Tipps für die persönliche News-Routine gegen Doomscrolling
12.02.2026 - 14:36:00
Quelle: @freepik.com/katemangostar
Was ist Doomscrolling und warum macht es süchtig?
Der Begriff beschreibt das fortwährende Scrollen durch negative Nachrichten in sozialen Medien oder News-Apps. Psychologisch betrachtet handelt es sich dabei oft um einen fehlgeleiteten Kontrollmechanismus: Das menschliche Gehirn suggeriert, dass Gefahren durch die Aufnahme kleinster Details besser beherrschbar werden.
Das Ergebnis ist jedoch gegenteilig: Ein chronisch erhöhtes Stresslevel, Schlafstörungen und eine verzerrte Wahrnehmung der Realität, auch als Negativity Bias bezeichnet.
Die 5-Schritte-Strategie für eine gesunde News-Routine
Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist Struktur entscheidend. Folgende Hebel sind dabei besonders wirksam:
- Feste Zeitfenster statt „Ständig-Live“
Die ständige Erreichbarkeit von Nachrichten gilt als erheblicher Stressfaktor für die mentale Gesundheit.
- Die Regel: Das Festlegen von zwei zeitlich begrenzten Fenstern pro Tag (z. B. jeweils 15 Minuten vormittags und am späten Nachmittag) schafft Ordnung.
- Tabu-Zonen: Die erste Stunde nach dem Aufstehen sowie die Zeit unmittelbar vor dem Schlafengehen sollten frei von Weltnachrichten bleiben.
- Die Analog-Kur: Wenn Software-Tricks nicht ausreichen
Sitzt der Reflex zum Smartphone-Griff zu tief, reichen App-Blocker oft nicht aus. In der Technologie-Branche lässt sich daher ein Gegentrend zur Einfachheit beobachten. Wenn das Smartphone zum dauerhaften Stressfaktor wird, kann ein bewusster Gerätewechsel Abhilfe schaffen.
Viele Menschen nutzen für die Freizeit oder das Wochenende minimalistische Mobiltelefone, die auf ablenkende Anwendungen verzichten. Das Design orientiert sich oft an früheren Handymodellen mit Tastatur statt Touch-Bildschirm. Durch die technisch reduzierte Aufmachung sind diese sogenannten Dumb Phones sehr günstig im Vergleich zu den heute üblichen, leistungsfähigen Smartphones.
Der Trend zum einfachen Handy hat mittlerweile viele Anhänger gefunden. Ohne Browser und Social-Media-Apps entfällt die Grundlage für Doomscrolling, während die Erreichbarkeit bestehen bleibt.
- Radikale Reduktion von Push-Benachrichtigungen
Akustische oder visuelle Signale unterbrechen die Konzentration. Das Deaktivieren sämtlicher News-Push-Nachrichten ermöglicht einen aktiven Informationsabruf zu selbst gewählten Zeitpunkten, statt sich von Algorithmen unterbrechen zu lassen.
- Qualität vor Quantität: Das Quellen-Kuratieren
Statt wahllos durch Feeds zu scrollen, empfiehlt sich die Beschränkung auf drei bis vier vertrauenswürdige Kernquellen. Die Nutzung von Newslettern oder RSS-Feeds, die das Wesentliche zusammenfassen, verhindert das Versinken im unendlichen Scrollen durch die sozialen Netzwerke.
Eine erste Orientierung bei der Auswahl geben regelmäßige Studien zu vertrauenswürdigen Medien. Im Jahr 2025 wurde vor allem großen Medienportalen vertraut, die sich an den Pressekodex und journalistische Sorgfaltspflicht halten.
5. Den Fokus auf „Constructive News“ legen
Die gezielte Auswahl von konstruktivem Journalismus kann die Wahrnehmung verändern. Diese Medienformen berichten nicht ausschließlich über Probleme, sondern thematisieren auch potenzielle Lösungsansätze. Dies fördert das Gefühl der Selbstwirksamkeit und wirkt Ohnmachtsgefühlen entgegen.
Information ist ein Werkzeug, kein Schicksal
Medienkompetenz ist heute eine wichtige Fähigkeit. Dazu gehört das Wissen, wie sich vertrauenswürdige Quellen finden lassen, genauso wie eine gewisse Resilienz gegen Falsch- und Desinformation.
Eine effektive News-Routine gleicht einer ausgewogenen Ernährung: Maßgeblich sind die Portionierung und die Qualität der Inhalte. Das rechtzeitige Ziehen einer Grenze schützt vor zwanghaftem Scrollen und steigert die Lebensqualität.
Informiert zu sein bedeutet nicht, permanent online zu sein. Es bedeutet, die wesentlichen Entwicklungen zu kennen und Unwichtiges bewusst zu ignorieren.
@ ad-hoc-news.de
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