Berlin, Deutschland

Immer mehr unerledigte Verfahren bei Staatsanwaltschaften

04.09.2025 - 05:00:52 | dpa.de

Täglich neue Fälle, teils komplexe Ermittlungen mit sichergestellten Daten, die ausgewertet werden müssen. Die Staatsanwaltschaften kommen kaum noch hinterher. Die Aktenberge wachsen und wachsen.

Die Aktenberge bei den Staatsanwaltschaften wachsen. (Symbolbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Aktenberge bei den Staatsanwaltschaften wachsen. (Symbolbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Zahl unerledigter Fälle wächst nach Angaben des Deutschen Richterbundes weiter. Zur Jahreshälfte hat sich die Anzahl demnach bundesweit auf 981.633 Verfahren erhöht. Damit sind im ersten Halbjahr 2025 nochmals 30.781 offene Fälle bei den Behörden hinzugekommen. Zum Jahresende 2024 war ein bisheriger Rekordstand von 950.852 unerledigten Verfahren erreicht worden.

Die Zahlen gehen auf eine Umfrage bei den Justizverwaltungen der Länder zurück, die die vom Richterbund herausgegebene «Deutsche Richterzeitung» durchgeführt hat. Berücksichtigt wurden dabei nur die Verfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte, wie es hieß.

Laut Verband blieb auch die Zahl neuer Verfahren bei den Staatsanwaltschaften auf Rekordniveau: In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres kamen mehr als 2,7 Millionen neue Fälle auf die bereits bestehenden Aktenberge hinzu. «Im Ergebnis ziehen sich viele Strafverfahren in die Länge und Verfahrenseinstellungen nehmen zu», erklärte der Bundesgeschäftsführer des Richterbundes, Sven Rebehn.

Meisten unerledigten Verfahren in NRW

Die bundesweit höchste Zahl offener Verfahren zum Stichtag 30. Juni gibt es nach den Angaben in Nordrhein-Westfalen mit knapp 267.000 Fällen. Seit dem Jahr 2021 ist dies ein Zuwachs von rund 40 Prozent (Ende 2021: 191.604).

Besonders schwierig ist die Entwicklung laut Richterbund in Hamburg: Dort wuchs der Berg unerledigter Fälle bis Ende Juni auf 64.404 Verfahren. Damit hat sich der Aktenstapel laut Richterbund in den vergangenen dreieinhalb Jahren fast verdreifacht (Ende 2021: 22.900 offene Verfahren).

Brandenburg reduziert offene Fälle

Auch Sachsens Staatsanwaltschaften schieben eine große Bugwelle vor sich her: Dort gab es nach den Angaben Ende Juni 45.952 offene Verfahren - eine Zunahme von 54 Prozent seit dem Jahr 2021.

Anlässlich der Zahlen fordert der Deutsche Richterbund eine schnelle Zusage der Länder für neue Stellen in der Justiz. Erst dann könnten die von der Bundesregierung zugesagten 450 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln fließen. «Die Strafjustiz darf nicht zum Flaschenhals bei der Kriminalitätsbekämpfung werden.»

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | unterhaltung | 68161693 |

Weitere Meldungen

Messerangriff an Bushaltestelle: Opfer außer Lebensgefahr. Ein Tatverdächtiger ist in Gewahrsam. Was es Neues in dem Fall gibt. Das 33-jährige Opfer der Messerattacke an einer Neuköllner Bushaltestelle ist nicht mehr in Lebensgefahr. (Unterhaltung, 15.05.2026 - 15:40) weiterlesen...

Tausende streiken im Handel - kaum Auswirkungen für Kunden?. In mehreren Städten finden Kundgebungen statt. Die Gewerkschaft Verdi bestreikt bundesweit Handelsunternehmen, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Douglas, H&M und Ikea. (Wirtschaft, 15.05.2026 - 14:45) weiterlesen...

Merz telefonierte am Tag des Stromausfalls nicht mit Wegner. Nun muss sich die Bundesregierung korrigieren. Gut vier Monate nach dem großen Stromausfall in Berlin sind manche Abläufe beim Krisenmanagement immer noch offen. (Politik, 15.05.2026 - 11:13) weiterlesen...

Podcast-Preise für Nazi-Recherche und Späti-Talk Promis im Späti, Investigativrecherche und ein Publikumsliebling: Wer bei der Premiere des Deutschen Podcast Award abräumte – und was hinter den Siegerformaten steckt. (Unterhaltung, 13.05.2026 - 22:47) weiterlesen...

Tod seiner Mutter: Volksbühne sagt Uraufführung von Meese ab. Doch wenige Wochen vor der Uraufführung gibt es schlechte Nachrichten. Die Berliner Volksbühne wollte eine neue Inszenierung des Künstlers Jonathan Messe zeigen. (Unterhaltung, 13.05.2026 - 17:27) weiterlesen...

Großrazzia gegen «Schutzgeld»-Bande – Neun Männer gefasst. Am frühen Morgen stürmten sie zahlreiche Wohnungen. Mehrere mutmaßliche Täter wurden gefasst. Spezialeinheiten aus anderen Bundesländern rückten zur Unterstützung für eine Großrazzia in Berlin an. (Unterhaltung, 13.05.2026 - 15:18) weiterlesen...