Thailand, Königliche Barken

Thailand: 52 Barken ziehen mit König durch Bangkok

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 11:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Zum Geburtstag von König Maha Vajiralongkorn zog die Prozession zum Wat Arun. Die seltene Zeremonie verband buddhistische Tradition mit der öffentlichen Inszenierung der Monarchie.

Die Zeremonie am Chao Phraya

  • 52 verzierte Prunkboote fuhren in Bangkok zum Tempel Wat Arun.
  • Auf der Suphannahong nahmen König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida teil.
  • 2.200 Ruderer sorgten für den gemeinsamen Rhythmus der Formation.
  • Die Tradition der Barken-Prozession ist viele Jahrhunderte alt. - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa
  • Auf dem prächtigsten Boot fuhren König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida mit. - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa
  • Die Barken sind prächtig und normalerweise in einem Museum zu sehen. (Archivbild) - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa
  • Die kostbare «Suphannahong» mit dem goldenen Schwanenkopf wird nur zu besonderen Anlässen zu Wasser gelassen. (Archivbild) - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa
  • Die Barken wurden in den Wochen vor der Prozession aufwendig restauriert. (Archivbild) - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa
Die Tradition der Barken-Prozession ist viele Jahrhunderte alt.  - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa Auf dem prächtigsten Boot fuhren König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida mit. - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa Die Barken sind prächtig und normalerweise in einem Museum zu sehen. (Archivbild) - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa Die kostbare «Suphannahong» mit dem goldenen Schwanenkopf wird nur zu besonderen Anlässen zu Wasser gelassen. (Archivbild) - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa Die Barken wurden in den Wochen vor der Prozession aufwendig restauriert. (Archivbild) - Bild: Sakchai Lalit/AP/dpa

52 Boote ziehen durch Bangkok

Mit 52 prachtvoll verzierten Booten und 2.200 Ruderern ist Thailands königliche Barken-Prozession durch Bangkok gezogen. König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida fuhren auf der Suphannahong zum Wat Arun mit.

Royale Teilnahme auf der Suphannahong

Die Prozession wurde zu Ehren des 48. Geburtstags des Königs abgehalten. Auch Prinz Dipangkorn, der mutmaßliche Thronfolger, nahm an der Fahrt auf dem Chao Phraya teil.

Die goldenen Schwäne und mythologischen Drachen an den Bugspitzen der Boote prägten das Bild. Die Ruderer gaben singend den Takt vor und hielten die Formation über eine Strecke von mehr als 1,2 Kilometern zusammen.

Kathin-Zeremonie im Tempel

Am Wat Arun nahmen die Royals an der traditionellen Kathin-Zeremonie teil. Nach dem Ende der buddhistischen Fastenzeit werden dabei neue Gewänder und Gaben an Mönche überreicht.

Die königliche Barken-Prozession gehört zu den bedeutendsten Zeremonien der thailändischen Monarchie. Die kostbaren Schiffe werden nur zu besonderen staatlichen oder religiösen Anlässen zu Wasser gelassen.

Dritte Prozession unter Rama X.

Die Fahrt war die dritte während der Regentschaft von Rama X., wie der Herrschertitel des Königs lautet. Zuvor hatte es 2024 eine Prozession anlässlich seines 72. Geburtstags gegeben; 2019 bildete sie den Abschluss seiner Krönungsfeierlichkeiten.

Der Brauch reicht wahrscheinlich bis ins 14. Jahrhundert zurück. Zehntausende Menschen säumten die Ufer des Flusses, während die Übertragung live im Fernsehen zu sehen war.

Monarchie zwischen Tradition und Moderne

Die Prozession zeigte den Gegensatz zwischen dem historischen Ritual und dem modernen Bangkok mit Hochbahnen, Wolkenkratzern und Einkaufszentren. Zugleich wurde die enge Verbindung von buddhistischer Tradition, nationaler Identität und Monarchie sichtbar.

Porträts des Königs prägen das öffentliche Leben, sein Geburtstag ist ein nationaler Feiertag. Kritik an der Königsfamilie kann nach Paragraf 112 des thailändischen Strafgesetzbuchs mit langjähriger Haft bestraft werden.

Die königliche Barken-Prozession verbindet in Thailand religiöse Praxis, staatliches Zeremoniell und die sichtbare Präsenz der Monarchie. Ihr Ziel, der Wat Arun, gehört zu den bekanntesten buddhistischen Heiligtümern Bangkoks. Die Kathin-Zeremonie markiert das Ende der buddhistischen Fastenzeit und stellt die Übergabe von Gewändern und Gaben an Mönche in den Mittelpunkt.

Die seltene Prozession ist zugleich ein aufwendig inszeniertes Staatsritual. Die Boote werden nur zu besonderen Anlässen eingesetzt; die langen Vorbereitungen, die feste Formation und der synchrone Rudertakt machen deutlich, dass das Ereignis weit über eine gewöhnliche religiöse Feier hinausgeht. Mit König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida an Bord erhält die Zeremonie zusätzliche politische und symbolische Bedeutung.

Tradition in einer modernen Metropole

Bangkok steht für den Gegensatz zwischen historischen Ritualen und einer hochmodernen Millionenstadt. Gerade diese Verbindung prägt die Wirkung des Spektakels: Die Prozession führt eine jahrhundertealte Bildsprache mitten durch eine Gegenwart aus Hochbahnen, Einkaufszentren und dichtem Stadtverkehr.

Für die Bevölkerung bleibt die Monarchie im Alltag sichtbar, persönliche Auftritte des Königs sind jedoch selten und streng geregelt. Zugleich begrenzt das Strafrecht die öffentliche Kritik an der Königsfamilie erheblich. Die Barken-Prozession macht damit nicht nur kulturelles Erbe sichtbar, sondern auch die besondere Stellung des Königshauses im thailändischen Staat.

Disclaimer...
de | unterhaltung | 70468967 |