Spanien: 2000 Menschen nach Überschwemmungen evakuiert
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEvakuierungen und Regenmengen in Valencia
- In Oliva wurden rund 2000 Menschen von sieben Campingplätzen evakuiert.
- In mehr als 40 Gemeinden in Valencia und Alicante fiel am Montag der Unterricht aus.
- In Pego wurden binnen 24 Stunden gut 620 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.
Sturmtief Adam überflutet Spaniens Mittelmeerküste
Heftige Regenfälle haben in den spanischen Provinzen Valencia und Alicante Straßen, Häuser und Campingplätze überflutet. In Oliva wurden rund 2000 Menschen evakuiert, während weitere Bewohner in ihren Häusern auf Rettung warteten.
Rettungskräfte bereiten Einsätze aus der Luft vor
Die Regionalregierung rief die zweithöchste Notfallstufe aus. In mehr als 40 Gemeinden wurde der Unterricht ausgesetzt, außerdem forderten die Behörden die Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten auf, möglichst in ihren Häusern zu bleiben.
Besonders angespannt war die Lage in Oliva, rund 70 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Valencia. Nach Angaben von Bürgermeisterin Yolanda Pastor wurden dort etwa 2000 Menschen von sieben Campingplätzen evakuiert.
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Mehr als 600 Liter Regen pro Quadratmeter
Nach Angaben des spanischen Wetterdienstes Aemet fielen in Oliva innerhalb von 24 Stunden mehr als 530 Liter Regen pro Quadratmeter. In Pego in Alicante wurden gut 620 Liter gemessen.
Auf Mallorca blieb die Lage trotz der für die Nacht ausgerufenen höchsten Alarmstufe Rot zunächst ruhig. Die Rettungsdienste registrierten drei kleinere Zwischenfälle; auf den Balearen wurden insgesamt 16 Vorfälle gemeldet.
Zwei Todesfälle am Wochenende
Das Sturmtief hatte bereits am Wochenende auf dem spanischen Festland für Chaos gesorgt. Eine Frau starb in Sagunto in der Provinz Valencia, eine weitere im katalanischen Cabrera de Mar.
Im Laufe des Montags sollten sich die Regenfälle in Valencia, Alicante und auf den Balearen allmählich abschwächen und weiter nach Katalonien verlagern.
Das Sturmtief Adam trifft eine Mittelmeerregion, in der Starkregen durch die geografischen Bedingungen besonders schnell zu Überflutungen führen kann. Küstenebenen, ausgetrocknete Böden und kleinere Flussläufe begrenzen die Aufnahmefähigkeit des Geländes. Dadurch können binnen kurzer Zeit Straßen, Gebäude und Campingplätze überflutet werden.
Die aktuelle Lage fällt zudem in eine Jahreszeit, in der viele Küstenorte noch von Urlaubsgästen genutzt werden. Evakuierungen von Campingplätzen und Unterrichtsausfälle zeigen, dass die Folgen über einzelne Wetterwarnungen hinausgehen und den Alltag ganzer Gemeinden betreffen. Für Bewohner und Reisende sind behördliche Aufforderungen, in Gebäuden zu bleiben und gefährdete Bereiche zu meiden, deshalb unmittelbar relevant.
Starkregen mit hoher Vorlaufunsicherheit
Der spanische Wetterdienst hatte für die betroffenen Gebiete sehr hohe Niederschlagsmengen erwartet. Bei solchen Wetterlagen kann sich der Schwerpunkt der intensivsten Regenfälle jedoch kleinräumig verlagern. Das erschwert Einsatzplanung und macht lokale Warnungen besonders wichtig.
Die Entwicklung am Montag entscheidet darüber, ob sich die Belastung in Valencia und Alicante tatsächlich abschwächt oder weitere Regionen erreicht. Auch wenn Regenmengen zurückgehen, bleiben überflutete Straßen, aufgeweichte Böden und beschädigte Infrastruktur Gefahrenquellen. Die jüngsten Todesfälle auf dem spanischen Festland unterstreichen die Schwere des Ereignisses.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Südküste Spaniens zittert Sturmtief Adam - Hochwasseralarm“ (18.10.2026)
Der Beitrag habe vor den erwarteten extremen Regenmengen in Valencia, Alicante und auf den Balearen gewarnt. Anders als die dpa-Meldung, die die bereits eingetretenen Überschwemmungen und Rettungseinsätze in den Mittelpunkt stelle, liege der Schwerpunkt hier auf der Wetterprognose und der räumlichen Ausdehnung des Niederschlagsfeldes.
n-tv: „Flugausfälle, Schulen schließen: Auf Mallorca schrillt der Alarm: Höchste Sturmwarnung“ (18.10.2026)
Der Artikel habe die höchste Warnstufe auf Mallorca, abgesagten Unterricht und Einschränkungen am Flughafen beschrieben. Im Vergleich zur dpa-Meldung setze er den Schwerpunkt stärker auf die Balearen und ordne das Ereignis mit der schweren Flutkatastrophe in Valencia aus dem Jahr 2024 ein.
Beide Beiträge stimmten mit der dpa-Meldung darin überein, dass Adam weite Teile der spanischen Mittelmeerküste gefährde. Unterschiede ergäben sich vor allem beim regionalen Schwerpunkt: Während die dpa die akute Lage in Valencia und Alicante schildere, konzentrierten sich die anderen Beiträge stärker auf Warnungen und Mallorca.
