Sturm Adam: Valencia hebt Warnungen für 800.000 Menschen auf
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 17:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen für Valencia und Mallorca
- In Oliva wurden binnen 24 Stunden rund 530 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.
- In Pego fielen mehr als 620 Liter Regen pro Quadratmeter.
- Auf Mallorca registrierten die Rettungsdienste rund 300 Zwischenfälle.
Spanien räumt nach Sturm Adam auf
Nach dem Durchzug des Sturmtiefs «Adam» hat sich die Lage in der spanischen Mittelmeerregion weitgehend entspannt. In Valencia wurden alle Unwetterwarnungen aufgehoben und Ausgangsbeschränkungen für mehr als 800.000 Menschen beendet.
Warnungen auf Mallorca laufen aus
Auf den Balearen und in einem kleinen Gebiet Kataloniens galt bis zum Nachmittag noch die dritthöchste Warnstufe Gelb. Für die Playa de Palma wurde im Tagesverlauf Sonnenschein bei Temperaturen von mehr als 20 Grad erwartet.
Valencia besonders schwer getroffen
Am Montag überflutete «Adam» Straßen, Häuser und Campingplätze in Valencia. Flüsse traten über die Ufer, Autos wurden von Wassermassen weggeschwemmt und mehr als 1.000 Menschen mussten gerettet werden.
In der Autonomen Gemeinschaft Valencia starben drei Menschen, außerdem jeweils einer in Katalonien und Andalusien. Mehrere Straßen blieben gesperrt, während Helfer Häuser und öffentliche Einrichtungen von Schlamm und Wasser befreiten.
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Regenmengen erreichen extreme Werte
In Oliva südlich der Provinzhauptstadt Valencia wurden binnen 24 Stunden gut 530 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. In Pego in der Provinz Alicante fielen sogar mehr als 620 Liter; zum Vergleich verzeichnet Hamburg im langjährigen Schnitt weniger als 800 Liter pro Quadratmeter und Jahr.
Sánchez erklärt Gebiete zu Notstandszonen
Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte die betroffenen Gebiete zu Notstandszonen, damit Hilfsmittel schneller bereitgestellt werden können. Er rief zu einem staatlichen Pakt gegen den Klimanotstand auf.
Mallorca übersteht Sturm vergleichsweise glimpflich
Auf Mallorca und den Nachbarinseln registrierten die Rettungsdienste rund 300 Zwischenfälle, darunter umgestürzte Bäume, überflutete Gebäude und Straßen sowie mögliche Einsturzgefahren. Der Flugverkehr war erheblich beeinträchtigt, der Unterricht vorsorglich abgesagt.
Für Mittwoch galten keine Wetterwarnungen mehr. Zum Wochenende könnten erneut Schauer aufziehen, die voraussichtlich deutlich schwächer ausfallen. Die Überschwemmungen erinnerten in Spanien an die Flutkatastrophe vom Oktober 2024, bei der in Valencia mehr als 230 Menschen ums Leben kamen.
Das Sturmtief «Adam» trifft eine Region, die bereits durch die Flutkatastrophe vom Oktober 2024 besonders sensibilisiert ist. Damals starben in der Autonomen Gemeinschaft Valencia mehr als 230 Menschen. Die aktuellen Schäden und die erneut sehr hohen Niederschlagsmengen zeigen, wie schnell Starkregen in dicht besiedelten Küstengebieten zu einer akuten Gefahr für Menschen, Verkehr und Gebäude werden kann.
Extremregen belastet Infrastruktur
Mehr als 530 Liter Regen pro Quadratmeter binnen 24 Stunden in Oliva und über 620 Liter in Pego liegen in einer Größenordnung, die Straßen, Kanalisation und Flussläufe kurzfristig überfordern kann. Für Bewohner und Urlauber bedeutet die Entspannung der Wetterlage deshalb nicht automatisch eine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb: Sperrungen, verschlammte Gebäude und beschädigte öffentliche Einrichtungen können den Alltag noch Tage oder länger beeinträchtigen.
Auch Mallorca kam im Vergleich glimpflicher davon, war aber von zahlreichen Einsätzen und erheblichen Verkehrsproblemen betroffen. Besonders für Reisende bleiben Wetterwarnungen, Hinweise der Behörden und mögliche Änderungen im Flugverkehr entscheidend. Die jüngsten Ereignisse rücken zudem erneut die Frage in den Mittelpunkt, wie Spanien Hochwasserschutz, Warnsysteme und Krisenkoordination in gefährdeten Urlaubsregionen weiterentwickelt.
Politische Debatte über Klimaanpassung
Ministerpräsident Pedro Sánchez verbindet die Hilfsmaßnahmen mit dem Ruf nach einem staatlichen Pakt gegen den Klimanotstand. Daraus folgt kurzfristig vor allem die Beschleunigung von Unterstützung für die betroffenen Gebiete. Langfristig geht es um Vorsorge: Flächenplanung, Rückhaltebecken, widerstandsfähige Infrastruktur und verlässliche Evakuierungsabläufe müssen mit dem wachsenden Risiko extremer Niederschläge Schritt halten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Ostspanien nach tödlichen Überschwemmungen: Anwohner räumen auf“ (20.10.2026)
Der Beitrag schildert die Aufräumarbeiten im Küstenort Els Poblets nahe Alicante und beschreibt verschlammte Häuser sowie zerstörte Möbel. Er bestätigt damit die anhaltenden Folgen der Überschwemmungen und setzt den Schwerpunkt auf die Situation der betroffenen Bewohner.
ZDFheute: „Unwetter an Mittelmeerküste: Valencia unter Wasser - vier Tote“ (19.10.2026)
Der Beitrag habe die Überschwemmungen, Rettungseinsätze und die hohen Niederschlagsmengen in Valencia und Alicante beschrieben. Anders als die aktuelle dpa-Meldung habe er den Schwerpunkt auf die akute Gefahrenlage während des Sturms gelegt; die weitere Entwicklung der Aufräumarbeiten sei damals noch offen gewesen.
Beide Beiträge stimmen darin überein, dass «Adam» in Ostspanien schwere Überschwemmungen ausgelöst hat. Der Schwerpunkt reicht von der akuten Rettungslage bis zu den anschließenden Aufräumarbeiten.

