Sturm „Luise“ verletzt Menschen – Sonntag droht Orkan
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 08:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSturmfolgen an Bahnstrecken und in Städten
- In Nastätten wurden zwei Menschen durch ein umgestürztes Gestell schwer verletzt.
- Bei Aachen schleppte eine Diesellok einen ICE mit 280 Fahrgästen nach Stolberg.
- Im Saarland registrierte die Polizei bis zum Abend 59 sturmbedingte Einsätze.
Sturm „Luise“ hinterlässt Schäden in mehreren Bundesländern
Der erste kräftige Herbststurm des Jahres hat vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands Schäden verursacht und mehrere Menschen verletzt. Während „Luise“ am Samstag Richtung Ostsee und Dänemark abzog, kündigte sich mit „Manja“ bereits das nächste Sturmtief an.
Gestell stürzt auf Festgelände
In Nastätten im Norden von Rheinland-Pfalz warf eine Böe am Freitagnachmittag ein Gestell um, während in der Nähe ein Oktobermarkt stattfand. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Menschen schwer verletzt; einer schwebte in Lebensgefahr und wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht.
Auch in Seligenstadt südöstlich von Frankfurt am Main verletzte ein abgerissener Ast einen Radfahrer. Im saarländischen Lebach wurde ein Fußgänger durch ein Werbeschild leicht verletzt.
Störungen auf Bahnstrecken
Der Sturm behinderte den Bahnverkehr an mehreren Orten. In Karlsruhe flog ein Gegenstand in die Oberleitung, bei Pforzheim prallte eine Regionalbahn mit Hunderten Fahrgästen gegen einen Ast und blieb auf der Strecke stehen.
Bei Aachen saß ein ICE mit 280 Fahrgästen nach einem Oberleitungsschaden fest und wurde von einer Diesellok zum Bahnhof Stolberg geschleppt. Auch bei Neuss und in Stuttgart blockierten umgestürzte Bäume die Gleise.
Viele Einsätze von Feuerwehr und Polizei
Im Saarland rückte die Polizei bis zum Abend zu 59 sturmbedingten Einsätzen aus. In Duisburg zählte die Feuerwehr rund 40 Einsätze, unter anderem wegen umgestürzter Bäume, beschädigter Stromleitungen und eines getroffenen Kiosks.
In Remscheid stürzte an der A1 ein größerer Baum gegen eine Lärmschutzwand; die Autobahn war Richtung Köln zeitweise gesperrt. Der Europa-Park in Rust schloss vorübergehend seine großen Achterbahnen im Freien.
„Manja“ bringt neue Sturmgefahr
Am Samstag ließ der Wind vorübergehend nach, bevor am Abend von Westen das Sturmtief „Manja“ heranzog. In der Nacht zum Sonntag wurden kräftiger Regen und stark auffrischender Südwestwind erwartet; regional waren laut DWD Regenmengen in „unwetterartigen Mengen“ möglich.
Für Sonntag wurden an der Nordsee Böen bis 100 Kilometer pro Stunde und einzelne Orkanböen vorhergesagt, ebenso am Feldberg im Schwarzwald. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartete von Sonntag bis Montag deutlich erhöhte Wasserstände.
Sturmflut in Hamburg möglich
In Hamburg könnte eine Sturmflut auflaufen und den tiefer gelegenen Teil des Fischmarkts überfluten. Wyk auf Föhr schloss den Deichdurchlass am Hafen.
Die Schnellfähren nach Helgoland fahren am Wochenende nicht, die Halligen werden am Sonntag und Montag nicht angesteuert. Köln und Aachen rieten dazu, Wälder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden; in Erfurt blieben die Friedhöfe das gesamte Wochenende geschlossen. Am Montag sollte sich das Wetter beruhigen.
Die dpa-Meldung fällt in eine Wetterlage, in der mehrere Tiefdruckgebiete rasch nacheinander über Deutschland ziehen. Nach dem Abzug von „Luise“ folgt mit „Manja“ bereits das nächste Sturmtief. Dadurch bleibt zwischen den einzelnen Wetterphasen nur eine kurze Erholung, während Böden, Verkehrswege und Freileitungen weiterhin anfällig sind.
Besonders relevant ist die Kombination aus Wind, kräftigem Regen und erhöhten Wasserständen. An der Nordsee können starke Böen den Fährverkehr, den Bahnverkehr und den Aufenthalt in Küstenbereichen beeinträchtigen. Für Hamburg besteht zusätzlich das Risiko einer Sturmflut; betroffen wäre vor allem der tiefer gelegene Fischmarkt. Solche Wasserstandsereignisse können durch Windrichtung und den zeitlichen Zusammenhang mit dem Tidehochwasser verstärkt werden.
Folgen für Verkehr und Alltag
Für Reisende bedeutet die Wetterlage ein erhöhtes Risiko kurzfristiger Zugausfälle, Streckensperrungen und Verzögerungen. Auch Fährverbindungen zu den Inseln und Halligen können ausfallen. Kommunale Empfehlungen, Wälder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden, zielen vor allem auf die Gefahr herabfallender Äste und umstürzender Bäume.
Die bisher gemeldeten Schäden zeigen, dass nicht nur exponierte Küsten- und Berglagen betroffen sind. Einsätze gab es auch in Städten und entlang wichtiger Bahn- und Straßenverbindungen. Mit der angekündigten Beruhigung am Montag dürfte sich die akute Lage entspannen; bis dahin bleiben Wind, Regen und mögliche Überflutungen die entscheidenden Gefahren.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Sonntag Sturmflut für den Norden erwartet“ (23.10.2026)
Der Beitrag habe für Hamburg eine mögliche Sturmflut in der Nacht zum Sonntag hervorgehoben. Damit liege der Schwerpunkt auf den erwarteten Wasserständen und den konkreten Folgen für den Norden, während die dpa-Meldung zusätzlich bereits eingetretene Schäden und Behinderungen im Westen und Südwesten schildere.
Tagesschau: „Wetter im Norden: Sturm und orkanartige Böen vorhergesagt“ (24.10.2026)
Der Bericht habe den Schwerpunkt auf erwartete Windböen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein gelegt. Gemeinsam sei den Darstellungen die Warnung vor einer stürmischen Wetterphase; offen bleibe, wie stark einzelne Regionen tatsächlich von Schäden und Überflutungen betroffen sein würden.
Übereinstimmend werde vor einer erneuten Verschärfung der Wetterlage im Norden gewarnt. Die Beiträge setzten unterschiedliche Schwerpunkte bei Sturmflut, Windentwicklung und den bereits eingetretenen Schäden.
