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich zu melden. Die Betreiberfamilie erklärte, sie arbeite eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, um den Ablauf und mögliche Konsequenzen zu klären.

Keine Verletzten unter den Fahrgästen

Fahrgäste wurden laut Polizei und Aicher Ambulanz körperlich nicht verletzt. Kriseninterventionsteams betreuten Beschäftigte und Augenzeugen; nach Angaben der Ambulanz konnten alle, die Unterstützung wünschten, diese erhalten.

In der Gondel haben laut Homepage des Fahrgeschäfts 24 Menschen Platz. Ob sie zum Unfallzeitpunkt vollständig besetzt war, war zunächst unklar.

Öffnung des Towers bleibt offen

Ob und wann der «Hangover» wieder öffnen kann, war am Morgen nach dem Unfall zunächst nicht entschieden. Sicherheitsbehörden wie Gewerbeaufsichtsamt, TÜV Süd und Lokalbaukommission sollen die Bestandsaufnahme begleiten.

Nach Angaben der Veranstaltungsgesellschaft soll eine Wiederöffnung grundsätzlich möglich sein, falls kein technisches Problem festgestellt werde. Der Zeitpunkt stehe jedoch nicht fest. Das Oktoberfest dauert noch bis zum 4. Oktober; als weitere geplante Stationen des Towers gelten die Deutzer Kirmes in Köln und das Winter Wonderland in London.

Zweiter Vorfall auf der Wiesn

Der tödliche Unfall ist in diesem Jahr bereits der zweite Vorfall mit einem Fahrgeschäft auf dem Oktoberfest. In einem Drehkarussell mussten Fahrgäste zuvor wegen eines mutmaßlich defekten Sensors etwa zwei Minuten kopfüber ausharren; nach einer erneuten TÜV-Prüfung wurde es noch am selben Abend wieder freigegeben.

Auch in früheren Jahren gab es schwere Unfälle. 2024 starb ein 20-Jähriger bei einer Testfahrt am Olympia Looping, nachdem er sich im Gleisbereich aufgehalten hatte. 2023 verletzten sich bei der Kollision zweier Achterbahnwaggons neun Fahrgäste leicht.

Sicherheitsprüfung vor der Wiederöffnung

Der tödliche Unfall rückt die Sicherheitsorganisation auf der Wiesn in den Mittelpunkt. Bei einem Fahrgeschäft müssen nicht nur die technischen Bauteile, sondern auch Betriebsabläufe, Absperrungen und Zugänge zu Gefahrenbereichen kontrolliert werden. Entscheidend ist deshalb neben der Unfallursache die Frage, welche Arbeits- und Sicherungsregeln am Tower galten.

Für die Fahrgäste bestand nach den vorliegenden Angaben zu keinem Zeitpunkt Gefahr. Die Ermittlungen konzentrieren sich vielmehr auf den internen Betriebsbereich, in dem sich der 52-Jährige aufgehalten haben soll. Erst die Auswertung von Zeugenaussagen, Videoaufnahmen und technischen sowie organisatorischen Prüfungen kann klären, wie es dazu kam.

Belastung für ein Großereignis

Das Oktoberfest zieht bis zum 4. Oktober Millionen Menschen an und verlangt von Rettungsdiensten, Polizei und Veranstaltern einen durchgehenden Einsatz. Der Todesfall betrifft daher nicht nur den Betreiber, sondern auch Beschäftigte und Augenzeugen, die unmittelbar betreut werden mussten. Der geplante Wiesnbetrieb kann weiterlaufen, während der betroffene Tower gesondert bewertet wird.

Bereits ein technischer Zwischenfall an einem anderen Fahrgeschäft hatte am ersten Wiesn-Wochenende gezeigt, wie schnell eine Attraktion vorübergehend außer Betrieb genommen und nach einer Prüfung wieder freigegeben werden kann. Der aktuelle Fall hat jedoch eine andere Dimension: Im Zentrum stehen nun mögliche Abläufe im Arbeitsbereich und die strafrechtliche sowie arbeitsschutzrechtliche Verantwortung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Oktoberfest: Mitarbeiter stirbt bei Unfall mit Free-Fall-Turm“ (22.09.2026)

Der Bericht bestätige den Tod des 52 Jahre alten Mitarbeiters nach dem Unfall und hebe hervor, dass Fahrgäste nicht gefährdet gewesen seien. Er ordne den Vorfall in die Größe und den hohen Rettungsaufwand des Oktoberfests ein, während die genaue Ursache offenbleibe.

BR24: „Tödlicher Wiesn-Unfall: Hergang unklar, Polizei sucht Zeugen“ (22.09.2026)

BR24 berichte, die Kriminalpolizei ermittle weiter und bitte mögliche Zeugen auch um Videoaufnahmen. Anders als der stärker einordnende Bericht des SPIEGEL setze der Livebeitrag den Schwerpunkt auf den Fortgang der Ermittlungen, die Lagebesprechungen vor Ort und den regulären Wiesnbetrieb.

Beide Berichte stimmten darin überein, dass ein Mitarbeiter von der Gondel getroffen worden und später im Krankenhaus gestorben sei sowie dass Fahrgäste nicht in Gefahr gewesen seien. Offen bleibe demnach, warum sich der Mann im Gefahrenbereich aufgehalten habe und welche Konsequenzen daraus folgten.

Disclaimer...

de | unterhaltung | 70153782 |